Ich möchte noch zufügen: ... weil aufgrund diese immer wieder heiß diskutierten Themas das nämlich kein Nebenschauplatz bleiben wird. Mir kribbelte es ja selber in den Fingern, das zu kommentieren.
Wir sind hier ja nicht in der Schule.
Muss man so lange weiter machen, bis ein Aufpasser (Lehrer) "stop" sagt oder kriegen wir das auch mal selbst gebacken?
Nun aber weiter zum Thema.
Das Problem sehe ich nicht in der kulturellen Prägung sondern im Bildungsstand. Die meisten Krankheitsfälle gibt es in Gebieten mit niedrigen Bildungsniveau.
Die Frage, in wie weit kulturelle Prägungen das Verhalten beeinflussen, finde ich durchaus interessant. Gerade bei Ebola kann man erkennen, wie medizinische Maßnahmen nach westlichem Standard mit den tradierten Vorstellungen der Bevölkerung zusammen prallen.
Zitat aus diesem Artikel *klick* "Aufklärungskampagnen laufen ins Leere, weil die Seuche besonders dort wütet, wo das Bildungsniveau am niedrigsten ist: auf dem Land."
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Thema: Testlabor Westafrika?
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28.09.2014, 08:35
AW: Testlabor Westafrika?
Behindert ist man nicht, behindert wird man.
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28.09.2014, 10:05
AW: Testlabor Westafrika?
Wenn man die Leute aufklaeren will, ihnen also Bildung vermitteln will, und sie lehnen das ab, hat das schon etwas mit kultureller Praegung zu tun. Die Leute wollen das einfach nicht glauben, weil sie misstrauisch sind.
Ausserdem ist es immer schwierig, jemanden von einer Tatsache zu ueberzeugen, wenn er bisher was anderes geglaubt hat. Das ist auch in unserer ach so aufgeklaerten Welt so. Das sieht man ja sogar hier im Forum, wenn jemand das Fachgebiet der Virologie in die Esoterik-Ecke schiebt oder Wissenschaft und Forschung eher als Religion betrachtet. Da kann man dann auch nicht mehr viel machen ausser den Kopf schuetteln.
Bleibt die Frage, wie man die Epedemie denn nun eindaemmen will, wenn man nicht nur den Virus bekaempfen muss sondern auch noch staendig auf Hindernisse stoesst. Echt schwierig.
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28.09.2014, 11:41Inaktiver User
AW: Testlabor Westafrika?
Aus diesem Grund könnte Ebola auch hier sich schnell verbreiten: Weil wir von Politikern bis zur Kirchenmaus dermaßen von unserer bildungsmäßigen und kulturellen Überlegenheit sind, dass wir denken, es bleibt nur bei den zurückgebliebenen, unterprivilegierten ... irgendwo in Busch und Slums in Afrika.
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28.09.2014, 14:16
AW: Testlabor Westafrika?
Wobei sie gute Gründe haben, misstrauisch zu sein, in Anbetracht der letzten paar hundert Jahre Geschichte. Ich kann's ihnen nicht verdenken.
Sicher. Es wäre zum Beispeil sehr schwierig, einen westlichen Arzt von der Wirksamkeit afrikanischer Medizin zu überzeugen, auch wenn für alle Patienten und deren Familien die Wirksamkeit offenbar ist.Ausserdem ist es immer schwierig, jemanden von einer Tatsache zu ueberzeugen, wenn er bisher was anderes geglaubt hat.
Es lässt sich kaum etwas schwerer verrücken als Glaubenssysteme. und ich würde nicht automatisch davon ausgehen, dass wir im Westen die besten, wirksamsten, realitätsgetreusten Glaubenssysteme haben.
vielleicht durch partnerschaftliche Zusammenarbeit, miteinander reden, gemeinsam Lösungen suchen, die für alle passen? Wie wär's wenn die Westler sich auch mal weiterbildeten, und zwar in lokaler Kultur und Kommunikation?Bleibt die Frage, wie man die Epedemie denn nun eindaemmen will, wenn man nicht nur den Virus bekaempfen muss sondern auch noch staendig auf Hindernisse stoesst. Echt schwierig.
