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    Paralympische <--> Olympische Spiele

    Seit einiger Zeit ist ja in der Presse einiges über die Paralympics zu lesen, z.B. die Diskussion über die unterschiedlichen Siegprämien für Olympia- bzw. Paralympiasieger (15000 Euro gegenüber 7500 Euro).

    Aber kann man das wirklich vergleichen? Und wäre eine - oft geforderte - Gleichstellung beider Wettkämpfe (hinsichtlich Medienaufmerksamkeit, Prämien etc) wirklich gerechtfertigt?

    Ich sehe das eher kritisch: Bei den OS sind 12000 Athleten in 300 Wettkämpfen angetreten, bei den PS sind es 4000 in 500 Entscheidungen. Da geht je unter Einbeziehung von Mannschaftsportarten schon statistisch ca. jeder 2. mit einer Medaille heim, also: relativ wenig Konkurrenz.
    Das sieht man auch daran, dass eine Marianne Buggenhagen mit 59 (!) noch im Kugelstoßen echte Chancen auf einen Sieg hat und dass Sportler oft in mehreren, sich technisch widersprechenden Disziplinen antreten und gewinnen können oder erst mit Mitte 30 überhaupt mit dem Leistungssport angefangen haben.

    Ich habe heute mal in die Berichterstattung reingesehen und mal ehrlich: spannend wars nicht. Im Tischtennis ging jeder 2. Ball daneben (mal ehrlich: so schnell und gekonnt spielen die Kinder bei mir auf dem Spielplatz auch...) und im der 3000m Verfolgung im Bahnradfahren hatte eine Britin eine - als durchaus im Spitzenbereich fahrend bezeichnete - Amerikanerin nach 1200m schon überrundet.

    Ich glaube ja wirklich, dass die Wettkämpfe für jeden einzelnen Sportler fordernd sind und dass sie eine großartige persönliche Leistung vollbringen. Dasn tun aber die Fußballspieler der C-Jugend auch.

    Schaut ihr euch die Wettkämpfe an und findet ihr sie interessant?

  2. Inaktiver User

    AW: Paralympische <--> Olympische Spiele

    Ich glaube, es gibt unter Behinderten (prozentual) mehr Ablehner der Paralympics als unter Nicht-Behinderten.
    Ich selber bin ja auch seit einigen Jahren gehandicapt und hätte keinen Bock auf diesen Wettbewerb.
    Für mich ist extremere Bewegung (oder nennen wirs von mir aus sportliche Bewegung) wenn ich sie erfolgreich durchlaufen kann, vor allem immer eine Bestätigung vor mir selbst ... nicht vor "Gleichgestellten" und nicht vor Publikum.

    Ich musste in diesem Jahr wieder eine Reha machen, und während dieser Reha spielte ich mit der Physiotherapeutin eine Art Squash ... war klasse. Daraus aber nen Wettkampf zu machen, hätte mir wahrscheinlich den Spass an der Sache genommen.

    Wenn ich mir vorstelle, Wettkämpfe zu bestreiten, stelle ich mich mir dabei noch immer als gesunden, ungehandicapten Sieger vor ...

    Das was ich sage, gilt natürlich nur für mich als durch Krankheit "Spätbehinderter" ... Menschen, die schon mit Handicap geboren wurden, sehen das möglicherweise oder wahrscheinlich anders als ich.

  3. VIP

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    AW: Paralympische <--> Olympische Spiele

    Ich finde die Wettkämpfe interessant. Habe heute Schwimmen in der Kategorie Sehbehinderung gesehen. Ich denke da wäre mehr rauszuholen, wenn die Sportler mehr trainieren könnten und finanziell besser abgesichert werden. Das gilt für die Sportler der OS und PS. (wie kann man Goldmedallien erwarten, wenn Sportler neben dem 6 stündigen Training noch für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen?)

    Im Zuge des Gleichstellungsgesetzes sollten da nicht alle gleich bezahlt werden?

    Wenn die PS mehr gesponsert würden, wäre der Sport noch mehr eine Möglichkeit zur Inklusion und Förderung für Menschen mit Behinderung.

    Die Wettbewerbe bei den PS sind spezifischer, umden vielen Formen gerecht zu werden. Einen Sehbehinderten gegen einen Menschen ohne Gliedmaße schwimmen zu lassen - schwierig.

    Ich bedauere es sehr, dass nicht so viel übertragen wird wie bei den OS.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

  4. VIP

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    AW: Paralympische <--> Olympische Spiele

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich glaube, es gibt unter Behinderten (prozentual) mehr Ablehner der Paralympics als unter Nicht-Behinderten.
    Ich selber bin ja auch seit einigen Jahren gehandicapt und hätte keinen Bock auf diesen Wettbewerb.
    Für mich ist extremere Bewegung (oder nennen wirs von mir aus sportliche Bewegung) wenn ich sie erfolgreich durchlaufen kann, vor allem immer eine Bestätigung vor mir selbst ... nicht vor "Gleichgestellten" und nicht vor Publikum.

    Ich musste in diesem Jahr wieder eine Reha machen, und während dieser Reha spielte ich mit der Physiotherapeutin eine Art Squash ... war klasse. Daraus aber nen Wettkampf zu machen, hätte mir wahrscheinlich den Spass an der Sache genommen.

    Wenn ich mir vorstelle, Wettkämpfe zu bestreiten, stelle ich mich mir dabei noch immer als gesunden, ungehandicapten Sieger vor ...

