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  1. Inaktiver User

    AW: Hartz-IV-Empfänger sollen ihre alten Möbel verkaufen, Leitungswasser trinken und

    Ja, Promethea, ich danke Dir auch für Deinen Beitrag und den Versuch, etwas Struktur in die Sache zu bringen.

    Allerdings folge ich nicht Deiner Begründung für die Verwirrung. Mein Problem ist in solchen Strängen immer, dass Menschen schlecht über ihren Tellerrand gucken können. Dass man sich immer wieder in Einzelbeispielen verhakt, seine Erfahrungen für die einzig möglichen hält und alles über einen Kamm schert. Ich persönlich würde das ganze eher politisch oder zumindest in größeren Zusammenhängen diskutiert wissen. Dies setzt aber natürlich voraus, dass alle umfassend informiert sind. Das wird es in solchen Strängen nie geben, und ich weiß schon, das Leben ist kein Wunschkonzert, deshalb nehme ich was kommt.

  2. Inaktiver User

    AW: Hartz-IV-Empfänger sollen ihre alten Möbel verkaufen, Leitungswasser trinken und

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Ich kenne H4-Empfänger, denen ich gerne eine höhere Unterstützung gönnen würde und die unverschuldet in diese Situation geraten sind und krank sind. Aber ich kenne auch welche, die sich eben gut damit eingerichtet haben und definitiv keinen Job wollen, denn das wäre ihnen viel zu anstrengend. Es gibt so viele verschiedene Geschichten, Schicksale und Entwicklungen, die kann ich nicht alle über einen Kamm scheren.

    Aber Gesetze werden nunmal für größere Gruppen gemacht und müssen klare Regelungen und klare Grenzen definieren.


    Vielleicht könnten wir das Thema konstruktiver diskutieren, wenn wir uns immer auf einen wesentlichen Diskussionsstrang - auf einen Teilaspekt konzentrieren würden.

    Was die Hartz Gesetze angeht, gibt es doch schon mal eine völlige Uneinigkeit darüber, was überhaupt das Existenzminimum ist. Und wenn die H-4 Satze das Existenzminimum sind, dann darf man keine Sanktionen verhängen, die da noch darunter gehen.

    All das ist doch Definitionssache. Gesetze sind nicht für alle Zeiten festgeschrieben. Man darf sie kritisieren, vor allem wenn man weiß, wie und durch wen sie zustande gekommen sind

    Und ja, Gesetze sind für die Allgemeinheit geschaffen, nur ist es Ansichtssache der Schaffenden, an wem sie sich orientieren. Ist man grundsätzlich misstrauisch, hält in diesem Hartz - Fall die Empfänger für Drückeberger und will den Missbrauch so schwer als möglich machen, dann sind Gesetze natürlich rigider als wenn man grundsätzlich ein positives Menschenbild hat.

  3. User Info Menu

    AW: Hartz-IV-Empfänger sollen ihre alten Möbel verkaufen, Leitungswasser trinken und

    Was mich in solchen Diskussionen auch immer anficht, ist die Pauschalierung. Mein Alltag findet ja mit dieser Auseinandersetzung statt und wenngleich ich auch nur eine regional begrenzte Stichprobe beurteilen kann, denke ich trotzdem, dass ich einen repräsentativen Querschnitt von ALG-II Empfängern betreue. Mindestens 80 % meiner Leute wollen wirklich arbeiten. Bei den 20% der anderen ist ein großer Teil gar nicht in der Lage zu arbeiten. Es ist wirklich nur ein verschwindend geringer Teil von Leuten, die sich drücken und die betrügen, leider spricht die ganze Welt immer nur von denen, die anderen sind nicht spektakulär genug. Wie der alleinerziehende Vater im Schichtdienst, der aufstocken muss, weil sein Chef nicht mehr zahlen will. Dieser Vater bspw. ist superfroh um Ratschläge für den Haushalt oder die 55-jährige Oma, die neben 2 putzjobs auf ihre Enkel aufpasst, damit die Mutter arbeiten kann. Wenn ich sie jetzt zwinge, vollzeitig zu arbeiten, muss die Mutter Kinderbetreuung zahlen und dann kommt sie als Aufstockerin zu mir...
    Leider gibt es manchmal keine einfache Antwort oder richtig oder falsch.
    es ist was es ist...

  4. Inaktiver User

    AW: Hartz-IV-Empfänger sollen ihre alten Möbel verkaufen, Leitungswasser trinken und

    @ friederike123

    Aber in der Personalsache doch sicher von der anderen Seite
    Was meinst du damit?

    Ich bin sowohl Angestellte als auch nebenberuflich selbstständig.

