Hier hast du dich sehr wohl dazu geäußert und deshalb habe ich dir das Googeln empfohlen. Das Wort Pädophilie kommt nicht explizit vor, aber "Missbrauch von Kindern und Jugendlichen" ist wohl deutlich genug, oder? Und man kann davon ausgehen, dass jemand die entsprechenden Paragraphen kennt, wenn er deren Änderungen fordert, oder?
@Parvamater
Da hab ich deine Beiträge wohl zu flüchtig gelesen. Sorry.
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20.09.2013, 07:38Inaktiver User
AW: Verantwortung der Grünen/Trittin für Formulierungen im Wahlprogramm aus dem Jahr
Geändert von Inaktiver User (20.09.2013 um 07:50 Uhr)
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20.09.2013, 07:43Inaktiver User
AW: Verantwortung der Grünen/Trittin für Formulierungen im Wahlprogramm aus dem Jahr
Das schon. Aber die Forderung ist, wie Du ja geschrieben hast, so versteckt, dass man sie noch beim zweiten und dritten Lesen übersehen kann. Weil die Sache eben nicht beim Namen genannt wird, sondern nur die Paragraphen genannt werden. Und dabei so getan wird, als handele es sich um Paragraphen, die die Homosexualität betreffen.
Ich stelle gerade vor, jemand würde mir eine Petition zur Unterschrift vorlegen:
"Bezüglich der Verbesserung der Situation von Flüchtlingen fordern wir eine Abschaffung der Residenzpflicht. Der Paragraph [...] ist ersatzlos zu streichen. Die Paragraphen [...] müssen so gefasst werden, dass...Die Situation in Asylbewerberheimen ist dergestalt zu humanisieren, dass...Schulpflicht auch für Flüchtlingskinder..."
Da könnte jemand an der rotmarkierten Stelle einen Paragraphen einschmuggeln, der das Recht auf politisches Asyl beinhaltet. Ich würde unter Umständen gutgläubig unterschreiben und im Leben nicht darauf kommen, dass ich gerade die Abschaffung des Grundrechts auf Asyl gefordert habe.
Aus diesen Erwägungen heraus kann ich mir vorstellen, dass der Autor seine gutgläubigen Unterstützer da aus einem zynischen Kalkül heraus hat ins Messer laufen lassen. Und das Trittin wirklich nicht geschaltet hat wofür er sich da hergibt.
Deswegen finde ich den Textausschnitt durchaus entlastend.
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20.09.2013, 07:51Inaktiver User
AW: Verantwortung der Grünen/Trittin für Formulierungen im Wahlprogramm aus dem Jahr
Das sollte so sein. Aber es entspricht vermutlich nicht der Realität im politischen Tagesgeschäft.
Das betrifft übrigens nicht nur naive Jungpolitiker, sondern auch ausgewachsene Parlamentarier. Abgeordnete sind beispielsweise häufig mit so vielen Beschlussvorlagen konfrontiert, dass sie rein zeitlich keine Möglichkeit habe, alles gegenzulesen. Da stimmt man dann mit der Fraktion und verlässt sich darauf, dass die Experten in den eigenen Reihen sich mit der Materie auseinandergesetzt haben.
Falls Trittin da vor dreißig Jahren in eine Falle getappt ist, würde ich ihm daraus keinen Strick drehen wollen. Ganz anders sieht es aus, wenn sich herausstellt, dass er ganz genau wusste, was er da tut. Das Argument mit dem Zeitgeist finde ich in der Hinsicht nicht schlagkräftig.
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20.09.2013, 08:19Inaktiver User
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20.09.2013, 08:47
AW: Verantwortung der Grünen/Trittin für Formulierungen im Wahlprogramm aus dem Jahr
Äh, an was erinnert sich Trittin nicht?
Er hat presserechtlich verantwortlich gezeichnet für das Kommunalwahlprogramm der Alternativen Liste in Göttingen bei den Kommunalwahlen 1981 in Niedersachsen - zugleich war er Kandidat für den Stadtrat in Göttingen.
Und noch ne Frage: wie kommt es eigentlich, dass sich damals ganz offensichtlich NIEMAND über dieses Wahlprogramm aufgeregt hat?
