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  1. Inaktiver User

    AW: Testlabor Westafrika?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es ist eher unwahrscheinlich, dass die Opfer-in-spe dieses Experiments überhaupt wussten, was Homöopathie ist. Daher können sie sich auch nicht dafür entschieden haben.
    Nun, das sagte ich ja auch, sehe ich ebenso. Das hätte man vorab erklären müssen. Ist aber mit sonstiger "westlicher" Vorgehensweise (bzw. aus anderen Ländern oder wie immer man sagen will) nicht anders, sofern dort unbekannt.

    In Deutschland und anderen westlichen Ländern werden medizinische Experimente, die Menschenleben kosten, außerdem aus ethischen Gründen abgebrochen.
    Ich glaube, darüber waren sich die Homöopathen nicht im Klaren, daß andere eine homöopathische Behandlung als "Experiment" ansehen könnten. Warten wir mal ab, ob, falls irgendwann ein Impfstoff hergestellt werden wird, dieser dann hoffnungsfroh an den Erkrankten angewendet wird.

    Du kannst eine schwere Krankheit nebenher auch mit Schlagsahne behandeln. Das wird nicht schaden.
    Aber wie soll man bei gleichzeitiger medizinisch fachgerechter Behandlung herausfinden, welcher Behandlungserfolg auf die Schlagsahne zurückgeht?
    Da hast Du Recht, das hätte man nicht mit Sicherheit sagen können. Aber kommt es darauf an? Oder kommt es darauf an, den erkrankten Menschen möglichst zu helfen?

    Nun, das ist auf jeden Fall ein Problem bei einer Behandlungsform, die auf dem Placebo-Effekt beruht, weshalb für diese Zwecke in Afrika der Geistheiler vorzuziehen ist.
    Geistheiler kann ich nicht beurteilen, damit habe ich keine Erfahrung. Mit Homöopathie schon, die wirkt, das weiß ich. Daher hätte ich es einen Versuch für wert befunden - zusätzlich zum sonstigen bisherigen Vorgehen, - warum auch nicht. Also ich versteh's nicht, warum man nicht alle Möglichkeiten ausschöpft.
    Geändert von Inaktiver User (26.11.2014 um 17:33 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Testlabor Westafrika?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nicht nur die Ankündigungen auch ihre Intentionen und Erwartungen. Ein Schuft, wer Böses dabei denkt, gerade im Zusammenhang damit, dass vieles eben nicht so gelaufen ist, wie sie sich das vorgestellt haben.
    Was "Böses" denkst du denn dabei? Ein schlechtes Behandlungsergebnis haben sie ja nicht vorzuweisen, sondern gar keines, weil sie gar nicht homöopathisch behandelt haben.

  3. Inaktiver User

    AW: Testlabor Westafrika?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Geistheiler kann ich nicht beurteilen, damit habe ich keine Erfahrung. Mit Homöopathie schon, die wirkt, das weiß ich. Daher hätte ich es einen Versuch für wert befunden - zusätzlich zum sonstigen bisherigen Vorgehen, - warum auch nicht. Also ich versteh's nicht, warum man nicht alle Möglichkeiten ausschöpft.
    Ich auch nicht. Vielleicht hatte die etablierte Pharmaindustrie zuviel Angst, dass Homöopathie doch beweisbar wirkt?

  4. Inaktiver User

    AW: Testlabor Westafrika?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Denk du nur - ich spiel halt nicht mit jedem Strohmann, den man mir in den Weg stellt und vom eigentlichen Thema Westafrika als Testlabor - hier in dem von mir zitierten Fall als Testlabor für die nicht wissenschaftlich belegte Behandlung mit Homöopathie - ablenken sollte.
    Man könnte auch auf die Idee kommen, dass Dich der eine oder andere Ansatz etwas überfordert. Aber Strohmann klingt da natürlich viel eleganter.

