Realitätsfern? Eine 20 jährige Erzieherin, die ich persönlich nicht kenne ist eine Fremdperson, sowohl für mich als auch für das Kind. Und es macht einen Unterschied in welchem Alter ich ein Kind einem Fremden anvertraue. Mit Mühe hat das herzlich wenig zu tun. Und wenn ich mir in unseren Krippen anschaue wieviele Säuglinge und Kleinstkinder auf eine Betreuerin kommen ist mir das persönlich zu wenig.
In der Regel schon, von immer hat keiner geschrieben, genauso ist mir bewusst, dass es genügend Menschen gibt für die es notwendig ist diese Einrichtungen zu unterhalten.Mir geht es um den Mythos, Familienmitglieder seien immer besser als externe Personen zur Betreuung.
Ich wehre mich nur gegen dieses Credo, dass es das beste für das Kind ist wenn es so schnell wie möglich aus dem Nest in eine Kita verfrachtet wird und beide Eltern so schnell wie möglich wieder arbeiten gehen.
Der Osten diente da ja immer als leuchtendes Vorbild. Oberflächlich betrachtet war dieses System super, es hat ja nicht geschadet gell, alle sind gross geworden. Dass viele Menschen dann im Alter von 30+ Depressionen entwickelt haben, Ängst usw. wird ja auf die frühzeitige Erfahrung der unnatürlichen Abnabelung gar nicht mehr zurückgeführt, muss ja auch nicht man kann sich ja mit Psychopharmaka ruhigstellen.
Solange man immer gleich die Extreme bemüht wird die Diskussion unsachlich. Plötzlich wimmelt es nur so von Eltern, die nicht adäquat auf ihr Kind eingehen. Um das gehts gar nicht.Ja, u. a. so, dass bei weitem nicht alle Eltern in der Lage sind, adäquat auf ihre Kinder zu reagieren. Wenn ich ein Säugling/Kleinkind im Einkaufszentrum oder bei McDonalds im Buggy weinen/schreien höre und sich die Eltern nicht kümmern, sondern lieber mit Freunden quatschen, frage ich mich wirklich, ob die Reaktionsfähigkeit von Kitapersonal wirklich so viel schlechter ist.
Es fängt alleine damit an, dass ein Baby am Geruch die Mutter erkennt und damit der Grundstock gelegt ist, dass es sich aufgehoben fühlt. Wird es zu schnell weggegeben dann hat es eine Verlusterfahrung, was sich im späteren Leben in mangelndem Urvertrauen und latenten Depressionen zeigen kann.
Wir haben den Instinkt verloren um was es wirklich geht und führen die Katalogmentalität unreflektiert fort.
Und wir bewerten in unserer Gesellschaft einen Titel höher als die Grundausbildung unserer Kinder, die fortwährend als die Ressource dargestellt werden auf der unsere Gesellschaft dann später aufbaut.
Der Unterschied ob Mann oder Frau zu hause bleiben liegt meiner Beobachtung zur Folge meist am Einkommen. Und ich meine hier nicht, dass gleiche Arbeit unterschiedlich bezahlt wird sondern weil beide einen unterschiedlich hoch dotierten Beruf ausüben. Und der, der den höher dotierten Beruf ausübt wird diesen auch fortführen.
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11.11.2012, 10:56Inaktiver User
AW: Betreuungsgeld - Pro und Contra
Geändert von Lukulla (11.11.2012 um 13:07 Uhr) Grund: Quote repariert
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11.11.2012, 11:07Inaktiver User
AW: Betreuungsgeld - Pro und Contra
Ich finde das nicht ungerecht, denn eine Erzieherin kann das gar nicht leisten, weil sie x Kinder gleichzeitig zu betreuen hat und man gar nicht mehr erwarten kann. Ein Elternteil wird kaum die Betreuung kündigen, eine Erzieherin wird krank, schwanger, kündigt - und schon hast du in einem sehr sensiblen Alter einen Wechsel der Betreuungsperson. Das ist ja teilweise noch für Grundschulkinder problematisch bei Lehrerwechsel, und ein Kind mit 1, 2 Jahren soll das wegstecken??? Und ich kenne auch kaum eine Familie wo 12 Kinder plus 3 Erwachsene zusammenleben und eine permanente Unruhe herrscht sowie ein teilweise extremer Lärmpegel. Wobei ich es fast noch bedenklicher finde wenn bei 12 Kindern U3 keine Unruhe herrscht sondern jedes artig auf seinem Stühlchen sitzt... Das ist nämlich genau der Unterschied zu einem Kindergartenkind, das sowas lernen soll und kann.
Hier in München wurde letztens eine Zweijährige von der S-Bahn erfasst. Es stellte sich heraus, sie ist mit 2 anderen Kindern beim Spielen draussen entwischt - 2 Erzieherinnen waren mit 19 Kindern draussen. Das kann nicht funktionieren.
Kein Elternteil hat 9 oder 10 Kleinkinder gleichzeitig zu betreuen. Den Erzieherinnen ist kein Vorwurf zu machen - aber was daran besser sein soll als wenn ein Vater oder eine Mutter auf zwei oder drei Kleinkinder eingehen kann, schon rein zeitlich, von emotionaler Zuwendung ganz zu schweigen, erschließt sich mir wirklich nicht.Geändert von Inaktiver User (11.11.2012 um 11:11 Uhr)
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11.11.2012, 11:19
AW: Betreuungsgeld - Pro und Contra
Das Beispiel ist unfair ... Ich las auch davon. Es ist tragisch und ganz schlimm, für alle Beteiligten. Aber ... so etwas passiert. Das hat nichts mit dem Betreuungsschlüssel zu tun. Ich kenne selbst zwei solcher Unglücksfälle mit Todesfolge bei ganz kleinen Kindern. Und beide passierten im häuslichen Umfeld. Die kleine Nichte meiner bestens Freundin ertrank im heimischen Teich, Mama, Papa, Oma und Opa saßen unweit und bemerkten es nicht.
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11.11.2012, 11:24Inaktiver User
AW: Betreuungsgeld - Pro und Contra
Das Beispiel ist nicht unfair, es zeigt die Realität. Dafür können auch die Erzieherinnen nichts, es geht nicht um die Todesfälle an sich.
Wie hats eine Freundin (Kindergartenleiterin) formuliert:
Zuerst tun wir alles um Kinder zu bekommen um sie dann schnellstmöglich aus ihrer Ursprungsfamilie abzuschieben.
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11.11.2012, 11:28
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11.11.2012, 11:30Inaktiver User
AW: Betreuungsgeld - Pro und Contra
Das ist auch so eine Ungereimtheit, die ich nicht verstehe: Tagesmutter/vater kann jeder werden, aber die U3 Kinder in der Kita müssen von Fachkräften betreut werden. Außerdem darf ich als Erzieherin nicht mit 5 Kindern allein im Haus sein (Aufsichtspflicht), es muß eine weitere erwachsene Person da sein. Bei Tagesmüttern wohl nicht...Ich weiß nicht, wie die das schaffen, z.B. einen Ausflug zu machen oder auch nur ein Kind zu wickeln und die anderen allein im Raum zu lassen...
Ich arbeite in einer Mini-Kita mit nur einer Gruppe von 15 Kindern, davon sind sieben U3 und ein Kind mit Downsyndrom. Ich bin sowas von froh über meine Kolleginnen und die Bezahlung nach TVOED.....
Gruß
Natural
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11.11.2012, 11:31Inaktiver User
AW: Betreuungsgeld - Pro und Contra
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11.11.2012, 11:31
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11.11.2012, 11:35Inaktiver User
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11.11.2012, 11:36



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