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  1. Inaktiver User

    AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich halte sie eher für blauäugig und denke, hätte sie Macht, würde sie rasch in der Realität ankommen (müssen).
    Ich befürchte das Porzellan, das zerschlagen wird, ehe solche Leute merken, dass es so nicht geht - wenn sie es überhaupt jemals merken.:grmpf

    Im Übrigen bin ich als Grünenwählerin der ersten Stunde so was von sauer über die Reaktionen grüner Politiker. Allerdings habe ich inzwischen schon bei zwei Wahlen (Landtag und Bundestag) davon Abstand genommen, sie zu wählen.

  2. Inaktiver User

    AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ganz im Ernst: Solche Prinzipienfundamentalisten wie Frau G.-E. fürchte ich weitaus mehr als Machtpolitiker wie Putin. Glücklicherweise hat sie wenig Macht.
    Prinzipienfundamentalist ist (bedauerlicherweise zwar) ein wichtiges Wort. Das wird sicher das Wort des Jahres.

    Ich finde, Du hast Recht, denken, und am besten noch selber denken ist allemal besser.
    Geändert von Inaktiver User (19.03.2014 um 13:38 Uhr)

  3. User Info Menu

    AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich finde den Schulterschluß mit den offenbar Faschisten in Kiew bedenklich, egal von wem, seien es die USA, Europa, Deutschland. Das sollten sie nochmal überdenken. - Und tun sie ja auch, auch das hat man von Mißfelder bei Anne Will herausgehört. Und nicht nur von ihm, wie ich finde.
    Putin tut übrigens auch nicht viel gegen die Rechtsextremen in seinem eigenen Land, wenn Ausländer oder Homosexuelle verfolgt werden. Die ganze Argumentation von Putin bezüglich der Ukraine und der Krim ist so dermaßen schief, dass es selbst dem Dümmsten auffallen müsste.
    Was im übrigen natürlich auch richtig ist, dass die USA und die EU auch massenhaft Fehler machen.

  4. Inaktiver User

    AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Im Übrigen bin ich als Grünenwählerin der ersten Stunde so was von sauer über die Reaktionen grüner Politiker. Allerdings habe ich inzwischen schon bei zwei Wahlen (Landtag und Bundestag) davon Abstand genommen, sie zu wählen.
    Die Grünen sind ratlos, leider, und nicht nur die deutschen.

  5. Inaktiver User

    AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Grünen sind ratlos,
    Wenn man ratlos ist, ist die logische Konsequenz, alle Blickwinkel erstmal zu diskutieren, zu betrachten, wie wir das hier beispielsweise tun (da könnten sie mal reinschauen ). In Ratlosigkeit eine Meinung abzugeben ist sinnfrei.

  6. Inaktiver User

    AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der verbale Ausrutscher von Frau Nuland
    dürfte die Bedeutung der Verärgerung über die Nutzlosigkeit der EU für die Erfüllung der amerikanischen Wünsche in der Ukraine-Krise treffend in Worte gefasst haben.
    Mach dir da mal keine Illusionen ...
    Die EU ist den USA gegenüber sehr gefügig. Auch die Reden auf der kürzlichen "Sicherheitskonferenz" sprachen Bände. Wie die USA reagieren, wenn es ausnahmsweise Meinungsunterschiede gibt, was das für die konkrete Politik der USA gegenüber den europäischen "Freunden und Partnern" bedeutet, das allerdings machte Nuland sehr anschaulich klar.

    Na ja, soweit ich mich erinnere, gab es vor der Wiedervereinigung große finanzielle Probleme in Russland (im Spiegel stand damals etwas von fehlenden 5 Milliarden Dollar), deren Lösung Kohl für eine Zustimmung Gorbatschows zur Wiedervereinigung versprach.
    Das war ein Kredit !

    Die gewährte Hilfe bestand im Wesentlichen aus einem Kredit in Höhe von 5 Mrd. Dollar. Die Amis konnten damals kaum glauben, dass die Sowjetunion nicht saftige Forderungen stellte. Gorbatschow hat hier einen großen Fehler gemacht. Er hat dem Westen vertraut und hat politisches, strategisches und wirtschaftliches Terrain quasi verschenkt.

    Selbst wenn dieser Betrag eine Leistung ohne Rückzahlungsvereinbarung gewesen wäre, wären 5 Mrd Dollar im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung eine geradezu putzige Summe gewesen.
    Sogar im Zusammenhang mit der Griechenland-Hilfe wäre das ein lächerlich geringer Betrag.

    Als freiwilliges Gegengeschenk bekam die Sowjetunion außerdem die Überschüsse aus der Rekordernte, die die DDR in dem Jahr zufällig hatte und bei der laut Wikipedia sogar die Gefahr bestand, dass die Bauern sie auf den Feldern anzünden würden, weil es dafür keine zahlungskräftigen Abnehmer gab.

    Alle Hilfe, die Gorbatschow damals aus Deutschland bekam, bekam er aus reinem Eigennutz. Die deutsche Regierung wollte unbedingt verhindern, dass Gorbatschow, der innenpolitisch aufgrund der desolaten Wirtschaftslage massive Probleme hatte, gestürzt würde. Denn dann hätte Deutschland die Wiedervereinigung vergessen können.

