Ich bin mir ziemlich sicher, dass das die Israelis auch so sehen - zumal sie ja auch gezielt versuchen, Hamas-Anführer gezielt zu liquidieren, auf deutsch: umzubringen.
Aber soo doof sind die von der Hamas eben auch nicht, dass die sich mal eben so einfach umbringen lassen.
Doch nehmen wir mal an, Israel würde es schaffen, sehr viele Hamas-Anführer umzubringen, dann stellt sich die Frage, ob nicht gleich wieder neue Anführer auf der Bildfläche erscheinen.
Und ebenso stellt sich die Frage, wer dann alles in der Welt sogleich wieder von gezieltem Staatsterrorismus seitens Israel reden wird und/oder den überaus weisen Vorschlag unterbreiten wird, man könne die Hamas-Führer ja lebend fangen und in Israel vor Gericht stellen ...
Nee, die Palästinenser müssen sich schon selbst der Hamas entledigen, aber womöglich hast du auch das genau gemeint.
Leider spricht aktuell nichts dafür, dass die Palästinenser die Kraft dafür aufbringen werden, die Hamas loszuwerden.
In diesem Zusammenhang geht dann übrigens wieder das alte 'Spiel' los ...
Und zwar wer daran Schuld ist und die (Haupt)Verantwortung dafür trägt, dass die Hamas noch nicht weg vom Fenster ist?
Die Antwort kennen wir ja von so einigen auch schon.
Ist nämlich völlig klar: daran sind natürlich die Israelis auch (wieder mal) selbst schuld ...
VanDyck
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Thema: Naher Osten
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05.08.2014, 10:56
AW: Naher Osten
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
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Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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05.08.2014, 11:07Inaktiver User
AW: Naher Osten
Mit Bomben und Artillerie kann man keine Tunnel zerstören.
Ebensowenig ist es nicht möglich mit Haubitzen punktgenau Rakenstellungen zu treffen, die in Wohngebieten stehen.
Läge den Israelis nur daran, hätten sie ausschliesslich Bodentruppen eingesetzt und damit weniger Verluste bei den Zivilisten verursacht.
Sehr richtig.
Mit seinem Verhalten erreicht Israel allerdings das genaue Gegenteil.
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05.08.2014, 11:13
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05.08.2014, 11:19Inaktiver User
AW: Naher Osten
Na sehen wir es doch mal praktisch.
Das Durschnittsalter in Gaza ist knapp 18 Jahre. Ein Alter in dem junge Menschen sehr beeinflussbar sind.
Der Großteil dieser Altersklasse hat schon mindestens dreimal miterlebt wie Gaza bombadiert wird. Fast jeder hat Angehörige verloren oder wurde selbst verwundet. Sie wachsen also mit Hass auf.
Aus meiner Sicht ist langfristig die einzige Möglichkeit den Hass zu beenden, indem man dieser Generation eine Perspektive gibt unter menschenwürdigen Bedingungen aufzuwachsen.
Solange sie nichts zu verlieren haben ist es ein leichtes Spiel für die Hamas neue Mitglieder zu rekrutieren.
Man wird nicht als Terrorist geboren, sondern dazu gemacht oder verführt.
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05.08.2014, 12:10Inaktiver User
AW: Naher Osten
Gefühle werden zwar in der Hetze, die die Herren aus ihren klimatisierten Büros heraus - in Doha oder in Jerusalem - mit Erfolg betreiben, gerne angesprochen, sie sind es aber nicht, die in Wirklichkeit für Krieg oder Frieden sorgen, so wenig, wie, fürchte ich, die mangelnde Präsenz von Frauen.
Der Spruch, der vielleicht fälschlicherweise Clinton zugeordnet wird, nichtsdestoweniger meiner Auffassung nach die Lage richtig beschreibt, lautet: "It's the economy, stupid!"
Solange im Gaza-Streifen die Menschen nur von Hamas-Anhängern Versorgung erwarten dürfen, solange junge Männer sich unbewaffnet bedeutungslos fühlen (müssen), bewaffnet aber nur Sieg oder Tod als Perspektive haben, solange im Westjordanland mit internationalen Hilfsgeldern (in Milliardenhöhe) eher korrupte Beamte als die Infrastruktur gefördert werden und Abbas dies wegen seiner schwachen Stellung nicht verhindern kann, solange wird es wahrscheinlich keinen Frieden geben.
Das wissen auch israelische Politiker, die nichts mit den Wichtigtuern in ihrer Regierung gemein haben, sie wissen nur nicht, wie ein derart weitverzweigtes Problem zu lösen ist, zumal, kaum sind Verhandlungen im Gange, entweder ein fehlgeleiteter Selbstmordattentäter einen Bus sprengt oder halbe Kinder entführt und ermordet werden, und dies natürlich Wasser auf die Mühlen jener ist, die sich aus der tausendjährigen Geschichte des Judentums Rechte herausfiltern, die es nicht gibt.
Nach wie vor denke ich, ein Zweistaatenlösung ist möglich, aber eben nur dann, wenn die vernünftigen, weitsichtigen, nicht an ihrer Macht klebenden Kräfte die Oberhand gewinnen.
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05.08.2014, 16:01Inaktiver User
AW: Naher Osten
Wahrscheinlich so begeistert, wie alle Menschen sind, die Objekte einer ethnischen Säuberung werden sollen. Denn was soll das sonst sein, wenn palästinensische Israelis pardon "Palästinenser mit israelischem Pass" ausgebürgert werden sollen.
