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    Eine-Billion-Dollar-Münze

    Der Trick mit der Eine-Billion-Dollar-Münze
    Bizarr, aber legal: Dass die USA zahlungsunfähig werden, wollen Obamas Anhänger mit einem obskuren Trick verhindern. Finanzminister Geithner soll die republikanische Blockade aushebeln, indem er einfach eine Super-Münze prägen lässt. Wie das gehen soll.
    Die Vorstellung ist bizarr. Timothy Geithner, Finanzminister der Obama-Regierung, gibt den Befehl, dann rattern Maschinen der Prägeanstalt US Mint. Am Ende spuckt eine von ihnen eine einzelne Münze aus Platin aus. Die wird in einen Tresor in den Washingtoner Katakomben der Notenbank gesperrt - und Amerikas Schuldenstreit ist mit einem Schlag beendet. Die Regierung kann weiter Geld ausgeben, das Land bricht nicht zusammen.
    Der Streit um die amerikanischen Staatsfinanzen wird noch ein bisschen verrückter: Politiker und Meinungsmacher in den Vereinigten Staaten diskutieren zu Jahresbeginn ernsthaft über die Idee, eine Eine-Billion-Dollar-Münze zu prägen - ein irrsinniger Wert, der an Kleptokratien wie Simbabwe erinnert, wo 2009 Scheine mit einem Wert von 100 Billionen Simbabwe-Dollar ausgegeben wurden. Das bedeutete dort eine Inflationsrate von noch irrsinnigeren 90 Trilliarden Prozent.
    Soweit sind die USA noch nicht. Doch nachdem die Republikaner in den ersten Stunden des Jahres die ihnen verhassten Steuererhöhungen für Reiche von Präsident Barack Obama akzeptieren mussten, droht Ende Februar erneut totaler Stillstand, für den es kreative Lösungen braucht. Dann muss die Schuldengrenze von 16,4 Billionen Dollar erhöht werden, sonst könnten Washingtons Zahlungen an Gläubiger in Gefahr kommen, und nicht nur das: Republikaner sprechen ganz offen davon, eine Einigung zu blockieren und die Regierung "vorübergehend und teilweise" handlungsunfähig zu machen. Folge wäre der sogenannte government shutdown. Diese Ausgabensperre würde viele Regierungsbehörden lahmlegen und mit ihnen einen Teil des Lebens im Land.
    Die Debatte um die Super-Münze dreht sich um eine obskure Passage in den Gesetzbüchern, mit der Demokraten die Blockadehaltung der Republikaner aushebeln wollen. Münzen für den Zahlungsverkehr aus Zink, Nickel und Kupfer produziert zwar die dem Finanzministerium unterstellte Prägeanstalt, die Behörde kann Münzen jedoch nicht nach Belieben in Auftrag geben. Die Notenbank Fed "druckt" autonom von der Regierung Geld, indem sie Privatbanken mit elektronischen Dollar versorgt. So kontrolliert sie die Geldmenge, der Minister ist eher ausführendes Organ. Er hat gerade mal Einfluss auf das Verhältnis der Metalle in Cent-Stücken. (Mehr zum Verhältnis von Fed und Finanzministerium hier)
    Die Ausnahme ist in Titel 31, Paragraf 5112k des Bundesgesetzes beschrieben: "Der Minister darf Platinmünzen prägen und auflegen", und zwar nach eigenem Ermessen. Die Passage ist eigentlich für Gedenkmünzen und Sammlerstücke gedacht. Der republikanische Abgeordnete Frank Lucas aus Oklahoma sagte schon bei ihrer Verabschiedung 2000 im Kongress: "Sie hat keinerlei Kostenauswirkungen." Dennoch ist der Absatz nun plötzlich Gegenstand der aktuell größten politischen Debatte im Land.
    Haushaltsstreit in USA - Der Trick mit der Eine-Billion-Dollar-Münze - Wirtschaft - Süddeutsche.de
    Wenn wir die Unterrubrik "verrückt" hätten würde ich es da posten.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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    AW: Eine-Billion-Dollar-Münze

    Das merkte ich 2008 schon an, als die Büchse der Pandora geöffnet wurde, Kauf von Staatsanleihen durch die Zb.
    Kreditvergabe : Die europäische Notenpresse gerät außer Kontrolle - Nachrichten Geld - DIE WELT
    Manchmal wünschte ich mir, es nicht zu verstehen.

