Ach Gottchen, die armen Maenner, die sonst vielleicht keinen Sex kriegen koennten! Ja, denen muessen wir natuerlich die Benutzung von Frauenkoerpern gegen Entgelt ermoeglichen, wo kaemen wir sonst hin?
Das Argument, die Frauen wollten das, lasse ich ja gerade so noch gelten - wenn mir irgendwann mal jemand eine gute Studie vorliegt, die "Zwang" nicht nur als "koerperlichen Zwang durch einen Zuhaelter" definiert, sondern sich auch mal wirtschaftlicher & struktureller Zwaenge annimmt. Und vor allem nicht die Idee des Freiers hinnimmt: "Ich hab aber gemerkt, dass sie Spass hatte!" Letztlich werden die Damen ja dafuer bezahlt, dass sie Spass vortaeuschen.
Aber die Idee, 'Maenner haben ein Beduerfnis danach, deswegen muessen sie auch Frauen kaufen koennen' ist einfach nur![]()
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31.10.2013, 09:39Inaktiver User
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
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31.10.2013, 09:44
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
wenn man auf kindheit auf lernt und erlebt, dass menschen(teile) kaufen keine option sein kann und geächtet wird, würde sich schon einiges ändern. dazu gehört aber auch, dass es ebenso dazugehört, dass die gesellschaft "wuschigkeit" als normal akzeptiert und es nicht unnormal ist, wenn man dann für abhilfe sorgt, indem man z.b. in der disco, bar etc. auf ähnlich gesinnte ausschau hält.
und nein, freier behandeln die prostituierten mies. ich wüsste keinen geldbetrag, der mich die beine breitmachen liesse. und sich für 10€ einen blasen lassen, das ist unsäglich mies.
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31.10.2013, 09:52
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
Die haben Pech gehabt.
Die scheinen aber irgendwie anders damit umzugehen. Liegt wohl daran, dass sich der maennliche Orgasmus wesentlich simpler erreichen laesst. Meist "benutzen" sie sich wohl auch gegenseitig. Da verfuege ich leider nur ueber Informationen aus zweiter Hand.Ne, nicht nur, zumindest in der schwulen Szene ist Sex meistens: Ich bin rattig und benutz dich jetzt mal kurz zur Triebabfuhr (gerne auch im Dunkeln). These widerlegt.
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31.10.2013, 09:59
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
Das stimmt im Grunde.
Das liegt an folgendem: die Legalisierung der Prostitution hat ja erst die massive Zunahme von Menschenhandel und Zwangs-/Armutsprostitution ermöglicht.
Daher ist es ja genau richtig, die sogenannte legale Prostitution und die Zwangs-/Armutsprostitution in einen Topf zu werfen.
Nur WEIL es legale Prostitution gibt, existiert Armuts-/Zwangsprostitution (in diesem Ausmass) in Deutschland.
Diese 'Events', bei denen u.a. auch gezielt mehrere Prostituierte bestellt werden, haben sich ja erst so richtig etabliert, weil es die sogenannte Legalisierung der Prostitution im Jahr 2002 erst möglich gemacht hat.
Es ist mehr als fraglich, ob diese Gesetzesänderung 2002 von einer gesellschaftlichen Mehrheit tatsächlich getragen wurde - gleichwohl war es v.a. ein Herzensanliegen der Grünen - und die SPD, anfänglich noch mit leisem Widerstand, hat sich dazu breit schlagen lassen, auch deshalb, weil sie die ganze Sache eher für nebensächlich betrachtet hat.
Und mit dieser 'Legalisierung' sind Fakten geschaffen worden - und Fakten schaffen Bewusstsein und beeinflussen das denken der Leute.
Und so kommt es, dass in den letzten 10 Jahren, die Gesellschaftsfähigkeit von Prostitution, bzw. die Inanspruchnahme von Prostitution, aus meiner Sicht (deutlich) zugenommen hat.
Jetzt besteht bspw. mit dem Appell von Alice Schwarzer und vor allem mit der wahrscheinlichen gro0en Koalition die Chance, die ganze katastrophale Entwicklung in Deutschland mindestens ein Stück weit wieder umzukehren.
VanDyckGeändert von VanDyck (31.10.2013 um 10:30 Uhr)
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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31.10.2013, 10:24Inaktiver User
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
An dem Appell von Frau Schwarzer ist nichts widersprüchlich. Er ist genau so formuliert, wie er gemeint ist.
Man könnte auch gegen das System Menschenhandel vorgehen oder es zumindest versuchen. Aber dann doch einfach lieber alle Beteiligten Huren, Freier und Zuhälter wegen Prostitution bestrafen, da ist die Beweisführung sehr viel einfacher und bringt auch noch Geld in die leeren Staatskassen, wenn man das Ansprechen einer Frau in Sperrgebieten strafbar macht.
