Nun, das sagte ich ja auch, sehe ich ebenso. Das hätte man vorab erklären müssen. Ist aber mit sonstiger "westlicher" Vorgehensweise (bzw. aus anderen Ländern oder wie immer man sagen will) nicht anders, sofern dort unbekannt.
Ich glaube, darüber waren sich die Homöopathen nicht im Klaren, daß andere eine homöopathische Behandlung als "Experiment" ansehen könnten. Warten wir mal ab, ob, falls irgendwann ein Impfstoff hergestellt werden wird, dieser dann hoffnungsfroh an den Erkrankten angewendet wird.In Deutschland und anderen westlichen Ländern werden medizinische Experimente, die Menschenleben kosten, außerdem aus ethischen Gründen abgebrochen.
Da hast Du Recht, das hätte man nicht mit Sicherheit sagen können. Aber kommt es darauf an? Oder kommt es darauf an, den erkrankten Menschen möglichst zu helfen?Du kannst eine schwere Krankheit nebenher auch mit Schlagsahne behandeln. Das wird nicht schaden.
Aber wie soll man bei gleichzeitiger medizinisch fachgerechter Behandlung herausfinden, welcher Behandlungserfolg auf die Schlagsahne zurückgeht?
Geistheiler kann ich nicht beurteilen, damit habe ich keine Erfahrung. Mit Homöopathie schon, die wirkt, das weiß ich. Daher hätte ich es einen Versuch für wert befunden - zusätzlich zum sonstigen bisherigen Vorgehen, - warum auch nicht. Also ich versteh's nicht, warum man nicht alle Möglichkeiten ausschöpft.Nun, das ist auf jeden Fall ein Problem bei einer Behandlungsform, die auf dem Placebo-Effekt beruht, weshalb für diese Zwecke in Afrika der Geistheiler vorzuziehen ist.
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Thema: Testlabor Westafrika?
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26.11.2014, 17:17Inaktiver User
AW: Testlabor Westafrika?
Geändert von Inaktiver User (26.11.2014 um 17:33 Uhr)
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26.11.2014, 17:23Inaktiver User
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26.11.2014, 17:46Inaktiver User
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26.11.2014, 18:31Inaktiver User
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26.11.2014, 18:45Inaktiver User
AW: Testlabor Westafrika?
Die liberianische Pharmaindustrie? Dann schon eher die örtlichen Geistheiler.

In den westlichen Industriestaaten gibt es jedenfalls schon mehr als 100 Studien zum Thema Homöopathie. Daher ist nicht anzunehmen, dass ausgerechnet die geplante Studie in Liberia die westliche Pharmabranche zum Zittern brachte.Geändert von Inaktiver User (26.11.2014 um 18:53 Uhr)
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26.11.2014, 18:55Inaktiver User
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26.11.2014, 19:00Inaktiver User
AW: Testlabor Westafrika?
Vielleicht weil die liberianischen Verantwortlichen für derlei Frivolitäten keinen Nerv und keine Resourcen hatten. Immerhin geht es um Menschenleben, und immerhin ist Ebola hochansteckend.
In dieser Situation würde ich es als Ärztin nicht akzeptieren, wenn mir irgendwelche profilierungssüchtige Vollpfosten zwischen den Beinen herumliefen, für deren Nichtansteckung ich dann auch noch die Verantwortung übernehmen müsste.
"die Gelegenheit"? - Es gibt schon mehr als 100 Studien zur Homöopathie.Das wäre doch die Gelegenheit gewesen, die Homöopathie bis auf die Knochen blamieren zu können.
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26.11.2014, 19:00Inaktiver User
AW: Testlabor Westafrika?
Nur bei Epidemien kann man auch in der Homöopathie immerhin ähnlich vorgehen wie in der Schulmedizin, nämlich daß Mittel X bei Erkrankung y angezeigt ist (vereinfacht ausgedrückt, ganz so ist es auch in diesen Fällen nicht). In allen anderen Fällen stimmt das so aber gar nicht, sondern jeder Fall muß individuell betrachtet werden, und beim einen hilft bei Erkrankung x vielleicht Mittel y, beim anderen mit der gleichen Erkrankung aber Mittel a - wie hier chironex_fleckeri ja auch schon anmerkte.