Die besten Landstriche hat Israel sich im Laufe der Zeit sowieso längst geraubt und will diese auch endgültig ins israelische Staatsgebiet einverleiben. Sollen die Palästinenser doch im Rest des Landes leben, wo weniger Wasser ist, wo die Natur noch ein bisschen unwirtlicher ist.
Den Status quo der illegalen Siedlungen legalisieren und die "fünfte Kolonne" loswerden - das ist das Ziel. Toll. Wer wäre als Betroffener nicht begeistert.
Israel ist genauso demokratisch wie Südafrika unter der Burenherrschaft.Sind sie aber nicht - die sind nämlich froh, in einem demokratischen Staat zu leben. Und würden einen Teufel tun, dies aufzugeben.Geändert von Inaktiver User (05.08.2014 um 16:21 Uhr)
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05.08.2014, 16:20
AW: Naher Osten
Ich fühle mich zuweilen auch an die USA im 19. Jhd. erinnert, nur daß die kulturellen Unterschiede zwischen den Gruppen evtl. kleiner sind als sie sich in der Selbstwahrnehmung darstellen.
Die Reservate in möglichst unwirtlichen Landstrichen hat man schon, nur die Mittel zur "Selbstauflösung" wie Feuerwasser und Grippe fehlen noch.
lg lenita
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05.08.2014, 16:23
AW: Naher Osten
ja, solche Fragen halte ich auch für total sinnlos, weil nicht zielführend und schon gar nicht Lösungsorientiert.

Und einem wie auch immer gearteten nicht definierten "Volk" ohne Staat zu sagen: macht mal die da kaputt bringt auch keinen weiter. Klar, wäre schön wenns klappt und ich glaube auch, dass die Westbankler inzwischen schon mehr zu verlieren haben, wenn sie sich wieder extremeren Parteien zuwenden würden und sich das auch besser überlegen…sollten ENDLICH mal WAHLEN stattfinden und ein geordneter Staat entstehen können.
Für mich ist lediglich klar, dass ein dermaßen abgeschotteter Ort wie Gaza, die perfekte Terrorbrutstätte ist und es garantiert nicht besser wird, wenn man es weiter abschottet oder gleich die ganzen Bewohner in Sippenhaft nimmt.
Eine gemäßigtere Kurs der Israel Regierung wär auch super. Deshalb fand ich den Zeit Artikel mit der Analyse von Bushs verhalten nach 9/11 auch gut. Auf Provokation provoziert und unsouverän zu reagieren…hat meines Wissens noch nie funktioniert. Oder hat da jemand andere Erkenntnisse?
PS: zu den Hamas Führern
Da stimme ich nicht ganz überein. Der Fisch stinkt vom Kopf her und nicht viele verfügen über 10 Mio Dollar, die man mal kurs in Tunnelbau versenken kann. Es gibt immer Drahtzieher, deren Verschwinden ein netzwerk wesentlich mehr schwächt als das Sprengen einiger Tunnel, die ersetzbar sind.
Vor allen Dingen die Charismatiker.
Sieht man ja an dem Desaster in der PLO. Arafat war weg und das ganze bisher Erreichte* ist zusammen gefallen wie ein Kartenhaus.
*es liegt mir fern in zu romantisieren, aber die damals regierenden haben zu einer art grundständigen Vertrauen gefunden um 1993 zu erreichen um sich gegenseitig Zugeständnisse zu machen.Geändert von _Farmelli (05.08.2014 um 16:41 Uhr)
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05.08.2014, 16:30Inaktiver User
AW: Naher Osten
Keine Sorge, das sind sie durchaus. Hast du das Interview mit dem ehemaligen israelischen Geheimdienstchef nicht gelesen? Auch nicht meine Zitate daraus?
Der Mossad - oder Teile des Mossad - wissen das alles, was hier diskutiert und von dir als "Ahnungslosigkeit" bezeichnet wird, längst. Es pfeifen die Spatzen von den Dächern, dass die israelische Politik Hoffnungslosigkeit, und dass Hoffnungslosigkeit Terroristen produziert.
Aber es sind zwei Paar Stiefel, was diese Leute ("Fachleute") denken, und was die Politiker wollen, die von ganz bestimmten Leuten gewählt wurden und wiedergewählt werden möchten.
Die Nationalreligiösen, Ultrareligiösen und religiöse Extremisten nehmen an Zahl und Einfluss zu, das aufgeschlossene säkulare Judentum nimmt an Bedeutung ab.
Als Konsequenz werden Faschisten an die Regierung gewählt, die eine ethnische Säuberung anstreben und nicht das geringste Interesse an einem Friedensvertrag haben, der auch von den Juden Zugeständnisse erfordern würde.
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05.08.2014, 16:48Inaktiver User
AW: Naher Osten
Das ist mir schon lange ein Rätsel, wieso sich wirtschaftlich in den Palästinensergebieten nichts entwickelt. Die bekommen doch enorme Entwicklungshilfe der EU und auch von Deutschland. Das kann doch nicht alles für Waffen und Tunnels ausgegeben worden sein.
Warum können nicht Palästinenser in die verlassenen israelischen Siedlungen einziehen? Warum werden die immer zerstört?
Warum kann man nicht in der Schule versuchen durch ordentlichen Geschichtsunterricht KEINEN Hass zu säen? Wieso haben die maßgeblichen Leute so ein Interesse daran, schon den Kindern diesen Hass auf Andersdenkende zu einzuimpfen und zu zementieren? Warum wird das so wenig angeprangert?




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Das die da noch nicht drauf gekommen sind.