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Thema: Naher Osten
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01.08.2014, 11:07Inaktiver User
AW: Naher Osten
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01.08.2014, 11:07Inaktiver User
AW: Naher Osten
Gestern habe ich Teile des Talks von Anne Will gesehen. Sie fragte eine anwesende (offenbar ehemalige) palästinensische Politikerin (jetzt setzt sie sich irgendwie in Deutschland für die Palästinenser ein, wenn ich es richtig verstanden habe, habe nicht alles gesehen): Daß die Hamas ja aber schon sage, daß sie Israel auslöschen wollen (die genaue Wortwahl weiß ich nicht mehr, sinngemäß). Die (ehemalige?) palästinensische Politikerin ließ das unbeantwortet.
Vieles war vielleicht auch nicht verkehrt, was sie sagte. Mir kommt's jetzt aber nur auf das obige an. Weil es wohl das ist, was das Vorgehen Israels antreibt, vermute ich. Und sie ließ das unbeantwortet, weil es wohl tatsächlich von der Hamas gesagt wurde, oder wird.
Weiter wurden die Ziele der Palästinenser mal genannt (vom ehemaligen deutschen Botschafter in Israel, glaube ich mich zu erinnern):
- Öffnung der Grenzen (also 'Freiheit', 'Zaun weg')
- Beendigung des 'Landraubs', 'illegaler Besiedlung' (was ist da genau los?)
Es war die Rede davon, als man "Gaza geräumt" habe von 6000 Siedlern (wohl israelischen?) wäre das noch gut machbar gewesen. JEtzt seien es aber 300.000 im (habe ich vergessen, wie das hieß, wohl palästinensisches Gebiet jedenfalls).
Mit den Hamas ist sicher schwer reden von Israel aus gesehen, da hat Lorelei wohl recht. Trotzdem muß man es tun, wenn sie jetzt an der Regierung sind (habe ich so verstanden, daß sie es ja sind, zusammen mit 'Gemäßigten').
Wenn Israel die Raketen, die aus Palästina geschossen werden, abfangen kann, dann könnten sie das tun, und gleichzeitig Angebote machen: Wir beginnen mit der Rückgabe der 'illegal besiedelten Gebiete' (Kann man das so sagen?), und ihr haltet Waffenruhe.
Und dann könnte eine langsame Annäherung und Verständigung beginnen.
Wäre das nicht ein Lösungsansatz? Wenn es auch sicherlich trotzdem nicht unmittelbar zum Frieden führte, es wäre der Beginn eines Weges dahin, oder?
Diese 'Räumung' dieser Siedlungen, wie es glaube ich der ehem. Botschafter nannte, würde wohl Jahre dauern. Aber man muß ja irgendwann mal anfangen mit irgendwas, was zu Frieden führen würde.
Auch wenn ich Israel einerseits verstehen kann, - wenn die Hamas wirklich sowas sagt -, trotzdem ist das, was da momentan geschieht keine sinnvolle Lösung. Weil, ist grausam, läßt Zivilisten leiden, bringt nur Todesopfer, noch mehr Haß auf beiden Seiten etc. Bringt also überhaupt nicht das, was ja wohl das Ziel ist: keinen Raketenbeschuß nach Israel mehr, also Frieden zwischen diesen beiden Nachbarn.
Denn die Palästinenser kann man ja auch verstehen. Todenhöfer z.B. sagte, als er vor ein paar Jahren mal nach Palästina wollte, mußte er durch einen Tunnel kriechen, um hineinzukommen, weil es keine andere Möglichkeit gab, keine Straße oder sowas. Das ist kein Zustand, da ist Wut (und verzweifelte Wut) doch geradezu vorprogrammiert.
Was diese 'illegalen Besiedlungen' angeht. Wenn das so ist, wie ich gehört habe, eine Größe von Köln, also das ist ja nun nicht viel für einen Staat. Da noch Land wegzunehmen ist schon 'heavy'. und warum macht Israel das eigentlich, haben die denn solche 'Landnot'? Oder ist es mehr Provokation, also soll es aussagen, 'ihr' seid nicht erwünscht?Geändert von Inaktiver User (01.08.2014 um 11:25 Uhr)
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01.08.2014, 11:12Inaktiver User
AW: Naher Osten
Stimmt, als Reaktion auf Besetzung, Deportation, Menschenrechtverletzungen, etc.
Wir drehen uns im Kreis.
Sorry, aber ich verliere langsam die Lust. Es ist keine wirkliche Diskussion wenn jemand immer nur mit der Raketenleier kommt, sich aber konsequent weigert auf irgendein Gegenargument zu reagieren oder Tatsachen ignoriert, die der eigenen Sicht wiedersprechen.
Nichts für ungut ...
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01.08.2014, 11:14Inaktiver User
AW: Naher Osten
Israel schlägt sich halt mit anderen Problemen als PKW-Maut rum. Es befindet sich permanent in latentem Kriegszustand mit Leuten, die es sich auf die Fahnen geschrieben haben, "alle Juden ins Meer" zu treiben, und die dies auch permanent verkünden. Da werden solche martialischen Schwachmaten-Äußerungen halt nicht so tragisch - bzw. ernst - genommen, wie hierzulande, wo - historisch bedingt - andere Sensibilitäten herrschen.
