Seid doch bitte so nett und lasst die persönlichen Zänkereien, wer nun klüger ist, mehr gelesen oder mehr verstanden hat.
In der Sache darf gerne heftig und gegensätzlich diskutiert werden, aber es ist nervig, den persönlichen Sticheleien zuzuhören.
Danke!
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Thema: Naher Osten
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07.08.2014, 14:42
AW: Naher Osten
Körperlich Distanz
Sozial zusammen
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The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
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Kari Bremnes
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07.08.2014, 14:48
AW: Naher Osten
Das verstehe ich nicht.
Warum führt eine Zweistaatenlösung automatisch zur Vernichtung von Israel?
Ich verstehe unter Zweistaatenlösung, dass es einen Staat Israel und einen Staat Palästina gibt, mit ordentlicher Verfassung und klaren Grenzen und niemand ist dabei von dem anderen unabhängig, bei z.B. Land- oder Meeresgang.
Naja, ein Staat, in dem alle vereint wären, ist ja eh utopisch und wenig sinnvoll. Warum kommt für Israel keine Zweistaatenlösung in Frage?
Ich versuche es mal selber zu beantworten: Israel hat kein Interesse daran, weil sie keine gestärkten Palästinenser wollen. So wie es jetzt ist, ist es zwar fürchterlich, aber Israel hat aktuell immer wieder Macht über die "Autonomiegebiete".Körperlich Distanz
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07.08.2014, 15:29Inaktiver User
AW: Naher Osten
Och Lukulla, das wurde doch nun exzessiv diskutiert .....
Gaza, obwohl ein winziger Landstrich, in den alle Waffen durch Tunnel geschmuggelt werden müssen, macht Israel seit Jahren das Leben mit Raketenbeschuß schwer, inzwischen seit Wochen flächendeckend.
Stell' Dir mal das gleiche Land "in groß" vor, unabhängig, mit Flughäfen und Häfen, wo täglich massenhaft Waffen und Raketen, z.B. aus dem Iran eingeflogen bzw. angelandet würden.
Die dann natürlich auf Israel abgeschossen werden würden.
Das kann ein so kleines Land wie Israel dann wirklich nicht mehr stemmen, militärisch, aber auch finanziell.
Und die Vernichtung Israels ist nun mal das erklärte Hauptziel der Hamas.
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07.08.2014, 15:53Inaktiver User
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07.08.2014, 15:58Inaktiver User
AW: Naher Osten
Und wer hat noch mal das Sagen da ?
Es ist wohl ein bißschen viel verlangt, von Israel zu erwarten, das sie schon darauf vertrauen können, das dann da Friede-Freude-Eierkuchen herrscht und eine Partei an die Macht kommt, die Israelis ganz doll lieb hat.
Die Entwicklung im Gazastreifen als Modell im Kleinen hat da ja die schlimmsten Erwartungen übertroffen.
Ein unabhängiges Palästina gäbe es eh nicht, es wäre von den arabischen Mächten anhängig.
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07.08.2014, 16:00Inaktiver User
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07.08.2014, 16:07Inaktiver User
AW: Naher Osten
So vereinfacht geht's auch nicht. Die Entwicklung im Gaza-Streifen hat Jahre gebraucht, bis sie da war, wo sie jetzt ist, mitsamt den Tunnels, den Waffen und der unzufriedenen Bevölkerung.
Eine Mauer bringt da gar nichts, außer dass die Menschen dahinter sich eingekerkert fühlen.
Die PalästinenserInnen sind auch jetzt von ihren arabischen Freunden (?) abhängig, weshalb nicht in positivem Sinne abhängig sein, indem in einen Staat investiert und mit ihm Handel getrieben wird?
Mir ist schon klar, dass die Lage extrem schwierig ist, aber "nein, geht nicht" ist auch keine Lösung.
Will Israel den Gazastreifen besetzen und ewig Milliarden ins Militär pumpen? Wahrscheinlich nicht.
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07.08.2014, 16:09
AW: Naher Osten
Zustimmung - ebenso wie praktisch zu allen deinen wesentlichen Gedankengängen und Argumentationen bei diesem Thema.
Da du ja auch schon so einige Male in Israel warst, wenn ich das richtig verstanden habe, mal eine Frage an dich:
welche Perspektiven sehen eigentlich in Israel diejenigen Leute, die nicht zu den - sagen wir mal - 'Hardlinern' gehören, wenn es um mögliche Varianten friedlicher Koexistenz zwischen Palästinensern und Israel geht in mittelfristiger Hinsicht?
Wie ist da vor allem die Meinung der 'normalen' Leute, die also bspw. nicht in Wissenschaft und/oder Politik involviert sind?
Was denken die, wie es weiter gehen soll?
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07.08.2014, 16:36
AW: Naher Osten
Es gab einmal große Hoffnung in Israel, dass eine Zweistaatenlösung Frieden bringen könnte. Das war die Zeit nach dem Oslo-Abkommen 1993. Dafür gab es auch den Friedensnobelpreis für Arafat und Rabin, der von einem radikalorthodoxen Juden ermordet wurde.
Da war Stop mit den Verhandlungen. Im Jahr 2000 gab es dann noch Camp David, aber mit dem Ausbruch der zweiten Intifada im September 2000 war eine endgültige Lösung des Konflikts wieder in weite Ferne gerückt.
Irgendwann begannen auch die Raketenangriffe aus dem Libanon und dem Gazastreifen und vor allem die fürchterlichen Suicidbomber. Wie soll man sich schützen? Gegen letztere eine Mauer bauen und sich die Vorwürfe vom Rest der Welt anhören. Raketenangriffe, wie schützen außer Luftalarm und Raketenabwehr ausbauen. Oder die Abschussrampen bombardieren, die liegen immer bewohnten Vierteln, manchmal in Kellern von Kindergärten oder Krankenhäuser. Also jedes mal viele zivile Opfer, die wieder Vorwürfe der Welt einbringen.
Ich kenne nur wenige Israelis, aber sie gehören zu den 83% der Bevölkerung, die eine Niederschlagung der Hisbollah und der Hamas wünschen. Und genau das wird nicht passieren.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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07.08.2014, 16:47
AW: Naher Osten
Ist das zwangsläufig so?
Ein Staat Palästina hätte genug Boden, genug Freiheit und eine wirkliche Autonomie.
Ich denke dabei natürlich nicht daran, dass der kleine Gazastreifen nun zu dem Staat Palästina mutiert, sondern an eine faire Lösung. Eine Teilung des bisherigen Gebietes in zwei Hälften in Nord und Süd oder Ost und West, wobei gemäss der Bevölkerung Israel die "grössere" Hälfte beanspruchen könnte. Auf jeden Fall beide Länder mit Meereszugang. Aufbrechung der brutalen Mauer, Entwirrung der illegalen israelischen Siedlungen und völlige Souveränität.
Dann hätte die Hamas keine Existenzgrundlage mehr, weil die Palästinenser frei wären. Wer wollte dann noch Bomben schmeissen?
Um zu verdeutlichen, was ich meine, hier eine Karte von Israel und hier eine von den eingeschlossenen Gebieten, wo Palästinenser leben.
Hier eine Übersicht, wie Israel eingebettet ist an angrenzende Länder.Geändert von Lukulla (07.08.2014 um 16:55 Uhr)
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