Zustimmung! - aber einige WOLLEN das nicht zur Kenntnis nehmen ... und zwar mit Absicht.
Aber vor allem: wichtig ist auch aus meiner Sicht, dass die Tea-Party (erneut) sozusagen in die Schranken verwiesen wurde; ich denke, für die USA insgesamt wäre es gut, wenn sich mittelfristig wieder eindeutig die gemäßigten und vernünftigen Kräfte bei den Republikanern durchsetzen werden.
VanDyck
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Thema: Wahlen in USA
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07.11.2012, 12:35
AW: Wahlen in USA
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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07.11.2012, 12:36Inaktiver User
AW: Wahlen in USA
Richtig. Das offenbart letztlich nur Unkenntnis über das US Amerikanische politische System.
Das Problem Obamas ist die Spaltung der Legislative - zwar ist er Präsident, und im Senat dominieren die Demokraten, das nützt aber wenig, wenn im Repräsentantenhaus, angeführt von John Boehner als Präsident, die Republikaner das Sagen haben.
Einige Tea-Party Hardliner haben offenbar den Einzug in den Senat verpasst - ändert es was? Wohl kaum.
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07.11.2012, 12:52
AW: Wahlen in USA
Hier nochmal einige Infos zum Wahlausgang bei den Kongresswahlen:
Die Kennedys kehren in den US-Kongress zurück - News Ausland: US-Wahlen - derbund.ch
VanDyckEs gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
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Daniel Kahneman
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07.11.2012, 12:57
AW: Wahlen in USA
Gut das Obama gewonnen hat, allerdings glaube ich auch nicht das unter Romney der Rückschritt ins Mittelalter gedroht hätte. Der hätte von den Idealen der Tea- Party genausowenig umgesetzt wie Obama von seinen Vorstellungen (Guantanamo etc.).
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07.11.2012, 12:57
AW: Wahlen in USA
Die Kommentare auf Fox News, einem den Reps sehr nahe stehenden Sender, haben heute (je nach Sprecher) einerseits prophezeit und andererseits gefordert, dass der nächste Präsidentschaftskandidat mal richtig rechts stehen soll. Nicht so ein Weichspül-Rep wie Romney, sondern endlich mal ein richtiger rechter Hardliner a la Palin (aber mit Hirn).
a) Es lohnt sich also, weiterzukämpfen.
b) Sehen diese Leute denn nicht, dass das Volk diesen Mist nicht hören will?
Ebenfalls interessante Zitate:
"Das weiße Establishment sei inzwischen in der Minderheit"
"das traditionelle Amerika existiert nicht mehr"
"vor allem Hispanics, Afroamerikaner und Frauen haben für Obama gestimmt" (naja, das war ja nichts neues.)
(Folgerung: Frauen sind in keinem Fall ein Teil des traditionellen Amerikas / des weißen Establishments...)
"Romney war ein Übergangskandidat, ein Typ, der keine Zukunft habe: Der Liberale aus dem Nordosten."
"Die Zukunft der Republikaner wird noch weiter rechts liegen."
Ein Obama, der mit seiner Partei hätte regieren können, statt gegen die andere, hätte auch was ausrichten können. Wenn aber alles abgeschmettert wird, was er einbringt, dann sieht das für unbedarfte Beobachter natürlich so aus, als würder er nichts tun.
Interessanter Nebenaspekt: Warum gibts in USA eigentlich keine funktionierenden Grünen???Sie lasen soeben ein weiteres Premium-Posting des Ghostwriters, eines glücklichen alleinerziehenden Papas zweier bezaubernder Kinder.
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07.11.2012, 14:33Inaktiver User
AW: Wahlen in USA
Es gibt mindestens zwei Gründe, sich über den Ausgang der Wahlen zu freuen:
zum einen: Obama war und ist der bessere Kandidat,
zum anderen: der eigentliche Wahlverlierer heißt nicht 'Mitt Romney', sondern 'Tea Party'.
Letzteres sah man daran, dass Romney nur wenige Wechselwähler auf seine Seite ziehen konnte, die Wahl also in der Mitte verloren hat. Man sah es aber auch an den Ergebnissen einzelner Senatorenwahlen, bei denen den Republikanern sicher geglaubte Senatssitze deshalb verloren gingen, weil sie Tea Party Vertreter u.a. Fundamentalisten ins Rennen geschickt hatten, statt gemäßigt-republikanische Kandidaten.
Insgesamt war die Zustimmung zu Obama sehr viel deutlicher als erwartet. Insbesondere überraschte, dass die Zustimmung der Obama-Anhänger 2012 gegenüber 2008 um 4 Prozentpunkte gestiegen war, obwohl doch alle Kommentatoren behauptet hatten Obama habe seine Anhänger enttäuscht und viele von ihnen würden Obama nicht wiederwählen.
Diese verstärkte Zustimmung seiner Anhänger ist m.E. darauf zurückzuführen, dass sie von der Perspektive abgeschreckt wurden, mit Romney in vielen gesellschaftspolitischen und sozialpolitischen Fragen eine Rolle rückwärts zu machen.
Hinzu kam, dass Romney nicht einmal versucht hatte die Hispanics auf seine Seite zu ziehen. In seiner Arroganz orientierte er sich eigentlich fast nur an weißen, gut situierten Wählern.
Hinzu kamen Wirtschaftsdaten, die hoffen ließen, dass das Tal bald durchschritten ist.
Nicht zu vergessen die Wahlkampfhilfe durch Wirbelsturm Sandy:
"Sandy" brachte dem Bürgermeister von New York und vielen Bürgern ins Bewusstsein, dass Klimapolitik keineswegs lächerlich war, wie Romney es im Wahlkampf dargestellt hatte.
