Es sollen sogar in Russland gemeldete Menschen mitgestimmt haben. Die Wahlurnen waren durchsichtig, so dass gleich erkennbar war, wer wo sein Kreuzchen gemacht hat; allerdings viele Möglichkeiten gab es ohnehin nicht.
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18.03.2014, 08:58Inaktiver User
AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten
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18.03.2014, 10:21Inaktiver User
AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten
In Moskau lebende Krim-Bürger?
Gestern bei Plasberg sagte der Historiker Guido Knopp, er kenne keine seriöse Aussage westlicher Medien, wonach das Referendum manipuliert worden sei. Aber 70% Zustimmung oder 90% Zustimmung - ist das nicht völlig egal?
Bei der Abstimmung über Gibraltar waren übrigens Wahlbeteiligung und Zustimmung noch höher als auf der Krim. Dies an die Adresse derer, die keine Zustimmung von > zwei Drittel realistisch finden.
Für das Wahlergebnis auf der Krim wurden bei Plasberg neben historischen, ethnischen und politischen auch wirtschaftliche Gründe erwähnt:
die Wirtschaft hat sich in den letzten 20 Jahren in Russland erheblich besser entwickelt als in der Ukraine; (Beamten)gehälter und Renten sind in Russland wesentlich höher als in der Ukraine und werden auch durch die etwas höheren Preise nicht aufgefressen.
Zwei.Die Wahlurnen waren durchsichtig, so dass gleich erkennbar war, wer wo sein Kreuzchen gemacht hat; allerdings viele Möglichkeiten gab es ohnehin nicht.
Die Möglichkeiten lauteten:
- Anschluss an Russland oder
- stärkerere Autonomie innerhalb der Ukraine, auf Basis der ukrainischen Verfassung von 1992.
Beim Referendum in Schottland gibt es auch zwei Möglichkeiten:
- Unabhängigkeit, ja oder nein
Die Möglichkeit einer größeren Autonomie wollte London in dem Referendum ausdrücklich nicht vorgesehen wissen. Quelle: Handelsblatt
Es ist davon auszugehen, dass eine große Mehrheit der Schotten eine größere Autonomie befürworten würde. Das ist der Grund, warum diese Option beim Referendum nicht vorgesehen ist.
Wenigstens werden die Wahlurnen undurchsichtig sein.
Geändert von Inaktiver User (18.03.2014 um 12:56 Uhr)
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18.03.2014, 10:32
AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten
Nein, das ist nicht egal. Es kann schlicht und ergreifend nicht sein, dass nur 3 oder je nach Lesart 7% der Wähler ein Verbleib in der Ukraine befürworten. Dass eine Mehrheit der Krimbewohner für eine Rückkehr nach Russland sich ausgesprochen haben, ist für mich nicht zweifelhaft. Aber Wahlausgänge in der Höhe stinken einfach zum Himmel.
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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18.03.2014, 10:52Inaktiver User
AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten
Ein lustiger Artikel auf SPON:
Dreht den Russen den Gashahn zu
Das erinnert an Dirk Müller:
"Ich halte jetzt aus Protest gegen die Regierung die Luft an; mal sehen, wie lange die das aushalten."
"Die Befürworter von Sanktionen sind so blöd, dass sie die Schweine beißen."
Der Artikel ist aus vier Gründen besonders lustig:
1. weil der Autor ausgerechnet an dem Punkt ansetzt, an dem Russland lobenswerterweise selbst im "kältesten Krieg" immer absolut zuverlässig war
2. weil einige Tage vor diesem Artikel der Deal zwischen RWE und einer russischen Investorengruppe über den Tisch ging. Wert: 5,1 Milliarden Euro. Inhalt: Verkauf der Konzerntochter RWE Dea, die ca. 200 Erdöl- und Erdgas-Lizenzen in ganz Europa hält.
3. weil soeben das russische Energieunternehmen Rosneft groß beim italienischen Reifenhersteller Pirelli eingestiegen ist. Investition: 750 Mio. Euro.
4. weil Gasprom zusammen mit einem italienischen Energieversorger, einem französischen Energieversorger sowie mit BASF das Gas-Pipeline-Projekt South-Stream weiter baut.
Wert: 20 Milliarden Euro.
Die Rohre verlegt ein italienisches Unternehmen. Wert des soeben erteilten Auftrags: 2 Mrd. Euro.
