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  1. Moderation

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    Auch heimlicher Wunsch der Deutschen?

    Die Brits wollen wieder mal austreten, Cameron und seine Party bis spätestens 2017 eine "in - out"-Volksabstimmung anleiern, mehr Freiheiten und weniger EU-Regulierung.

    Bei der Finanztransaktionssteuer machen sie nicht mit, was kaum wundert, denn der Finanzmarkt ist das, worauf die Briten setzen, nachdem es mit ihrer produzierenden Industrie nicht mehr so klappt. Die Steuer bringt Nachteile, der Finanzplatz London wäre vielleicht nicht mehr so gefragt.

    EU-Referendum in Großbritannien: Cameron geht volles Risiko - Politik - Süddeutsche.de

    Deutsche Politiker schimpfen jetzt mächtig, aber viele Deutsche wünschen sich doch mehr oder weniger heimlich auch genau das: Raus aus der EU, zurück zur "guten alten" D-Mark...

    Was denkt ihr? Hätten die Briten mit dem Austritt mehr zu verlieren oder mehr zu gewinnen?
    *
    Der Adler fängt keine Mücken.


    'Antisemitismus hat in Deutschland keinen Platz' ist Kindergartenniveau. - Igor Levit


    Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
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  2. Inaktiver User

    AW: Auch heimlicher Wunsch der Deutschen?

    Meiner Meinung nach hätten sie eindeutig mehr zu verlieren.

    Aber, sie sind unverbesserlich.
    "Splendid isolation" hat oberste Priorität bei ihnen.

    Dabei ist Europa doch weitaus mehr als eine Wirtschaftsgemeinschaft.
    zwischen zwei EU-Staaten findet höchst unwahrscheinlich Krieg statt.

  3. Moderation

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    AW: Auch heimlicher Wunsch der Deutschen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    zwischen zwei EU-Staaten findet höchst unwahrscheinlich Krieg statt.
    War zwar jetzt nicht die Grundmotivation zur Schaffung der EU, ist aber ein Aspekt.^^

    Vielleicht sollte zuerst gefragt werden, sas hätte denn die EU an den Briten verloren hätte.
    *
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    AW: Auch heimlicher Wunsch der Deutschen?

    M.E. und da schließe ich mich einigen Experten an, haben die in erster Linie die Engländer viel zu verlieren, nicht die Briten.

    Warum ?
    Nun, in Schottland wird es demnächst ebenfalls ein Referendum geben und die Chancen für einen Austritt aus dem VK sind mehr als groß. Und, die Schotten wollen definitiv in der EU bleiben.

    Das bedeutet das die Engländer dann auf einmal eine EU-Aussengrenze auf ihrer Insel hätten, verbunden mit EU-Grenzpolizei. Das nagt bestimmt am Selbstbewußtsein.
    Das ist das eine.

    Das andere ist das die Engländer dann keinen Zugang zum Binnenmarkt haben. Auch die verbliebene Autoindustrie ist nicht in englischem Besitz, sondern von EU Ländern (RR und Mini, BMW, Bentley VW), oder Japanern.
    Besonders die Japaner siedelten sich dort an um Einfuhrzölle zu verhindern. Ganz klar, sie könnten Problemlos nach Irland oder Schottland ausweichen.
    Auch die riesigen Gewinne aus der Öl- und Gasförderung würden in Schottland verbleiben.

    Natürlich könnte England dem Vorbild der Schweiz und Norwegens folgen und Verträge für eine Freihandelszone mit der EU abschließen.
    Aber auch das würde bedeuten das England sich an die Vorgaben der EU halten muß, wie die Schweiz und Norwegen, ohne ein Mitspracherecht zu haben.

    Sowohl die Schweiz als auch Norwegen bekommen einfach nur Anweisungen aus Brüssel und müssen diese umsetzen. Ob das den Engländern behagen würde ? Ich wage es zu bezweifeln.

    Die Eu hingegen könnte den Ausfall des englischen Marktes definitv besser kompensieren als umgegkehrt.

    Auch Geopolitisch und strategisch würde sich England ins aus schießen. Die besonderen Beziehungen zwischen den USA und UK sind nur deshalb so, weil UK der leichtere Weg zur EU ist.
    Allerdings sind die USA pragmatisch und werden dann eben die Kontakte zu anderen EU Staaten, möglicherweise zu Deutschland, intensivieren.
    Denn ohne die EU und ohne Schottland, wäre England keine wichtige Macht die in den Überlegungen der USA eine Rolle spielt, die EU hingegen schon.


    Der andere Teil deiner Frage.

