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04.07.2014, 07:46Inaktiver User
AW: Gauck - Dieser Mann war ein Mißverständnis
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04.07.2014, 08:22
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04.07.2014, 08:37Inaktiver User
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04.07.2014, 08:49
AW: Gauck - Dieser Mann war ein Mißverständnis
ich erwarte seit 25 Jahren keinen Angriff auf unser Territorium. Aber Kaperfahrten, um gigantische Lösegelder zu erpressen, sind eine Bedrohung der freien Handelswege, sie frei zu halten für uns lebensnotwendig. Destabilisierungen von Ländern durch Gottesstaatler bedrohen uns ebenfalls, denn sie lösen eine Flut von Flüchtlingen im Mittelmeer aus. Diese aus ihren brüchigen Booten zu retten, ist das eine, aber mitzuhelfen, dass diese Flüchtlinge sich zu Hause noch sicher fühlen wohl eine bessere Lösung.
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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04.07.2014, 10:15Inaktiver User
AW: Gauck - Dieser Mann war ein Mißverständnis
Du zündest Nebelkerzen.
Ein Einsatz gegen Piraten ist kein Kriegseinsatz, egal mit was für (polizeilichen, militärischen) Kräften er durchgeführt wird. Weder bedeutet der Kampf gegen sie ein Eindringen in fremdes Territorium, noch bedeutet es einen Kampf gegen eine Regierung oder ein Volk.
Die Piraten wurden verhaftet, nicht etwa ermordet. Keine Kampfdrohnen, keine Bomben und Granaten wurden eingesetzt. Die Behauptung, es ginge bei Gaucks "Verantwortungsübernahme" um den Kampf gegen Kriminelle, ist lachhaft.
Außerdem wirst du doch wohl im Ernst nicht behaupten wollen, dass auf der letzten Wehrkundetagung in München von den Piraten vor Somalia die Rede gewesen wäre. Dort wurde ganz was anderes ausgebrütet. Was genau, kann man nur ahnen. Aber ich denke der Ukraine-Konflikt liefert einen Vorgeschmack.
Vielleicht sollte man damit aufhören, die Gottesstaatler logistisch zu unterstützen, zu finanzieren und zu bewaffnen, so wie es in Afghanistan und in Syrien der Fall war bzw. ist. In beiden Fällen war man bereit religiöse Extremisten zu bewaffnen, um eine unliebsame Regierung zu stürzen.Destabilisierungen von Ländern durch Gottesstaatler bedrohen uns ebenfalls, denn sie lösen eine Flut von Flüchtlingen im Mittelmeer aus. Diese aus ihren brüchigen Booten zu retten, ist das eine, aber mitzuhelfen, dass diese Flüchtlinge sich zu Hause noch sicher fühlen wohl eine bessere Lösung.
Im Irak gab es - ebenso wie in Syrien - Religionsfreiheit und eine säkulare Gesellschaft. Aber die Regierungschefs dieser Regionalmächte waren den USA zu mächtig und zu unbequem. Ein Grund sie zu stürzen, nicht wahr. Kaum hatten die USA die Regierungschefs gestürzt bzw. geschwächt, kam es zu einem Erstarken des religiösen Extremismus.
Wer einmal einen Fehler macht, ist gut beraten aus ihm zu lernen. Aber nicht so die USA. Dumm geboren und nichts dazu gelernt, kann man dazu nur sagen.
Die USA und die Länder in ihrem Schleppnetz verhalten sich wie Pyromanen und geben anschließend vor Feuerwehrleute zu sein und einen Brand löschen zu wollen, mit dessen Entstehen sie nichts
aber auch gar nichts
zu tun haben. Sie sind die Krankheit, deren Medizin zu sein sie vorgeben.
Und was die verzweifelte Lage der Menschen betrifft, die sich von geldgierigen Schleppern in todbringende Kutter nach Europa übersetzen lassen - wir sind schuld daran, dass sie keinen Fuß auf den Boden bekommen. Unser wunderbares Weltwirtschaftssystem ist so konstruiert, dass wir immer die Gewinner und sie immer die Verlierer sein werden.
Aber dieses Thema sprengt diesen Strang bei weitem ...
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04.07.2014, 10:18Inaktiver User
AW: Gauck - Dieser Mann war ein Mißverständnis
Unsere Bundeswehr hat sich von unseligen militärischen Traditionen gelöst, sie ist fest verankert in einer lebendigen Demokratie. Sie hat deshalb unser Zutrauen verdient, nicht nur in Debatten um den „gerechten Krieg“ zu bestehen, sondern auch einem „gerechten Frieden“ den Weg zu bahnen, indem sie beiträgt zur Lösung von Konflikten, indem sie friedliche Koexistenz zu schaffen sucht, dort wo Hass regiert.
(...)
Freiheit und Wohlergehen sehen viele als Bringschuld der Demokratie und des Staates. Manche verwechseln dabei aber Freiheit mit Gedankenlosigkeit, Gleichgültigkeit oder auch Hedonismus. *) Andere sind wiederum sehr gut darin, ihre Rechte wahrzunehmen oder gegebenenfalls sie auch vehement einzufordern. Und vergessen dabei allzu gern, dass eine funktionierende Demokratie auch Einsatz fordert, Aufmerksamkeit, Mut, und eben manchmal auch das Äußerste, was ein Mensch geben kann: das Leben, das eigene Leben.
www.bundespraesident.de: Der Bundespräsident / Reden / Antrittsbesuch bei der Bundeswehr
Er nennt es "Bereitschaft zur Hingabe". Und daß man nicht gerade begeistert über "Gefallene" ist oder wäre, ist seiner Ansicht nach der "Glückssucht" der Gesellschaft geschuldet.
