Aus Gründen des praktischen Nutzens wäre es vielleicht klüger den Schnippelfans ihr heiliges Schnippelrecht zu gewähren. Ich glaube kaum, dass sie per Gesetz dazu gebracht werden könnten, urplötzlich das Recht ihrer Kinder auf körperliche Unversehrtheit zu achten. Das werden sie nicht tun.
Religionen brauchen Märtyrer und das "Kölner Urteil" wird ganz gewiss ein Märtyrertum in Light-Version provozieren, einen ostentativen, entnervend hartnäckigen und stumpfsinnigen Widerstand gegen die vermeintliche Repression religiöser Selbstbestimmung. Nimm den Religiösen ein Stückchen ihres organisierten Aberglaubens und es bleibt eine Horde Gewaltbereiter übrig.
Schlimmer noch: es wird einen chirurgischen Schwarzmarkt geben, der das körperliche Wohl der Kulturopfer erst recht gefährdet.
Aus diesen Gründen wäre es vielleicht besser das "Kölner Urteil" irgendwie zu revidieren.
Aber mir gefällt der Gedanke nicht. Ich denke, es wäre derzeit besser, klarzustellen, wo in einem modernen, aufgeklärtem Staat die Prioritäten liegen.
Gestern habe ich in einer Spiegel-Kolummne gelesen, dass "Gotteslästerung wieder etwas gefährlicher werden sollte". Ich hab' mir die Augen gerieben und als ich wieder hinschaute, stand das da noch immmer!
Heute lese ich, dass irgendein Ober-Katholik den Rücktritt irgendeines FDP-Politikers fordert, weil dieser "auf seiner Facebook-Seite den Spruch "Too stupid to understand science - Try religion!" verbreitet." Logisch, der Mann muss sofort von seinem Amt zurücktreten!
Morgen wird irgendjemand darauf bestehen, dass seine Töchter nicht am Schulunterricht teilnehmen dürfen, weil seine religös-kulturelle Tradition dies nicht vorsieht. Klar, dass dieses Traditionsbewußtsein staatliche Annerkennung finden sollte.
Und übermorgen wird ein irgendein Exil-Papua-Neuguineaner Kulturfördergelder fordern für den Kochtopf, in dem er die Leute aus der Nachbarstraße zubereiten möchte.
So geht's nicht weiter. Der organisierte Aberglaube ist geil auf Sonderrechte und Maßregelung. Gibt man dem ein bisschen statt, so sind die Zwangsaufgeklärten schnell nicht mehr zwangsaufgeklärt und der repressive Furor wütet. Ich will das nicht.
Das "Kölner Urteil" ist gut.
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13.07.2012, 23:08
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
...praeter gallum, qui cantat.
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13.07.2012, 23:09Inaktiver User
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
[QUOTE=Inaktiver User;17805441]Warum leben die Juden und Moslems in Deutschland?[/QUOTE]
Mir wird schlecht!
Weil sie Deutsche sind!
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13.07.2012, 23:16
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13.07.2012, 23:21
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Alte Säcke haben in einem zivilisierten Land nicht an Kindergenitalien rum zu schnippeln- ich bin sicher, das wird noch einmal verdeutlicht werden.
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13.07.2012, 23:24Inaktiver User
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13.07.2012, 23:26
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13.07.2012, 23:31
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13.07.2012, 23:38
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13.07.2012, 23:39
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz, mit Oberflächlichkeit und Arroganz...
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Schau auf deine Haut und lies
Such wo meine Zunge war
Such mein Lied in deinem Haar
Willst Du mein Gefühl verstehen
Mußt Du Dich in Dir ansehen
Schließ die Augen und Du siehst ich bin in Dir
(c) ASP
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13.07.2012, 23:41Inaktiver User
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Ich neige zu der Ansicht, daß in einem Rechtsstaat gleiches Recht für alle gelten sollte. Also entweder wird für alle gleichermaßen Beschneiden, aber auch Tätowieren, Piercen usw. mit Zustimmung der Eltern auch bei Kindern erlaubt, oder eben nicht. Wobei sich sicher dann trotzdem noch die Problematik ergeben würde, welche Grenzen man da wieder zieht, was alles noch erlaubt wäre, und was dann doch nicht mehr.
Daraus ergäbe sich auch, daß Sonderrechte sich auf die Sache, nicht auf eine Gruppe beziehen sollten. Also besondere Einstufung von Oldtimerfahrzeugen, nicht Sonderbehandlung aufgrund bestimmter Merkmale der Fahrzeughalter.Geändert von Inaktiver User (13.07.2012 um 23:46 Uhr)


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