Nun ja, welcher Staat legt schon Wert darauf, Flüchtlinge in großer Zahl aufzunehmen?
Zu Zeiten des kalten Krieges wurden in Deutschland gerne mal osteuropäische Dissidenten aufgenommen, sozusagen als Zeichen der ideologischen Überlegenheit - das waren aber zumeist Einzelpersonen.
Als nach dem Mauerfall hunderttausende von Rußlanddeutschen kamen, wurde flugs das Asylrecht abgeschafft und weitere gesetzliche Einschränkungen aufgebracht.
Flüchtlinge werden meist als Belastung empfunden, es sei denn es wäre gerade mal ein aktuer Arbeitskräftemangel, womöglich auch bei "einfachen" Arbeiten.
Es scheint mir auch sinnvoller, nach Flucht- und Migrationsgründen zu fragen...
Und eigentlich hatten die Palästiner ja auch eine Heimat...
lg lenita
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Thema: Naher Osten
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18.07.2014, 17:39
AW: Naher Osten
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18.07.2014, 18:44Inaktiver User
AW: Naher Osten
Ja, sie hatten eine Heimat. Ursprünglich gab es einen Teilungsplan der UNO, dem aber einseitig nur Israel zustimmte, was dazu führte, dass nach dem Arabisch-Israelischen Krieg 1948 die meisten PalästinenserInnen vertrieben wurden.
Sie siedelten sich sowohl in Jordanien wie ich in den Golfstaaten an. Was geschehen wäre, hätte es nicht den Schwarzen September in Jordanien gegeben und hätte Arafat nicht Saddam Hussein im Krieg gegen Kuwait unterstützt, kann nur geraten werden. Jedenfalls ging es in Jordanien und auch in Kuwait nicht um Territorien, die palästinensisches Gebiet gewesen waren.
Insofern liegt es wohl auch an den Führern der PalästinenserInnen und an deren Unterstützer in den arabischen Staaten, dass das Volk keine friedlichen Wurzeln schlagen kann.
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18.07.2014, 19:15Inaktiver User
AW: Naher Osten
Ist ja krass. Du erwartest also, dass die Palästinenser ihre Heimat den Israelis überlassen sollen. Andere Länder, in denen zufällig Muslime leben, sollen sie "als Brüder" aufnehmen, damit sich Israel wunschgemäß breit machen kann.
Da stellt sich mir eine Frage:
Warum?
Warum sollten die Palästinenser kapitulieren und ihr Land im Stich lassen?
Und warum sollten Nachbarländer diese vielen Menschen aufnehmen (glaubst du, bei ihnen gehöre das Land niemandem und warte nur darauf, dass endlich Palästinenser kommen, um es in Besitz zu nehmen? Glaubst du, deren Arbeitsmarkt dürstet nach Heerscharen junger Männer aus Palästina?)
Was würdest du davon halten, wenn jemand Österreich annektieren und den Menschen vorschlagen würde, sie sollten doch bei ihren christlich-abendländischen "Brüdern" zwischen Slowakei und Nordsee leben und den Besatzern ihr Land überlassen.
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18.07.2014, 20:02
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19.07.2014, 13:37Inaktiver User
AW: Naher Osten
Das würde die Anerkennung Israels bedeuten!
Wie kann man denn nur sowas fordern? Wäre ein unabhängiger palästinensischer gewünscht, hätten wir sie vermutlich schon lange. Aber seltsamerweise wehrt sich Israel gegen eine Selbstauflösung.
OT: Eine Grafik, wer da alles wen nicht leiden kann in der Region: The Middle East Friendship Chart
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19.07.2014, 20:32Inaktiver User
AW: Naher Osten
Wenn die Israelis so weitermachen stellt sich diese Frage bald nicht mehr.
Was mich mittlerweile am meisten anko... ist die mediale Berichterstattung.
Ständig wird vom Raketenterror durch die Hamas berichtet, der bis Dato zwei Israelis das Leben gekostet hat.
Wie irgend jemand eine Vergeltung rechtfertigt, die bisher über 300 Menschen, davon etwa 200 Zivilisten (Männern, Frauen und Kindern) das Leben gekostet hat, entzieht sich völlig meinem Verständnis.
Das grenzt an Völkermord. Israel ist das einzige Land, dass trotz UNO-Resolutionen nie mit Konsequenzen rechnen muß.
Unfassbar ...
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19.07.2014, 22:49Inaktiver User
AW: Naher Osten
Volle Zustimmung, @ Brausepaul!