    Wer also glaubt, dass da irgend etwas ausgewogen gewesen wäre, der täuscht sich gewaltig.
    Die Sowjetunion war einerseits geschwächt, andererseits war Gorbatschow großzügig bis zum Gehtnichtmehr. Als Dank bekam Russland einen kräftigen Tritt in den Arsch (Nato-Osterweiterung, Raktenschirm, Demütigungen und Anfeindungen).

    Aber noch Putins Rede im Bundestag zeigte enorme Bereitschaft zu freundschaftlicher Zusammenarbeit, die den USA allerdings ein Dorn im Auge war: wirtschaftliche Verflechtung ist hinderlich, wenn man Druck ausüben oder sogar Sanktionen gegen Russland verhängen will.

    Die Weigerung Russlands der Nato über den Sicherheitsrat die Erlaubnis zum Angriff Syriens zu geben, hat die erfolgsverwöhnten Herrscher im Pentagon sehr verärgert. Beide - Russland und China - waren nicht bereit, sich nochmals reinlegen zu lassen wie im Fall Libyen, als sie der Einrichtung einer Flugverbotszone zustimmten, und die USA das als Freibrief für militärisches Eingreifen betrachteten.

    Insgesamt kann man sagen, dass die USA den Zusammenbruch der Sowjetunion dazu benutzt haben ihre strategische Macht auszubauen. Russland hat sich das lange tatenlos angeschaut.
    Der Griff nach der Ukraine hat aber das Fass zum Überlaufen gebracht. Russland weiß, dass die USA wissen, wie wichtig die Krim für seine Sicherheit ist. Jeder naive Augenaufschlag, das habe man wohl unterschätzt, ist eine glatte Lüge. Die Bedeutung der Ukraine war von einem US-Präsidentenberater vor 15 Jahren sogar in einem Buch dargelegt worden. Und nicht umsonst hat man die Zeit der Olympiade dazu benutzt die Dinge voranzutreiben.

    Die russische Reaktion und Putins gestrige Rede waren gewissermaßen überfällig.
    Und ich verstehe das nicht nur - ich begrüße es sogar, denn die Supermacht USA erscheint mir zunehmend gefräßig und herrschsüchtig und letztlich als Bedrohung, während von Russland, dem Rest der einstmals gefährlichen Sowjetunion, keine echte Bedrohung mehr ausgeht - es sei denn, man versucht den Bären zu f*cken.
    Geändert von Inaktiver User (19.03.2014 um 16:29 Uhr)

  7. gesperrt

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    AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Alle Hilfe, die Gorbatschow damals aus Deutschland bekam, bekam er aus reinem Eigennutz. Die deutsche Regierung wollte unbedingt verhindern, dass Gorbatschow, der innenpolitisch aufgrund der desolaten Wirtschaftslage massive Probleme hatte, gestürzt würde. Denn dann hätte Deutschland die Wiedervereinigung vergessen können.
    In der Betrachtung der damaligen Verhältnisse werden gerne mal Polen, ehem. Tschechoslowakei, Rumänien, Bulgarien und die Unabhängigkeitsbestrebungen der Weissrussischen Staaten vergessen. Unter ferner liefen kann man noch Litauen, Lettland, Estland nennen.

    Die wollten selbstbestimmt handeln. Moskau hatte ein riesiges Problem, das nicht nur Ostdeutschland hieß.

  8. User Info Menu

    AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die russische Reaktion und Putins gestrige Rede waren gewissermaßen überfällig.
    Ja und ich finde man muss damit pragmatisch umgehen.
    Das heißt aber nicht, dass man Putins Aktionen gutheißen muss. Der Typ lebt noch in Zeiten der Sowjetunion und langfristig schadet er seinem eigenen Land.

  9. Inaktiver User

    AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Gorbatschow hat hier einen großen Fehler gemacht. Er hat dem Westen vertraut und hat politisches, strategisches und wirtschaftliches Terrain quasi verschenkt.
    Das sehe ich eigentlich nicht so. Er ist im Namen Rußlands einfach nur in Vorleistung gegangen. Und in einem solchen "Vorleistungsgeschäft" steht stillschweigend im Raum, daß es eines Tages zum passenden Anlaß wieder ausgewogen wird.

    Sowas gibt's im Geschäftsleben auch. Und unter ehrbaren Geschäftsleuten wird das auch beachtet und wägt sich dann "von allein" auch irgendwann wieder aus. Und im privaten Umfeld ist es doch auch nicht anders. "Ich schmeiß' Dir auch mal 'nen Stein in den Garten" heißt es dann. (Obwohl ich den Wortlaut des Spruches nie verstanden habe, aber den Sinn kenne ich).


    Wer also glaubt, dass da irgend etwas ausgewogen gewesen wäre, der täuscht sich gewaltig.
    Die Erwartung, daß auch mal ihre Interessen berücksichtigt werden, hat Rußland auch meiner Meinung nach somit zurecht. Und "die Welt", also die Politiker, wissen das schon auch, das ist nicht mehr zu überhören. (siehe z.B. nochmals z.B. die Diskussion bei Anne Will, oder der Artikel Schwarzers, - den ich allerdings immer noch bisher nur überflogen habe, daher mit Vorbehalt).

  10. Inaktiver User

    AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten

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