Zugleich erkannte der republikanische Gouverneur von New Jersey, dass Obamas Umbau der FEMA die genau richtige Entscheidung und Romneys Absicht die FEMA wieder zu entmachten, falsch war.
Diese beiden angesehenen konservativen Politiker wurden so zu überzeugten Befürwortern Obamas. Schöne Bilder vom staatstragenden "Commander in Chief" taten ihr übriges.
.Geändert von Inaktiver User (07.11.2012 um 14:43 Uhr)
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07.11.2012, 15:06Inaktiver User
AW: Wahlen in USA
Romney ist während des Wahlkampfes als Pragmatiker beschrieben worden. In Wirklichkeit war er wohl nur ein rückgratloser Wendehals, Typ Staubsauger-Vertreter: erzähl immer genau das, was die Kundschaft hören will und zögere nicht jetzt das Gegenteil dessen zu sagen, was du vor einer halben Stunde gesagt hast.
Romney wollte Präsident werden, wie und wofür, das war ihm ziemlich egal. Das Amt war es, das ihn lockte, und nicht die Vision einer bestimmten Politik. Ob er dann als pragmatischer oder als fundamentalistischer Präsident in Erscheinung getreten wäre, das wäre sehr stark davon abhängig gewesen, wie die Wahlergebnisse im Einzelnen ausgefallen und interpretiert worden wären.
Wäre ein Sieg Romneys gekrönt worden durch Senatssitze für Tea Party Vertreter, dann hätten die Fundamentalisten sich in ihrem Sendungsauftrag bestätigt gefühlt und von ihrem Kandidaten Romney die Umsetzung ihrer reaktionären politischen Vorstellungen eingefordert.
Bei entsprechenden Mehrheiten, auch im Senat, hätte er sich solchen Forderungen nicht entziehen können und wohl auch gar nicht entziehen wollen.
Hätte er hingegen mit knappen Mehrheiten regiert, wäre er auch Kompromissen nicht abgeneigt gewesen, wie er ja auch in Massachusetts bereits bewiesen hat.
.Geändert von Inaktiver User (07.11.2012 um 15:53 Uhr)
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07.11.2012, 15:19Inaktiver User
AW: Wahlen in USA
Manche Kommentatoren äußerten Besorgnis, wie die nächsten 4 Jahre der Präsidentschaft Obamas aussehen werden, ob er wieder so massiv blockiert werden wird - zumal sich die Mehrheitsverhältnisse in Repräsentantenhaus und Senat nicht geändert haben.
Ich bin optimistisch und glaube, dass Obama sein Werk mit noch mehr Elan fortsetzen kann:
1.: Die Wahl 2008 war weniger eine Wahl für Obama als ein Ausdruck des Leidens an 8 Jahren Dabbelju, mit Rekordverschuldung, Hypotheken- und Finanzkrise, zwei verlustreichen und teuren Kriegen sowie Totalversagen im Angesicht des Hurrican Katrina. - Deswegen hat nicht Bushs direkter Nachfolger, McCain, gewonnen, und auch nicht Hilary Clinton, sondern der Kandidat, der maximal anders als Bush war. - Darin waren sich damals alle Beobachter einig.
Die Wahl 2012 ist deshalb die erste Wahl, die wirklich Obama selbst und seinen politischen Projekten gilt, die erste Wahl, die wirklich einen unmittelbaren Auftrag für Obama darstellt, seine Politik fortzusetzen - was ihm entsprechenden Rückenwind gibt.
2.: Obama wollte natürlich wiedergewählt werden, auch wenn er gesagt hatte, dass er lieber ein bedeutender Präsident in nur einer Amtszeit als ein mittelmäßiger mit zwei Amtszeiten werden wolle. Um seine Wiederwahl nicht zu gefährden, hat er so manches heikle Thema auf Eis gelegt. Das Ziel der Wiederwahl hat er erreicht; eine dritte Amtszeit gibt es nicht. Er braucht diesbezüglich also auch keine Rücksicht mehr zu nehmen.
Die radikalen Republikaner wiederum können sich weitere Hetzkampagnen und Blockaden sparen, denn ihr wichtigstes Ziel, die Wiederwahl Obamas zu verhindern, koste es, was es wolle, dieses Ziel hat sich endgültig erledigt. Nun müssen - und werden - sie nach vorne schauen, und das bedeutet: die Interessen des Landes und ihrer Partei in den Blick nehmen und Rücksicht auf die vielen Millionen Wähler nehmen, die die Nase von destruktiver und lähmender Blockadepolitik gestrichen voll haben.
3.: Obama ist nun kein Neuling mehr, wie jener, der erst wie ein Heilsbringer gefeiert und dann in eine beispiellose Dauer-Hass-Kampagne hineingestürzt wurde. Er kann auf die Erfahrung von 4 Amtsjahren zurückblicken und sich auf ein erprobtes Team stützen. Er wird den Rückenwind der Wiederwahl nutzen, um seine "mittelmäßige" erste Präsidentschaft für Land, Wähler und Geschichtsbücher zu einem relativ glanzvollen Gesamtergebnis zu führen.
.Geändert von Inaktiver User (07.11.2012 um 15:58 Uhr)
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07.11.2012, 15:45
AW: Wahlen in USA
Ich würde gerne die Zusammensetzung des Kongresses nachgucken, aber alle deutschen Medien schreiben voneinander ab und erzählen dass Kennedy im Kongress ist - das interessiert mich nicht, wie die Zahlen von 2010 sind - das interessiert mich nicht- dass etliche Frauen reingewählt wurden, - das ist schön, - aber wo bleiben die aktuellen Zahlen und Namen?
Selbst auf CNN wird nur geschwafelt.
Kennt jemand eine Seite, wo ich das nachgucken kann?Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
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07.11.2012, 15:46




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