Ich erinnere mich dunkel, dass der Spiegel in den 1990er-Jahren darüber berichtete, dass die USA Giftgasgeschosse in großen Mengen auf einem Atoll südlich von Hawaii lagerten, angeblich, weil die Vernichtung der Geschosse Umweltschäden verursachen würden.
Bedenklich, denn wie sicher wurde das gefährliche Gerät gelagert, zumal z.B. aus den Depots der aus der UdSSR ausgeschiedenen Staaten ohne große Probleme zahlloses Kriegsgerät geklaut und verkauft wurde.
Weshalb sollte auf Inseln fern des Mutterlandes USA die Bewachung und gesetzmäßige Verwaltung solcher Lager einwandfrei funktionieren? Und, falls die Waffen in die "falschen" Hände gerieten, zu wem gehörten/gehören die Hände?
Wo lagern noch Giftgaspistolen, Granaten, Bomben, die mit etwas Geschick für viel Geld in Krisengebiete verkauft werden (können)?
Vor wenigen Tagen las ich in einer Zeitung die Beschreibung des qualvollen Todes eines syrischen Giftgasopfers. Nachdem Kerry, wie es hier humorvoll dargestellt wurde, Ministerkollegen in Vilnius bearbeitet hatte.
Die Beschreibung war nicht unähnlich jenen Schilderungen der Tortur von Opfern unter dem Regime von Saddam Hussein.
Ohne Zweifel werden und wurden Menschen schlimmsten Grausamkeiten sowohl in Syrien wie auch im Irak unterworfen.
Verwunderlich ist nur, dass derlei eingängige Meldungen so häufig im Vorfeld militärischer Entscheidungen gebracht werden.
Theoretisch könnte - was z.B. den Nazis mit Mussolini gelang - auch den USA gelingen: Assad entführen und eine Person, die sich zumindest in großen Teilen des Landes eines gewissen Vertrauens erfreut, einsetzen. Ein Gespräch mit Teheran und Riad vorher wäre noch anzuraten.
Natürlich würden an so einer Aktion weit weniger Leute verdienen als an einem Militärschlag.
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Thema: Syrien
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09.09.2013, 11:41Inaktiver User
AW: Syrien
Geändert von Inaktiver User (09.09.2013 um 11:45 Uhr)
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09.09.2013, 12:22
AW: Syrien
Der Vogel schützt Deutschland aber nicht vor der humanitären Verpflichtung, Flüchtlinge aufzunehmen. Auch dafür gibt es Erklärungen und Vereinbarungen.
Bisher ist von 5000 aus dem syrischen Gebiet die Rede, die in Deutschland unterkommen sollen, so die Nachrichten.
Schon wegen der Flüchtlingsströme und dem kommenden Winter in den Lagern wäre eine rasche politische Lösung in Syrien voranzubringen.
Aber weil du schon das Geld ansprichst, manou_mai: Es gäbe eigentlich genug (sehr) reiche Staaten um Syrien und die Flüchtlingslager herum, die eine menschenwürdige Rundumversorgung stemmen könnten, die religiös und kulturell den Fliehenden auch näher stehen... Es kommt Hilfe aus islamischen Ländern, aber offensichtlich nicht genug. Warum?
Sehr merkelisch: Wir stehen jetzt doch dahinter, aber wir machen nicht mit. Warten wir mal auf den Bericht der UN-Inspektoren und darauf, ob es eine eindeutige Beweislage geben wird...
Wenn man dadurch wenigstens eine Waffenruhe in Syrien und einen Stillstand der Zerstörung von Leben und Lebensraum erreichen könnte!
Schreckliche Vorstellung; absolut undurchschaubar.
Wäre einen Versuch Wert; aber ich glaube kaum, dass die USA mit den Vorschlägen aus Teheran einverstanden wären.Assad entführen und eine Person, die sich zumindest in großen Teilen des Landes eines gewissen Vertrauens erfreut, einsetzen. Ein Gespräch mit Teheran und Riad vorher wäre noch anzuraten.
