Ich denke, wenn eine Sache aus dem Ruder läuft – wenn also immer klarer wird, dass Menschenhandel und Zwangsprostitution beängstigend überhand nimmt in diesem Gerwerbe und auch nicht mehr in den Griff zu bekommen ist, dann muss eine Gesellschaft auch mal unpopuläre Wege gehen und unter Umständen einen radikalen Cut für alle herbei führen.
Mir liegt das Wohl gepeinigter Menschen jedenfalls mehr am Herzen, als das zweifelhafte Vergnügen solcher, die dem Vergnügen zuliebe ganz gerne die Augen verschließen.
Aber da trennen sich wohl unsere Einstellungen.
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07.11.2013, 12:58Inaktiver User
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
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07.11.2013, 12:59
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
"Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche"
Wie weiß ich, dass ich nicht brauche, was ich will? Ich habe es nicht. (Byron Katie)
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07.11.2013, 13:04
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
Wer es so schon nicht schafft, Gesetze zur Anwendung zu bringen, wird es auch nicht mit weiteren Gesetzen schaffen. Es würde sich beinah gar nichts ändern, vielleicht hätten einige Beamte oder Sachbearbeiter in der Verwaltung einen Extraposten von Einnahmen... Ein Vorteil für die Frauen, die im Gewerbe arbeiten, sehe ich nicht.
"Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche"
Wie weiß ich, dass ich nicht brauche, was ich will? Ich habe es nicht. (Byron Katie)
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07.11.2013, 13:05Inaktiver User
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
Das klingt jetzt aber wirklich nach einer Argumentation auf dem Niveau von "ihr seid alle gemein."
Die Realität zeigt leider, dass Prostitution und Menschenhandel untrennbar miteinander verbunden sind.
Im Übrigen war das schon in der Antike so, die ja so gern als Beleg angeführt wird, dass es das älteste Gewerbe der Welt sei. Auch damals waren es in der Mehrheit Sklavinnen und die "gewerbetreibenden" waren nicht sie selbst sondern zumeist Zuhälter.
Prostitution in der Antike
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07.11.2013, 13:08
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
"Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche"
Wie weiß ich, dass ich nicht brauche, was ich will? Ich habe es nicht. (Byron Katie)
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07.11.2013, 13:09Inaktiver User
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
Leider werden die gepeinigten Menschen dadurch nicht weniger, es wird nur der Marktplatz gesäubert. Das kann man wie in Schweden als Erfolg sehen greift aber meiner Meinung nach zu kurz. Wir wollen auch in ein 5 Sternehotel in den Urlaub fahren und nicht mit den Armutsvierteln rund um die Hotelanalgen konfrontiert werden. Solange man Symptomverschiebung betreibt ist das nur kosmetische Psychohygiene.
Wir haben in verschiedensten Bereichen die Gesetze und Bestrafungsmöglichkeiten, nur werden sie meist nicht ausgeschöpft, siehe wieder Wurstskandal.
Im Endeffekt ist es eine Bankrotterklärung der Strafverfolgungsbehörden.
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07.11.2013, 13:11Inaktiver User
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
Die Problematik ist vermutlich allen klar und wie es aussieht hat die potenziell kommende Koalition diesbezügliche Gesetzesänderungen vor (HQKing hatte es in Beitrag #1460 verlinkt).
Wenn ich das richtig verstanden habe wollen sie die Möglichkeiten zur Strafverfolgung schaffen, die Experten fordern. Ich begrüße das ausdrücklich.
Aber wir Deutschen haben immer so ein schwarz-weiß denken.
Erst soll alles erlaubt sein, dann wieder alles verboten. Das gibt es in vielen Bereichen.
Die Welt ist aber nicht schwarz-weiß, sondern hat auch diverse Grautöne.
Und ich denke man sollte in der Lage sein die Dinge auch mal differenziert zu sehen.
Das vermisse ich in dieser Diskussion leider bei einigen.
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07.11.2013, 13:17Inaktiver User
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07.11.2013, 13:17Inaktiver User
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07.11.2013, 13:25Inaktiver User
AW: Appell gegen Prostitution in Deutschland
Nein, das ist nicht als Verallgemeinerung gedacht.
Dass es Frauen gibt, die das, wohl meist nur eine Zeit oder im 'Teilerwerb' eine Zeit lang freiwillig machen, das glaube ich.
Aber diese Anzahl ist eben sehr gering. Da sich gezeigt hat, dass eine Stützung des 'Systems Prostitution' um das es geht, zu einem wachsenden Markt und damit zu Zwangsprostitution in erschreckend hohem Ausmaß führt, muss das System verändert werden.
Und zwar radikal. Das bedeutet für etwa 90 % der Frauen Verbesserungen, dabei kann man gerne überlegen wie man den 10% Freiwilligen dieses erlaubt.
Aber erst umgekehrt wird ein Schuh draus: Der Staat muss nicht mehr nachweisen, dass hier Zwangsprostitution vorliegt (was sehr schwer ist angesichts der Methoden der professionellen Händler) sondern umgekehrt. Der Zuhälter oder Bordellbetreiber oder die selbständige Prostituierte muss nachweisen, dass sie es freiwillig tut, eine Mitverantwortung des Freiers finde ich nicht schlecht dabei.
Und auch hier müssen weiterhin Angebote zum Ausstieg und Kontrollen, ob die Zustaende so bleiben erfolgen.



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