Jetzt wird es kompliziert. Weil die psychische Krankheit doch die sein soll, einen Wahn zu haben was die Inhaber von Schwarzgeldkonten angeht. Nun war das aber kein Wahn, sondern größtenteils die Wahrheit. Wo ist nun also die psychische Erkrankung? Ich finde es nicht krank, Schwarzgeldsachen aufdecken zu wollen.
Eben das glaube ich NICHT. Aber Du scheinst es zu tun. Das Mollath diese Leute kannte, sagt für mich nur eine einzige Sache aus: Mollath kannte diese Leute. Nicht mehr und nicht weniger.Da kommen wir auf keinen gemeinsamen Nenner. Es bleibt Dir natürlich völlig unbenommen, zu glauben, dass eine Bekanntschaft mit Mollath regelmäßig dazu führt, dass die Reifen stehender Autos spontan kaputt gehen.
Ja, gefällt mir auch nicht. Aber finde Mollath "nimmt" man mehr. Wie ich schon schrieb, jemand im Gefängnis weiß wann er spätestens raus kommt, hat noch ein eigenes Leben - nur eingeschränkt für die Zeit der Strafe. Mollath hingegen weiß nichts über seine Zukunft. Er weiß nichts über den nächsten Tag, die nächste Woche.Auch Mörder werden häufig in reinen Indizienprozessen überführt. Da sehe ich den Unterschied zum Fall Mollath nicht.
Ich sehe die Unterbringung in der Psychiatrie - mit undefiniertem Zeitraum - als eine wesentlich größere Strafe. Und es ist nicht mal als Strafe gedacht. Ich finde einfach da sollte es dann um Beweise oder konkretere Indizien gehen und vor allem sorgfältiger recherchiert werden. In alle möglichen Richtungen, bevor die Weisung in eine Anstalt erfolgt. Es ist quasi eine Unterschrift, die ein Leben samt Zukunft erstmal wegnimmt. Eine Tragweite bei der ich Indizien - und dann noch derart vermutete - für zu gering halte.
Diffuse? So diffuse das die Bank selbst tätig wird? Und nein, wenn der Prozess gegen jemanden eh kommt, ist es die Pflicht die Behörden auch Sachen nachzugehen die entlastend sein könnten. Ist aber nicht passiert.Dass man etwas nicht zu 100% anzweifelt bedeutet doch nicht automatisch, dass man den Tatverdacht auch für hinreichend hält. Die Staatsanwaltschaften brauchen schon hinreichend starke Verdachtsmomente, um tätig zu werden. Da werden diffuse Anschuldigungen nicht unbedingt genügen.
Davon abgesehen sage ich es noch mal: Im Zweifel für den Angeklagten. DAS ist einer der Grundpfeiler des deutschen Rechtswesens, oder? Wenn da also was war was wahr sein könnte, man schließt es nicht aus, zweifelt aber... dann gilt es da zu ermitteln. Denn DA steckt der zentrale Punkt, ob Mollath im Wahn anschuldigt oder wie mittlerweile bekannt nach der Wahrheit. Ohne zu ermitteln sagen "Das ist Wahn, weg mit ihm", kanns einfach nicht sein. Das ganze sind meiner Meinung nach genug Verdachtsmomente. Was sollte noch gebraucht werden?
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05.07.2013, 23:45
AW: Gustl Mollath - Freiheitsberaubung durch Richter Brixner?
Sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz, mit Oberflächlichkeit und Arroganz...
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05.07.2013, 23:57Inaktiver User
AW: Gustl Mollath - Freiheitsberaubung durch Richter Brixner?
Mollath war der Überzeugung, dem größten Schwarzgeldskandal in der Geschichte der Bundesrepublik auf der Spur zu sein. Und hat am Ende praktisch jeden, mit dem er in näherem Kontakt stand, in den Schwarzgeldskandal verstrickt gesehen.
Das, was die Innenrevision zu Tage gefördert hat, war ein paar Nummern kleiner.
Insbesondere hat die Innenrevision offensichtlich nichts ergeben, was strafrechtlich relevant gewesen wäre. Am Ende gab es eine Kündigung, die vor dem Arbeitsgericht keinen Bestand hatte, und dann eine Abfindung.
Eine Bankangestellte, die ihren Kunden auf eigene Faust mehr oder minder dubiose Anlagen vermittelt. Möglicherweise Schwarzgelder in Höhe von einigen zehntausend Euro. Unter normalen Umständen wäre dieser Vorgang nicht einmal als Randnotiz in der Regionalzeitung aufgetaucht. Geschweige denn, dass er das System erschüttert hätte.
