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    AW: NSU Prozess.: Gericht wird nichts am Vergabeverfahren für Journalisten ändern

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich weiss nicht, was da schief gelaufen ist.
    Und ich weiss auch nicht, ob sture Prinzipienreiterei die Lösung sein soll.
    Ob das Gericht so jetzt unabhängiger sein soll ist auch nicht gesichert, aber ich vergass, wären nicht alle so stur gewesen und hätten mal über den Tellerrand geschaut, dann müssten diese Prozesse gar nicht sein.
    Es geht nicht um Prinzipienreiterei, es geht um rechtsstaatliche Grundsätze. Es kann in Deutschland glücklicherweise kein Imam, kein "lupenreiner Demokrat", kein staatliches Nachrichtenblättchen, keine Miliz etc. die Gerichtsbarkeit unterwandern oder beeinflussen.

    Dass es im Verlauf der Ermittlungen unentschuldbare Pannen, Fehler und (vielleicht sogar gewolltes) Nichtberücksichtigen eventueller Tätergruppen gab, steht dabei auf einem anderen Blatt. Wenn man das Prinzip der Gewaltenteilung heranzieht, waren das Fehler der Exekutive (eben der Polizei). Warum soll die Judikative (die UNABHÄNGIGE Rechtsprechung) dafür in Haftung genommen und ihre - unabhängig von politischer oder anderer Einflussnahme - Vorgehensweise ändern?

  2. Inaktiver User

    AW: NSU Prozess.: Gericht wird nichts am Vergabeverfahren für Journalisten ändern

    Dass dieser Prozess ein Medienspektakel und auch im Ausland beachtet werden würde, war doch von vornherein klar.
    Bei "Quer" kam ein Bericht über einen Prozess im Umfeld des NSU-Prozesses. Da konnte man sehen, wie Journalisten es werden von Besuchern des Prozesses behandelt werden.

    Das wird noch ein Heidenspass. Und nun ist nur noch, dass Thema das türkische Journalisten auch dabei sein wollten.

  3. Inaktiver User

    AW: NSU Prozess.: Gericht wird nichts am Vergabeverfahren für Journalisten ändern

    Zitat Zitat von pizzicati Beitrag anzeigen
    Es geht nicht um Prinzipienreiterei, es geht um rechtsstaatliche Grundsätze. Es kann in Deutschland glücklicherweise kein Imam, kein "lupenreiner Demokrat", kein staatliches Nachrichtenblättchen, keine Miliz etc. die Gerichtsbarkeit unterwandern oder beeinflussen.
    Dann wäre es aber nur konsequent, wenn in diesem Fall die ganze Öffentlichkeit ausgeschlossen würde, womit dann wieder der Grundsatz der Öffentlichkeit der Prozesse zum Tragen kommen würde.
    Die Katze beisst sich in den Schwanz.

  4. Inaktiver User

    AW: NSU Prozess.: Gericht wird nichts am Vergabeverfahren für Journalisten ändern

    Zitat Zitat von pizzicati Beitrag anzeigen
    Es geht nicht um Prinzipienreiterei, es geht um rechtsstaatliche Grundsätze. Es kann in Deutschland glücklicherweise kein Imam, kein "lupenreiner Demokrat", kein staatliches Nachrichtenblättchen, keine Miliz etc. die Gerichtsbarkeit unterwandern oder beeinflussen.

    (...)Warum soll die Judikative (die UNABHÄNGIGE Rechtsprechung) dafür in Haftung genommen und ihre - unabhängig von politischer oder anderer Einflussnahme - Vorgehensweise ändern?
    Das klingt ja alles sehr hübsch, ist nur leider ziemlich falsch.

    Zum einen hat ein anderes Gericht in einem anderen Fall Kontingente für Gruppen von Zuschauern gebildet: deutsche Medien, ausländische Medien, usw.
    Damit wurden derartige Probleme wie beim NSU-Prozess vermieden, und zwar ohne "Verletzung rechtstaatlicher Grundsätze".

    Zum anderen hatte nicht nur Hürriyet "Pech". Sieben oder acht türkische Medien hatten sich um Akkreditierung bemüht; keine hat sie bekommen.
    Aber auch andere ausländische Medien haben keine Akkreditierung bekommen: so z.B. die BBC, die Agence France Press (AFP), Neue Zürcher Zeitung (NZZ), die Associated Press (AP), New York Times oder International Herald Tribune.
    Türkeifeindliche Äußerungen im Zusammenhang mit der Vergabepraxis sind also fehl am Platz. Es trifft sämtliche ausländische Medien. - Stattdessen wurde z.B. Radio Arabella akkreditiert.

    Die EU-Justizkommissarin Viviane Reding wird in mehreren Zeitungen mit den Worten zitiert, es sei „das Normalste auf der Welt“ , „dass ausländische Medien, erst recht aus Ländern mit Betroffenen“, einem Prozess dieser Art beiwohnen würden.
    Auch der Menschenrechtskommissar des Europarats ließ verlauten, dass er die Entscheidung des Gerichts kaum verstehe.

    Was auch immer das OLG München zu seiner von allen Seiten kritisierten Haltung bewogen haben mag - es geht jedenfalls garantiert nicht darum, dass eine Unterwanderung oder Einflussnahme durch Milizen und Imame verhindert werden soll. Vielleicht wollte man den NSU-Skandal einfach nur nicht "an die große Glocke" hängen, aber das ist ja wohl gründlich missglückt.
    .
    Geändert von Inaktiver User (08.04.2013 um 12:45 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: NSU Prozess.: Gericht wird nichts am Vergabeverfahren für Journalisten ändern

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das klingt ja alles sehr hübsch, ist nur leider ziemlich falsch.

