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10.11.2012, 19:01
AW: Betreuungsgeld - Pro und Contra
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10.11.2012, 19:06Inaktiver User
AW: Betreuungsgeld - Pro und Contra
Es ist absurd wenn Du ausschliesslich die kapitalistischen Dinge betrachtest. Es ist aber gleichermassen absurd zu meinen, dass es auf Kinder keine Auswirkung hat wenn sie schon in den ersten 3 Jahren von völlig Fremden Personen erzogen werden.
Die Auswirkungen, die Du als absurd betrachtest sind messbar und begreifbar, die Kindesentwicklung ist es so nicht.
Die von Dir angesprochene Geburtenrate ist komplexer als es auf die Gründe zu reduzieren, die auch populistisch immer wieder angeführt werden.
Wir haben ein Volk von 80 000 000 Menschen in Deutschland (meiner Meinung nach viel zu viele Menschen auf einem Fleck, deswegen benötigen wir auch eine industrielle Nahrungsversorgung mit all den Nachteilen die das mit sich bringt, bricht die Zusammen wären wir nicht mal annähernd in der Lage uns selbst zu versorgen und würden verhungern), und es könnte genauso gut sein, dass es eine Instanz in uns gibt, die dieses Gleichgewicht einfach dadurch aufrechterhält, dass die Geburten auf dem Niveau sind auf dem sie jetzt sind.
Dieses kapitalistische Denken, dass alles erreichbar wäre und es keine Folgen hätte finde ich absurd und eindimensional.
Aber die Manipulationsmaschinerie hat gut funktioniert wenn ich das so lese!
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10.11.2012, 19:09Inaktiver User
AW: Betreuungsgeld - Pro und Contra
Noch mal zu den Börger-Bratern oder respektvoll ausgedrückt: zu den Menschen, die durch ihre Arbeitskraft und ihren Schweiß zur Gewinnmaximierung eines Milliarden-Unternehmens beitragen. Wir brauchen sie. Denn ... sonst haben wir ein großes Problem. Gäbe es keine Wurschtbrater mehr, gibt's auch keine Wurscht an der Bude mehr.
Es können nicht alle 'oben' sein wollen, auch wenn es uns so schmackhaft gemacht wird. Das persönliche Glück eines Menschen findet sich ohnehin nicht im Außen - sondern an ganz anderer Stelle. Wenn jemand dafür 'brennt', eben 'nur Burger' zu braten oder anderer Leute Häuser sauber zu halten - so ist das wunderbar und sollte gelobt werden, anstatt hämisch betrachtet.
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10.11.2012, 19:11
AW: Betreuungsgeld - Pro und Contra
Lass uns mal beim Kern bleiben.
Diejenigen, die es (wie ich) besser finden Kinder zu Haus zu betreuen und nicht in die Obhut irgendwelcher Leute zu geben, die sie sich nicht selbst aussuchen können, werden dies Ansicht nicht wegen ein paar Euro in die eine oder die andere Richtung verändern.
Aber es gibt sie, die bildungsfernen Menschen, Menschen, die wenig mit ihren Kindern kommunizieren, Menschen, die Gewalt gegen ihre Kinder ausüben, Menschen, die in prekären Verhältnissen leben. Und diese haben Kinder, deren Chancen sich verbessern ließen, wenn sie mit anderen zusammen wären und wenn sie gefördert würden. Vor allem, aber nicht nur, sprachlich.
Und es ist absolut vorhersehbar, dass diese Menschen das angebotene Geld nehmen und es eben nicht in ihre Kinder investieren. Sie werden es nehmen, um anderweitig Lücken zu stopfen.schlechte Technik
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schlechte Laune
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10.11.2012, 19:19Inaktiver User
AW: Betreuungsgeld - Pro und Contra
Der Kapitalismus wird immer härter. Dieser Tag las ich ein Interview mit Herrn Prof. Dr. Franz, dem ich grundsätzlich hohen Respekt zolle, doch da blieb mir dann die Spucke weg. Er wurde befragt nach einem Rentenzuschuss für Geringverdiener. Und seine Antwort war sinngemäß, dass es traurig wäre, ein Leben lang gearbeitet zu haben, um dann nur ein Rentenniveau zu erreichen, dass dem Grundsicherungsniveau entspricht. Und die bessere Alternative sei es eben, den Menschen durch Bildungsinvestitionen und andere Maßnahmen die Chancen zu geben, höhrere Einkommen und damit höhere Altersrenten zu beziehen.