"Trotz Krim-Krise: Europäische und russische Firmen schließen Milliarden-Deals", FAZGeändert von Inaktiver User (18.03.2014 um 11:47 Uhr) Grund: Grund 3 und 4 nachgereicht
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18.03.2014, 10:58
AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten
Dein Demokratieverständnis ist ein anderes als meins.
Darüber müssen wir nicht diskutieren.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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18.03.2014, 11:13Inaktiver User
AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten
Ich hab's immer geahnt, daß da was faul ist:
Merkel mit mehr als 97 Prozent wiedergewählt
CDU: Merkel bei Parteitag mit 97 Prozent wiedegewählt - Politik - Süddeutsche.de



Aber mal ernsthaft. :-) Die Bilder von der Krim vor der Wahl waren, was die Bürger angeht, relativ entspannt, da lag sogar sowas wie Vorfreude in der Luft. Da war z.B. ein Reporter, ich meine vom ZDF, der aggressiv wurde (er war aufgebracht, ist wohl die bessere Formulierung), weil man den Medien Falschberichterstattung oder zu einseitige Berichterstattung vorwarf. Da beruhigten ihn die Passanten, reichten ihm dann die Hand.
Die paar Wenigen, die pro Ukraine demonstrierten (alles blieb friedlich, habe keine anderen Bilder im Fernsehen gesehen), waren zwar frustriert, aber auch nicht aggressiv. Die Polizisten (Ukrainische), die dafür sorgten, daß auch alles weiterhin friedlich bleibt (so ungefähr war der Wortlaut in diesem Bericht), standen in entspannter Haltung sich zugewandt (!) und redeten miteinander. Keine Anspannung zu erkennen.
Ein paar Russen waren frech zu ihm, hatten aber auch kein aggressives körperliches Gebahren, für meine Anschauung jedenfalls. Der Text paßt nicht immer zu den Bildern, finde ich übrigens, die Demonstration der Ukrainer sei (schon fast) eine Provokation, nur sieht man keine Aggressionen, die Polizisten "verhindern die Schlägerei", hm, welche sich anbahnende Schlägerei, fragt man sich, die Bilder zeigen etwas anderes. Aber seht selbst, ich habe es gerade wiedergefunden:
http://www.ardmediathek.de/das-erste...entId=20123076
Fast wirkt es wie eine Parodie, vielleicht ist es ja so gedacht. Denn: "Hier ist die Krim, wo Europa jeden Moment einen Kriegsausbruch fürchtet. Absurd." lautet dann auch ein Kommentar.
Und dann nach der Wahl: Die Bürger tanzten auf den Straßen.
Das waren die Bilder, die ich im Fernsehen gesehen habe, ARD, ZDF, deutsche Nachrichtensender.
Ich kann mir durchaus vorstellen, daß die um die 90% Zustimmung tatsächlich zutreffend sind. Übrigens glaube ich natürlich an die Rechtmäßigkeit der 97% für Merkel. Das oben war selbstredend ein Witz.Geändert von Inaktiver User (18.03.2014 um 11:56 Uhr)
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18.03.2014, 11:23
AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten
Mit Merkels Worten gesprochen: halt alternativlos.
Ich erinnere mich ein Interview eines selbständigen Ukrainers auf der Krim gesehen zu haben. Sein Betrieb wird jetzt wahrscheinlich verstaatlicht. Er wirkte sehr resigniert und wird, falls man ihn überhaupt gehen lässt, in die Ukraine gehen.Geändert von Opelius (18.03.2014 um 11:33 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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18.03.2014, 11:59Inaktiver User
AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten
Nachtrag zu meinem Posting # 564:
Auch gute Beziehungen zu Russland sind alternativlos.
Ich stimme der Meinung zu, die der Russlandexperte Alexander Rahr in einem Interview geäußert hat:
Abhängigkeit ist etwas Gutes. Sie zwingt zur Zusammenarbeit und zu guten Beziehungen.
Wenn die Amis wollen, dass wir diese Zusammenarbeit reduzieren oder kappen, dann haben sie dafür sehr gute Gründe ... Gerade deshalb bin ich dafür die Zusammenarbeit mit Russland zu intensivieren.Geändert von Inaktiver User (18.03.2014 um 12:08 Uhr)
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18.03.2014, 12:27Inaktiver User
AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten
Die ukrainische Wirtschaft liegt darnieder, nicht wegen mangelnder Bodenschätze, sondern weil das Land ausgeplündert und nichts investiert wurde,
der russischen geht es im Durchschnitt besser, weil dort gescheitere Superreiche am Werk sind, die wissen, allein plündern lässt das Vermögen nicht wachsen; das bedeutet aber nicht, dass die Armen dort weniger arm sind als jene in der Ukraine. Das sollten die Ost-Ukrainer, die es angeblich nach Russland zieht, wissen, sofern es sie wirklich hinlockt.
