Dass RT sich nicht entgehen lässt, über Protestaktionen gegen die Bollwerke des westlichen Kapitalismus zu berichten, ist ja wohl klar und kein Beleg für Objektivität. Es war auch Thema westlicher Medien. Aufschlussreich, wenn sich ein paar nicht beteiligt haben, mehr aber nicht.
Die Dimensionen sind dir klar? Mir nicht. Medien waren schon immer Instrumente. Deshalb ist es Binse, sich möglichst breit zu informieren, wenn mensch es denn genauer wissen will. Ob das im Fall der Ukraine möglich ist?
Hier glaube ich uneingeschränkt weder die westliche Darstellung noch die östliche, noch die, die aus dem Land selber kommt (siehe Syrien).
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20.02.2014, 15:09
AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten
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20.02.2014, 15:18Inaktiver User
AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten
Hältst du es etwa für einen Beleg der Objektivität US-amerikanischer Medien darüber nicht zu berichten?

Wenn du schon einmal in USA warst, dann weißt du, dass dort sonst über jedes umgefallene Fahrrad berichtet wird. Wenn über tage- oder wochenlange globalisierungskritische und bankenkritische Demos in einer US-amerikanischen Großstadt nicht berichtet wird, dann sagt das einiges darüber aus, wie sie ihren Informationsauftrag verstehen.
Die Leute haben auf RT nicht geschaltet, weil dieser Sender "objektiver" ist, sondern weil dort berichtet wurde, was anderswo verschwiegen wurde.
Darum geht es: die Standpunkte der "anderen Seite" kennenlernen und Information erhalten, die unsere Medien uns vorenthalten.
Da stimme ich zu. Wenn man sich aber "möglichst breit" informiert, indem man Blätter vergleicht, die im gleichen Chor singen, dann klappt das nicht besonders gut.Medien waren schon immer Instrumente. Deshalb ist es Binse, sich möglichst breit zu informieren, wenn mensch es denn genauer wissen will.
Ich z.B. informiere mich sowohl in der seriösen FAZ als auch bei den Russen.
Und für die Information über das, was wir denken sollen, eignet sich v.a. SPON.
Alles zusammengenommen ergibt ein Bild, das naturgemäß anders aussieht, als wenn man seinen Informationsvergleich z.B. auf einen harmonischen Dreiklang von Spiegel, SZ, Stern beschränkt, oder - ganz international - noch CNN dazu nimmt.
Geändert von Inaktiver User (20.02.2014 um 15:34 Uhr)
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20.02.2014, 16:26
AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten
Mir sind die Dimensionen nochlange nicht "klar", ich vertraue auch lieber noch Informationen aus eigenen Quellen oder gar eigener Anschauung. Hier im Falle der Ukraine jedenfalls ist es nicht Ergebnis akribischer Recherche, dass hier unsere Medien die Sache verdrehen, es ist doch einfach offensichtlich, dass hier eine demokratisch gewählte Regierung gewaltsam gestürzt werden soll, mit unserer- sprich: europäischer- Unterstützung.
Auch die Bilder, die zeigen keine friedlichen Demonstranten, die unter der Repression der Polizei leiden würden. Hier sehe ich gut vorbereitete und organisierte Schlägertrupps, deren Gewaltbereitschaft und kaltblütigkeit schon beim Zusehen Schauer über den Rücken laufen lassen.
Unzufriedene protestierende Bürger würden nicht ohne weiteres Polizisten entwaffenen und kidnappen können.
Viel zu spät haben die armen Teufel die Erlaubnis bekommen, zur Notwehr auch scharf schießen zu dürfen."Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche"
Wie weiß ich, dass ich nicht brauche, was ich will? Ich habe es nicht. (Byron Katie)
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20.02.2014, 16:27Inaktiver User
AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten
Wochen- und monatelang hat der Spiegel eifrig an der Heimatfront mitgezündelt.
Angesichts der neuesten Entwicklungen geht den Journisten des Blatts anscheinend doch der Arsch auf Grundeis und plötzlich vernimmt man ganz neue Töne:
Kampf um die Ukraine: Schachspiel im Minenfeld - SPIEGEL ONLINE
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20.02.2014, 16:37
AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten
"Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche"
Wie weiß ich, dass ich nicht brauche, was ich will? Ich habe es nicht. (Byron Katie)
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22.02.2014, 23:38Inaktiver User
AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten
Es ist ja glücklicherweise mal etwas Ruhe eingekehrt auf den Straßen. Steinmeier scheint recht besonnen zu sein.
Janukowitsch abgesetzt, Timoschenko frei
Das ukrainische Parlament hat Präsident Viktor Janukowitsch entmachtet. Eine große Mehrheit von 328 Abgeordneten stimmte am Nachmittag für die Amtsenthebung und erklärte ihn für abgesetzt. Der Staatschef übe sein Amt nicht aus, erfülle seine Verpflichtungen nicht und habe sich widerrechtlich Vollmachten angeeignet, begründeten die Parlamentarier den Beschluss. Ukraine: Parlament setzt Janukowitsch ab - Timoschenko frei | tagesschau.deDas ist jetzt hoffentlich gerade eine vergleichsweise erfreuliche Entwicklung.Bei der Krisendiplomatie in der Ukraine spielte Frank-Walter Steinmeier eine entscheidende Rolle. Im SPIEGEL lobt der Bundesaußenminister das Verhalten Russlands. Der Abgesandte von Präsident Putin habe "Brücken bauen geholfen".