    Zum einen hat ein anderes Gericht in einem anderen Fall Kontingente für Gruppen von Zuschauern gebildet: deutsche Medien, ausländische Medien, usw.
    Damit wurden derartige Probleme wie beim NSU-Prozess vermieden, und zwar ohne "Verletzung rechtstaatlicher Grundsätze".

    Zum anderen hatte nicht nur Hürriyet "Pech". Sieben (!) türkische Medien hatten sich um Akkreditierung bemüht; keine hat sie bekommen.
    Aber auch andere ausländische Medien haben keine Akkreditierung bekommen: so z.B. Agence France Press (AFP), Neue Zürcher Zeitung (NZZ) oder New York Times (NYT).
    Türkeifeindliche Äußerungen im Zusammenhang mit der Vergabepraxis sind also fehl am Platz.
    .


    Es sind nur extrem wenige ausländische Medien akkreditiert - ich glaube insgesamt 3 - auch die New York Times nicht. Ich finde das wirklich ein Armutszeugnis bei einem Prozess einer solchen Tragweite kein Kontingent für ausländische Medien zu reservieren.

    Das System - wer schreibt am schnellsten eine E-Mail - als Grundlage einer gerechten Platzvergabe zu werten finde ich doch etwas seltsam... zumal anscheinend Vormerkungen und Reservierungen nicht möglich waren.

  6. Inaktiver User

    AW: NSU Prozess.: Gericht wird nichts am Vergabeverfahren für Journalisten ändern

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Das System - wer schreibt am schnellsten eine E-Mail - als Grundlage einer gerechten Platzvergabe zu werten finde ich doch etwas seltsam... zumal anscheinend Vormerkungen und Reservierungen nicht möglich waren.
    "Hürriyet"-Chef : "Es gibt Wichtigeres, als im Gerichtssaal zu sitzen" - Nachrichten Kultur - Medien - DIE WELT

    Wenn die hier genannte Vergabemethode stimmt ist es allerdings etwas seltsatm.
    Ansonsten sind im Artikel eher versöhnliche Töne.

  7. Moderation

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    AW: NSU Prozess.: Gericht wird nichts am Vergabeverfahren für Journalisten ändern

    Zitat Zitat von pizzicati Beitrag anzeigen
    Es geht nicht um Prinzipienreiterei, es geht um rechtsstaatliche Grundsätze. Es kann in Deutschland glücklicherweise kein Imam, kein "lupenreiner Demokrat", kein staatliches Nachrichtenblättchen, keine Miliz etc. die Gerichtsbarkeit unterwandern oder beeinflussen.
    Nehme dich mal stellvertretend dafür, dass hier Prozess und Vergabe von Plätzen durch die Pressestelle konsequent verwechselt werden.
    Niemand will vorab ins Urteil angreifen, Richter bestechen, Zeugen beeinflussen...

    Himmel, kann man dieses unsägliche Gezerre nicht eleganter lösen, einen größeren Saal nehmen, auf das Angebot der BILD eingehen oder einen anderen einfachen Weg wählen, ohne dass beide Seiten das Gesicht verlieren müssen?

    Waren türkische Medien mit der Akkreditierung spät dran, kann es daran liegen, dass die Schlampereien bei der Aufklärung der sog. NSU-Morde nicht den Schluss zuließen, der Prozess werde ein großes Medien-Echo haben.

    Es ist ein besonderer Fall, und mir geht Sturheit auf die Nerven.
    *
    Der Adler fängt keine Mücken.


    'Antisemitismus hat in Deutschland keinen Platz' ist Kindergartenniveau. - Igor Levit


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  8. Inaktiver User

    AW: NSU Prozess.: Gericht wird nichts am Vergabeverfahren für Journalisten ändern

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Nehme dich mal stellvertretend dafür, dass hier Prozess und Vergabe von Plätzen durch die Pressestelle konsequent verwechselt werden.
    Niemand will vorab ins Urteil angreifen, Richter bestechen, Zeugen beeinflussen...

    Himmel, kann man dieses unsägliche Gezerre nicht eleganter lösen, einen größeren Saal nehmen, auf das Angebot der BILD eingehen oder einen anderen einfachen Weg wählen, ohne dass beide Seiten das Gesicht verlieren müssen?

    Waren türkische Medien mit der Akkreditierung spät dran, kann es daran liegen, dass die Schlampereien bei der Aufklärung der sog. NSU-Morde nicht den Schluss zuließen, der Prozess werde ein großes Medien-Echo haben.

    Es ist ein besonderer Fall, und mir geht Sturheit auf die Nerven.
    Du sprichst mir aus der Seele...

  9. Inaktiver User

    AW: NSU Prozess.: Gericht wird nichts am Vergabeverfahren für Journalisten ändern

    Das OLG München hat eine konstruktive und sinnvolle Lösung gefunden:

    * klick *

  10. VIP

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    AW: NSU Prozess.: Gericht wird nichts am Vergabeverfahren für Journalisten ändern

    So, nun ist die Verlosung der 50 Presseplätze abgeschlossen.

    Die maßgebenden deutschen Printmedien bleiben weitestgehend draußen (Süddeutsche, FAZ, Handelsblatt), dafür haben aber u.a. "Junge Welt" und.... tätäää..... "Brigitte" einen Platz bekommen.

    Ja. Das macht natürlich Sinn....
    Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)



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