Merkwürdig an den Umwälzungen nicht nur in und rund um die Ukraine, an Abspaltungsbestrebungen allerorts ist, dass durch Globalisierung und Internet die Welt zusammenwächst, sich Bünde und Interessensgruppen jenseits von Sehnsüchten nach nationaler Zusammengehörigkeit bilden.
Es scheint eine Unsicherheit grade wegen unendlicher Freiheiten, die die Menschen nicht nur mit Hoffnung erfüllen aber auch ängstigen, Platz zu greifen, die sie dazu nötigt, Versprechungen von Leuten Glauben zu schenken, die reine Magie sind und mit ihrer Wirklichkeit ganz wenig zu tun haben, die ihr Leben real nicht verändern werden.
Insofern ist Putin mitsamt der an ihm hervorragend verdiendenden Entourage ein Rückgriff auf die Geschichte, in der jene, die Grenzen überwinden wollen, die Menschen anderer Länder und Kontinente, Anderssprachige als interessant und manchmal näher ihrer Welt empfinden, als die nebenan Wohnenden, keinen Platz haben und keinen haben wollen.
Wir werden sehen, wer am Ende die Nase vorn hat.Geändert von Inaktiver User (18.03.2014 um 12:38 Uhr)
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18.03.2014, 12:43
AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten
Die Drohgebärden der EU gegenüber Russland sind ja im Moment auch eher fad: Mit Einreiseverbot und Kontensperrung sind betroffen:
Das wird die Betroffenen sehr schmerzen. Hat jemand die Namen schon einmal gehört?Aus der Ukraine:
Sergej Aksjonow, Regierungschef der Krim
Wladimir Konstantinow, Vorsitzender des Krim-Parlaments
Rustam Temirgaliew, Vizeregierungschef der Krim
Denis Beresowski, übergelaufener Kommandeur der Ukrainischen Marine
Aleksander Tschalyi, Stadtchef von Sewastopol
Pjotr Sima, Chef des Sicherheitsdienstes der Krim
Juri Tserebtsow, Mitglied des Krim-Parlaments
Sergej Zekow, Vizesprecher des Krim-Parlaments
Aus Russland:
Mitglieder des Föderationsrates:
Nikolai Ruschkow, Viktor Oserow, Wladimir Djabarow, Andrej Klischas, Jewgeni Buschmin, Alexander Totonow, Oleg Pantelejew,
Mitglieder der Staatsduma:
Sergej Mironow, Sergej Schelesnjak, Loenid Slutski
Mitglieder des Militärs:
Aleksander Witko, Kommandeur der Schwarzmeerflotte
Anatoli Sidorow, Kommandeur des westlichen Militärbezirks der russischen Armee,
Aleksander Galkin, Kommandeur der südlichen Militärbezirks der russischen Armee
Wir haben uns mächtig verkalkuliert. Ich bin der Meinung, dass der geschlossener Boykott der Regierungschefs bei den olympischen Spielen in Sotschi falsch war. Wir haben alle gehofft, dass die Ukraine sich westlich ausrichtet. Ich bin der Auffassung, dass die Ukraine nicht in die EU gehört, wozu?
Welche Zwangsmaßnahmen sollen denn ernsthaft Russland treffen? Zwar wird von Börsianern behauptet, Russland sei auf gute Geschäftsbeziehungen zu Westeuropa mehr angewiesen als wir. Das halte ich für ein Gerücht. Der Rubel habe in den letzten drei Monaten ein Drittel seines Wertes verloren. Weder zahlt Russland irgendwelche Rechnungen in Rubel, noch machen wir Geschäfte in Rubel. Es wird nur die einfachen Menschen in Russland treffen. Eine weitere Eskalation wird uns aber einen eisigen Winter bescheren. Wir werden uns den Arsch abfrieren.
Wir müssen die Abspaltung der Krim nicht schönreden und gutheißen. Aber eine weitere Destabilisierung der Restukraine ist eine Riesengefahr. Merkel sollte sich endlich mit Putin reden (nicht nur am Telefon), das wäre auch bei der Eröffnung in Sotschi möglich gewesen. Unser Bundespräsident hat da eine Duftmarke gesetzt, die zwar aus seiner Biografie verständlich ist, aber politisch unklug.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel


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