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Thema: Europawahl

  1. Moderation

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    AW: Europawahl

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Fuck the EU.
    So nicht, aber Kritik ist angebracht, ohne dass es gleich als Nörgelei und Schlechtmacherei ausgelegt wird.
    Jedes System sollte ab und zu auf Aktualiät, Nutzen und Verbesserung überdacht werden, denke ich.

    45.000 EU-Beamte mit zum Teil Spitzengehältern, Sitzungspauschalen, die ein jährliches "Zubrot" von zehntausenden von Euro pro Person bringen, ob die Person nun in der Sitzung ist oder nicht, 20.000 Lobbyisten (einzigartig auf der Welt), ein Apparat, der ständig neue Stellen generiert, die niemand braucht...

    Die von dir genannten Handelsabkommen sind sehr kritisch zu sehen. Einmal unterzeichnet gibt's kein Zurück mehr und hat die andere Seite Möglichkeiten, deren negative Auswirkungen für Europa noch gar nicht absehbar sind. Ein Beispiel:
    Fracking - US-Firmen wollen an Europas Gasvorräte - Wirtschaft - Süddeutsche.de

    Was mir auch nicht gefällt: Die 28 bisherigen Staaten sind in keiner Weise wirtschaftlich angeglichen. Trotzdem gibt es diesen unbändigen Willen zur Erweiterung. Die Krisenbewältigung wird verschleppt, die Schulden bestehen weiterhin, und das ganze Ding wird uns alle wieder einholen. Wer die Kosten dafür trägt, ist klar.
    *
    Der Adler fängt keine Mücken.


    'Antisemitismus hat in Deutschland keinen Platz' ist Kindergartenniveau. - Igor Levit


    Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
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  2. Inaktiver User

    AW: Europawahl

    Ich wußte bis Sonntag nicht, dass ich ein Fan der Europäischen Union bin. Weil ich nämlich auch immer noch darunter 'leide', dass der Euro die D-Mark gefressen hat und sich seither die Preise gefühltermaßen + immer noch verdoppelten.

    Wenn ich aber jetzt diese Wahlergebnisse anschaue, noch dazu in Ländern, die doch finanziell weiß Gott nicht zu klagen haben und der Franzosen, die offenbar übergeschnappt sind, dann kommt eher Scham hoch und der tiefe Wunsch, das was bisher auch durch Brüssel erreicht wurde - halten zu wollen. Und auch diese ungeliebte Währung, die trotz allem für eine Gemeinsamkeit steht. Nämlich, dass ich meine Spaghetti in Rom genau mit dem gleichen Geld bezahlen, wie wenn ich sie in Berlin esse oder in Paris.

    Und das finde ich einfach toll. Es zeigt Größe, es zeigt, intellektuell gewachsen zu sein, um nach vernichtenden Kriegen so weit zusammenzukommen.

    Natürlich gibt es Schattenseiten, doch diese durch einen Rechtsruck lösen zu wollen - ich fange jetzt schon an, mich zutiefst zu schämen.