    Es gibt auch für Frauen, nicht nur alleinerziehend, die wieder ins Berufsleben einsteigen wollen, Unterstützungen vom Sozialbürgerhaus für die Kosten der Kinderbetreuung.
    Je nach Familieneinkommen übernimmt das Sozialbürgerhaus die Betreuungsbeiträge bei freien Trägern ganz oder teilweise, wenn die Antragsteller nachweisen können, dass sie bei drei staatlichen Betreuungseinrichtungen keinen Platz erhalten haben.
    Bei zuvor arbeitslosen Müttern kann ebenso, je nach Fall, beim Jobcenter ein Essengeldzuschuss für die Kita beantragt werden. Es ist lediglich ein Eigenanteil von 1,00 € pro Tag bei Vollverpflegung von den Eltern zu tragen.

    Hier in München gibt es eine Reihe von Stiftungen, die sich für bedürftige Familien, Alleinerziehende, Obdachlose und Flüchtlinge kümmern.
    In einer recht bekannten Stiftung wurden teilweise Sachspenden an die Diakonie weiter gegeben, denn ein Teil der bedachten Hilfsbedürftigen wollte neu beim Discounter kaufen statt gebrauchte, gut erhaltene Bekleidung kostenlos zu erhalten.

    Die Tafeln unterstützen unter anderem Einrichtungen, in denen Hilfsbedürftige untergebracht sind.

    Ich weiß es nicht nur aus der Zeitung sondern durch mein eigenes Erleben als frühere Mitarbeiterin der Tafel, dass ein großer Teil der Kunden freundlich und dankbar ist, gegen einen kleinen Beitrag Lebensmittel zu erhalten und so mit dem geringen Budget ein klein wenig besser auskommen zu können.
    Wie im richtigen Leben gibt es jedoch auch Kunden, die unfreundlich, fordernd und unzufrieden mit dem Angebot der Tafeln sind.
    Merkwürdigerweise gehörte dazu die jüngere Generation mit krimineller und/oder Suchtvergangenheit.
    Mehr als einmal haben die Mitarbeiter und ich beobachten können, dass der Einkauf bei der Tafel mit einer Kippe und dem Bierchen auf der Parkbank beschlossen wurde.
    Über die Vorbildwirkung bei anwesenden jüngeren Kindern brauchen wir wohl nicht zu diskutieren.

  5. Inaktiver User

    AW: Hartz-IV-Empfänger sollen ihre alten Möbel verkaufen, Leitungswasser trinken und

    das ist ja super, wir haben also sogar zwei Profis, Promethea, du auch, gell, und weshalb, die wirklich aus erster Hand reden können.

  6. Inaktiver User

    AW: Hartz-IV-Empfänger sollen ihre alten Möbel verkaufen, Leitungswasser trinken und

    Weshalb,
    prinzipiell stimme ich dir zu.
    Mancher Chef kann allerdings nicht mehr zahlen, da ihn die Lohnnebenkosten auffressen, er sich und seine Familie versichern muss, Kredite für neu anzuschaffende Maschinen, um wettbewerbsfähig bleiben zu können, bedienen muss.
    Es ist zum Beispiel auch nicht immer eine Frage des Nichtwollens, der mitarbeitenden Ehefrau ein vernünftiges Gehalt zu zahlen - gerade bei kleinen Handwerksbetrieben ist es mitunter nicht möglich.
    Eine Angestellte fürs Büro und die vorbereitende Buchhaltung können sie sich meist nicht leisten, da hockt der Inhaber bis spät in die Nacht über den "Büchern".

  7. Inaktiver User

    AW: Hartz-IV-Empfänger sollen ihre alten Möbel verkaufen, Leitungswasser trinken und

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @ friederike123



    Was meinst du damit?

    Ich bin sowohl Angestellte als auch nebenberuflich selbstständig.

    Ich habe das so verstanden, dass Du in einer Personalabteilung arbeitest, wenn Du mit Arbeitsverträgen viel zu tun hast



    Hier in München gibt es eine Reihe von Stiftungen, die sich für bedürftige Familien, Alleinerziehende, Obdachlose und Flüchtlinge kümmern.
    In einer recht bekannten Stiftung wurden teilweise Sachspenden an die Diakonie weiter gegeben, denn ein Teil der bedachten Hilfsbedürftigen wollte neu beim Discounter kaufen statt gebrauchte, gut erhaltene Bekleidung kostenlos zu erhalten.

    Die Tafeln unterstützen unter anderem Einrichtungen, in denen Hilfsbedürftige untergebracht sind.

    Das mit den Stiftungen und Tafeln ist schön und leider notwendig, vor allem deshalb, weil sich der Staat, dessen Aufgabe das ureigentlich ist, sich nicht genug kümmert. Wollen wir, wie in Amerika üblich, uns damit zufrieden geben, dass alle Hilfe von Stiftungen und Privatleuten kommt? Die können sich am Ende nämlich aussuchen, wem sie helfen wollen.

    Ich weiß es nicht nur aus der Zeitung sondern durch mein eigenes Erleben als frühere Mitarbeiterin der Tafel, dass ein großer Teil der Kunden freundlich und dankbar ist, gegen einen kleinen Beitrag Lebensmittel zu erhalten und so mit dem geringen Budget ein klein wenig besser auskommen zu können.
    Wie im richtigen Leben gibt es jedoch auch Kunden, die unfreundlich, fordernd und unzufrieden mit dem Angebot der Tafeln sind.