(...)
In einer Stellungnahme des Auswärtigen Amtes sagte Steinmeier am Samstagabend zudem: "Das ist der zweite Tag ohne Tote in Kiew, aber unsere Sorge um die Ukraine bleibt." Er begrüße zwar die Freilassung von Julija Timoschenko, und er hoffe, dass es ihr gesundheitlich gutgehe. Aber: "Auch sie trägt große Verantwortung für die Zukunft ihres Landes."
(...)
Steinmeier kündigte im SPIEGEL außerdem eine restriktivere Rüstungsexportpolitik Deutschlands in seiner Amtszeit an. Das sei sozialdemokratische Grundüberzeugung.
Ukraine-Mission: Steinmeier lobt Russland - SPIEGEL ONLINE
So war es kurz zuvor:
Timoschenko ruft der weil zum Weiterkämpfen auf, war ja vorher schon so, Klitschko ja auch.Kiew. Nach der Einigung auf ein Übergangsabkommen zur Überwindung der politischen Krise in der Ukraine sind die Oppositionsführer auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew mit Pfiffen von Regierungsgegnern empfangen worden.
Nationalistische Aktivisten bekamen am Freitagabend hingegen Applaus für ihre Ankündigung, am Samstagvormittag das Präsidialamt zu stürmen, falls Staatschef Viktor Janukowitsch bis dahin nicht zurücktreten sollte. Tausende Demonstranten auf dem sogenannten Maidan riefen "Tod dem Verbrecher!" und buhten, als ein Redner vorschlug, Janukowitsch die Ausreise aus dem Land zu ermöglichen.
Zwar war die Lage in Kiew am Abend relativ ruhig, die Stadt schien schrittweise zum normalen Leben zurückzukehren, und auch der U-Bahn-Verkehr lief wieder an. Doch gleichzeitig wappneten sich radikale Regierungsgegner für mögliche neue Zusammenstöße mit den Sicherheitskräften. In einem improvisierten Lager hielten sie hunderte Glasflaschen und Benzinfüllungen für Molotow-Cocktails bereit. Derartige Brandbomben waren in den vergangenen Tagen wiederholt auf Polizeikräfte geschleudert worden.
Bei Zusammenstößen auf dem Unabhängigkeitsplatz und vor dem Parlament waren nach Regierungsangaben seit Dienstag 67 Demonstranten und zehn Polizisten getötet worden.
Kiew: Vitali Klitschko von Demonstranten ausgebuht
http://www.tagesspiegel.de/politik/o...e/9521710.html
Während der Oberrabbiner Juden zum Verlassen von Kiew mahnt.
Steinmeier hat offenbar recht, sich weiter zu sorgen. In dem Link sind auch einige Kommentare lesenswert, einfach zum mal Nachdenken.Auch Edward Dolinsky, der Leiter der Dachorganisation für ukrainische Juden beschrieb die derzeitige Lage in Kiew als entsetzlich.
Rabbi Azman Maariv forderte deshalb seine Gemeindemitglieder auf, dass sie, wenn möglich, die Stadt und das Land verlassen sollten, um ihr Schicksal nicht herauszufordern. Mittlerweile sind viele Drohungen über bevorstehende Angriffe auf jüdische Einrichtungen der Stadt eingegangen.
Seit dem gestrigen Freitag haben die Demonstranten der Opposition die ukrainische Hauptstadt unter ihre vollständige Kontrolle genommen.
http://www.shortnews.de/id/1077506/u...-der-stadt-aufGeändert von Inaktiver User (23.02.2014 um 00:01 Uhr)
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23.02.2014, 01:59Inaktiver User
AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten
Die Absetzung Janukowitschs scheint mir kein glücklicher Schachzug zu sein. Wer soll an seine Stelle treten?
Die Opposition ist sich nicht einig.
In den letzten Nachrichten waren Menschen zu sehen, die sich an den Türscheiben der Villa des abgesetzten Präsidenten die Nasen plattdrückten. Erschreckend.
Es bleibt zu hoffen, dass bis zu den Wahlen keine größeren Unruhen ausbrechen und die Wahlen eine Lösung der verworrenen Lage bringen.
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23.02.2014, 11:42
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23.02.2014, 11:45Inaktiver User
AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten
ernesto, ich habe das so verstanden, daß er einer der engagierten Vermittler war. Um wenigstens die Auseinandersetzungen auf der Straße zu beenden. Daß damit leider nicht alles einfach bereinigt ist, das sagt er ja auch.
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23.02.2014, 11:54
AW: Kiews Staatsmacht und Demonstranten
"Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche"
Wie weiß ich, dass ich nicht brauche, was ich will? Ich habe es nicht. (Byron Katie)



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