  3. Inaktiver User

    AW: Europawahl

    Zitat Zitat von Satyr Beitrag anzeigen
    Da frage ich mich dann halt, warum "trotzdem" großflächig so gewählt wurde. Das es teilweise an der charismatischen Le Pen liegt mag sein. Im Ganzen glaube ich das aber eher weniger. Zumal es ja nicht nur Frankreich ist, wo die Bürger sich mit Rechten- oder Europakritischen Parteien gegen irgendetwas zu wehren versuchen. Da wird also etwas sein. Nur sehen mag es irgendwie keiner...
    Wie wenig Gedanken sich um das "warum" gemacht werden, finde ich wirklich krass. Deutlicher kann die Politik nicht zeigen wie egal ihr der Bürgerwille ist.
    Für mich ist Marine Le Pen nicht charismatisch, aber ich hab sie ja auch nicht gewählt
    Es herrscht eben diese große Unzufriedenheit in Frankreich (und nicht nur da), die vielen Arbeitslosen, die vielen Armen bei gleichzeitig auffallendem Reichtum; all dem steht Francois Hollande ratlos gegenüber. So einfach ist leider Wirtschaft nicht, wie er sich das villeicht noch vor dem Antritt des Präsidentenamtes vorgestellt hat. Mag sein, dass auch seine Persönlichkeit eine Rolle spielt. Er strahlt keinerlei Dynamik aus, kann den FranzösInnen nicht ein "lasst mich und mein Team arbeiten" vermitteln.
    Die Unsicherheit der Menschen fördert meist die Sehnsucht nach einer Führerpersönlichkeit mit einfachen, schnellen Lösungen.
    Würde Le Pen hier und jetzt in den Élysée-Palast einziehen, würden die Erwartungen an sie wohl schnell zurückgeschraubt werden müssen. So aber bleibt sie Opposition und eine starke dazu, was für Frankreich und Hollande nichts Gutes verheißt.
    Ich kann nur als Beispiel wieder die Regierungteilnahme der österreichischen Rechten von 2000 bis 2006 anführen. Nicht nur dass die wichtigsten Ämter im Staat flink umgefärbt wurden, bescherte uns die Rechte (FPÖ) die größten und teuersten Korruptions- und Bankenskandale der Zweiten Republik.
    Angetreten aber sind sie für "die Fleißigen und Tüchtigen", ich glaube, irgendwo mischte sich noch "ehrlich" dazu.
    Viele waren überzeugt vom Können und der Aufdeckermentalität der Partei und deren Führer Jörg Haider, der tatsächlich eine gewisse Ausstrahlung auf viele vor allem junge WählerInnen ausübte.
    Es gibt keine Übermenschen, die schnell alles auf die Reihe kriegen, auch nicht bei den Rechtspopulisten; mich wundert, obwohl ich es streckenweise verstehe, dass Erwachsene auf große Versprechungen und eine nationalistische, ausgrenzende Ideologie nach dem, was wir vom 20. Jahrhundert wissen, hereinfallen können.
    Ich hoffe und wünsche, dass die anderen Parteien sich wirklich und fundemental mit dem Verlust der Stimmen an Rechts auseinandersetzen.
    Ich hoffe, dass vermittelbar ist, was die europäische Idee darstellt und zwar nicht nur im Hinblick auf unsere Reisefreiheit, auf die Freiheit junger EuropäerInnen ihre Studienplätze im Norden, Osten oder sonstwo in der EU zu wählen, auf die Möglichkeit sich mit Menschen auszutauschen, die uns bis vor kurzer Zeit noch fremd waren, sondern im Hinblick darauf, dass uns das vorige Jahrhundert wegen nationalistischer Streitigkeiten in zwei Kriegen Abermillionen Tote und zerstörte Landstriche brachte.
    Die EU ist die Klammer, die uns locker zusammenhält, unsere nationalen Eigenheiten respektiert und bestimmt die nationalen Parlamente nicht unterdrückt.
    Ich bin überzeugt, die großen Fragen, die uns durch die Globalisierung gestellt werden, können leichter in einem Verband von Staaten als durch einzelne Länder beantwortet bzw. gelöst werden.
    Geändert von Inaktiver User (27.05.2014 um 17:40 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Europawahl

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Natürlich gibt es Schattenseiten, doch diese durch einen Rechtsruck lösen zu wollen - ich fange jetzt schon an, mich zutiefst zu schämen.
    Also, ich finde Du solltest Dich nicht schämen, warum, Du hast die doch nicht gewählt.
    Ich schäme mich nicht dafür was andere Leute machen.

    Bei mir löst es eher das Gefühl aus, verstehen zu wollen.
    Weil ich einfach nicht glaube, dass ein Viertel (oder etwa ein Achtel, wenn man die Nichtwähler hinzunimmt) der Franzosen auf einmal Nazis sind.
    Die gleichen, die vor ein paar Jahren noch ganz anders gewählt haben? Ich frage mich schon eher was dahinter steckt.

    Und ich wünsche mir von den Politikern vor allem in den Ländern wo es diese katastrophalen Ergebnisse gab, dass es kein 'Weiter so' gibt.

    Im Frankreich ist die gesamt UMP-Führung wohl zurück getreten - wegen Korruption.
    So eine Vorgeschichte kann natürlich die Wähler frustrieren.

    Auch Hollande scheint zu reagieren, er sagt "Europa müsse sich „zurückziehen, wo es nicht gebraucht wird“".

    Ich finde beide Reaktionen erst einmal sehr, sehr richtig.

    Nach Wahl-Schock in Frankreich: Hollande fordert Neuausrichtung Europas - Europawahl - FAZ

  5. Inaktiver User

    AW: Europawahl

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ich kann hinziehen, wo ich will, das ist ein Stück Freiheit und doch eigentlich schön.
    Das ist für mich so ziemlich der einzige, echte, wahrhafte Vorteil der EU.
    Allerdings kriege ich diesen Vorteil auch im Zusammenhang mit Ländern wie der Schweiz, die nicht einmal Mitglieder in der EU sind, sondern lediglich durch Verträge mit ihr verbunden. Aufs Wesentliche konzentrieren! - das ist meine Forderung, auch innerhalb der EU.

    Ich sehe keinen Vorteil darin, wenn irgendein dahergelaufener Holländer versucht den Franzosen (u.a.) den Rohmilchkäse madig zu machen, in der Hoffnung, dass sie dann halt Gouda kaufen werden, wenn sie keinen Roquefort oder Brillat Savarin mehr kriegen.
    Analoger Schwachsinn - siehe Teutsche Gurkenkrümmungsverordnung.
    Ich will da gar nicht einzelne Buhmänner in den Vordergrund schieben.
    Jedes der EU-Mitgliedsländer hat seinen eigenen Schwachfug. Aber warum sollte sich der gesammelte Schwachsinn in Brüssel durchsetzen dürfen? - und das dann mit Bindungswirkung für alle EU-Länder.

