Warum soll ein Mann, der 1.600 € netto verdient, keine drei Kinder haben, bzw. warum wird dies als Fehlplanung betrachtet?
Zum Einen ist es so, dass er möglicherweise zusätzlich (neben dem Kindergeld in Höhe von 558,00 €) Anspruch auf Wohngeld bzw. Lastenzuschuss hat. Damit hätte die Familie auch die Möglichkeit, Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BUT) zu beziehen.
Desweiteren könnte er einen Antrag auf Kinderzuschlag stellen. Kann bis zu 140,00 Euro pro Kind ausmachen. Aber ich denke, dass er dafür zu viel verdient. Die Bewilligung von Kinderzuschlag bedeutet übrigens auch, dass man Anspruch auf BUT-Leistungen hat.
Egal wie: Falls die Kinder in einer intakten und liebevollen familiären Umgebung aufwachsen, ist doch alles gut, oder?
Ich bin mit drei Geschwistern aufgewachsen, mein Vater war Arbeiter, hat damals um die 3.000 DM monatlich verdient. Wir hatten nicht viel, sind nie in Urlaub gefahren. Auch konnte ich manchmal nach der Schule kein Eis oder keine Pommes essen, andere Kinder mit wohlhabenderen Eltern konnten sich das leisten, da sie viel mehr Taschengeld bekamen.
Aber: Bei uns ist aus allen Vieren "etwas geworden", alle haben eine Ausbildung gemacht bzw. studiert. Warum auch nicht, wenn die Erziehung gut ist, aber nicht das große Geld da ist? Hier in Deutschland ist das möglich, wenn nur die Eltern die Kinder entsprechend fördern. Staatliche Unterstützung gibt es genügend.
Ich unterstütze übrigens die Forderungen der Streikenden.
Was ich nicht unterstütze, worauf man aber keinen Einfluss hat: Erwachsene, die nie im Leben gearbeitet haben oder arbeiten werden, aber viele Kinder in die Welt setzen. Diese Kinder werden oftmals mit einem "Hartz-IV-Lebensmodell" sozialisiert und haben aufgrund ihrer Herkunft einfach schlechtere Startbedingungen - Chancengleichheit ist doch in diesem Fall der pure Hohn.
Aber ein Mann, der für sein Geld arbeitet, und den Kindern wenigsten in Sachen Arbeit ein Vorbild ist, sollte doch genügend verdienen (und ggf. zusätzliche staatliche Transferleistungen bekommen), so dass die Familie ein Auskommen hat.
Antworten
Ergebnis 61 bis 70 von 672
-
27.03.2014, 19:39Inaktiver User
AW: Streik - 1600 netto und 3 Kinder ? Warum ?
-
27.03.2014, 21:16Inaktiver User
AW: Streik - 1600 netto und 3 Kinder ? Warum ?
Genau mit Deinem Schlußsatz, Eatdrinkmanwoman, ist es keine Fehlplanung. Das Stichwort heißt wieder einmal Selbstverantwortung. Was nicht heißt, daß es nicht auch Hilfen geben kann und sollte. Hast Du ja alles angesprochen, und meines Erachtens ziemlich gut auf den Punkt gebracht.
-
27.03.2014, 23:50
AW: Streik - 1600 netto und 3 Kinder ? Warum ?
Ne garnicht, Wirtschaft besteht ja quasi losgelöst von der Gesellschaft und hat Null Verantwortung.
Du sprichst kleinere Betriebe an. Ja die muss Frau meiden. Befristeter Vertrag. Schwanger. Kann am ersten Tag nach Wiederkehr gekündigt werden.
Da müssen die Betriebe ihre Fachkräfte eben aus 50% weniger Auswahl suchen oder offen familienfreundlich sein, denn immernoch haben die meisten Angestellten + Chef Familie. Muss man schauen wie und wo wer seine Prioritäten setzt. Und wen sich die qualifizierten aussuchen.
Für die anderen wie z.B. die im Eingangspost erwähnten gilt. Familienvater steckt in der alten Ernährerrolle drin und ist wunderbar erpressbar. Würd er mal nicht in der Ernährerrolle drinstecken…aber in der Hinsicht fällt das Wort Eigenverantwortung nicht…weil die Steuer für die alte Rollenverteilung ja so wunderbar praktisch ist und ihm praktisch vorgibt was er zu tun hat und was staatlich als das beste Lebensmodel "steuerlich ausgezeichnet" wird. Doof.
Ich find die Streiks gut.
-
28.03.2014, 07:55
AW: Streik - 1600 netto und 3 Kinder ? Warum ?
Hallo Farmelli,
sofern diese 3 Kinder nicht aus sozial schwachen Familien kommen, daraus resultierend schlechtere Bildungschancen haben (so soll ja erwiesen sein) und dann als Arbeitslose weiter von der Allgemeinheit/dem Staat getragen werden müssen. Die Rechnung viele Kinder ernähren viele Rentner kann aufgehen, muss aber nicht, wenn Bildung/Ausbildung/Studium sich nicht mehr lohnt, da ja der Staat ohnehin für alle aufkommen soll (schöne Vorstellung von VanDyck).
LG
-
28.03.2014, 08:08
-
28.03.2014, 08:17Inaktiver User
AW: Streik - 1600 netto und 3 Kinder ? Warum ?