    Ich persönlich würde es nicht begrüßen wenn wir aus der EU austreten würden. Denn auch für Deutschland ist die EU mehr als überlebenswichtig. Der wichtigste Absatzmarkt ist der Binnenmarkt.
    Ein Austritt würde Deutschland wirtschaftlich sehr schaden. Das was für UK gilt, gilt auch für Deutschland. Wenn nicht sogar noch stärker.
    Wenn auf das Hauptprodukt der Deutschen Wirtschaft, das Auto, durch zusätzliche Zölle in unseren Nachbarländern verteuert würde, würde der Absatz massiv einbrechen.

    Und die amerikanischen Hersteller Ford und Opel, würden Deutschland umgehend verlassen. Wobei Opel ja eh schon auf dem Sprung ist.

    Auch die DM möchte ich nicht zurück.
    Allen Unkenrufen zum Trotz ist der Euro nicht in der Krise, seine Kaufkraft im Binnenmarkt und seine Anziehung für exteren Anleger ist ungebrochen.

    Ein zurück zur DM wäre ein Schritt in die falsche Richtung. Man kann nicht zurück in der Geschichte und ehrlich gesagt gab es früher auch nichts was wirklich besser gewesen wäre.

    Im übrigen fände ich auch einen Austritt aus der EU für Deutschland sehr schädlich.
    Immerhin gehört Deutschland zu den Gründungsländern.
    Die Europäische Einigung ist die beste Errungenschaft nach dem Krieg.

    Há gente que fica na história
    Da história da gente


    Ja zur EU

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    AW: Auch heimlicher Wunsch der Deutschen?

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Was denkt ihr? Hätten die Briten mit dem Austritt mehr zu verlieren oder mehr zu gewinnen?
    Ganz klar wäre das zum Nachteil von UK. Aber auch zum Nachteil von Rest-Europa.

    Ich sehe es so, dass viele Kritikpunkte von Cameron durchaus berechtigt sind: zu wenig Demokratie, zu viel Nachsicht mit Schuldenmachern, Überregulierung (Glühbirnenverbot, Wasserhähne, ...), zu hohe Ausgaben der EU (z.B. 10000 Euro pro Monat für eine Sekretärin). Ich fände es sehr schade, wenn ein vernünftig haushaltendes Land wie UK ausscheiden würde. Man muss sich anhören, was Cameron und UK gern ändern möchten. Vielleicht stehen wir dann auch mal auf seiner Seite und nicht auf der von A. Merkel.

  6. Inaktiver User

    AW: Auch heimlicher Wunsch der Deutschen?

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    War zwar jetzt nicht die Grundmotivation zur Schaffung der EU, ist aber ein Aspekt.^^

    .
    Mit Verlaub, genau das war der Grundgedanke hinter der Schaffung der EU. Das ging los mit den Verhandlungen zur Montanunion, der EWG, der (gescheiterten) EVG, und aus all dem entstand letztlich die EU - die Idee war, speziell Deutschland so in Europa einzubinden, dass es einfach keinen Krieg mehr vom Zaun brechen konnte.

  7. Moderation

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    AW: Auch heimlicher Wunsch der Deutschen?

    Zitat Zitat von Michael_Collins Beitrag anzeigen
    Nun, in Schottland wird es demnächst ebenfalls ein Referendum geben und die Chancen für einen Austritt aus dem VK sind mehr als groß. Und, die Schotten wollen definitiv in der EU bleiben.
    Das hatte ich ganz vergessen. Bringt noch mehr Spannung ins Thema!

    Wenn deiner (und meiner) Meinung nach England (danke f. den Hinweis) durch den Austritt mehr zu verlieren hätte als die EU, verstehe ich nicht, warum Camerons Aussagen in Deutschland von einigen Politikern als "Erpressung" gesehen werden. Andere sagen wiederum: Lasst sie doch ziehen, besser heute als morgen...

    Als große Anhängerin der "europäischen Idee" möchte ich die EU aber schon aus Traditionsgründen nicht ohne England sehen. Für mich hat das Land immer noch Wichtigkeit und Gewicht und bringt eine Grundfarbe mit in die vielen Schattierungen Europas.
    In den globalen Vielvölkerzeiten und dem Input aus aller Welt hat dieses Land länger und mehr Erfahrung als der Rest Europas zusammen.




    Der andere Teil deiner Frage.