    Das was ich sage, gilt natürlich nur für mich als durch Krankheit "Spätbehinderter" ... Menschen, die schon mit Handicap geboren wurden, sehen das möglicherweise oder wahrscheinlich anders als ich.
    Warst du ohne Handicap ein ehrgeiziger Sportler?

    Ich glaube es gibt viele Behinderte, die einen Ehrgeiz in der Richtung (muss nicht Sport sein) und den wollen sie genauso ausleben, wie die anderen auch.

    Es mag nicht jeder dieses Wettkampfgefühl, ich mag es auch nicht. Andere mögen es.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

  5. Moderation

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    AW: Paralympische <--> Olympische Spiele

    Zitat Zitat von Nordlys76 Beitrag anzeigen
    Ich habe heute mal in die Berichterstattung reingesehen und mal ehrlich: spannend wars nicht. Im Tischtennis ging jeder 2. Ball daneben (mal ehrlich: so schnell und gekonnt spielen die Kinder bei mir auf dem Spielplatz auch...) und im der 3000m Verfolgung im Bahnradfahren hatte eine Britin eine - als durchaus im Spitzenbereich fahrend bezeichnete - Amerikanerin nach 1200m schon überrundet.
    Du bist wenigstens ehrlich!
    Das sind aber viele nicht, besonders bei der Berichterstattung. Es wird nur bewundert und gejubelt und sehr sehr vorsichtig an alles rangegangen. Ich fände einige Wettkämpfe sehenswert, mag aber dieses Geeiere nicht und lass es ganz. Inklusion ist das wirklich nicht, wie Xanidae sagt.

    Warum steht das Thema übrigens im Politischen?
    Die Förderung wäre ein Aspekt, aber das meintest du wohl nicht.
    *
    Der Adler fängt keine Mücken.


    'Antisemitismus hat in Deutschland keinen Platz' ist Kindergartenniveau. - Igor Levit


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  6. Inaktiver User

    AW: Paralympische <--> Olympische Spiele

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Warst du ohne Handicap ein ehrgeiziger Sportler?
    Ja ... zwar kein wirklich explizit spezialisierter, aber bei den diversen sportlichen Auseinandersetzungen konnte ich dabei teilweise durchaus echten Biss (manchmal bis Verbissenheit) entwickeln ... und ich hab das auch genossen.

    Ich kann ja auch jetzt noch körperliche Erfolge (das mit dem "Squash-Spiel" war z.B. ein grosser persönlicher Erfolg) geniessen ... nur würde mich nun dabei kein Wettkampf gegen andere mehr interessieren.

    Sicher wird es andere "Spätbehinderte" geben, die das völlig anders sehen und leben wie ich ... aber nur weil ich in meinem Leben das Pech hatte, derartig zu erkranken, dass ich drastische Folgeschäden davon trug, muss ich mich nicht zwangsläufig brennend für die Paralympics interessieren.

    Ich finde es gut, dass es sie gibt, und wenn man ihnen vordergründig ebenso viel Aufmerksamkeit schenkt, wie es derzeit aussieht oder wirkt, dann sollte man den teilnehmenden Menschen (und auch den nicht-teilnehmenden mit Behinderung) auch tiefergehend die Aufmerksamkeit zukommen lassen, die sie benötigen oder verdienen (bei der Notwendigkeit ist ja z.B. die Barrierefreiheit ein wichtiges Thema was sicher noch viel zu kurz kommt) Aber ich fühle mich offengestanden nicht dazu berufen, da selber den Kampf aufzunehmen ... ebensowenig wie ich nicht mehr die sportliche Auseinandersetzung suchen würde.

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    AW: Paralympische <--> Olympische Spiele

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    . (wie kann man Goldmedallien erwarten, wenn Sportler neben dem 6 stündigen Training noch für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen?)

    Im Zuge des Gleichstellungsgesetzes sollten da nicht alle gleich bezahlt werden?

    Ich bedauere es sehr, dass nicht so viel übertragen wird wie bei den OS.
    Hallo xanidae,

    neben dem Training arbeiten alle, die in sogenannten Randsportarten trainieren. Ich habe selber mal aktiv Kanurennsport betrieben - das interessiert auch keine S... und arbeiten musste auch eine Birgit Fischer nebenbei.

    Dementsprechend richtet sich die Bezahlung nun mal immer auch nach Interesse - und in Deutschland interessiert sich halt die Masse mehr für Männerfußball als Damenkajak.

    Gleiche Bezahlung gilt für mich also nur bei wirklich gleicher Leistung - und das wage ich bei den PS doch zu bezweifeln - wie gesagt: allein die vorhandene Konkurrenz und die Leistungsdichte... - ich habe mal die Ergenise von 2008 angeschaut und da liegen Gold und Bronze tw. im Kugelstoßen im Meterbereich und im 100m-Sprint im Sekundenbereich auseinander! Das sind Welten, was die Leistungsdichte angeht und da betrachte ich schon nur die ersten drei.

    @ganda:

    Ich habe das Thema hier platziert, weil die Kategorie "Politik und Tagesgeschehen" lautet und unter Tagesgeschehen würde ich es doch einordnen.

  8. Inaktiver User

    AW: Paralympische <--> Olympische Spiele

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Ich glaube es gibt viele Behinderte, die einen Ehrgeiz in der Richtung (muss nicht Sport sein) und den wollen sie genauso ausleben, wie die anderen auch.
    Der Artikel "Paralympics: Wenn sich Athleten für den Erfolg zerstümmeln" weist darauf hin, dass auch die Paralympics – ebenso wie jeder andere Leistungssport – nicht nur durch die rosarote Brille gesehen werden können.

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