Ich finde, da schwingt eine gewisse Begeisterung mit, wo wir überall militärisch sind (erst Recht im Zusammenhang mit dem gesamten Text der Rede):
Die Bundeswehr auf dem Balkan, am Hindukusch und vor dem Horn von Afrika, im Einsatz gegen Terror und Piraten – wer hätte so etwas vor zwanzig Jahren für möglich gehalten?
Kampf für "gerechten Krieg", um den "gerechten Frieden" zu erreichen:
Unsere Bundeswehr hat sich von unseligen militärischen Traditionen gelöst, sie ist fest verankert in einer lebendigen Demokratie. Sie hat deshalb unser Zutrauen verdient, nicht nur in Debatten um den „gerechten Krieg“ zu bestehen, sondern auch einem „gerechten Frieden“ den Weg zu bahnen
Hat ja Augstein auch angesprochen:
Damit steht der Pastoren-Präsident in einer unseligen Tradition: der protestantischen Begeisterung für den (selbst)-gerechten Krieg.
Augstein gegen Gauck s Forderung nach mehr deutschen Kriegseinsätzen - SPIEGEL ONLINE
*)
Hedonismus übrigens bedeutet in Kurzform die Lebenseinstellung, daß Lust und Freude am und im Leben, Schmerz und Leid vorzuziehen sind. Ich finde es sehr seltsam, eine solche Lebenseinstellung als negativ anzumahnen und in gleichem Atemzug mit z.B. Gleichgültigkeit zu nennen, denn wer selbst Freude am Leben hat, trägt sie erstens weiter, 'steckt andere damit an', trägt also zum nachhaltigen Frieden bei, und er kann es auch anderen lassen, daß es ihnen gutgeht, auch sie Freude am Leben haben, er neidet ihnen z.B. nichts, weil er sich selber ja gut fühlt. Was ebenfalls ein Friedensbeitrag ist.
Und, last not least, nur der, dem es selbst gutgeht, kann überhaupt anderen helfen. Wem es schlechtgeht, der braucht ja selbst Hilfe.Geändert von Inaktiver User (04.07.2014 um 11:51 Uhr)
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04.07.2014, 11:49
AW: Gauck - Dieser Mann war ein Mißverständnis
Libentia, der Bundespräsident hat das ausgesprochen, was sich in den letzten 25 Jahren gewandelt hat.
Bis zu dem Zeitpunkt waren alle europäischen Armeen Territorialstreitkräfte, bereit einen Feind an der innerdeutschen Grenze zu stoppen. Der Feind ist weg, ein Glück. Die Bundeswehr hat sich sehr schwer getan mit der Einsicht, dass ein potenzieller Feind nicht mehr in ein Land einmaschieren muss, er kann ein Land, sogar ganz Europa komplett destabilisieren und ins Chaos stürzen, wenn er z.B. unser Computernetz lahmlegt.
Zum Beispiel anzunehmen, dass Erfolge von Isis uns nicht betreffen, da einige tausend Kilometer weit weg, halte ich für falsch. Es ist vergleichbar damit, dass man zwar immer noch Einbrecher vor der Haustüre abwehren muss, aber ein Ausplündern von irgendeinem Hacker irgendwo auf der Welt eine genauso ernste Bedrohung ist.
Und zu behaupten, dass man nur die Lebensumstände eines Hackers verbessern muss, damit er sein schädliches Tun sein lässt, ist nichts als ein frommer Wunsch.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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04.07.2014, 13:56
AW: Gauck - Dieser Mann war ein Mißverständnis
Grundsätzlich bin ich auch pazifistisch, ABER...
die aktuelle Situation Deutschlands in der Welt ist, dass es sich aus sämtlichen weltpolitischen Verpflichtungen freikauft.
Da wird halt Geld gezahlt und damit die eigene Verantwortung abgetan.
Erklärt das z. B. mal dem schweizerischen oder schwedischen Soldaten, der an der inner-koreanischen Grenze Wache stehen muss.
Der Preis für Globalisierung ist nun mal Verantwortungsübernahme.
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04.07.2014, 14:12
AW: Gauck - Dieser Mann war ein Mißverständnis
Leider hat das Geschreibsel nichts mit der Realität gemein, sondern ist nur Postulat einer Gesinnung bei der die Verführung des militärisch-industriellen Komplexes auf fruchtbaren Boden fällt.
Die aktuelle Situation der weltpolitischen "Verantwortungs"übernahme Deutschlands sieht nämlich folgendermassen aus:
Aktuelle Einsätze der Bundeswehr
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04.07.2014, 14:21Inaktiver User
AW: Gauck - Dieser Mann war ein Mißverständnis
ich sehe wirklich nicht, wieso ich einer Armee "vertrauen" sollte. So transparent ist das alles ja nun wirklich nicht.
Den Rest der zitierten Rede lege ich ab als wenig anregende Sonntagspredigt und blabla.



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