Bei solchen Sätzen sag ich ja immer:
überlassen wir die Beurteilung dem geneigten Leser, ob ich dir in meinem Beitrag 813 'die Worte im Mund herumgedreht' habe, wie du nun schreibst, oder ob du einen unseriösen Diskussionsstil verfolgst.
Paul Kirchhof ist ja der 'Herr Professor aus Heidelberg'.Im von mir eingestellten Link werden die Ausuferungen und Ungerechtigkeiten im Steuersystem thematisiert (Überschrift: Paul Kirchhof über Willkür und Übermaß im Steuerrecht).
Kirchhof hat an der Universität Heidelberg einen Lehrstuhl für Staatsrecht inne und ist Direktor des Instituts für Finanz- und Steuerrecht. Von 1987 bis 1999 war er Bundesverfassungsrichter.
Er wäre mglw. bei entsprechendem Wahlergebnis bei den Bundestagswahlen 2005 für die CDU Bundes-Finanzminister geworden - in einer Zeit, als die CDU voll auf dem marktliberalen und marktradikalen Trip war.
Wäre es nach den Vorstellungen von Herrn Kirchhof gegangen, dann hätten Großverdiener und Multimillionäre in Zukunft nur noch 25% Einkommenssteuer bezahlt!!
Herr Kirchhof ist nun wirklich der Letzte, den man nennen sollte, wenn man Ungerechtigkeiten im Steuersystem anprangert - denn diese Ungerechtigkeiten gibt es aus meiner Sicht allerdings.
VanDyck
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Thema: Uli Hoeneß Prozess
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27.03.2014, 08:08
AW: Uli Hoeneß Prozess
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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27.03.2014, 09:05
AW: Uli Hoeneß Prozess
Wenn jemand absolut mehr verdient, soll er auch absolut mehr Steuern zahlen. Aber warum auch noch prozentual mehr?
Und das ist ja bereits so geregelt, dass auch prozentual mehr gezahlt werden muss.
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27.03.2014, 09:06
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27.03.2014, 09:08Inaktiver User
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27.03.2014, 09:27
AW: Uli Hoeneß Prozess
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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27.03.2014, 09:56
AW: Uli Hoeneß Prozess
Ob das so offensichtlich ist, weiß ich nicht

Zu meinem Post: ich glaube viele Leute machen sich gar keinen Kopp mehr, was der Unterschied zwischen absolut und prozentual ist.
Für viele Leute scheint das gleich zu sein. Daher finde ich dieses automatische "ungerecht" bei der Debatte absolut und prozentual zu reflexhaft.
Zu der Debatte hier: im Gesetz ist es geregelt, wie es nunmal geregelt ist, da finde ich nicht, dass sich irgendjemand über das hinweg setzen sollte, weil er es ungerecht findet.
Ob dieser Unterschied die Motivation für UH war, weiß ich nicht, wie gesagt, ist das auch egal, er hat sich an die Gesetze zu halten, wie jeder andere.
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27.03.2014, 10:07Inaktiver User
AW: Uli Hoeneß Prozess
nun kommt der uli hoeneß zu recht ins gefängnis.
aber was ist mit allen anderen, die mit verdient haben, die das ganze forciert haben?
es ist doch nicht damit getan einen sündenbock zu finden und gut is.
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27.03.2014, 12:33
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27.03.2014, 12:51
AW: Uli Hoeneß Prozess
Hat auch nicht direkt was mit UH zu tun.
Trotzdem die OT-Antwort:
Als ich vorgestern Abend den Sternartikel (Die Gierigen) las, stieß ich auf eine Textstelle, in der Maschmeyer sagte, dass er eben genau drauf achtet, was legal ist, weil er jeden morgen unbesorgt aufstehen will und nicht die Steuerfahnder vor der Tür haben möchte - im Gegensatz zu UH.
Die Begründung, warum er das macht und es auch noch völlig normal (Zocken = OK) findet, so zu denken, hat mich ein bisschen aufgeregt, deshalb mein Beitrag vorgestern. ;-)
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27.03.2014, 13:03Inaktiver User
AW: Uli Hoeneß Prozess
Das ist richtig.
Sofern man nur von Zinsrechnung ausgeht, die im ersten Monat/Quartal/Halbjahr/Jahr (je nach Vereinbarung) einen linearer Zuwachs in der Anlage überschüssigen, nicht eigenverbrauchten Kapitals angeht.
Im nächsten Abschnitt kommt zu dem Zins noch der Zinseszins hinzu.
Das wissen wir alle und ist ja auch klar.
Nun kommt man aber an den Punkt, wo lineare Rechnungen - das heißt die Anwendung des Begriffs relativ/prozentual - in Frage gestellt werden könnten, denn der Zinseszins bewirkt KEINEN linearen Verlauf, sondern einen exponentiellen.
Allein deshalb könnte man auf die Idee kommen, daß eine relative Besteuerung nicht ganz gerecht sein könnte - unabhängig von moralischen, kapitalismuskritischen oder gar sozialistischen Anwandlungen
Nein, rein mathematisch ergeben sich hier bereits Probleme.
Bei großen Kapitalanlagen hat man also innerhalb kürzerer Zeit das Problem, daß eine gewaltige Summe vervielfacht werden kann. Hier könnte man eine kleine persönliche Note unterbringen - diese mathematische Gegebenheit ist die Triebkraft für das Entwickeln und die teils kontraproduktive Umsetzung von Gier.
Nun ist es so, daß der Kapitalismus von Angebots- und Nachfragegesetzen reguliert werden sollte.
Die Nachfrage bricht unter solchen Umständen ein, denn in der Praxis entwickeln sich wenige, die viel haben, und viele, die wenig haben. Die Kaufkraft läßt mit zunehmender Zeit (in Relation zur Produktivität, Lohnerhöhung etc. blabla) also relativ gesehen immer mehr nach.
Aus ökonomischer Sicht ist das schädlich für beide Seiten. Wenig Anlagemöglichkeiten einerseits, weniger Nachfrage andrerseits.
Hier müssen also keine ideologischen Keulen geschwungen werden; die logischen reichen aus, um zu beweisen, daß eine rein prozentuale Steuerabgabe zu Ungerechtigkeit führen kann bzw. in der Praxis im Zusammenhang mit dem Zins auch führt.



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