Das liest sich nett und 'sozial'. Doch ... gar nicht jeder hat die Fähigkeit und den Ehrgeiz auf mehr Bildung, als eine 'einfache' Lehrberufstätigkeit und ist dennoch glücklich - und arbeitet möglicherweise z.B. eben 40 oder 50 Jahre im Einzelhandel. Diese Lebensleistung - die unserem System dient, also auch der Dame und dem Herren mit hohem Bildungsabschluss und entsprechend hohem Einkommen - diese Lebensleistung muss auch im Alter einen Standard erlauben, und eben ggf. durch höhere Abgaben derer, die viel haben, mitfinanziert werden.
Es muss umgedacht werden, dringend.
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10.11.2012, 19:24
AW: Betreuungsgeld - Pro und Contra
Irgendwo altersmäßig nach unten muss eine Grenze sein, wo für einen Menschen die staatlichen Pflichten beginnen.
Schlimm genug, dass diese mit sechs Jahren beginnen, und lange nicht abzusehen ist, wann sie enden - irgendwann im Erwachsenenalter (wenn ich meinen Wehrdienst noch mit einbeziehe). Wo, bitteschön, ist da die Möglichkeit der freien Persönlichkeitsentfaltung?!!
Wenigstens den kleinsten Kindern unter sechs Jahren müssen wir das Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung, 24 Stunden am Tag, ohne dass der Staat bestimmt, wie die Persönlichkeit eines Menschen auszusehen hat, belassen.
Wenn ich da an meine Kindheit auf dem Bauernhof denke.
Kein Kindergarten der Welt hätte mir so eine schöne Kindheit bieten können.
Wo kommen wir denn hin, wenn wir pauschal allen Eltern die Fähigkeit absprechen, Ihre Kinder selber zu erziehen.
Bin ich hier in einem Albtraum?
Wir wissen alle, dass es Eltern gibt, die Schwierigkeiten haben, ihre Kinder zu erziehen.
DENEN müssen wir unter die Arme greifen und sehen, wie man helfen kann.
Aber doch bitte nicht einer Oma über die Straße helfen, die da gar nicht rüber wollte!
WIR, jeder Einzelne von uns, müssen genauer hinschauen, was unsere Mitmenschen tun, was sie für Probleme haben und wo man gegebenenfalls helfen kann!
Nicht für jedes Wehwehchen nach dem Staat rufen, damit sich nur ja niemand selber um was kümmern muss!
Wie ferngesteuert sind wir denn schon?!! Lernt man solche Denkweisen in den Hochschulen?
Da schicke ich meine Kinder lieber nicht hin.
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10.11.2012, 19:29
AW: Betreuungsgeld - Pro und Contra
Hier sprichst du einen wichtigen Punkt an. Ich würde noch in Frage stellen, warum es denn notwendig ist, dass viele Arbeitnehmer Überstunden machen und es problematisch wird diese abzubauen. Also warum nicht jemand weiteres einstellen, wenn es so viel Arbeit gibt? Damit würde man sicherlich auch den Familien dienen, die sich mit flexibleren Arbeitszeiten besser Zeit für die Familie nehmen können.
Warum werden bestimmte Jobs so miserabel bezahlt, dass man ein Anrecht auf ergänzende Leistungen hat und später eine zwar selbst verdiente Rente bekommt, die andere im gleichen Wert auch bekommen, die aber nie oder nur sporadisch gearbeitet haben.Geändert von xanidae (10.11.2012 um 19:33 Uhr)
Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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10.11.2012, 19:48
AW: Betreuungsgeld - Pro und Contra
Meine Frage: Schadet das Betreuungsgeld?
1. Den Kindern? Nein, in den meisten Fällen ist die häusliche Betreuung ja nicht so schlecht. Kinder mit Migrationshintergrund sollen zuerst die Muttersprache lernen. Auch in Harz4 Familien können Kinder liebevoll betreut werden. Zur Krippenerziehung kenne ich leider keine Untersuchung. Aber eventuell hat die ja auch Nachteile?
2.
