Eine sehr interessante Diskussion... wobei es da insbesondere zwei Punkte gibt, die ich überraschend finde. Ich frage mich gerade, wie all die Frauen hier, die Prostitution bloß nicht vebieten wollen, reagieren würden, wenn ihr eigener Mann/Freund zu einer Prostituierten ginge? Wäre das dann auch alles "kein Problem" oder würden sie da einen Strang hier aufmachen, in dem sie ihre Fassungslosigkeit und Entrüstung kundtun würden? Ich vermute nämlich, dass Prostitution von den meisten nicht als so "normal" angesehen wird... und wenn das der Fall wäre, dann müsste man sich ernsthaft die Frage stellen, was das für unsere Gesellschaft bedeutet...
Der andere Punkt, der mich erstaunt, ist die Tatsache, dass die hier beteiligten Männer das anders sehen. Das finde ich äußerst positiv, denn ich habe den Eindruck, dass die Alice Schwarzer nicht als "männerfeindlich" sehen, sondern erkennen, was Prostitution sowohl bei Frauen als auch bei Männern anrichtet.
Ich sehe Prostitution NICHT als "ganz normlen Job" wie jeden anderen an. Denn, welche Frauen prostituieren sich? Wenn eine Frau die Chance hat, mit einem anderen Job halbwegs ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, dann wird sie in den allermeisten Fällen einen anderen Job vorziehen. Es mag tatsächlich ein paar wenige geben, die das freiwillig und auch gerne tun, aber das ist eine Minderheit. Das Gewerbe als solches, auch wenn es, wie momentan in Deutschland, legal ist, begünstigt sehr viele kriminelle Begleiterscheinungen, die aber nur schwer zu verfolgen sind. Die meisten Frauen prostituieren sich aus purer Not und unter Bedingungen, die wir uns gar nicht genau anschauen wollen. Auch die Freier nicht. Wenn aber ein Mann "Sex" mit einer Frau hat, der offenbar nicht "merkt", dass sie körperliche Schmerzen hat (weil sie z.B. gezwungen wird, möglichst viele Freier zu bedienen) oder nicht merkt, dass sie verängstigt ist etc. (wie es so oft der Fall bei Zwangsprostituierten sein soll - und da frage ich mich, WIESO merken das die Männern nicht, die dort hingehen??), dann frage ich mich, wie abgestumpft müssen diese Männer sein? Mit was für einer Haltung gehen diese Männer bei nächster Gelegenheit an ihre Frau/Freundin heran?
Aber wie gesagt, ich habe den Eindruck, viele sind "froh", dass es Prostitution gibt, sollen sich doch DIE mit "diesen" Dingen herumschlagen.... und da ist es egal, ob es einfach nur der 08/15 Sex ist oder irgendwelche ungewöhnlichen sexuellen Bedürfnisse. Prostitution verhindert meiner Meinung nach eine ehrliche, offene Auseinandersetzung mit Sexualität mehr, als dass sie dem "freien Ausleben von SExualität" dient. Denn, wieviele Männer haben ein schwieriges Verhältnis mit ihrer Sexualität? Wieviele sind hin und her gerissen zwischen den ganzen Pronobildern und einer, wenn auch nicht offen ausgesprochenen, aber dennoch existierenden Sexualmoral (Frauen übrigens genauso)? Wieviele wissen nicht, WIE mit ihren Gefühlen und Trieben umgehen, meinen, ihre Frauen damit gar nicht konfrontieren zu dürfen, kommen sich vielleicht in gewisser Hinsicht "abartig" vor und gehen mit schlechtem Gewissen zu Prostituierten, die sie mit Verachtung behandeln (und würden sie das NICHT tun, dann wären solche Fälle gar nicht möglich, wo Freier anscheinend NICHT merken, dass eine Frau das nicht "gerne" macht) - weil sie sich im Grunde selber verachten.
Daher frage ich all die Befürworterinnen der Prostitution: würde es euch wirklich nichts ausmachen, wenn eure eigenen Männer zu Prostituierten gingen?? Womöglich lieber, als sich mit euch abzugeben? Ich lese auch hier bei Brigitte immer wieder Klagen von Frauen, deren Männer nicht mit ihnen schlafen wollen und frage mich, sind das wirklich alles "asexuelle" Männer?