In Frankreich ist das z.B. so, bzw. wurde im Falle der Roma - immerhin EU-Bürger, die das Recht haben, sich dort aufzuhalten - sogar so gemacht. Durch die gewählte Regierung. Trotzdem würde niemand Frankreich absprechen, ein demokratischer Staat zu sein.Wenn ein hochrangiger Politiker einer Partei dazu aufrufen würde, Türken gewaltsam außer Landes zu schaffen
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01.08.2014, 11:21Inaktiver User
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01.08.2014, 11:41
AW: Naher Osten
Genau, was du vorschlägst, hat Israel doch gemacht:
Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon setzte 2005, nach langen innenpolitischen Auseinandersetzungen, den Abzug der Israelis aus dem Gazastreifen – verbunden mit dem Abbau aller israelischen Siedlungen – durch.
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Trotz heftiger gesellschaftlicher und politischer Auseinandersetzungen im Vorfeld leitete Israel am 15. August 2005 schließlich den Abzug aus dem Gazastreifen mit einem Einreise- und Aufenthaltsverbot für israelische Zivilisten ein. Den Siedlern der 21 im Gazastreifen befindlichen israelischen Siedlungen wurde zunächst eine Frist von 48 Stunden gegeben, um das Gebiet zu verlassen. Danach begann die zwangsweise Räumung des Gebietes durch das israelische Militär. Innerhalb weniger Tage wurden die Siedlungen im Gazastreifen geräumt; nach Abriss der Häuser wurden die bisherigen israelischen Siedlungsgebiete an die Palästinenser übergeben. Am Morgen des 12. September 2005 verließ der letzte israelische Militärkonvoi den Gazastreifen über den Grenzübergang Kissufim.
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Es folgten heftige innerarabische Kampfhandlungen vereinzelter arabischer Klans und der Bewegungen Hamas und Fatah untereinander. Der Kampf um die von den Israelis freigegebenen Gebiete wurde blutig ausgetragen, viele Hundert arabische Zivilisten starben. Zugleich nahmen die Anschläge auf israelisches Territorium zu, vermehrt wurden Raketen und Anschläge registriert.
Das heißt im Klartext:
Israel räumt den Gaza-Streifen 2005 und was ist das Ergebnis?
Das Ergebnis ist, dass seit 2005 aus dem Gaza-Streifen nicht mehr zählbare abertausende Raketen auf Israel abgefeuert werden.
Das Ergebnis von der Räumung des Gaza-Streifens ist eben nicht Waffenruhe und Frieden von seiten der Hamas, sondern das genaue Gegenteil - die Hamas hat die Gelegenheit erhalten, im geräumten Gaza-Streifen militärisches Potenzial aufzubauen, und diese Gelegenheit haben sie genutzt und mit dem Raketenbeschuss begonnen.
Es ist doch angesichts dieser Entwicklung völlig einleuchtend, dass die in Israel nicht im Traum dran denken, noch weitere besetzte Gebiete zu räumen.
Diese Entwicklung ist übrigens auch ein Grund dafür, warum die sogenannten Hardliner in Israel soviel Unterstützung haben: sie haben eben Recht behalten mit ihrer Prognose im Jahr 2005, wozu die Aufgabe der Kontrolle über besetzte Gebiete führen wird.
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01.08.2014, 13:19Inaktiver User
AW: Naher Osten
Das ist ganz offensichtlich sehr verhärtet und verfahren. Wurden denn damals auch Gespräche, Verhandlungen, aufgenommen? Die innerarabischen Konflikte, von denen in dem Link obendie Rede ist, mal außen vor (damit hat ja Israel nichts zu tun, vermute ich doch, ohne es zu wissen allerdings). Warum haben die Hamas weiter oder erneut Israel beschossen? Was sind denn die weiteren Ziele (außer der Räumung besetzter Gebiete)? Ich stelle mir halt vor, der Raketenbeschuß soll doch etwas bewirken, oder zumindest aussagen. Was? Und wurde denn darüber verhandelt?
Ich kann mir halt nicht vorstellen, daß es keine unblutige Lösung geben kann.
Ich bin gerade ziemlich anderweitig beschäftigt, aber ich habe vor, mich mal einzulesen, wofür genau Peres und Arafat den Friedensnobelpreis bekommen hatten. Da muß doch was vorangegangen sein. Das war vor 2005 meine ich.
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01.08.2014, 13:28Inaktiver User
AW: Naher Osten
Eine Antwort auf diese Frage hat Levy in seinem Artikel gegeben:
Doch die bittere Wahrheit ist: Wenn von Gaza aus keine Raketen auf Israel geschossen werden, kümmert sich hier niemand um sie. Schauen wir uns nur an, wie es jenem palästinensischen Führer ergeht, der endlich genug hatte von der Gewalt. Israel hat alles getan, um Mahmud Abbas zu zerstören. Die deprimierende Schlussfolgerung daraus? Nur Gewalt hilft.
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01.08.2014, 13:35
AW: Naher Osten
Die Abstimmungen 2005 wurden größtenteils mit der Fatah (PLO) gemacht.
Die haben wenig mit der Hamas zu tun bzw. sind ja sogar Oppositionen.
Daher schrieb ich ja vorn im Strang….
Denjenigen in der israelischen Regierung und in der palästinensischen Regierung NUTZT eine schwächung, der ziemlich einsichtigen Fatah um eine Zweistaatenlösung zu vermeiden.
Und beiden extremen Seiten (hamas und extreme Israelischen Positionen) nutzt die Situation extrem, da die gemässigtere Fatah und Abbas dadurch geschwächt wird, mit der eine zweistaatenlösung (die auch einige viele in Israel NICHT möchten) möglich wäre.
Es gibt sehr sehr viele IN Israel die kein Fan von einer Zweistaatenlösung sind.
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01.08.2014, 13:46Inaktiver User
AW: Naher Osten



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