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  1. Inaktiver User

    AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten

    Der Name Alice Schwarzer ist von dir viele Male verwendet worden. Names Dropping?

    Was soll das überhaupt sein? Hat dieses hohle Wort auch einen Inhalt, oder genügt es, dass es amerikanisch ist?
    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen
    Ich denke durchaus, dass sich Scholllatour sehr bewusst in letzter Zeit dafür entscheidet auf welchen Podien er spricht. Er weiß auf jeden Fall was er tut.
    Peter Scholl-Latour ist Jahrgang 1924, also 90 Jahre alt. Neunzig!
    In einem solchen Alter kann es durchaus sein, dass man eigene Prioritäten setzt.


    Auskennen tut er sich durchaus darin, dass er weiß, wohin die Reise seiner Meinung nach gehen soll.
    Mitleid kriegt man umsonst, Neid muss man sich erarbeiten.

    Scholl-Latour, der gleichermaßen Französisch wie Deutsch spricht, ist einer der bekanntesten Journalisten diesseits und jenseits des Rheins. Der ehemalige Jesuitenschüler hat an der Sorbonne in Politologie promoviert und in Beirut Arabistik studiert.
    Im Zweiten Weltkrieg wurde er, der Halbjude, auf dem Weg zu den jugoslawischen Partisanen von der Gestapo inhaftiert. Gleich nach dem Ende des 2. Weltkrieg meldete er sich zu einer Fallschirmjäger-Einheit nach Indochina ...
    Einer so schillernden Persönlichkeit fällt es leicht Kontakte und Freundschaften zu knüpfen. Scholl-Latour stehen in vielen Ländern rund um den Erdball die Türen von Politikern, Revolutionsführern und Intellektuellen offen.

    In mehr als einem halben Jahrhundert ist er als Journalist geradezu eine Institution geworden.
    Das liegt nicht nur an seiner spannenden Erzählweise, sondern vor allem daran, dass seine politischen Einschätzungen sich über Jahrzehnte hinweg überdurchschnittlich oft als richtig und weitblickend erwiesen haben.
    Er hat gute Kontakte zu Leuten aufgebaut, die für andere Journalisten außer Reichweite sind. Die hohen "Trefferquoten" seiner politischen Analysen beruhen aber auch darauf, dass er IMMER die historische Einbettung einer Situation berücksichtigt und die lokale Kultur erforscht, statt aktuellen Eintagsfliegen nachzujagen, wie das die allermeisten Journalisten zu tun pflegen.
    Geändert von Inaktiver User (22.04.2014 um 20:35 Uhr)

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    AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten

    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen
    Aber ich schätze mal, dieses wie auch viele andere dieser Posts im Strang und in so vielen Foren gehört zum neuen "Name Dropping"…
    Komisch, was Du mir da unterstellst.

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    AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Scholl-Latour, der nicht nur gleichermaßen Französisch wie Deutsch spricht, sondern darüber hinaus Arabisch studiert hat, ist einer der bekanntesten Journalisten diesseits und jenseits des Rheins. Ihm stehen in vielen Ländern rund um den Erdball die Türen von Politikern, Revolutionsführern und Intellektuellen offen. In den fast 70 Jahren seiner journalistischen Tätigkeit ist er fast zur Institution geworden - was nicht zuletzt daran liegt, dass er Kontakte zu Leuten hat, die für andere Journalisten nicht erreichbar sind, und daran, dass seine politischen Einschätzungen sich über Jahrzehnte hinweg immer wieder als richtig erwiesen haben.
    Ich habe ihn als "Bad-Literatur" gelesen (im Bad war ein kleines Regal mit Lesestoff, auch Philip Rosenthal, allg. Geschichtsbücher, Kriegsbücher, Fachzeitschriften). Kaum konnte ich lesen, las ich die Bad-Literatur.
    Hat aber nicht viel genutzt ;-). Mein politisches Interesse stand lange hintan ;-).

  4. Inaktiver User

    AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja, natürlich weiß ich, dass die meisten Gegner des derzeitigen syrischen Regimes keine Demokraten sind, was nichts daran ändert, dass Assad auch keiner ist.
    Der Unterschied liegt darin, dass Assad ein säkularer Mensch ist, und seine Gegner in überwiegender Mehrheit eben nicht.
    Es hat schon seine Gründe, warum nicht nur die Mehrheit der Bevölkerung, sondern gerade auch Christen u.a. religiöse Minderheiten an Assad festhalten. Er war über viele Jahre ein Garant des friedlichen Zusammenlebens verschiedener Religionen.

  5. Inaktiver User

    AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hier ein witziger Beitrag über Scholl-Latour aus einem Spiegel von 2012:
    Nah|ost|experte
    Von wem die Notiz stammt: Stefan Niggemeier. DER Niggemeier.

    Kennst du nicht?

    Macht nichts. Den kennt keiner.

    Wikipedia schreibt über ihn:

    Auf seiner eigenen Website betreibt Niggemeier ein (...) Blog. Über das Bloggen schrieb er: „Für mich ist es eine Sucht. Ein unstillbarer Hunger nach Aufmerksamkeit. Oder, um es positiver und weniger egozentrisch zu sagen: nach Kommunikation.“

    Jepp.

