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  1. Inaktiver User

    Algerien und Mali :-(

    Was genau passiert ist, wissen wir nicht.
    Da haben Islamisten eine Menge Geiseln in einer Gasanlage in ihre Macht gebracht...ihr Hass richtete sich speziell gegen die ausländischen Mitarbeiter. Es gab eine mehr oder weniger erfolgreiche Befreiungsaktion der algerischen Regierung, mit vielen Toten und Verletzten - ob noch Menschen in Geiselhaft sind, ist unklar.
    Woher diese Geiselnehmer stammen, ist wohl auch nicht so ganz sicher.
    Klar ist, dass es viele sein müssen - klar ist auch ihr Hass auf alles Westliche und auf moderate Muslime...
    Ich habe den Eindruck, als würden sich die Islamisten seit dem arabischen Frühling sprunghaft vermehren...und der Hass auf alles Westliche auch.
    In Mali haben Islamisten jetzt quasi das Sagen.
    Es gibt Flüchtlinge - es müssen wohl gräßliche Zustände in dem Wüstenstaat herrschen...es scheint, als würde jetzt in Norafrika die Lage der Menschen sich verschlechter..

    Woher kommt nur dieser Hass?

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    AW: Algerien und Mali :-(

    Die Frage treibt mich auch um- ohne eine Antwort zu finden.
    Die Entwicklung ist beängstigend-nur darf man nicht die "schweigende Mehrheit" in diesen
    Ländern unterschätzen;ich glaube einfach nicht das ganze Völker auf der Welt wirklich einen
    "Gottesstaat" radikalislamistischer Prägung wollen.Das sind, mE.eher einflussreiche Minderheiten,
    denen vor im Ausland sehr viel Beachtung geschenkt wird ( durch ihre Taten natürlich vor allem),
    indes die eigentliche Bevölkerung mit der Bewältigung des schweren Alltags genug zu tun hat....
    Ich glaube die Hintergründe sind sehr komplex, Religion ist nur ein Teil der ganzen Thematik,
    sehr viel Frust ist bei jungen Leuten vorhanden die keinerlei Perspektiven für sich sehen und
    die driften dann leichter ab als Menschen, die einen gewissen Status und Sicherheit erreicht haben.
    Ganz übel die Rolle Saudi-Arabiens, als Geldgeber dieser Radikalen.Wie kann man denen Waffen
    liefern wollen? Unglaublich !
    Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
    kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
    wir waren

    Aharon Appelfeld

  3. Inaktiver User

    AW: Algerien und Mali :-(

    Ich denke, Hass ist zumindest bei den Strategen der Islamisten weniger der Beweggrund für Geiselnahme (und Entführungen), eher geht es um erhofftes und ab und zu auch bezahltes Lösegeld und als Lösegeld dienende Waffen.

    In Mali hat sich die heutige Lage früh angekündigt. Spätestens als die Tuareg, die lange von Gaddafi unterstützt wurden, diese Machtbasis verloren hatten, war zu erwarten, dass sie neue Erwerbsmöglichkeiten für sich suchen würden und sie unter anderem in Mali fanden. Derzeit haben offenbar die Islamisten, die ursprünglich mit den Tuareg zusammenarbeiteten, an Boden Letzteren gegenüber gewonnen.
    Frankreich griff sicherlich nicht oder zumindest nicht in erster Linie wegen der Menschenrechte (es leben viele Franzosen in Mali) sondern wegen der Uranvorkommen, eines französischen Konzerns, der in Mali (und Niger) Uran fördert, und zur Sicherung von Material für die eigenen Atomkraftwerke ein.

    Angeblich gibt es kaum anderswo auf der Welt Boden-Luftraketen und Sturmgewehre so preiswert zu kaufen.

    Vollkommen ausgespart in den Berichten wird die Zivilbevölkerung, die ein Spielball von Macht- und Geldinteressen, Furchtbares erleiden muss. So etwas nennt sich dann "militärischer Konflikt".

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    AW: Algerien und Mali :-(

    Die USA haben Afrika vom Norden her destabilisiert und jetzt geht es von innen heraus weiter.
    In wenigen Jahren sind die Afrikaner wirtschaftlich und wohlstandsmäßig dort, wo sie vor 20 Jahren gestartet sind.
    Solche Unruhen und Destabilisierung weiten sich auf umliegende Regionen aus.

  5. Inaktiver User

    AW: Algerien und Mali :-(

    Die USA haben Afrika vom Norden her destabilisiert und jetzt geht es von innen heraus weiter.
    In wenigen Jahren sind die Afrikaner wirtschaftlich und wohlstandsmäßig dort, wo sie vor 20 Jahren gestartet sind.
    Wie meinst du das?
    Die Interessen in Afrika und an afrikanischen Bodenschätzen sind international. Ich denke sogar, dass die USA höchstens strategischen Einfluss ausüben wollen (indem eventuell China und Russland zurückgedrängt werden), nimmt man/frau den Waffenhandel aus, der wiederum international ist.
    Allein das Erdgas und Erdöl, das über Pipelines nach Italien und Spanien geht, betrifft die USA nicht.
    Und dass Al-Quaida wegen Aufgabe des afghanischen Operationsgebietes sich nun in der Sahel niedergelassen hat, ist schwerlich den USA anzulasten.