    Natürlich geht es auch um Werte und tatsächlich sind die Länder in der EU sehr unterschiedlich, trotz Ähnlichkeiten, man vergleiche Irland und Schweden, Kroatien und England.
    Wer hat die 'besten' Werte? Das wird wohl in jedem Land anders gesehen.
    Diesen gordischen Knoten haben wir doch im Handumdrehen durchschlagen: Niemand hat die besten Werte. Jeder hat seine eigenen Werte, und das soll auch so bleiben.
    Geändert von Inaktiver User (27.05.2014 um 17:57 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Europawahl

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du meinst also Lobbyismus hat einzig mit Brüssel zu tun und das Alleinstellungsmerkmal der EU? Und würde sich ändern, sollten wir wieder in einzelne Länder fallen, verschiedene Währungen haben und Grenzen?
    Meines Erachtens ist das nicht richtig.
    Es gibt nirgendwo so viele Lobbyisten wie in Brüssel. Einziger Konkurrent bei diesem Rekord: Washington D.C.
    Wie erklärst du dir das?

    Ich glaube, das hat einen guten Grund - nämlich, dass diese Leute dort sitzen, wo es sich richtig lohnt.
    Und wo lohnt es sich? - Dort, wo viel entschieden wird, bergeweise Papier geschoben wird, möglichst von einzelnen Hanseln mit wenig Fachwissen, großem Ego und wenig Verantwortungsgefühl.

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    AW: Europawahl

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    .....sondern im Hinblick darauf, dass uns das vorige Jahrhundert wegen nationalistischer Streitigkeiten in zwei Kriegen Abermillionen Tote und zerstörte Landstriche brachte.
    Sehr sehr wichtig!
    Und diese Kriege brachten zerstörte Kulturen und Kulturlandschaften und viel Elend für viele Menschen aufgrund verlorener Heimat und bereiteten den Boden für kommunistische und sozialistische Diktaturen und willkürliche Zusammenschlüsse von Menschengruppen in politische Einheiten.

    Und diese Kriege wurden angezettelt nicht nur wegen nationalistischer Streitigkeiten, sondern wegen imperialistischen Grosswahns, politischer und persönlicher Unfähigkeit von Herrschern, die nur dem Namen nach solche waren, und tiefen immer wieder geschürten Hass von Volksgruppen auf andere Völker.
    Geändert von Lukulla (27.05.2014 um 21:15 Uhr)
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

  8. Inaktiver User

    AW: Europawahl

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die EU ist die Klammer, die uns locker zusammenhält, unsere nationalen Eigenheiten respektiert und bestimmt die nationalen Parlamente nicht unterdrückt.
    Das klingt gut. Aber ist es so?
    Ich denke, dass das wieder so wird oder so bleibt, je nach Ansichtssache, wäre ein wesentliches Ziel.

  9. Inaktiver User

    AW: Europawahl

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Was mir auch nicht gefällt: Die 28 bisherigen Staaten sind in keiner Weise wirtschaftlich angeglichen. Trotzdem gibt es diesen unbändigen Willen zur Erweiterung. Die Krisenbewältigung wird verschleppt, die Schulden bestehen weiterhin, und das ganze Ding wird uns alle wieder einholen. Wer die Kosten dafür trägt, ist klar.
    Ein großer Fehler, die Staaten mit anderen Sozial- und Wirtschftsstandards so schnell aufzunehmen. Das geht auf das Konto der Industrie und der Banken, die auslagern bzw. expandieren wollten.
    Aber "unbändiger Wille zur Erweiterung"? Ich glaube, derzeit steht nichts an.

  10. Moderation

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    AW: Europawahl

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und nicht durch irgendeinen dahergelaufenen Holländer den Franzosen den Rohmilchkäse madig machen wollen, in der Hoffnung, dass er dann halt Gouda kaufen wird, wenn er keinen Roquefort mehr kriegt.
    Analogen Schwachsinn gibt es natürlich auch aus anderen Ländern - siehe Teutsche Gurkenkrümmungsverordnung.
    Also komm, das sind überholte Beispiele, aber gerne immer noch zu populistischen Zwecken gebraucht.
    Ein bissel hochwertiger darf's schon sein bei den Gegenargumenten.

    Den Roquefort will sicher niemand abschaffen (da kennst du die Franzosen schlecht), die Gurke war gestern. Worum es geht, sind die kleinen Handerzeuger und Betriebe, die zur EU-gerechten und legalen Produktion aufwendig in hygienisch einwandfreie Produktionsstätten investieren müssen, sich das oft nicht leisten können und das Handtuch werfen. Roquefort wird's geben, aber in sehr einheitlicher Qualität. Auch nicht das Gelbe vom Ei.
    *
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