Und ungeliebte Rumänen und Bulgaren wird man so auch vermeintlich los.
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31.10.2013, 11:00
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
Ja, im Grunde genommen vertrittst du hier einen bestimmten Freiheitsbegriff, wie er bei der sogenannten anti-autoritären Linken vertreten wird - parteipolitisch zum Teil bei den Grünen beheimatet; die Legalisierung von Prostitution war ja vor allem ein 'Steckenpferd' der Grünen.
Dieser Freiheitsbegriff lässt sich folgendermaßen auf den Punkt bringen: Freiheit ohne Verantwortung.
Freiheit gibt es aber nur MIT Solidarität und Verantwortung.
Verantwortung gegenüber dem Nächsten, gegenüber der Natur, gegenüber der Entwicklung der ganzen Gesellschaft.
Freiheit findet kann eben nicht im luftleeren Raum stattfinden - und sollte sich diese Gesellschaft doch auf einen solchen Weg machen, dann wird die Freiheit Zug um Zug weniger, erst für Wenige und dann für Viele.
Es hat nichts mit Freiheit zu tun, wenn hunderttausende von Prostituierten aus Osteuropa hier anschaffen (müssen).
Und es hat auch nichts mit Freiheit zu tun, wenn über eine Million Männer täglich in den Puff gehen können - das würde selbst dann gelten, wenn ALLE Prostituierten aus völlig freien Stücken tätig wären.
Die Frage stellt sich nämlich, ob denn alles, aber wirklich auch alles zur Ware werden soll und darf?
Ich sag da ganz klar Nein.
Wenn alles zur Ware geworden ist auf dieser Welt, dann gibt es keine Freiheit mehr.
VanDyckEs gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
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Daniel Kahneman
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31.10.2013, 11:21Inaktiver User
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
Ich glaube, es hat kaum Sinn hier mit dem Begriff 'Freiheit' zu spielen. Denn es läuft ja wieder darauf hinaus, dass festgestellt wird: Freiheit ist das was ICH meine!
Und das bedeutet eben, dass es viele viele individuelle "Freiheiten" gibt ... und das hilft hier ja nicht wirklich weiter.
Für mich gilt übrigens vor allem: den Prostituierten muss eine grösstmögliche Sicherheit gegeben werden. Sie müssen weiterhin ganz normal z.B. zum Arzt gehen können, ohne dort irgendwelche Ausreden erfinden zu müssen. Auch sollte ihnen , wie das genau umgesetzt werden könnte, weiss ich nicht, so unkompliziert wie möglich eine Krankenversicherung möglich sein. Eben eine gewisse Grundsicherheit.
Ich wüsste nämlich nicht, wie man das bewerkstelligen könnte, würde man ein generelles Prostitutionsverbot durchsetzen.
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31.10.2013, 11:43Inaktiver User
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31.10.2013, 11:47Inaktiver User
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
Darum geht es doch nicht, es ist doch das Gegenteil.
Für die Protituierten gibt es keine rechtlichen Probleme, möglichst sogar Bleiberechte, damit sie nicht aus Angst vor Abschiebung lügen.
Derjenige der Sex kauft, ist derjenige der ein menschenverachtendes System aufrecht hält.
Auf ihn richtet sich in dem beschriebenen schwedischen Modell die Strafbarkeit.
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31.10.2013, 11:53Inaktiver User
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
Reihenhaussiedlung, irgendwo im nirgendwo, wo man sich noch Eigentum leisten kann:
Mutti steht auf Missionarsstellung und Blümchensex, Vati nicht. Vati will was härteres, von hinten und mit ein bisschen Gewalt. Mutti weigert sich.
Also verabschiedet sich Vati abends von Mutti, Lukas und Lena und sagt: "Ich gehe in's Bordell, weil Mutti beim Sex nicht so mitmacht."
Vati fährt mit seinem gebrauchten Mittelklassewagen in die Stadt und bezahlt eine Prostituierte. Er macht die Sachen, die ihm Spass machen, und fährt wieder heim.
Mutti öffnet die Tür, Vati bekommt einen Begrüssungskuss und die beiden schauen noch ein bisschen fern.
Beziehung gerettet, Kinder glücklich, Vati befriedigt.
Läuft es so?
Nein, tut es nicht! So läuft es nicht! Es wird heimlich gemacht, weil es keiner wissen soll. Warum nicht? Prostitution ist doch was ganz Normales.




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und auch nichts mit sonstiger Gesetzesänderung.