  6. Inaktiver User

    AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der Unterschied liegt darin, dass Assad ein säkularer Mensch ist, und seine Gegner in überwiegender Mehrheit eben nicht.
    Es hat schon seine Gründe, warum nicht nur die Mehrheit der Bevölkerung, sondern gerade auch Christen u.a. religiöse Minderheiten an Assad festhalten. Er war über viele Jahre ein Garant des friedlichen Zusammenlebens verschiedener Religionen.
    Deine Vereinfachung komplizierter Zusammenhänge ist umwerfend.
    Noch nie etwas von Geheimpolizei, angepasster Presse und Furcht vor Repressalien gehört?
    Deswegen, weil seine Gegner nicht regierungsreif sind, muss niemand Assad für beliebt halten. Er ist an der Macht und die Mittel, mit denen er sich dort hält, sind alles andere als demokratisch. Irgendwann soll er ja einmal davon geträumt haben, mit dem Einverständnis des Volkes zu regieren. Vermutlich hat er gemerkt, dass in so einem Fall nicht alles durchgesetzt werden kann, und nun befindet er sich da, wo er ist: im Krieg.

  7. Inaktiver User

    AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Deine Vereinfachung komplizierter Zusammenhänge ist umwerfend.
    Meine? - Oder eher deine?

    Noch nie etwas von Geheimpolizei, angepasster Presse und Furcht vor Repressalien gehört?
    Deswegen, weil seine Gegner nicht regierungsreif sind, muss niemand Assad für beliebt halten.
    Demokratie in Syrien, ein freieres und besseres Leben für die Menschen?
    Und die Heilsbringer sind ausgerechnet Länder wie Türkei, Saudi-Arabien und das Land, das Syrien auf eine schwarze Liste potenzieller Militärziele gesetzt hatte ("Achse des Bösen") ??
    Verblüffend, dass es immer noch Leute gibt, die glauben, dass diese denkwürdige Allianz für Syrien etwas Gutes will.

    Nur weil Assads Regierung in Syrien autoritär ist, muss das nicht heißen, dass er unbeliebt ist.
    Nur weil eine Minderheit mit seiner Regierung nicht einverstanden war, heißt das nicht, dass auch die Mehrheit nicht einverstanden ist.
    Hinter Assad stand zu Beginn des Stellvertreterkrieges die Mehrheit der Bürger, und wer weiß, wie viele derzeit hinter ihm stehen. Wenn ein Land sich bedroht fühlt, schließen sich die Reihen ja oft erst recht hinter einem "starken Mann".
    Viele von denen, die du wahrscheinlich für Oppositionelle hältst, sind zudem Kämpfer aus dem Ausland.

    Als Assad syrisch-orthodoxe Christen zum Osterfest besucht hat (wieviele Regierungschefs islamischer Länder machen das eigentlich?), da hat er übrigens angekündigt, dass er bei den kommenden Wahlen wieder kandidieren wolle.
    Daraufhin gab es prompt zwei neue angebliche Giftgasanschläge, die selbstredend Assad zugeschrieben werden. Na, und die Türkei wollte ja bekanntlich sogar einen Nato-Verteidigungsfall türken.
    Wenn es nicht so zynisch wäre, wäre es geradezu amüsant.

    Du scheinst die Syrer wirklich für komplett blöd zu halten. Selbst diejenigen - nein: gerade diejenigen, die sich in Syrien mehr Freiheit gewünscht haben, werden nicht Dschihadisten vorziehen, wenn sie einen säkularen Präsidenten haben können - und sei es auch nur als geringeres Übel.

    Er ist an der Macht und die Mittel, mit denen er sich dort hält, sind alles andere als demokratisch. Irgendwann soll er ja einmal davon geträumt haben, mit dem Einverständnis des Volkes zu regieren. Vermutlich hat er gemerkt, dass in so einem Fall nicht alles durchgesetzt werden kann, und nun befindet er sich da, wo er ist: im Krieg.
    Also hat deiner Meinung nach Assad den Krieg angefangen, oder wie soll ich das verstehen?
    Geändert von Inaktiver User (23.04.2014 um 01:01 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Er war über viele Jahre ein Garant des friedlichen Zusammenlebens verschiedener Religionen.
    Das ist doch mal ein fetter Euphemismus.

  9. Inaktiver User

    AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Meine? - Oder eher deine?

    Demokratie in Syrien, ein freieres und besseres Leben für die Menschen?
    Und die Heilsbringer sind ausgerechnet Länder wie Türkei, Saudi-Arabien und das Land, das Syrien auf eine schwarze Liste potenzieller Militärziele gesetzt hatte ("Achse des Bösen") ??
    Verblüffend, dass es immer noch Leute gibt, die glauben, dass diese denkwürdige Allianz für Syrien etwas Gutes will.
    Wer glaubt das? Ich nicht.
    So wenig, wie ich glaube, dass Russland eine freie Ukraine wünscht.

  10. User Info Menu

    AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es hat schon seine Gründe, warum nicht nur die Mehrheit der Bevölkerung, sondern gerade auch Christen u.a. religiöse Minderheiten an Assad festhalten.
    Hm, können wir das wirklich gut beurteilen?
    Alawiten und auch die Christen sind meiner Kenntnis nach eine verhältnismäßig kleine Minderheit in Syrien und vermutlich fürchten beide nun zu Recht um ihre weitere Existenz in diesem Land, sollten radikale Sunniten letzten Endes "siegen" oder auch nur eine lange Fortsetzung des Bürgerkrieges mitverantworten.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Er war über viele Jahre ein Garant des friedlichen Zusammenlebens verschiedener Religionen.
    Vorher gab es in dem Sinne keinen Bürgerkrieg, ja.
    Und wahrscheinlich ist kaum etwas scheußlicher als jahrelang diesen Bedrohungen ausgesetzt zu sein.
    Es im Umkehrschluß so darzustellen, als hätte vorher reinste Harmonie und Friede, Freude, Eierkuchen geherrscht, finde ich dennoch etwas merkwürdig.
    Jahrzehntelange "Stabilität durch eiserne Faust" scheint mir jedenfalls auch kein so anstrebenswerter und um jeden Preis zu erhaltender Zustand.
    War nicht auch das ein oder andere Problem in den Libanon ausgelagert/exportiert?

    lg lenita

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