Sehe ich auch so, Colonna.
Als die Welt noch weniger vernetzt war, wusste man einfach weniger über andere Länder und Menschen.
Heute müssen wir mit einer weit höheren Komplexität zurecht kommen als früher. Das heisst keineswegs, dass man seine eigenen Anschauungen aufgeben muss, aber man muss akzeptieren, dass andere Menschen / Völker viele Dinge anders sehen.
Das zu akzeptieren und trotzdem zu einem guten Miteinander zu finden, ist die große Herausforderung.
Ich denke, dass der Aufstieg von simpel-radikalen Ideologien wie die der Taliban oder der Salafisten auch mit ihrer Unfähigkeit zusammenhängt, in einer sehr komplexen Welt zu leben. Sie versuchen, die Menschen mit Gewalt in ein extrem simples und gewalttätiges Regime zu zwingen, weil die Komplexität der heutigen Welt sie offensichtlich mental überfordert.
Ich halte es für einen großen zivilisatorischen Fortschritt, Menschen, die anders denken, weder zu missionieren noch zu bekämpfen, sondern immer von neuem zu versuchen, zu tragfähigen Kompromissen zu kommen.
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Thema: Testlabor Westafrika?
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26.09.2014, 08:53Inaktiver User
AW: Testlabor Westafrika? • Für alle, die es nicht wahrhaben wollen ...
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26.09.2014, 21:15
AW: Testlabor Westafrika? • Für alle, die es nicht wahrhaben wollen ...
Das sehe ich auch so. Ich denke aber, dass noch ein weiterer Aspekt hinzukommt, weil ja auch so unglaublich viel "Dschihad-Kämpfer" aus dem Westen, die meist in bürgerlichen Familien aufwuchsen und hier sozialisiert wurden, diesem Wahnsinn an Unmenschlichkeit und Barbarei anheim fallen:
Die Biographien vieler dieser "Verführbaren" ähneln sich oft in einigen wesentlichen Punkten: frühe Konflikte mit Autoritäten (Elten, Schule, Gesellschaft) und daraus resultierende Kriminalität, keine Wertefindung und Verankerung in "unserem System", ein extrem geringes Selbstwertgefühl und eine Orientierungslosigkeit in einer komplexen Welt, in der es schwer ist, "seinen" eigenen Platz zu finden und zu definieren.
Dies prädestiniert sie für die "einfachen Ideologien", die nur "Gut & Böse" kennen, aber auch pers. Macht, Anerkennung und Bedeutung versprechen, wenn man für sie "kämpft". Wenn dann noch einer charismatisch behauptet, dies geschehe alles im gerechten Namen "Gottes" (=Allahs), ist der "Idealkurs" ins Paradies ja fast schon vorgezeichnet.
Dann werden sie auch noch in Trainingslagern der IS regelrecht "ent-menschlicht", sie müssen an beliebigen Exekutionen und Schändungen von "Gottlosen" teilnehmen, sogar Menschen lebendig begraben und jeder "Novize" wird erst dann an die Friont gelassen, wenn sie dies ohne Zögern und Miltleid / Mitgefühl für ihre Opfer auch durchziehen.
So unfassbar das klingen mag, aber es sind die gleichen perfiden Methoden die schon die NAZI-Bestien in den KZ praktiziert haben. Und es funktioniert noch immer ...
Geändert von WoMansWorld (26.09.2014 um 21:20 Uhr)
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27.09.2014, 08:14
AW: Testlabor Westafrika?
Falscher Thread?
Behindert ist man nicht, behindert wird man.
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27.09.2014, 08:45Inaktiver User
AW: Testlabor Westafrika? • Für alle, die es nicht wahrhaben wollen ...
Es gibt zwar Konvertiten aus westlichen Familien, aber das Gros der "Kämpfer" stammt aus der dritten oder vierten Generation von Migrantenfamilien (sehr deutlich zu sehen in GB). Es sind keineswegs wie bei der RAF Kinder aus dem etablierten deutschen Bürgertum.
Gerade diese jungen Migranten wurden im strengen Wertesystem ihrer Eltern erzogen, das oft mit den offenen Gesellschaften des Westens kollidierte. Sie stehen offensichtlich zwischen den Kulturen, und sind in der Schule und im Beruf wenig erfolgreich. Gepaart mit dem "Stolz", der ihnen als "Stammhalter" in ihren Familien beigebracht wurde, erzeugt diese Erfolglosigkeit Kränkungen und Aggressionen.