Man kann halt nicht in der Pose des Halbgotts in andere Länder einfallen und meinen, alle fänden das grossartig.
gruss, barbara
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28.09.2014, 18:18
AW: Testlabor Westafrika?
Ich auch nicht.
Das ist auch noch mal ein Punkt. Die grossen weissen Halbgoetter aus dem Norden kommen ins Land und machen erstmal alles ganz anders als es ueblich ist. Da fuehlen die sich da unten wahrscheinlich reichlich bevormundet. Das ist ja oefter ein Problem. Entwicklungshilfe sollte dezent sein und genau das, was das Wort aussagt, naemlich Hilfe zur Entwicklung.Man kann halt nicht in der Pose des Halbgotts in andere Länder einfallen und meinen, alle fänden das grossartig.
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29.09.2014, 19:08
AW: Testlabor Westafrika?
... man sollte meinen, wo und wenn üblicherweise gestorben wird, wären die Menschen bereit für Veränderungen ...
wenn die übliche Entwicklung, die hin zum Massensterben ist, dann wars das mit der sanften Hilfe ....
dann zieht man sein Ding radikal durch und ändert die Verhältnisse und drückt seine medizinischen Standards durch und den Leuten auf ... oder man kann es lassen.
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30.09.2014, 06:40
AW: Testlabor Westafrika?
nein, in akuten Notfällen neigen Menschen dazu, sich am Gewohnten festzuhalten - wenn schon sonst alles auf einmal anders ist. Ganz bestimmt ist das nicht der Moment, wo man sich sagen lassen will, dass man ein armer dummer Tropf ist und gefälligst auf die traditionelle Totenruhe und Pflege von Kranken verzichten soll. Und das von Leuten, die auftreten wie Aliens und Masken tragen.
Europäischer Kolonialismus und Missionierungsdrang hat in den letzten Jahrhunderten so viel Schaden angerichtet, lassen wir es doch bitte einfach mal sein.dann zieht man sein Ding radikal durch und ändert die Verhältnisse und drückt seine medizinischen Standards durch und den Leuten auf ... oder man kann es lassen.
gruss, barbara
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30.09.2014, 07:12
AW: Testlabor Westafrika?
Ja, aber jetzt sind bereist die ersten Hilfen angelaufen...
Der Punkt, an dem wir sagen konnten: wir lassen es, ist überschritten... die Entscheidung ist anders gefallen und die Aktion ist angelaufen.
Es ist also zu spät, sich weiterhin den Kopf zu zerbrechen, ob man es tun soll... und das was und wie, die Art und Weise steht auch fest ....
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01.10.2014, 20:48
AW: Testlabor Westafrika?
Behindert ist man nicht, behindert wird man.
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02.10.2014, 07:47
AW: Testlabor Westafrika?
Mich würde mal interessieren, wieviele Kliniken in Europa, USA, Australien und Asien auf Ebola eingestellt sind
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Wenn ich höre, dass da ein Patient in den USA, genauer in Dallas, mit hohem Fieber in die Notaufnahme kommt, sich da übergibt, erwähnt, dass er gerade aus Liberia kommt -- und er wird nach Hause geschickt, ohne dass Tests gemacht werden, dann find ich das so lustig nicht mehr. Die Klinik musste sich Infos über Ebola aus dem Netz laden (lt CNN Interview).
Panik halte ich zwar auch für nicht angebracht (da gibt es hier vor Ort mehr Möglichkeiten, tödlich zu verunglücken), aber auf Westfrika seh ich das z.zt. nicht mehr begrenzt."I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.



) "stop" sagt oder kriegen wir das auch mal selbst gebacken?
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