    Merkwürdigerweise gehörte dazu die jüngere Generation mit krimineller und/oder Suchtvergangenheit.

    Was ist daran merkwürdig? Erstens sind junge immer frecher und aufmüpfiger, haben sicher die größeren Probleme. Und das mit der kriminellen oder der Suchtvergangenheit? Woher weisst Du als Mitarbeiterin der Tafel das jetzt wieder so genau?

    Mehr als einmal haben die Mitarbeiter und ich beobachten können, dass der Einkauf bei der Tafel mit einer Kippe und dem Bierchen auf der Parkbank beschlossen wurde.
    Über die Vorbildwirkung bei anwesenden jüngeren Kindern brauchen wir wohl nicht zu diskutieren.

    Auch das ist wie im richtigen Leben. Und das Hilfsempfänger nun speziell als Vorbild für irgend wen dienen müssen, das finde ich schon skurril.

    Übrigens wird in vielen Familien auch vor Kindern Bier getrunken und auch mal im Freien geraucht, so wie bei mir. Das ist Lebenswirklichkeit, ob Du das nun schlecht oder gut findest.
    123

  8. User Info Menu

    AW: Hartz-IV-Empfänger sollen ihre alten Möbel verkaufen, Leitungswasser trinken und

    Da bin ich ganz bei Dir Sariana, solche Betriebe meine ich natürlich nicht. Aber es gibt bei uns einige Unternehmen, die sittenwidrige Löhne zahlen. Die haben wir auf einer schwarzen Liste und würden niemanden dort hin vermitteln. Wenn allerdings Leute zu uns kommen, die schon dort arbeiten, dann unterstützen wir sie natürlich.
    es ist was es ist...

  9. Moderation

    User Info Menu

    AW: Hartz-IV-Empfänger sollen ihre alten Möbel verkaufen, Leitungswasser trinken und

    Natürlich darf man Gesetze kritisieren, aber im Idealfall hat man dann auch direkt einen konstruktiven Vorschlag.

    Von den ungerechten Einzelfällen mal abgesehen. Wie willst du denn Fehlverhalten bei ALG2-Empfängern sanktionieren ?
    Es muss die Möglichkeit geben Sanktionen zu verhängen, wenn ich Regeln schaffe. Aber welche ?



    Und wie bei allen Gruppen über die man sich aufregt, es sind immer Minderheiten, die gegen die Regeln verstoßen, egal ob man von korrupten Politikern, missbrauchenden Geistlichen, kriminellen Jugendlichen oder nichtarbeitenwollenden ALG2-Empfängern redet.

    Wenn man über das Problem in seiner Gesamtheit redet sollte man die Einzelfälle ausblenden. Aber trotzdem muss es entsprechende Regeln geben und jedes Fehlverhalten (egal ob von Arbeitgebern, Politikern, Krankenpflegern oder Arbeitsamtsmitarbeitern) muss eine Reaktion nach sich ziehen.


    Und alle mit dem Thema verbundenen Probleme haben in der Regeln nicht eine Ursache, sondern eine ganze Masse von Ursachen, auf die wir nur einen kleinen Einfluss haben.

    Da wo ich ihn habe versuche ich allerdings auch ihn umzusetzen. Wie zB bei Thema Schwarzarbeit, ich beauftrage keine, sondern ich beauftrage nur Handwerker und Dienstleister, die "sauber" arbeiten und ich bin bereit für eine vernünftige Leistung einen vernünftigen Preis zu zahlen und wenn ich das nicht kann, dann verzichte ich darauf und/oder mache es selbst.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    .... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/


    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  10. Inaktiver User

    AW: Hartz-IV-Empfänger sollen ihre alten Möbel verkaufen, Leitungswasser trinken und

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Weshalb,
    prinzipiell stimme ich dir zu.
    Mancher Chef kann allerdings nicht mehr zahlen, da ihn die Lohnnebenkosten auffressen, er sich und seine Familie versichern muss, Kredite für neu anzuschaffende Maschinen, um wettbewerbsfähig bleiben zu können, bedienen muss.
    Es ist zum Beispiel auch nicht immer eine Frage des Nichtwollens, der mitarbeitenden Ehefrau ein vernünftiges Gehalt zu zahlen - gerade bei kleinen Handwerksbetrieben ist es mitunter nicht möglich.
    Eine Angestellte fürs Büro und die vorbereitende Buchhaltung können sie sich meist nicht leisten, da hockt der Inhaber bis spät in die Nacht über den "Büchern".

    Es zwingt ihn keiner Unternehmer zu sein, wenn es der Markt nicht hergibt.

    Speziell bei uns hat allerdings noch kaum ein Handwerker pleite gemacht.

    Der deutschen Wirtschaft geht es im internationalen Vergleich bestens, kein Grund hier die armen Unternehmer zu bedauern. Sicher gibt es auch hier wieder Einzelfälle, Kleinstunternehmer, Scheinunternehmer etc. Aber im großen und ganzen ist hier alles gut.

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