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06.07.2013, 00:01
AW: Gustl Mollath - Freiheitsberaubung durch Richter Brixner?
man höre ihm detailgenau zu.
man höre sich an, wie für ihn der eindruck entstand.Und hat am Ende praktisch jeden, mit dem er in näherem Kontakt stand, in den Schwarzgeldskandal verstrickt gesehen.
kann der ganze eisberg gewesen sein. muss nicht.Das, was die Innenrevision zu Tage gefördert hat, war ein paar Nummern kleiner.lg
legrain
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06.07.2013, 00:34Inaktiver User
AW: Gustl Mollath - Freiheitsberaubung durch Richter Brixner?
In der Urteilsbegründung heißt es dazu: "Mag sein, dass es Schwarzgeldverschiebungen von verschiedenen Banken in die Schweiz gegeben hat bzw. noch gibt. Wahnhaft ist, dass der Angeklagte fast alle Personen, die mit ihm zu tun haben, z.B. den Gutachter Dr. Wörthmüller, völlig undifferenziert mit diesem Skandal in Verbindung bringt."
Das ist des Pudels Kern. Wenn Du Dich beispielsweise für den Tierschutz einsetzt und Dir insbesondere die artgerechte Haltung von Haushunden eine Herzensangelegenheit ist, dann hat das nicht das Geringste mit einer psychischen Erkrankung zu tun.
Wenn aber ein engagierter Tierschützer plötzlich sämtliche Personen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis der Hundequälerei bezichtigt, ganz gleich, ob diese überhaupt einen Hund besitzen, dann lässt das durchaus an eine Wahnsymptomatik denken. Dabei kann es ja ohne weiteres sein, dass seine Vorwürfe in einigen Fällen berechtigt sind.
Das empfinde ich auch so. Allerdings würde ich das nicht an der Person Mollath festmachen. Die Tendenz geht generell dahin, bei der Entlassung von Patienten aus dem Maßregelvollzug immer restriktiver zu verfahren.Ja, gefällt mir auch nicht. Aber finde Mollath "nimmt" man mehr. Wie ich schon schrieb, jemand im Gefängnis weiß wann er spätestens raus kommt, hat noch ein eigenes Leben - nur eingeschränkt für die Zeit der Strafe. Mollath hingegen weiß nichts über seine Zukunft. Er weiß nichts über den nächsten Tag, die nächste Woche.
Ich sehe die Unterbringung in der Psychiatrie - mit undefiniertem Zeitraum - als eine wesentlich größere Strafe.
Aus meiner Sicht ist es nicht sinnvoll, die Diskussion darüber auf einen Einzelfall zu verengen.
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06.07.2013, 00:37
AW: Gustl Mollath - Freiheitsberaubung durch Richter Brixner?
Interessanter Überblick....
Erwin Pelzig: Der Fall Gustl Mollath [Neues aus der Anstalt, ZDF, 25.06.2013] - YouTube
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06.07.2013, 00:42
AW: Gustl Mollath - Freiheitsberaubung durch Richter Brixner?
Es ist halt der aktuell bekannteste Fall. Auch in anderen Fällen die derart auffällig "verschlampt" werden, rege ich mich auf.
Zu den Hunden... was aber wenn ich nicht nur bei einigen Freunden recht habe, sondern bei den meisten?
Mollath konnte es viell. nicht bei jedem 100% wissen. Aber es steckten nun mal Leute drin die ihn umgeben haben. Sehr nah, anscheinend bis zu seiner Frau.
Wer würde dann nicht "Paranoid" werden? Statt Mollath wegzusperren denke ich aber weiterhin, man hätte ihn einfach ernst nehmen und ermitteln sollen.
Wäre das Ganze damals aufgeklärt worden... ich bin mir zu 95% sicher das der "Wahn" sich in Rauch auflösen würde.Sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz, mit Oberflächlichkeit und Arroganz...
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06.07.2013, 01:05
AW: Gustl Mollath - Freiheitsberaubung durch Richter Brixner?
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06.07.2013, 03:54
AW: Gustl Mollath - Freiheitsberaubung durch Richter Brixner?
zum brief an den papst kann ich persönlich beitragen, der kardinal ratzinger war ein gstandener bayer, seit der versetzung ins mobbinngzentrum sass er bisschen weiter südlich.
von seiner perspektive aus gesehen war er im vatikan, vom standpunkt der dortigen macher blieb er der harmlose bayer.
einer unserer bekannten aus der heimat ratzingers schrieb regelmässig berichte nach rom, er wusste an welche stelle die briefe zu gehen hatten.
im büro um ihn herum hatten alle züchtig und keusch zu sein, weil sie sonst fürchten mussten, er werde briefe abschicken..
ein paar mal pro jahr war er zur audienz beim papst. ein toller kerl, er.
seine gattin fragte sich nach auffliegen des jahre dauernden verhältnisses ihres mannes mit der sekretärin, wer wohl die briefe ins keuschheitszentrum vatikan getippt haben mochte, er oder sie?