VanDyckGeändert von VanDyck (20.09.2013 um 08:52 Uhr)
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
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20.09.2013, 09:34Inaktiver User
AW: Verantwortung der Grünen/Trittin für Formulierungen im Wahlprogramm aus dem Jahr
Das frage ich mich auch. Irgendjemand (von den Grünen) muss das doch gelesen und die entsprechenden Paragraphen auch gekannt haben. Nach Trittins Aussagen wurde es erst 1989 geändert, Claudia Roth sagt, sogar erst 1993 nach dem Zusammenschluss mit Bündnis 90. Da kann sich doch keiner raus reden, dass das "untergeschoben" wurde.
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20.09.2013, 09:41
AW: Verantwortung der Grünen/Trittin für Formulierungen im Wahlprogramm aus dem Jahr
@ pelzpfote
Ich meinte vor allem: warum haben die anderen Parteien - CDU, SPD und FDP - diese Geschichte nicht aufs Korn genommen?
Was ist mit den Zeitungen gewesen?
Was war mit dem Fernsehen und Radio?
Insb. für die politischen Gegner wäre das doch ein 'gefundenes Fressen' gewesen, diese Geschichte richtig auszuschlachten - doch nichts ist davon bekannt.
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20.09.2013, 10:04Inaktiver User
AW: Verantwortung der Grünen/Trittin für Formulierungen im Wahlprogramm aus dem Jahr
Wenn ich das richtig sehe, geht es hier um ein Wahlprogramm von 1981, nicht um das grundsätzliche Parteiproramm der Grünen, festgeschrieben und in Stein gemeisselt bis in alle Ewigkeit.
Da halte ich es durchaus für möglich, dass erst 1989 oder 93 jemand dort mal aufmerkte und dann aussprach und nachhakte: "Wisst ihr eigentlich noch, was ihr euch 81 auf "die Fahne" geschrieben habt, oder habt schreiben lassen, und gilt das für euch auch noch heute oder für künftige Wahlen?!"
Oder glaubt jemand, bei den Parteien würden grundsätzlich die Programme vergangener Wahlperioden kontinuierlich neu gegengelesen und auf Aktualität geprüft? Das würde doch bestenfalls geschehen, wenn sich Gruppierungen innerhalb einer Partei permanent aufs neue auf ihre ureigenen Interessen fokussieren und deren Durchsetzung vorantreiben würden. Das ist aber offenbar im Hinblick auf die hier genannte Aspekte nicht geschehen. Denn da bin ich auch sicher: wäre da entsprechendes abgelaufen, wäre das bekannt, oder bekannter geworden, und es hätte (berechtigterweise) einen riesen Aufschrei gegeben.
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20.09.2013, 10:11Inaktiver User
AW: Verantwortung der Grünen/Trittin für Formulierungen im Wahlprogramm aus dem Jahr
ja -> klick
ich weiß jetzt nicht wie gut oder auch wie unabhängig dieser Link ist... aber das scheint mir eigentlich recht neutral geschrieben...
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20.09.2013, 10:14
AW: Verantwortung der Grünen/Trittin für Formulierungen im Wahlprogramm aus dem Jahr
Wie gesagt: Es handelte sich um das Wahlprgramm der Alternativen Liste (AGIL) in Göttingen für die Kommunalwahlen 1981 in Niedersachsen - es handelt sich offensichtlich nicht um ein niedersachsenweites Kommunalwahlprogramm der Grünen und schon gar nicht um ein Grundsatzprogramm der Grünen.
Edit:
in diesem link von Max ...
http://www.tagesspiegel.de/politik/t...d/8800298.html
... heißt es jedoch:
Die Forderung nach einer strafrechtlichen Freistellung von Pädophilie findet sich schon 1980 im ersten Grundsatzprogramm der Grünen im Kapitel „Gegen die Diskriminierung von sexuellen Außenseitern“ – damals noch mit dem Hinweis versehen, dass die Partei sich mit den Auswirkungen dieser Straftatbestände noch intensiv auseinandersetzen müsse.
Das wiederum bedeutet: offensichtlich war auch im Grundsatzprogramm der Grünen zu lesen, dass die Grünen eine Entkriminalisierung mindestens erwogen hat.
VanDyckGeändert von VanDyck (20.09.2013 um 10:20 Uhr)
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