    Letztlich wurde als Erfolg verbucht, dass in Tunesien ein mit Waffen vollbeladener Laster, der für Mali bestimmt war, erwischt worden ist.
    Die Normalbürgerin fragt sich: weshalb ein einziger LKW, obwohl große Mengen an Waffen sowohl in Mali wie auch in angrenzenden Staaten gehandelt werden. Wie kommen diese Waffen über die Grenzen? Wer liefert, wer drückt ein Auge zu? Weshalb wird nicht über wirksame Methoden, den Waffenhandel zu unterbinden, nachgedacht?
    Die Antwort wird wohl sein: es ist ein Milliardengeschäft. Zulasten bedauernswerter Menschen, die, kaum entrinnen sie dem Hunger oder irgendwelchen Epidemien, schon wieder auf der Flucht sind.
    Geändert von Inaktiver User (20.01.2013 um 22:42 Uhr)

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    AW: Algerien und Mali :-(

    Die USA haben genügend eigene Rohstoffe, sie haben diese nur noch nicht oder sehr halbherzig erschlossen.
    Es war für die USA immer preiswerter die Rohstoffe von anderen Ländern zu kaufen.
    Der Dollar als Weltwährung war da sehr hilfreich.
    Jetzt, wo der Dollar zurückgedrängt wird, müssten andere Nationen, wenn sie aus Afrika nicht sicher beliefert werden können, bei den USA oder Russen kaufen, dafür braucht man eben wieder mal Dollar.
    Den Russen wird’s gefallen, haben eh nichts zu verkaufen, außer Rohstoffe und den USA wird es helfen, den Dollar zu stützen.
    Afrika als Rohstoffbassi sollte man nicht unterschätzen und im Moment geht diese Rohstoffbasis kaputt.
    Die paar Laster mit Waffen sind für die Medien gemacht.
    Wenn dort jemand ernsthaft Krieg machen wöllte, Gaddafis Läger sind voll mit modernsten Waffen die auch ein Jagdflugzeug ganz schnell vom Himmel holen könnten.

  7. Inaktiver User

    AW: Algerien und Mali :-(

    Wenn dort jemand ernsthaft Krieg machen wöllte
    Aber es ist ernsthaft Krieg.

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    AW: Algerien und Mali :-(

    Meines Wissens zirkulieren in der Sahara reichlich viele, auch moderne Waffen aus Gaddafi-Beständen.
    Und zwar auf Seiten von Ansar Dine, Qaida (Maghreb) etc.
    Die französischen Sender zeigen ja derzeit täglich Schwarzafrikaner aus dem südlichen Drittel Malis, die sich von den Islamisten verfolgt und bedroht fühlen. Und die Bevölkerung von Timbuktu war wohl auch wenig begeistert von den Bilderstürmern, die ihre Mausoleen zerstört haben.
    Der Westen fürchtet Rückzugsräume ähnlich wie Somalia oder Afghanistan vor 2001, ich frage mich u.a. ob die Franzosen Wüstengebiete nördlich des Niger nicht nur einnehmen, sondern auch "halten" können, man denkt ja gleich an Afghanistan oder Vietnam, was die Tuareg-Bevölkerung mehrheitlich will, ist ja von hier aus schwer zu beurteilen.
    Interessant gestern auch der ZDF (?)-Beitrag, demzufolge gerade die Franzosen ein Übergreifen bürgerkriegsähnlicher Zustände besonders auf Niger dringend verhindern wollen:
    dort fördern französische Gesellschaft Uran in großem Stil.
    Der auch für die innerfranzösische Energieversorgung (mit über 80% Atomstrom) natürlich dringend benötigt wird.

    lg lenita

  9. Inaktiver User

    AW: Algerien und Mali :-(

    Dass Frankreich früher oder später eingreifen würde war klar, sie schützen ihre Industrie im Niger.
    Was ich noch gerne wüsste ist, wer hinter diesen "Islamisten" eigentlich steht.
    Sie selber sind wohl ein zusammengeschusterter Haufen unzufriedener oder von mir aus gescheiterter Existenzen, aber wer genau hinter ihnen steckt wäre interessant.
    Viel mehr als Saudi Arabien fällt mir nicht ein, bin aber gerne bereit, mich belehren zu lassen.

  10. User Info Menu

    AW: Algerien und Mali :-(

    In diesem Fall habe ich jetzt von Saudi-Arabien als Geldgeber noch nichts gelesen.
    al-Qaida im Maghreb
    Hier wird auf Ex-Kämpfer im Algerischen Bürgerkrieg der 90er hingewiesen und auf Waffen aus lybischen Beständen.
    Die Tuareg-Rebellen waren m.W. ursprünglich nicht in erster Linie militant-religiös orientiert, hatten aber 2012 zwischenzeitlich ein taktisches Bündnis mit Ansar Dine.

    lg lenita

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