Den Müttern? Hat man nach drei Jahren Pause keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt? Ich kenne genügend Frauen, die auch Nach einer längeren Pause in ihren Beruf zurückgekehrt sind. Klar, wenn man Gehirnchirurgin ist wird es schwierig.....Nirgendwo steht geschrieben, dass die drei Jahre Pause von der Mutter genommen werden müssen auch der Papa ist gefragt.
3.
Der Allgemeinheit, dem Steuerzahler?
Nein, Krippen werden viel höher bezuschusst, ich habe mal gelesen bis zu 1000€ im Monat...
4. Der Wirtschaft?
Ich glaube ja, es geht Arbeitskraft für einige Jahre verloren.
5. dem Staat?
Ich vermute ja, denn gerade gut verdienende Akademikerinnen zahlen entsprechend Steuern und die möchte der Staat immer gern kassieren.
Noch eine Anmerkung:
Es gibt ja auch Elterngeld. Wer sein Kind stattdessen in die Krippe bringt hat ja auch nichts davon und verzichtet auf eine staatliche Leistung. Wenn ich mein Kind in die Krippe bringe dann bekomme ich eben kein Betreuungsgeld. Dafür verdiene ich dann ja auch...Geändert von margret07 (10.11.2012 um 19:57 Uhr)
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10.11.2012, 20:23Inaktiver User
AW: Betreuungsgeld - Pro und Contra
Ui, Skabrador, ich glaube, so ganz - wie du dir das vorstellst - kann ein gemeinschaftliches Leben nicht funktionieren. Individualismus hat Grenzen, MUSS sogar Grenzen haben. Und die von dir beschriebene Kindheit auf dem Bauernhof ist wenig Maßstab. Sogar vor 50 Jahren waren Bauernhöfe seltener Orte von Kindheiten als (klein-)städtisches Umfeld. Und selbst auf den Bauernhöfen war auch immer Idylle angesagt, sondern Kinder mussten nicht selten früh hart dort arbeiten.
Das sehe ich also sehr viel weniger idealistisch. Kinder, die _gut kindgerecht_ betreut werden, das heißt z. B. nicht politisch indoktriniert, wie das in sozialistischen System geschah (die durch Kinder-Betreuung glänzten), haben genau dort - während dieser Betreuung die Chance, sich zu entfalten und - schön wär's - ihre Persönlichkeit zu leben, ich bezeichne dies als 'Neutralität'. In den Elternhäusern ist die Erziehung in den meisten Fällen nicht neutral. Denn es gibt familieneigene Wertesysteme, die den Kindern unweigerlich weitergegeben werden. Da wir in einer großen (Welt-)Gemeinschaft leben, halte ich es für essentiell, dass ab einem gewissen Lebensalter Kindern die Möglichkeit gegeben wird, außerhalb des häuslichen Rahmens erzieherische Begleitung zu erhalten. Um zu gewährleisten, dass ein gewisser sozialer Gleichstand - oder sei's auch nur der sprachliche - erreicht werden kann.
Die Eltern, die du ansprichst, die Schwierigkeiten in der Erziehung ihrer Kinder haben - wie willst du sie erreichen? Wie willst du das außerdem bewerten? Was ist eine 'Schwierigkeit'. Wäre dies nicht umgekehrt damit auch ein Einschalten in die Privatsphäre, die du andererseits ablehnst. Und ich denke außerdem, viele Eltern, die du damit meinen könntest, werden sich dagegen wehren, ihre Mängel zuzugeben.
Geändert von Inaktiver User (10.11.2012 um 20:59 Uhr) Grund: sinnstiftende Korrektur
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10.11.2012, 20:39Inaktiver User
AW: Betreuungsgeld - Pro und Contra
Ich finde es auch bedenkenswert, dass bei dem Betreuungsgeld so ein Aufriss veranstaltet wird aber bei der Bankenrettung ein zigfaches einfach so zum Fenster hinausgeworfen wurde und wird.
Ich finde es zudem auch bedenkenswert, dass wir, wer auch immer wir ist immer wieder hochhält, dass Familie und die Förderung von Kindern eines der wichtigsten Ziele in unserer Gesellschaft wären wenns aber dann an die Umsetzung geht ist kein Geld da oder wird nur mit Hängen und Würgen freigemacht.



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