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19.07.2014, 23:01Inaktiver User
AW: Naher Osten
Weißt du, das ist gar keine so schlechte Frage: Wie kann man nur fordern, dass die Palästinenser Israel anerkennen, wenn Israel nicht im Traum daran denkt Palästina anzuerkennen und sogar alles versuchte, damit auch andere Länder Palästina nicht anerkennen.
Die Palästinenser sollen schon vor einem für sie annehmbaren Friedensvertrag diese symbolhafte Trumpfkarte aus der Hand geben? Warum? Was für eine unsinnige Forderung! Was bliebe ihnen dann noch im Rahmen einer Verhandlung?
Die Anerkennung Israels kann nicht Bedingung für Verhandlungen sein, sondern Ergebnis von Verhandlungen. Aber Israel will gar keine Verhandlungen. Kerry und Obama bissen diesbezüglich bei Netanjahu/Lieberman auf Granit, und sie haben keine Druckmittel, da Israel eine starke Lobby in USA hat.
Diese Aussage ist wirklich von vorgestern.Wäre ein unabhängiger palästinensischer gewünscht, hätten wir sie vermutlich schon lange. Aber seltsamerweise wehrt sich Israel gegen eine Selbstauflösung.
Es geht schon seit Jahrzehnten (!) nicht mehr um eine Infragestellung des Staates Israel. Im Gegenteil: die Hardliner, die seit einigen Jahren Israel regieren, wollen ganz Palästina für sich. Sie wollen keine Zweistaatenlösung, weil sie dann etwas vom annektierten Land abgeben müssten. Die derzeitige Situation ist für sie sehr viel komfortabler.
In Israel gibt es seit einiger Zeit ein jüdisches Pendant zum Islamismus: eine religiöse Intoleranz, eine religiöse Militanz, die sowohl die säkularen Israelis unterdrücken als auch die Palästinenser aus Palästina drängen will.
Wenn man will, kann man mitsamt interessanten Details erfahren, was für eine abstoßende Sorte Politiker seit Jahren die Innen- und Außenpolitik Israels bestimmt. Insbesondere Avigdor Lieberman ist ein Rassist und Faschist der widerlichsten Sorte, und er ist der israelische Außenminister.
Dies und mehr könntest du mühelos im Internet recherchieren, wenn es dich interessieren würde.Geändert von Inaktiver User (19.07.2014 um 23:30 Uhr)
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20.07.2014, 14:01
AW: Naher Osten
Das halte ich für eine nicht ganz zulässige Vermischung von Zielen der Hamas, teils der Fatah und der Mehrheit der Palästinenser.
Ich hab die - vielleicht merkwürdig idealistische Vorstellung- dass ein rechtsmässiger anerkannter Staat (mit Opposition, Rechtsstaatlichkeit und regelmässigen Wahlen, und politischer Infrastruktur) besser mit terroristischen Extremmeinungen wie die der Hamas zu recht kommt, als ein wirres Gebilde in dem das Recht dessen der die meisten Megaphone und Waffen besitzt gilt.
1948 gab es auch noch die Hoffnung dass eine Einstaatenlösung möglich wäre.
Ich denke mal diese Hoffnung hat sich erübrigt im laufe der Jahrzehnte.
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20.07.2014, 18:50Inaktiver User
AW: Naher Osten
Es gibt leider auf beiden gegnerischen Seiten Gruppen, die keinen Frieden wollen oder sich nicht vorstellen könne, wie ein solcher geschlossen werden könnte.
Das Eindringen von Hamas-Milizionären durch einen Tunnel aus dem südlichen Teil des Gazastreifens in Israel, um offenbar den Kibbuz Sufa anzugreifen, zeugt von dem Wunsch nach Ausweitung des Konfliktes.
Die Hamas, geschwächt durch das Erscheinen einer noch radikaleren Truppe im Nahen Osten, der Isis, durch den Regimewechsel in Ägypten, hat auch im Gazastreifen Konkurrenten, und wird schon deshalb nicht einlenken.
Gleichzeitig ist Israel dem Palästinenserpräsidenten Abbas, der das Vorgehen der Hamas bestimmt nicht bejaht, wenig Unterstützung.
Seine Stellung wackelt gewaltig, es ist nur zu hoffen, dass er nicht stürzt.
Ganz vergessen wird, nicht zuletzt wegen der Kriegshandlungen, dass die Palästinensische Autonomiebehörde aus Gründen der Korruptionsanfälligkeit weit nicht das Vertrauen der PalästinenserInnen genießt, das nötig wäre, um Kriegsgeschrei Boden zu entziehen.Geändert von Inaktiver User (20.07.2014 um 21:16 Uhr)



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