Ich dachte früher ähnlich. Georg Schramm bringt das was ich derzeit für mich als Wahrheit ansehe auf den Punkt.
https://www.youtube.com/watch?v=IprS6CNPjr8
-
28.03.2014, 08:33Inaktiver User
AW: Streik - 1600 netto und 3 Kinder ? Warum ?
Ich hab mir den ersten Teil des Videos angeschaut (bis zu den Vorschlägen). Ich finde, es ist viel Wahres dran. Mich stört allerdings, dass den "Dicken, Dummen, Ekligen" die eigene Denkfähigkeit/Entscheidungsfähigkeit abgesprochen wird. Es ist ja nicht so, dass der Staat sie mit Bier und Burgern vollstopfen würde. Sie tun das schon auch selbst. Die Kritik wäre berechtigt, wenn frisches Gemüse, überhaupt gesundes Essen, unerschwinglich wäre. Aber zumindest hierzulande ist es immer noch günstiger, einen Wirsingeintopf oder eine Kartoffelsuppe für die ganze Familie zu kochen, als Burger und Pizza zu kaufen. Einen Zwang gibt an dieser Stelle also nicht.
-
28.03.2014, 08:41Inaktiver User
AW: Streik - 1600 netto und 3 Kinder ? Warum ?
Du siehst das Ganze immer sehr einseitig und nur aus der Arbeitnehmerrolle.
Nehmen wir mal ein fiktives Beispiel.
Jemand hat eine Idee, nimmt einen Kredit auf, investiert viel Zeit, stellt zehn Leute ein und versucht etwas daraus zu machen.
Die wenigsten verdienen sich in dieser Größenordnung eine goldene Nase, jedenfalls nicht die ersten Jahre. Wenn nur ein Drittel seiner Angestellten nach zwei Jahren in den Mutterschutz geht oder nur noch Teilzeit arbeiten kann oder die Väter temporär ausfallen, bekommt er vermutlich ein großes Problem (ist einem Bekannten von mir so ähnlich passiert).
Im schlimmsten Fall ist er pleite, Hat ne Menge Schulden am Hals, seine restlichen Leute verlieren auch ihren Job ...
Es ist immer einfach zu sagen das Risiko tragen die anderen, mir soll man aber alle Möglichkeiten bieten mich familiär und beruflich zu entfalten. Das kann es aber nicht sein. Ich würde mir schon aus diesen Gründen dreimal überlegen ob ich mich selbsständig mache.
Ich stimme zu, dass Politik und Wirtschaft (unter bestimmten Rahmenbedingungen) auch ihrem Teil dazu beitragen müssen, aber das sollte dann auch gerecht und realistisch umsetzbar sein.
-
28.03.2014, 08:43Inaktiver User
AW: Streik - 1600 netto und 3 Kinder ? Warum ?
zustimmung.
dieses schreien nach dem staat macht es auch nicht besser.
ich denke sogar, dass die zukunft so sein wird, dass man a u c h in deutschland ( in irland ist es bereits so) 2 wenn nicht sogar 3 arbeitsplätze braucht, um überhaupt über die runden zu kommen.
und ich stimme dir auch zu, wer mit seinem gehalt keine 3 kinder allein grossziehen kann, soll auch bitte keine 3 kinder in die welt setzen und dann rumjammern.
komisch, dass gerade leute, die ein sehr hohes einkommen haben, genau umgekehrt denken.
-
28.03.2014, 08:45Inaktiver User
AW: Streik - 1600 netto und 3 Kinder ? Warum ?
Tja, das ist so ne Sache beim Menschen.
Die meisten, die hier sich jeden Tag Fleisch reinziehen würden das nicht machen wenn sie selbst schlachten müssen.
Die meisten würden das nicht machen wenn sie einen índustriellen Schlachthof von Innen sehen würden.
Viele rauchen und wissen genau, daß sie sich damit schädigen.
Viele Frauen schmieren sich Zeugs ins Gesicht und würden das wahrscheinlich eklig finden wenn sie bei den Tierversuchen selbst Hand anlegen müssten.
Und die Industrie zielt mit ihrer Werbung genau auf die Schwächen ab, sind ja psychologisch gut erforscht. Das sind Menschen, die glauben, daß ne Kuh lila ist und das ein Kinderschokoriegel mehr Vitamine enthält wie Gemüse und Obst.
Und wenn Du Dir mal offenen Auges die Größenverhältnisse im Supermarkt anschaust, Frischebereich, Fertiggerichte und Konserven, Süsswarenbereich, dann wirst Du feststellen, daß ca. 10% auf den Frischhalte-, 60% auf den Fertiggerichte- und 30% auf den Süssigkeitenbereich entfällt.
Da tun sich schon Leute schwer, die bewußt einkaufen und leben.
Es wird keinem die Denkfähigkeit abgesprochen aber es liegt im menschlichen Dasein begründet, daß denken alleine noch keine Handlungsänderung nachsich zieht und es wäre zu einfach zu sagen, selbst schuld Eigenverantwortung. Es haben vor allem die Verantwortung, die gezielt diese Schwächen auch ansprechen und für ihre Zwecke ausnutzen.


Zitieren
