Ja, und zwar von allen Seiten. Durch den Euro wurde Griechenland international kreditwürdiger und das Geld wurde mit vollen Händen ausgegeben. Der Staatsapparat blähte sich immer mehr auf, die Korruption blühte und immer mehr Leute wollten gut bezahlte Beamtenjobs haben ( natürlich auch ihre Verwandtschaft), Kleinbauern gaben ihre Landwirtschaft auf und wurden zu Händlern - gleichzeitig stiegen die Verbraucherpreise auf das Niveau nördlicher Länder.
Nur lag dieser Entwicklung keine entsprechende Steigerung der Produktivität in der Realwirtschaft zugrunde. Politiker und Ökonomen bei der EU gingen davon aus, Griechenland werde gegenüber den nördlichen Ländern wirtschaftlich schnell aufholen, für die Nordländer winkte ein Exportmarkt. Es störte diese "Fachleute" nicht, dass ein Großteil der Kaufkraft Griechenlands darauf beruhte, dass der Staat Schulden machte wie bekloppt.
Inzwischen muss der Norden das Geld, mit dem der Süden seine Importe bezahlt, vorher runter schickenEin Nullsummenspiel, in dem es vor allem darum geht, die Banken nicht pleite gehen zu lassen.
Wäre die Bankenkrise 2008 nicht gekommen, hätte man fröhlich so weiter gemacht. Von Reformen ist erst in den letzten Jahren die Rede, seitdem Griechenland nur mit Hilfen aus dem Norden vor der Staatspleite bewahrt werden kann.
Natürlich kann man die Griechen jetzt nicht einfach fallen lassen, die Bevölkerung dort wusste so wenig über diese Zusammenhänge Bescheid wie wir hier.
Bei der Einführung des Euro sind Fehler gemacht worden, an denen noch unsere Kinder und Kindeskinder knabbern werden. Die Finanzwirtschaft witterte gute Geschäfte, und die Politiker damals - Kohl, Mitterrand - wollten in die Geschichte eingehen. Das werden sie ganz bestimmt, aber vielleicht nicht so, wie sie sich das vorgestellt hatten.
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15.09.2013, 17:02Inaktiver User
AW: Rumänien, Türkei etc, EU Beitritt - Voraussetzungen



Ein Nullsummenspiel, in dem es vor allem darum geht, die Banken nicht pleite gehen zu lassen.
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