Da scheint es für viele verführerisch, über Brutalität Macht und Bedeutung zu bekommen. Wie sehr sie nach Anerkennung gieren, zeigt der gekonnte Einsatz der modernen Medien: Die barbarischen Enthauptungsvideos erhalten maximale Aufmerksamkeit, die Staaten reagieren darauf.
Ich stimme dir zu, dass sich da eine Orientierungslosigkeit in einer komplexen Welt zeigt. Offensichtlich haben aber gerade Jugendliche, die zuhause in rigiden, relativ simplen Wertesystemen aufgewachsen sind, die größten Schwierigkeiten, ihren Platz in dieser komplexen Welt zu finden.
Auffallend ist, dass diese orientierungslosen Jugendlichen der dritten und vierten Generation so gut wie immer aus islamisch geprägten Kulturen stammen, während zB. Jugendliche aus chinesichen, vietnamesischen oder anderen Familien meist schon in der zweiten Generation voll integriert sind.
Läge es nur an der mangelnden Integration durch die "Gastländer", dürfte es diese Unterschiede nicht geben.
Ich halte es nicht für einen Zufall, dass ausgerechnet in der arabisch-islamischen Welt derzeit so ein Chaos herrscht. Diese Länder haben alle eine sehr junge Bevölkerung, die über den Lebensstil in der westlichen Welt informiert ist - gleichzeitig aber sind die Wertesysteme extrem rigide und altbacken (ein Beispiel dafür ist die Rolle der Frau).
Wegen der Rückständigkeit dieser Kulturen schaffen sie auch den wirtschaftlichen Anschluss nicht. Der "Stolz", der den jungen Männern anerzogen wird, steht in krassem Gegensatz zu der Erfolglosigkeit, die sie in der Konkurrenz zu ihren internationalen Altersgenossen erleben.
Natürlich gibt es Ausnahmen: Junge Leute aus reichen arabischen Familien studierten immer schon im Westen und hatten Erfolg. Aber das Gros der Bevölkerung war arm und ungebildet. Die jungen Menschen heute sind nicht mehr bereit, das zu akzeptieren.
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27.09.2014, 09:33
AW: Testlabor Westafrika?
Das ist sicher interessant zu diskutieren (ich würde auch gern was dazu schreiben), aber bitte in einem anderen Thread. Hier geht es um Ebola.
Behindert ist man nicht, behindert wird man.
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27.09.2014, 10:34Inaktiver User
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27.09.2014, 11:56
AW: Testlabor Westafrika?
Chironex, da es offenbar zu viel Arbeit ist, mir auch nur zB eine Seitenangabe zu machen, wo ich das finden könnte, werde ich mal davon ausgehen, dass die Angaben in dem Link, den ich früher mal kommentierte, im Grossen und Ganzen richtig sind, und meine davon abgeleiteten Schlussfolgerungen - nämlich dass eine gesunde, sichere Umgebung schon sehr gut schützt - ebenfalls.
gruss, barbara
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27.09.2014, 12:25Inaktiver User
AW: Testlabor Westafrika?
Bist du die Mod? Ich kann nichts davon erkennen.
Außerdem: Was ist so schlimm daran, wenn zwischendurch ein paar Beiträge nicht direkt mit dem Thema zu tun haben, weil zwei Leute ein "Nebengespräch" führen? Ich nehme an, dass jeder hier imstande ist, Posts, die ihn nicht interessieren, zu überlesen. Wir sind hier ja nicht in der Schule.
Die Frage, in wie weit kulturelle Prägungen das Verhalten beeinflussen, finde ich durchaus interessant. Gerade bei Ebola kann man erkennen, wie medizinische Maßnahmen nach westlichem Standard mit den tradierten Vorstellungen der Bevölkerung zusammen prallen.
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gesperrt
- Grund
- offtopic und Thematiserung der Moderation
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27.09.2014, 20:01Inaktiver User
AW: Testlabor Westafrika?
egal ... ist eh zwecklos ...
Geändert von Inaktiver User (27.09.2014 um 20:11 Uhr)
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27.09.2014, 22:40
AW: Testlabor Westafrika?
Es geht nicht um schlimm, sondern darum, der TE und den Mitdiskutanten mit Respekt zu begegnen. Dazu gehört, eine Diskussion zum Ursprungsthema zu führen und keine Metadiskussion anzufangen. Nebenaspekte, die zum Thema gehören, können gerne mäandernd eingebracht werden.
Eine Betrachtung eines komplett anderen Themas, ist ein neues Thema.
Das kann dann gerne in einem eigens dafür eröffneten Strang erörtert werden.Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes


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