Ich weiß nicht, was für Studien bereits gemacht wurden, aber man kann die für andere Medikamente übliche Vorgehensweise nicht auf homöopathische Mittel anwenden. Das wäre in diesem Fall , siehe oben Ausführung, anders gewesen. Wegen des sog. Genius epidemicus, den bereits Hahnemann beschrieben hat. In meinen Worten: Während einer Epidemie, also mit vielen Erkrankten gleicher Erkrankungsart, kristallisiert sich ein passendes Mittel heraus, oder einige wenige, die passen (in der Regel. Homöopathie bleibt immer individuell). So gibt es auch das jährliche Genius epidemicus für Grippe (soweit ich weiß jedenfalls), ähnlich wie den jährlich angepassten Impfstoff, der ja auch jedes Jahr neu gemacht werden muß.
Insofern wäre das jetzt tatsächlich auch interessant gewesen bzgl. der Homöopathie.
Was ich aber wie gesagt schlimm finde, ist, daß den Erkrankten eine Möglichkeit der Hilfe genommen wurde. Ich finde, daß man das doch schon irgendwie hätte hinbekommen können, Homöopathie noch als Behandlung hinzuzufügen (für die, die das gewollt hätten). Das hätte auch kein Menschenleben gefährdet, aber möglicherweise welche gerettet.Geändert von Inaktiver User (26.11.2014 um 19:15 Uhr)
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26.11.2014, 19:09Inaktiver User
AW: Testlabor Westafrika?
Das ist der Beweis, dass du keine Ärztin bist. Wenn ein Arzt am Ende seines Lateins ist, greift er nach Möglichkeit auch zu unorthodoxen Methoden. Oder auch zu Methoden, die den Patienten umbringen oder sein Leiden vergrößern. Es ist seine Absicht, zu helfen. Der Ausgang ist ungewiss. Und die Homöopathie hat immerhin den Vorteil, dass sie nicht schadet. Schlimmstenfalls passiert nichts, bestenfalls wird der Patient gesund. Der Vorteil für Homöpathen in Liberia wäre, dass die Studiengrößen endlich mal signifikant sind.
Ja und? Und mehrere Millionen Patienten, die wissen, dass Homöopathie allen (oft schlecht designten) Studien zum Trotz trotzdem hilft.
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26.11.2014, 19:25Inaktiver User
AW: Testlabor Westafrika?
Das ist inzwischen sattsam bekannt: Blindstudien, gar Doppelblindstudien, "funktionieren nicht", weil die Mittelchen keinerlei pharmakologische/chemische Wirkung haben.
Die Wirkung beruht vielmehr auf den gleichen Prinzipien wie das Geistheilen: Glaube, Hoffnung, Vertrauen.
Wenn man diese mittels Blindversuchen herausfiltert, bleibt was übrig? - Nichts.
Mit anderen Worten: die Homöopathie ist eine Kultivierung und bewusste Anwendung des Placeboeffekts.
Angesichts dessen, dass pharmakologisch wirksame Substanzen nicht nur nützliche, sondern auch schädliche Wirkungen haben und ein Teil der Wirkung auch bei ihnen auf dem Placeboeffekt beruht, ist gegen Homöopathie nichts einzuwenden. Wem's hilft ...
Nur ist in diesem Fall, d.h. in Schwarzafrika, weder der vorauszusetzende Glaube an die Homöopathie gegeben, noch ist die Situation so gemütlich, dass man es mal eben damit versuchen kann. Denn wie gesagt: Ebola ist hochansteckend. Und jeder, der sich zwischen den Kranken herumtreibt, um mit Glaube-Liebe-Hoffnung herumzuheilen, ist ein zusätzliches Risiko, ein zusätzlicher Faktor, um den man sich sorgen, auf den man aufpassen muss, den man vor den Viren schützen muss.
Ich war hingegen erfreut, dass die Liberianer sich darauf nicht eingelassen haben. Wenn sie Bedarf für diese Art Heilung haben, können sie getrost auf ihre eigenen Geistheiler zurückgreifen. Aber genau die hatten schon genug Unheil angerichtet. Da ist man dann wenig geneigt auf weitere "alternative" Heilungsformen zuzugreifen.Was ich aber wie gesagt schlimm finde, ist, daß den Erkrankten eine Möglichkeit der Hilfe genommen wurde. Ich finde, daß man das doch schon irgendwie hätte hinbekommen können, Homöopathie noch als Behandlung hinzuzufügen (für die, die das gewollt hätten).Geändert von Inaktiver User (27.11.2014 um 10:10 Uhr)



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