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    AW: würdet ihr euren netten nachbarn, trainer, onkel oder uropa als ex-ss mann verrat

    Um noch mal auf die Ausgangsfrage zurückzukommen:

    Ich würde grundsätzlich erst einmal versuchen zu differenzieren. war er nur ein "normales" SS-Mitglied, war in der Waffen SS und wenn ja in welcher Einheit bzw. war er Mitglied in den Totenkopf-Verbänden aus welchen sich das KZ-Prersonal zusammensetzte. Im letzteren Fall, so wie es sich auch im Beispiel darstellt würde ich auch versuchen herauszubekommen in welchem Lager und wie lange die Person dort Dienst tat.

    In die Waffe-SS konnte man gegen Ende des Krieges quasi eingezogen werden. Da wurde in der Klasse suggestiv und drohend gefragt wer nicht dorthin wollte. Wer die Klappe hielt war schneller in einer Waffen-SS Einheit als ihm lieb war. Hierüber gibt es reichlich Berichte im Zuge des Bekanntwerdens der SS-Mitgliedschaft von Grass.

    Zwar war die Waffeb-SS überwiegend eine kämpfende Einheit, einzelne Verbände waren ab er auch an gravierenden Kriegsverbrechen beteiligt (z.B. Oradour). Da kann mnan schon ins Grübeln geraten ob man da etwas meldet.

    Wenn die Person aber zum Lagerpersonal eines KZ gehörte, womöglich noch zu einem der Todeslager (Chelmno, Belzec, Sobibor, Treblinka, Maly Trostinez) oder zu einem Zwitter zwischen Todes- und KZ (Auschwirt, Majdanek) sähe das schon anderes aus. Hier konnte ,man auch als normaler SS-Wachmann (niedrigster Dienstgrad) kaum um aktives Zutun um Morde herumkommen. Wen mein "Mann" dort tätig war würde ich ihn melden. Dann kann die Staatsanwaltschaft entscheiden ob sie ein Verfahren einleitet und es zur Anklage kommt.

    Bei anderen KZ würde ich zumindest bei höheren Dienstgraden ebenso handeln. Bei den anderen versuchen herauszubekommen in welchem KZ er für wielange gewesen ist. Hier könnte ebenfalls ein Melden Sinn machen, allerdings bezweifle ich da die Staatsanwaltschaften das durchzögen.

    Im Gegensatz zu Frontkämpfern, die sich gegenseitig beschossen hatten, war das Bewachungs- und Tötungspersonal ( übrigens auch bei den Sowjets) hinterhältig und qualten ihre Opfer teilweise lange vorher.

    Verzeihen könnten nur die toten Opfer - Gerichtigkeit wollen die Hinterbliebenen. Und zwar von NS-Mördern, Mördern aus der Sowjetunion, den roten Khmer usw.

    Diese Leute haben anderen allesamt Schlimmes angetan und sollen sich dafür verantworten. Herauszufinden was genau gewesen ist und was die einzelnen Leute angestellt haben ermittelt die Staatsanwaltschaft. Und wenn ein Beklagter aúfgrund seines greisen Alters anklageunfähig ist dann geht es halt nicht.

    Man muß aber innerliche Skrupel und erhebliche Loyalitätskonflikte überwinden um z.B. jemand aus seiner familie anzuzeigen. Dies ist nicht so einfach je näher man jemandem steht. Ich stelle mir die Situation grauenvoll vor wenn man weiß das eigene Kind oder der Bruder war es.

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    AW: würdet ihr euren netten nachbarn, trainer, onkel oder uropa als ex-ss mann verrat

    Zitat Zitat von legrain Beitrag anzeigen
    stillwater, was lernen die nachfolgegenerationen daraus, wenn mögliche täter gar nicht erst überprüft werden?
    Dass Beweisbarkeit eine Halbwertszeit hat und man irgendwann, nachdem es bereits Nazijagden gab, mögliche Täter altern lassen kann, welche keine Gefahr mehr darstellen.

    Ich denke der Nutzen an Verfolgungen ist allgemein sehr begrenzt und trifft die Ursachen, warum Menschen Mitläufer wurden, mit einem Streifschuss. Damit bleibt der Lerneffekt gering, weil Ursachen nicht angegangen werden.

