Ich hab jetzt nicht alles gelesen.
Manchmal erwische ich mich dabei wie ich unsere ausländischen Nachbarn um ihre Traditionen beneide.
Ehrlich, manchmal gruselts mich wenn ich zum Beispiel wie letztens in einer Frauenclique höre, dass sogar das Geld für ne Grabstelle als Quatsch bezeichnet wird.
Und auf meinen Einwand, ja, deine Verwandten wollen doch aber vielleicht ne Stelle zum Trauern?
Ach, denen geb ich lieber das Geld, da können die mehr mit anfangen.
Das sind keine Einzelfälle mehr.
Ich fürchte auch, wir Deutschen funktionieren bald nur noch.
Was mich betrifft, ich mach da jedenfalls nicht mit.
Nicht aus Protest, aber um nicht meine Identität zu verlieren.
Und irgendwie empfinde ich es auch als Verpflichtung zumindest den Versuch zu unternehmen was weiter zu geben.
An meine Kinder oder Enkelkinder.
Außerdem verbinden Traditionen.
Fremd fühle ich mich insofern manchmal wenn ich dann in Diskussionen denke: kommste vom anderen Stern?
Das hat für meinen Geschmack aber nichts mit dem zunehmendem Ausländeranteil zu tun.
Eher mit dem zunehmenden Materialismus.
Antworten
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26.03.2014, 16:48Inaktiver User
AW: Ich fühle mich in Deutschland mittlerweile fremd...
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26.03.2014, 16:57Inaktiver User
AW: Ich fühle mich in Deutschland mittlerweile fremd...
Mh. Deutschland ist nicht die einzige junge Nation Europas. Man könnte sich ebensogut fragen, was denn typisch italienisch ist. In Spanien, Frankreich und England gibt es vielleicht mehr nationaltypische Merkmale, weil die Nationen älter sind und (besonders Frankreich und Spanien) recht straff zentral regiert wurden und werden. Aber selbst diese drei haben sehr unterschiedliche Regionen mit unterschiedlichem Menschenschlag, teilweise auch unterschiedlichen Sprachen.
Wer glaubt, nach irgendwelchen Nationalmerkmalen oder Charakteren oder sonstigem "Typischen" ernsthaft suchen zu müssen, sollte bei der Völkerwanderung anfangen, finde ich. Irgendwann wird dann klar, wie sinnlos das Unterfangen wirklich ist...
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26.03.2014, 17:00
AW: Ich fühle mich in Deutschland mittlerweile fremd...
Mir fällt tatsächlich was ein.
Etwas, was ich kritisch sehe: Obrigkeitsdenken, oder evtl. in neudeutsch ein gewisser verdeckter Glauben an eine zwei oder mehrklassige Gesellschaft bzw. Ordnung…das fällt z.B. im Arbeitsumfeld auf. Deutsche Firmen sind wesentlich hierarchischer aufgebaut als z.B. - jetzt bitte nicht sofort auf mich einhacken wegen des Vergleichs - niederländische. Irgendwie hängt das irgendwo in der Grundsubstanz…vielleicht so: "eine Hierarchie ist wichtig, aber bitte nicht zuuuu vertikal, aber aufgeben wollen wir sie nie und nimmer."
und was positives:
Der Mauerfall und die deutsche Wiedervereinigung und die Öffnung zu einem gemeinsamen Europa, das hat einiges an Identität gegeben und war damals als Teeny immens beeindruckend, fand ich. Da war halt mal kurz eine der längsten Mauern der Welt…und die ist weg …. ohne dass hundertausende von Leuten erschossen wurden. Ziemlich cool.Geändert von _Farmelli (26.03.2014 um 17:07 Uhr)
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26.03.2014, 17:00Inaktiver User
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26.03.2014, 17:04
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26.03.2014, 17:09Inaktiver User
AW: Ich fühle mich in Deutschland mittlerweile fremd...
Es gibt auch andere relativ junge Nationen, die sich fragen, was ihre Identität ausmacht. Diese Aussage stimmt also nicht.
Typisch deutsch ist es vielmehr, als Deutsche(r) über Dinge bzw. Menschen, die einem missfallen, abfällig "typisch deutsch!" zu sagen.
Diese Selbstverachtung gibt es nirgendwo sonst.
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26.03.2014, 17:10
AW: Ich fühle mich in Deutschland mittlerweile fremd...
Nein und Nein - auf welcher Wolke lebst du denn?
Ich habe ein großartiges Verhältnis zu meinen Nachbarn, und meine Freunde und ich sind extra in die selbe Nachbarschaft gezogen um Nachbarn zu sein.
Kommunikation finden zusätzlich über den Computer statt - und das ist auch sehr gut so und vorallem äußerst praktisch.
Du pauschalisierst in einer Art alten Leute-Manier, dass es einem wirklich schlecht wird. Alles scheiße und früher war alles soviel besser. NEIN war es nicht. Nur mehr Lametta...
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26.03.2014, 17:10
AW: Ich fühle mich in Deutschland mittlerweile fremd...
Früher war alles besser, früher war alles gut…
Ach ja: heute darf man nicht mehr stagediven, das war wirklich früher besser.
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26.03.2014, 17:12
AW: Ich fühle mich in Deutschland mittlerweile fremd...
Manchmal ganz amüsant, letztes Jahr fragte eine Frau um Rat beim putzen hier in diesem Forum - dabei erwähnte sie, dass sie schon ein Buch aus Amerika gekauft hat um tips zum putzen zu bekommen.
Spricht man in der Brigitte von einem gut aussehenden Mann ist er bestimmt Amerikaner, empfiehlt man ein Buch ist es amerikanisch.
Oft ist es nicht wichtig was man schreibt - Hauptsache man schmeisst ein paar englische Brocken rein, ob es passt oder nicht.
Amerika setzt den Trend und Deutschland rennt hinterher - eigene Schuld.
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26.03.2014, 17:16


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