  5. Inaktiver User

    AW: Testlabor Westafrika?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vielleicht hatte die etablierte Pharmaindustrie zuviel Angst, dass Homöopathie doch beweisbar wirkt?
    Die liberianische Pharmaindustrie? Dann schon eher die örtlichen Geistheiler.
    In den westlichen Industriestaaten gibt es jedenfalls schon mehr als 100 Studien zum Thema Homöopathie. Daher ist nicht anzunehmen, dass ausgerechnet die geplante Studie in Liberia die westliche Pharmabranche zum Zittern brachte.
    Geändert von Inaktiver User (26.11.2014 um 18:53 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Testlabor Westafrika?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die liberianische Pharmaindustrie? Wer weiß.
    In den westlichen Industriestaaten gibt es jedoch schon mehr als 100 Studien zum Thema Homöopathie.
    Es ist nicht anzunehmen, dass ausgerechnet die geplante Studie in Liberia die westliche Pharmabranche zum Zittern brachte.
    Warum hat man sie dann verboten? Das wäre doch die Gelegenheit gewesen, die Homöopathie bis auf die Knochen blamieren zu können.

  7. Inaktiver User

    AW: Testlabor Westafrika?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Warum hat man sie dann verboten?
    Vielleicht weil die liberianischen Verantwortlichen für derlei Frivolitäten keinen Nerv und keine Resourcen hatten. Immerhin geht es um Menschenleben, und immerhin ist Ebola hochansteckend.

    In dieser Situation würde ich es als Ärztin nicht akzeptieren, wenn mir irgendwelche profilierungssüchtige Vollpfosten zwischen den Beinen herumliefen, für deren Nichtansteckung ich dann auch noch die Verantwortung übernehmen müsste.

    Das wäre doch die Gelegenheit gewesen, die Homöopathie bis auf die Knochen blamieren zu können.
    "die Gelegenheit"? - Es gibt schon mehr als 100 Studien zur Homöopathie.

  8. Inaktiver User

    AW: Testlabor Westafrika?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die liberianische Pharmaindustrie? Dann schon eher die örtlichen Geistheiler. Aber wer weiß.
    In den westlichen Industriestaaten gibt es jedenfalls schon mehr als 100 Studien zum Thema Homöopathie. Daher ist nicht anzunehmen, dass ausgerechnet die geplante Studie in Liberia die westliche Pharmabranche zum Zittern brachte.
    Nur bei Epidemien kann man auch in der Homöopathie immerhin ähnlich vorgehen wie in der Schulmedizin, nämlich daß Mittel X bei Erkrankung y angezeigt ist (vereinfacht ausgedrückt, ganz so ist es auch in diesen Fällen nicht). In allen anderen Fällen stimmt das so aber gar nicht, sondern jeder Fall muß individuell betrachtet werden, und beim einen hilft bei Erkrankung x vielleicht Mittel y, beim anderen mit der gleichen Erkrankung aber Mittel a - wie hier chironex_fleckeri ja auch schon anmerkte.
    Ich weiß nicht, was für Studien bereits gemacht wurden, aber man kann die für andere Medikamente übliche Vorgehensweise nicht auf homöopathische Mittel anwenden. Das wäre in diesem Fall , siehe oben Ausführung, anders gewesen. Wegen des sog. Genius epidemicus, den bereits Hahnemann beschrieben hat. In meinen Worten: Während einer Epidemie, also mit vielen Erkrankten gleicher Erkrankungsart, kristallisiert sich ein passendes Mittel heraus, oder einige wenige, die passen (in der Regel. Homöopathie bleibt immer individuell). So gibt es auch das jährliche Genius epidemicus für Grippe (soweit ich weiß jedenfalls), ähnlich wie den jährlich angepassten Impfstoff, der ja auch jedes Jahr neu gemacht werden muß.

    Insofern wäre das jetzt tatsächlich auch interessant gewesen bzgl. der Homöopathie.