Natürlich würden an so einer Aktion weit weniger Leute verdienen als an einem Militärschlag.
Da müsste auch Putin ein Machtwort sprechen.*
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09.09.2013, 12:31Inaktiver User
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09.09.2013, 13:16
AW: Syrien
Die wird es natürlich nicht geben. Denn Assad wird schon gewusst haben, warum er den Einsatz der UN-Inspektoren um einige Tage verzögert hat. Und das Giftgas eingesetzt wurde, bestreitet ja ernsthaft niemand mehr. Das ganze ist halt ein Indizienprozess. Viele Indizien sprechen gegen Assad, ob das dann ausreicht ist ja letztlich Glaubenssache jedes einzelnen.
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09.09.2013, 13:36Inaktiver User
AW: Syrien
Außerdem hat er nach gängiger Meinung und derzeitigem öffentlichen Wissen nichts zu befürchten. Aus allen Quellen kommt nur: was käme nach Assad?
Vielleicht ist das das größte Problem? Vielleicht wissen wir manches nicht. Z.B. mit wem außer dem Iran, der Hisbollah und Russland Assad noch "on good terms" ist.
Von wem oder was (Türkei, Ägypten, Libyen, Tunesien) der syrische Konflikt und die dauernde Berichterstattung darüber ablenkt.
Vielleicht ist Snowden die Lösung. Seine Fortsetzungs-Eröffnungen bringen womöglich an den Tag, wo z.B. die Erzeugung syrischen Giftgases stattfindet (wirklich in Syrien???), welche Persönlichkeiten als Ersatz für Assad möglicherweise schon erwogen und wieder verworfen wurden, usw.
Das wiederum aber nur, wenn Russland sich nicht querlegt. Sonst Asyl adieu.
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10.09.2013, 00:10Inaktiver User
AW: Syrien
Nach den letzten Nachrichten soll Außenminister Kerry Syrien den Vorschlag gemacht haben, die Chemiewaffendepots unter die Kontrolle der Internationalen Gemeinschaft zu stellen, und so einen Militärschlag abzuwenden.
Angeblich stimmte der syrische Außenminister zu.
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10.09.2013, 10:53
AW: Syrien
Wie erwartet vertagt Obama den Militärschlag auf den St. Nimmerleinstag, die Lösung kommt von Putin, nicht von Kerry.
Ich muss zugeben, dass ich inzwischen so schlecht von Obama denke, dass ich befürchtete er würde rein aus Imagegründen Bomben werfen lassen, egal wie sinnlos und gefährlich es ist.
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10.09.2013, 11:39
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10.09.2013, 11:51Inaktiver User
AW: Syrien
Das kann durchaus so sein. Soweit ich in den Nachrichten gehört habe, soll der russische Außenminister Lawrow Kerrys Ball aufgenommen und an Syrien weitergespielt haben.
Was in diesem Sachverhalt spontan (Kerry) oder abgemacht (Kerry-->Lawrow) war, ist schwer durchschaubar.
Es reicht vorerst, wenn Amerika von einem Eingreifen abgehalten wird und die Regierung Assad tatsächlich die Chemiewaffenarsenale einer internationalen Kontrolle unterwirft. Wie festgestellt werden kann, ob das nun alles an C-Waffen aus ihren Depots ist und was die oppositionellen Gruppen eventuell besitzen, ist allerdings dann die nächste Frage. Und die übernächste, ob Syrien selbst C-Waffen herstellt und, wenn nicht, woher das Land solche bezieht.
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10.09.2013, 12:11Inaktiver User
AW: Syrien
Bei aller Erleichterung, die bezüglich eines abgewendeten Militärschlages der USA auf Syrien Platz greift, darf nicht vergessen werden, dass der Bürgerkrieg deshalb nicht beendet ist und, dass die Schrecken für die Bevölkerung fortdauern.


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