  3. Inaktiver User

    AW: Eine-Billion-Dollar-Münze

    Zitat Zitat von frank60 Beitrag anzeigen
    Das merkte ich 2008 schon an, als die Büchse der Pandora geöffnet wurde
    Seit 4 Jahren ist die Welt aus den Fugen, und keiner hat's gemerkt.

  4. Inaktiver User

    AW: Eine-Billion-Dollar-Münze

    Auch ich habe Sorgen vor Inflation. Aber trotzdem finde ich die Euro-Rettung gut und hoffe, dass diejenigen Hedgefonds, die gegen den Euro gewettet haben, voll auf die Fresse gefallen sind - wie schon damals, als sie gegen Hongkong gewettet haben.

    Die Kraft, die Böses will und Gutes schafft ... In den USA gab es ein Komplott den Euro zu schwächen und dabei auch noch richtig viel Geld zu verdienen. Goldman-Sachs vorneweg. 2008 wurde in der FTD darüber berichtet. Das wurde als "Verschwörungstheorie" belächelt und dann, als es sich bewahrheitete, ganz schnell verdrängt ..
    Das hat uns viel gekostet und wird uns viel kosten, aber immerhin ist die Rechnung der Spekulanten so nicht aufgegangen, und immerhin wurden in diversen Euro-Mitgliedsländern Reformen angestoßen, die ohne Euro-Krise wohl nie gekommen wären. - Siehe die aktuelle Arbeitsmarktreform in Frankreich.
    .
    Geändert von Inaktiver User (16.01.2013 um 14:46 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Eine-Billion-Dollar-Münze

    Die USA jedenfalls, die sich eine Schwächung des Euro wünschten, stehen wirtschafts- und finanzpolitisch da wie Sau. Die US-Bürger lassen sich nach Strich und Faden verblöden, von Medien wie Fox-News etc.
    Kein Witz: es gibt US-Amerikaner, die glauben, dass ihre wirtschaftlichen Schwierigkeiten daher rühren, dass sie Griechenland retten müssten. Ich kenne solche Exemplare; sie haben Sarah Palin als Hörbuch im Auto liegen und können nicht bis Drei zählen. Das ist das stolze Amerika.

  6. Inaktiver User

    Lebenserwartung in USA

    Vielleicht auch ganz interessant:

    Für eine Studie verglichen die Forscher des National Research Council und des Institute of Medicine die Gesundheitsdaten der USA mit jenen Australiens, Dänemarks, Deutschlands, Finnlands, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens, Japans, Kanadas, Norwegens, Österreichs, Portugals, Spaniens, Schwedens, der Schweiz und der Niederlande.

    "Wir hatten erwartet, einige schlechte und einige gute Ergebnisse zu bekommen", zitiert die "New York Times", die am Donnerstag über den Report berichtet, den Mitautor Steven Woolf von der Virginia Commonewealth University. "Doch die USA liegen bei praktisch jedem Gesundheitsindikator knapp vor oder auf dem letzten Platz."


    Lebenserwartung: US-Bürger leben nicht so lange wie die Einwohner anderer reicher Industrienationen. Die Autoren machen dafür Unfälle, Drogen und die vielen Toten durch Schusswaffen in den USA verantwortlich.

    Säuglingssterblichkeit: Seit Jahrzehnten haben die USA die höchste Rate in diesem Ländervergleich. US-Kinder haben eine niedrigere Chance, ihren fünften Geburtstag zu erleben, als Kinder in anderen Industrienationen.

    Teenagerschwangerschaften: Seit den neunziger Jahren weisen US-Jugendliche im Vergleich nicht nur dabei die höchste Rate auf, sondern haben auch das höchste Risiko, sich mit Geschlechtskrankheiten anzustecken.

    ■ Drogen: US-Bürger verlieren mehr Lebensjahre durch Alkohol und andere Drogen als Menschen in den Vergleichsländern, selbst wenn man die Verkehrstoten herausrechnet, die durch Trunkenheit am Steuer ums Leben kommen.

    Übergewicht und Diabetes: Seit Jahrzehnten haben die USA die höchste Rate an Übergewicht und Fettsucht im Industrienationenvergleich. Das Risiko steigt bereits im Kindesalter. Ab dem 20. Geburtstag haben Erwachsene in den USA die höchste Rate an Diabetes im Ländervergleich.

    Herzkrankheit: Bei der Rate an Bürgern mit koronarer Herzkrankheit, also einer dem Herzinfarkt zugrundeliegenden Erkrankung, belegen die USA den zweiten Platz. US-Bürger über 50 Jahre haben im Ländervergleich das höchste Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Krankheit zu sterben.