    Was ich aber wie gesagt schlimm finde, ist, daß den Erkrankten eine Möglichkeit der Hilfe genommen wurde. Ich finde, daß man das doch schon irgendwie hätte hinbekommen können, Homöopathie noch als Behandlung hinzuzufügen (für die, die das gewollt hätten). Das hätte auch kein Menschenleben gefährdet, aber möglicherweise welche gerettet.
    Geändert von Inaktiver User (26.11.2014 um 19:15 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Testlabor Westafrika?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    In dieser Situation würde ich es als Ärztin auch nicht akzeptieren, wenn mir irgendwelche profilierungssüchtige Vollpfosten zwischen den Beinen herumliefen.
    Das ist der Beweis, dass du keine Ärztin bist. Wenn ein Arzt am Ende seines Lateins ist, greift er nach Möglichkeit auch zu unorthodoxen Methoden. Oder auch zu Methoden, die den Patienten umbringen oder sein Leiden vergrößern. Es ist seine Absicht, zu helfen. Der Ausgang ist ungewiss. Und die Homöopathie hat immerhin den Vorteil, dass sie nicht schadet. Schlimmstenfalls passiert nichts, bestenfalls wird der Patient gesund. Der Vorteil für Homöpathen in Liberia wäre, dass die Studiengrößen endlich mal signifikant sind.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    "die Gelegenheit"? - Es gibt schon mehr als 100 Studien zur Homöopathie.
    Ja und? Und mehrere Millionen Patienten, die wissen, dass Homöopathie allen (oft schlecht designten) Studien zum Trotz trotzdem hilft.

  10. Inaktiver User

    AW: Testlabor Westafrika?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht, was für Studien bereits gemacht wurden, aber man kann die für andere Medikamente übliche Vorgehensweise nicht auf homöopathische Mittel anwenden.
    Das ist inzwischen sattsam bekannt: Blindstudien, gar Doppelblindstudien, "funktionieren nicht", weil die Mittelchen keinerlei pharmakologische/chemische Wirkung haben.
    Die Wirkung beruht vielmehr auf den gleichen Prinzipien wie das Geistheilen: Glaube, Hoffnung, Vertrauen.

    Wenn man diese mittels Blindversuchen herausfiltert, bleibt was übrig? - Nichts.
    Mit anderen Worten: die Homöopathie ist eine Kultivierung und bewusste Anwendung des Placeboeffekts.

    Angesichts dessen, dass pharmakologisch wirksame Substanzen nicht nur nützliche, sondern auch schädliche Wirkungen haben und ein Teil der Wirkung auch bei ihnen auf dem Placeboeffekt beruht, ist gegen Homöopathie nichts einzuwenden. Wem's hilft ...

    Nur ist in diesem Fall, d.h. in Schwarzafrika, weder der vorauszusetzende Glaube an die Homöopathie gegeben, noch ist die Situation so gemütlich, dass man es mal eben damit versuchen kann. Denn wie gesagt: Ebola ist hochansteckend. Und jeder, der sich zwischen den Kranken herumtreibt, um mit Glaube-Liebe-Hoffnung herumzuheilen, ist ein zusätzliches Risiko, ein zusätzlicher Faktor, um den man sich sorgen, auf den man aufpassen muss, den man vor den Viren schützen muss.


    Was ich aber wie gesagt schlimm finde, ist, daß den Erkrankten eine Möglichkeit der Hilfe genommen wurde. Ich finde, daß man das doch schon irgendwie hätte hinbekommen können, Homöopathie noch als Behandlung hinzuzufügen (für die, die das gewollt hätten).
    Ich war hingegen erfreut, dass die Liberianer sich darauf nicht eingelassen haben. Wenn sie Bedarf für diese Art Heilung haben, können sie getrost auf ihre eigenen Geistheiler zurückgreifen. Aber genau die hatten schon genug Unheil angerichtet. Da ist man dann wenig geneigt auf weitere "alternative" Heilungsformen zuzugreifen.
    Geändert von Inaktiver User (27.11.2014 um 10:10 Uhr)

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