da kam ihr eine idee.
sie könnte die römischen kirchenleitung über das doppelleben ihres mannes informieren, wie er immer über jede verfehlung anderer berichtet haben will.
rate mal, wie man das beurteilte. bekam sie wie ihr angetrauter einen sehr angesehenen job in der kirche? wurde sie paar mal im jahr zu audienzen zugelassen?
ihr wurde der ruf umgehängt, im kopp und moralisch daneben zu sein.
das problem ist nicht, dass und ob sich wer an die vatikanischen keuschen leute wendet, sondern, wer schreibt.
das wusste herr mollath vielleicht nicht.
der papst wusste es auch nicht, dass es im vatikan drauf ankommt, wer zu den bankern, den eigentlichen regenten im kirchenstaat, was sagt.
er war halt eine nummer klein dazu.
hätte nicht der neue papst gesagt, der alte ist geistig noch voll da, hätte man uns glauben lassen, er sei wegen demenz in ruhestand gegangen.
dem mollath, der schmied resi und dem bayer seppl vom hintersten bayrischen bauernhof, wie dem glitzernd geschmückten papst, kann man durch zuweisung einer passenden diagnose den sozialen tod bereiten.
wenn keiner hinschaut.
wir schauen hin.Geändert von legrain (06.07.2013 um 04:23 Uhr)
lg
legrain
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06.07.2013, 09:24
AW: Gustl Mollath - Freiheitsberaubung durch Richter Brixner?
Nach dem Artikel im Spiegel über Mollath hab ich meine Sichtweise doch etwas verändert. Ob er wirklich paranoid war/ist kann ich zwar nicht beurteilen, aber "psychisch auffällig" scheint er wohl mindestens gewesen zu sein. Aber einiges schiefgelaufen ist in dem Verfahren ja mit Sicherheit.
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06.07.2013, 09:46
AW: Gustl Mollath - Freiheitsberaubung durch Richter Brixner?
Falls der Spiegel-Artikel (welcher? es gibt mehrere) von der Journalistin Frau Beate Lakotta stammt, wäre ich etwas vorsichtig, mich zu sehr von ihrer Argumentatio beeinflussen zu lassen und mein Urteil nur auf diesen Artikel zu stützen. Gerade bei einem so vielschichtigen Fall (blödes Wort, "Fall") wie Gustl Mollath.
Schau mal hier nach:
Internet-Law » Fall Mollath: Alles nur heiße Luft?
Was die psychische Gesundheit, bzw Auffälligkeit Herrn Mollaths angeht, die es angeblich schon in früheren Jahren gegeben haben soll (anscheinend hat die "ZEIT" darüber ausführlicher berichtet) kann ich nichts Genaues sagen, da mir momentan leider die Zeit fehlt, vertieftes Quellenstudium zu betreiben, bzw., mit dem Lesen besagter ZEIT-Artikeln (die im o.g. Link ebenfalls erwähnt werden) zu beginnen. Das ist hier ja ebenfalls die Schwierigkeit: Der Fall Mollath ist eben nicht eine Geschichte, die man mal schnell eben so anhand ein oder zweier Artikel ergründen, geschweige denn bewerten könnte. Ein wenig mehr Zeit und informatorischer Aufwand, sowie die Bereitschaft, beide Seiten genau kennenzulernen, sollte schon drin sein. Was aber ein Punkt ist, an dem die gesamte Meinungsbildung durch die Medien krankt: Menschen haben immer weniger Zeit und Muße, sich komplizierten Sachverhalten adäquat zu nähern. Der kurze Blick in ein, zwei Artikel muss genügen. Leichtes Spiel für die Medien also, öffentliche Meinungen zu manipulieren...
Das Fazit, das im Link bezügl. der journalistischen Arbeit im Fall Mollath von "Spiegel" und "Zeit" gezogen wird, ist übrigens folgendes:
"Das was der Spiegel und leider auch die ZEIT hier anbieten, ist kein Qualitäts- sondern emotionaler Tendenzjournalismus."
Spätestens seit der Guttenberg-Debatte in der "Zeit", mit diesem unsäglichen Di Lorenzo-Artikel, habe ich kapiert (und wurde jetzt nochmal durch die Lakotta-Artikel im Spiegel daran erinnert), dass man wirklich alles kritisch hinterfragen muss (leider! Noch mehr Zeitaufwand also, sich wirklich zu informieren), was man vorgesetzt bekommt, und das sogar aus Medien, die doch im allgemeinen seriös und vertrauenswürdig gelten. Ich war mal "Zeit"- und "Spiegel"- Fan.... Schade, das alles.Geändert von bruennette_2 (06.07.2013 um 10:15 Uhr)



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