    Die Unterschiede seien bei ärmeren US-Bürgern besonders deutlich. Doch auch Amerikaner, denen es wirtschaftlich gutgehe, schnitten immer noch schlechter ab als zum Beispiel vergleichbare Briten:
    "Das heißt, US-Amerikaner, die sich gesund verhalten, zur weißen US-Bevölkerung gehören, versichert sind, mit einem College-Abschluss ausgestattet sind oder zu höheren Einkommensklassen zählen, scheinen in einer schlechteren gesundheitlichen Verfassung zu sein als ähnliche Gruppen in Vergleichsländern", heißt es in dem Bericht.

    "Da läuft etwas grundsätzlich schief"

    Die Autoren weisen auf das zerstückelte US-Gesundheitssystem hin, in dem zum Beispiel die hausärztliche Versorgung limitiert sei und es viele nicht versicherte Menschen gebe.

    Auch sei die Armutsrate im Vergleich mit den 16 anderen Staaten in den USA am höchsten.

    Häufigerer Missbrauch rezeptpflichtiger Arzneimittel und Drogen.

    Zudem nutzten die US-Bürger weniger häufig die Sicherheitsgurte im Auto, verursachten mehr Verkehrsunfälle durch Alkoholmissbrauch - und besäßen mehr Schusswaffen.

    Schließlich öffne sich die Einkommensschere in den USA deutlicher als in den Vergleichsländern, so die Studienautoren: Soziale Ungleichheiten träten deutlicher zutage.


    Quelle: "Niedrige Lebenserwartung in USA", Spiegel



    Sowas sollte man sich mindestens immer dann vor Augen führen, wenn man der Verlockung zu erliegen droht, Europa schlecht zu reden und die USA zum Vorbild zu (v)erklären.
    .
    Geändert von Inaktiver User (15.01.2013 um 17:39 Uhr)

  7. User Info Menu

    AW: Eine-Billion-Dollar-Münze

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Haushaltsstreit in USA - Der Trick mit der Eine-Billion-Dollar-Münze - Wirtschaft - Süddeutsche.de
    Wenn wir die Unterrubrik "verrückt" hätten würde ich es da posten.
    Das Thema ist vom Tisch

    Há gente que fica na história
    Da história da gente


    Ja zur EU

  8. User Info Menu

    AW: Eine-Billion-Dollar-Münze

    Na ja Blautanne auf Besuch, die Krise hat es, wenn man den Medien Glauben schenkt, nie stattgefunden.
    Die Verkündung des „Krisenendes“ ist ja schon inflationär.

    Fakt ist doch, dass wir bisher größeren sozialen Unruhen aus dem Weg gegangen sind, was nicht bedeutet, dass das so bleiben muss.

    Fakt ist, die Krise verläuft wie alle bisherigen Finanzkrisen und wird 6 – 8 Jahre andauern. Das Tief dürften wir in etwa 2 Jahren erreichen.

    Die Reformen in den Ländern werden unter dem Druck der monetären Ereignisse eingeleitet, wobei auch dort solange getrickst wird, bis das System kurz vor dem Kollaps steht.

    Europa hat sehr viel seines Wohlstandes und sozialer Sicherheit verloren bzw. wurde diese aufgegeben.

    Das der Dollar im Moment ein Problem hat ist nicht das Verdienst der Europäer, eher hausgemacht und gewollt.

    Die USA werden im nächsten Jahrzehnt ihre Rohstoffreserven heben, während der Rest der Welt, insbesondere Europa, zusehen kann, wo es seine Rohstoffe herholt.
    Im Moment wird Afrika und die arabische Welt plattgemacht, was insofern auch die Asiaten angeht, denn die haben in Afrika sehr viel in die Infrastruktur investiert, um sich dort eine Rohstoffbasis zu sichern. Inwiefern diese Basis in wenigen Jahren noch tragfähig ist, wird sich zeigen.
    Wenn der Ölpreis steigt, wird das Wachstum und der Wohlstand in China leiden bzw. zurückgehen.

    Die USA brauchen auf absehbare Zeit nicht unbedingt das ÖL der Saudis.
    Wenn da unten ein Verrückter durchdreht und die Bombe schmeißt, wird sich das Blatt wenden.

    Wir werden, auch in Deutschland, noch eine gewaltige wirtschaftliche Delle schlucken müssen, bevor es wieder aufwärts geht.
    Die Autoindustrie war immer ein Vorläufer von etwa 6 Monaten, und dieser Indikator lässt nichts Gutes erahnen.
    Der Shipping Dry Index zeigt das Übrige.

  9. 21.11.2020, 05:58

    Grund
    off topic

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