Wenn Frau Schwarzer und viele andere die Abschaffung von Prostitution fordern, dann nicht, weil sie "verklemmt" oder "männerfeindlich" sind, sondern viel mehr, weil sie sich eine Auseinandersetzung über Sex AUF AUGENHÖHE wünschen. Das ist aber in einem System nur schwer möglich, in dem so ein gespaltenes Verhältnis zu Sexualität herrscht... und wie gesagt, der Maßstab ist meiner Meinung nach der, ob man kein Problem hätte, wenn der Partner hinginge, ob man kein Problem hätte, wenn im Nachbarhaus ein Bordell wäre etc - denn, wo wäre da das Problem, WENN Prostitution so etwas "Normales" wäre?
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31.10.2013, 14:35Inaktiver User
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
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31.10.2013, 14:38
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
Ist hier wie das moderne Bullshitbingo
von: Verbot
über: Freiheit Freiheit über alles! -
über: wenn du Freier kritisierst, hasst du Männer
jetzt sind wir beim Schnüffelstaat -
"bis zu eigentlich interessiert mich das Thema seit 20 Seiten nicht mehr, deshalb schreibt man ja auch immer weiter..."
Und dann sind auch noch andere die über Allgemeinplätze schreiben, wenn dem Urheber der Allgemeinplätze kein einziger Fakt bekannt ist, was das Thema betrifft.
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31.10.2013, 14:39Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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31.10.2013, 14:42Inaktiver User
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
Das ist allgemeines Lebensrisiko. Wird von mir nicht ignoriert, habe ich sogar beantwortet. Ich hab Dich gefragt, ob Du die Leute auf Verdacht verurteilen willst.
Nicht jedes Vergehen oder Verbrechen ist nachweisbar. In jedem Bereich bleibt einiges im Dunkeln. Wo kein Kläger, wo kein Zeuge, wo kein Beweis, da kein Richter.
Man muss die Bedingungen für aussagewillige Huren verbessern (Äusländerinnen z.B. vor Abschiebung schützen etc). Man muss machen, was machbar ist, aber eben auch akzeptieren, dass manches beim besten Willen und mit den heißesten Appellen einfach nicht geht. (gute alte Weisheit). Ich schrieb schon, legislativen und sozialen Einsatz personell und finanziell besser ausstatten, eine andere Lösung fällt mir nicht ein. Und das akzeptiere ich, wie ich auch akzeptiere, das nicht jeder Diebstahl aufgeklärt wird.
Andere Lösungen wie "Grenzen dicht machen", "wegsperren für immer" , Bestrafungen von Huren und Freiern etc kommen für mich eben nicht in Frage,
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31.10.2013, 14:43Inaktiver User
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
Verbot als Lösung für Schwierigkeiten mit der Sexualmoral? Ein Verbot von Pornos oder Bordellen empfinde ich als Schlag unter die Gürtellinie, selbst wenn ich nie in ein Bordell gehen würde. Es gibt Bereiche, da sind mir Vorschriften egal, bis auf die welchen ich zustimme (einvernehmlich Sex usw.).
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31.10.2013, 14:43
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31.10.2013, 14:50Inaktiver User
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
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31.10.2013, 14:53
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
Lesen ist offensichtlich nicht so dein Ding , was hat "deine Unterstellung ich möchte jemanden auf Verdacht verurteilen" mit dem Post und dem 24 seitigen Dokument der Polizei zu tun?
Nichts.
Vermögen aus Menschenhandeln und Zuhälterei ist in D. nicht unter Strafe gestellt bzw. von dem Gesetz von Menschenhandel abgedeckt, wie z.B. in der Schweiz.
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31.10.2013, 14:57Inaktiver User
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
Woraus schließt du, dass Alice Schwarzer eine "alte, Männer verachtende, verbitterte Feministin" ist?
Willst du damit sagen, dass ihr Alter mit Verbitterung im Zusammenhang steht?
Mir scheint eher, dass sie zu den erfolgreichsten Frauen seit den 1970er Jahren gehört.
Kein Grund, verbittert zu sein. Und, um Männer generell zu verachten, ist sie zu klug.Geändert von Inaktiver User (31.10.2013 um 18:43 Uhr) Grund: 20.Jhdt entfernt, 19.... reicht
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31.10.2013, 15:03Inaktiver User
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland


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