    Ich persönlich würde es nicht begrüßen wenn wir aus der EU austreten würden. Denn auch für Deutschland ist die EU mehr als überlebenswichtig. Der wichtigste Absatzmarkt ist der Binnenmarkt.
    Ein Austritt würde Deutschland wirtschaftlich sehr schaden. Das was für UK gilt, gilt auch für Deutschland. Wenn nicht sogar noch stärker.
    Wenn auf das Hauptprodukt der Deutschen Wirtschaft, das Auto, durch zusätzliche Zölle in unseren Nachbarländern verteuert würde, würde der Absatz massiv einbrechen.

    Immerhin gehört Deutschland zu den Gründungsländern.
    Die Europäische Einigung ist die beste Errungenschaft nach dem Krieg.
    Sehe ich ganz ähnlich. Die EU-Gegner führen hierzulande aber ähnliche Kritikpunkte an wie Cameron und sein Lager:
    Zunehmende Zentralisierung und damit Fremdbestimmung, Verlust nationaler Kompetenzen, zu viel Bürokratie, die an Bürgern vorbeigeht, zu hohe Verwaltungskosten, zu wenig Transparenz oder falsche Stimmverteilung (kleinste Länder haben das gleiche Stimmrecht wie große).

    Zitat Zitat von Frank13 Beitrag anzeigen
    Ganz klar wäre das zum Nachteil von UK. Aber auch zum Nachteil von Rest-Europa.

    Ich sehe es so, dass viele Kritikpunkte von Cameron durchaus berechtigt sind: zu wenig Demokratie, zu viel Nachsicht mit Schuldenmachern, Überregulierung (Glühbirnenverbot, Wasserhähne, ...), zu hohe Ausgaben der EU (z.B. 10000 Euro pro Monat für eine Sekretärin). Ich fände es sehr schade, wenn ein vernünftig haushaltendes Land wie UK ausscheiden würde. Man muss sich anhören, was Cameron und UK gern ändern möchten. Vielleicht stehen wir dann auch mal auf seiner Seite und nicht auf der von A. Merkel.
    Die Kritikpunkte sind gut und sollten ernst genommen werden.
    Cameron spricht nur an, was auch in anderen Ländern Angst macht: Der riesige Verwaltungsapparat, der für Entscheidungen ewig lange braucht und dann mit neuen Reglementierungen kommt, wo schnellere Lösungen für die Wirtschaft gefragt wären.

    Ich habe gelesen, dass in GB 150 Kompetenzbereiche geprüft werden, die in Zukunft wieder vom nationalen Parlament geregelt werden sollen.
    *
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  8. Moderation

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    AW: Auch heimlicher Wunsch der Deutschen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mit Verlaub, genau das war der Grundgedanke hinter der Schaffung der EU. Das ging los mit den Verhandlungen zur Montanunion, der EWG, der (gescheiterten) EVG, und aus all dem entstand letztlich die EU - die Idee war, speziell Deutschland so in Europa einzubinden, dass es einfach keinen Krieg mehr vom Zaun brechen konnte.
    Stimmt schon, von Frankreich aus gesehen. Adenauer würde sich energisch räuspern.^^
    *
    Der Adler fängt keine Mücken.


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  9. Inaktiver User

    AW: Auch heimlicher Wunsch der Deutschen?

    Aber noch mal zu deiner Ausgangsfrage: die ältere Generation also die heutigen Rentner sehe ich so mit glühenden Augen an ihre alte "starke" D-Mark denken.

    Aber, die jüngeren Leute sind einfach schon Europäer.
    Und, wie schon oben erwähnt, man kann das Leben nicht rückwärts leben.

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    AW: Auch heimlicher Wunsch der Deutschen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber noch mal zu deiner Ausgangsfrage: die ältere Generation also die heutigen Rentner sehe ich so mit glühenden Augen an ihre alte "starke" D-Mark denken.

    Aber, die jüngeren Leute sind einfach schon Europäer.
    Und, wie schon oben erwähnt, man kann das Leben nicht rückwärts leben.
    Möchtest Voruteile hier verbreiten? Dass Menschen, die mehr als 50 Jahre ihres Lebens mit der D-Mark gelebt haben, gerne an sie zurückdenken, halte ich nicht für abwegig. Dass ältere Menschen wie ich bei großen Summen auch noch im Kopf auf D-Mark umrechnen, halte ich für normal. Dass meine Enkel mit der DM nichts mehr anfangen könne, halte ich ebenfalls für normal. Aber eine Rückkehr zur DM ist eher was für Nationalisten, was sie gelegentlich auch mal plakatieren.

    Dass wir das heutige Europa haben, verdanken wir nicht den jungen Leuten, für sie ist es nur selbstverständlich.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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