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    AW: würdet ihr euren netten nachbarn, trainer, onkel oder uropa als ex-ss mann verrat

    Zitat Zitat von aubisa Beitrag anzeigen
    Tut mir leid, ich versteh den Satz nicht. Die Aufseher opferten (!) ihr Leben?
    Die SS war eine Eliteeinheit, bei der wichtig war, dem eigenen Leben keine große Bedeutung beizumessen und sich todesmutig in den Kampf zu stürzen, daher hießen sie Totenkopfbrigade.

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    AW: würdet ihr euren netten nachbarn, trainer, onkel oder uropa als ex-ss mann verrat

    quallengelle, danke für die ausführlichkeit deines beitrages, du lieferst viel wissen zum begründen der eigenen, vorbildlichen haltung. ich glaube an die kraft der worte.

    obwohl der anzeiger an sich das richtige tut, muss man befürchten, dass er selbst danach in teufels küche gerät.
    boulevardzeitungen unterstützen teils die ewiggestrigen.
    lg
    legrain

  5. gesperrt

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    AW: würdet ihr euren netten nachbarn, trainer, onkel oder uropa als ex-ss mann verrat

    Zitat Zitat von stillwater Beitrag anzeigen
    Also: Die Aufseher der SS waren dafür bekannt, ihr Leben zu opfern und hatten daher weniger Angst um ihr Leben.
    Also:
    Wenn du diese Aussage ernst meinst:
    Waren die Aufseher der SS geradezu opferbereite Helden, die weniger Angst um ihr Leben hatten als Normalos?

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    AW: würdet ihr euren netten nachbarn, trainer, onkel oder uropa als ex-ss mann verrat

    Zitat Zitat von stillwater Beitrag anzeigen
    Dass Beweisbarkeit eine Halbwertszeit hat und man irgendwann, nachdem es bereits Nazijagden gab, mögliche Täter altern lassen kann, welche keine Gefahr mehr darstellen.
    Nazijagden. Hmmm. Die Justiz scheint Dir suspekt zu sein, wenn Du Verfolgung von Verbrechen als "Jagd" siehst. Aber zu
    Die meisten Täter sind allerdings sowieso unbehelligt alt geworden.

    Zitat Zitat von stillwater Beitrag anzeigen

    Ich denke der Nutzen an Verfolgungen ist allgemein sehr begrenzt und trifft die Ursachen, warum Menschen Mitläufer wurden, mit einem Streifschuss. Damit bleibt der Lerneffekt gering, weil Ursachen nicht angegangen werden.
    Was ist Dein Vorschlag: Die Justizorgane abschaffen?

  7. gesperrt

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    AW: würdet ihr euren netten nachbarn, trainer, onkel oder uropa als ex-ss mann verrat

    Zitat Zitat von aubisa Beitrag anzeigen
    Was ist Dein Vorschlag: Die Justizorgane abschaffen?
    Bildung und Geschichtskenntnisse.

  8. Inaktiver User

    AW: würdet ihr euren netten nachbarn, trainer, onkel oder uropa als ex-ss mann verrat

    Zitat Zitat von stillwater Beitrag anzeigen
    Bildung und Geschichtskenntnisse.
    hatten viele der täter.

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    AW: würdet ihr euren netten nachbarn, trainer, onkel oder uropa als ex-ss mann verrat

    Zitat Zitat von stillwater Beitrag anzeigen
    Bildung und Geschichtskenntnisse.
    der täter, der mein leben ruinierte, war sehr gebildet. das hinderte ihn nicht. im gegenteil, er setzte sein wissen für das böse ein.
    lg
    legrain

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    AW: würdet ihr euren netten nachbarn, trainer, onkel oder uropa als ex-ss mann verrat

    Zitat Zitat von stillwater Beitrag anzeigen
    Die SS war eine Eliteeinheit, bei der wichtig war, dem eigenen Leben keine große Bedeutung beizumessen und sich todesmutig in den Kampf zu stürzen, daher hießen sie Totenkopfbrigade.

    Ich glaube, Du hast eine Vorstellung des Opferbegriffs, der sich von meinem so stark unterscheidet, dass es mir schwer fällt, hier überhaupt zu diskutieren. Jemand, der freiwillig ob des möglichen Ruhms seinen Tod in Kauf nimmt, als "Opfer" zu bezeichnen ist - nein, in meinem Denken nicht.
    "Todesmutig in den Kampf stürzen" empfinde ich angesichts völlig entrechteter Menschen, über die an der Rampe das Todesurteil gefällt wurde, als Verhöhnung.

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