Ich warte darauf, dass die Frage einmal gestellt wird: Warum leben Katholiken in Deutschland? Oder: Warum leben Blonde in Deutschland?
Nein, sie tun dies meist nicht, weil sie sich bewusst dafür entschieden haben, sondern weil sie hier geboren wurden, teils seit Generationen hier leben oder jedenfalls als Kinder mit ihren Eltern hierher kamen; viele sind seit Geburt Deutsche und hatten kaum Alternativen. Aber sie leben sicher nicht in Deutschland, weil sie die freiheitlich-demokratische Grundordnung schätzen. Kann gut sein, dass sie sie schätzen - aber die Gründe, warum sie hier leben, sind andere.
Bei Katholiken, Blonden oder meinetwegen Schnauzbartträgern ist das allen klar. Es ist zutiefst rassistisch, dies bei Juden oder Muslimen anders zu sehen.
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13.07.2012, 20:21Inaktiver User
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
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13.07.2012, 20:28Inaktiver User
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Ich möchte hier einmal eine Wertung des Kölner Urteils aus verfassungsrechtlicher Sicht verlinken, auch wenn ich mich gleichzeitig dafür entschuldigen muss, dass der Artikel sehr mit juristischen Begriffen und Paragraphen durchsetzt ist:
Verfassungsblog › Religion vor Recht? Recht vor Religion?
Ich finde, der Artikel ist lohnenswert auch für Nichtjuristen. Dabei ist mir klar, dass - Prof. Putzke tourt ja gerade durch die Medien - es sich hier um nur eine mögliche Wertung handelt. Aber immerhin gibt es Leute, die sich mit Verfassungsrecht beschäftigen und das Kölner Urteil sehr kritisch sehen.
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13.07.2012, 20:36
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Ich seh schon: auch du verrennst dich.
Man muss es einfach begreifen: jahrtausend alte Traditionen können in einem Land nicht mal so eben weg-verboten werden. Das funktioniert einfach nicht, schon gar nicht dann, wenn es sich um religiöse Rituale handelt, an die weit über eine Milliarde Menschen glauben. Das ist völlig ausgeschlossen.
Und schon gar nicht funktioniert es in Zeiten der Globalisierung.
Und Rechtssprechung ist immer auch dazu da, um Rechts-FRIEDEN zu stiften.
Die Debatte hier läuft vorwiegend eindimensional und oberflächlich von Seiten der Beschneidungsgegner; sie werden das aber nicht begreifen - das hat sich mittlerweile gezeigt. Und dann müssen sie sich eben wundern, wenn selbstverständlich in diesem Land die Beschneidung von kleinen Jungs nicht verboten wird.
Dann werden anschließend Mythen und Legenden produziert werden; aber sowas kennt man schon.
Das einzig mögliche wird sein, dass bei Juden und auch Moslems eine Debatte beginnt; doch diese Debatte wird Jahrzehnte und noch länger dauern.
VanDyckEs gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
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13.07.2012, 20:49
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz, mit Oberflächlichkeit und Arroganz...
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Schau auf deine Haut und lies
Such wo meine Zunge war
Such mein Lied in deinem Haar
Willst Du mein Gefühl verstehen
Mußt Du Dich in Dir ansehen
Schließ die Augen und Du siehst ich bin in Dir
(c) ASP
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13.07.2012, 20:59
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Ich denke auch, wer nicht Deiner Meinung ist verrennt sich. Argumentiert oberflächlich und eindimensional.
Schau an, was soll man darauf noch entgegnen. War Dein letztes Post schon billig, so wirds nun immer billiger.
Ich denke kaum, dass man dem Gerichtsurteil, das diesem Strang zugrunde liegt mit diesem Urteil Nahe kommt ohne sich selbst als eben oberflächlich und eindimensional zu entlarven.
Rechtsfrieden ist auch keine Einbahnstrasse, und hat vor allem gar nichts damit zu tun, sich darauf zu versteifen, dass eine alte Tradition einer Minderheit alleine deswegen schützenswert sei. Da ja noch ganz andere Güter komplexere Auswirkungen abgewogen werden werden müssen kann der Rechtsfrieden vielmehr bedroht sein, wenn es neben medizinisch begründeten weitere Ausnahmen erlaubter Körperverletzung geben soll. Da machst Du es Dir schlicht zu einfach. Das fängt damit an, beim Thema weiblicher Beschneidung immer aufzujaulen, das sei ganz etwas anderes, das gar nichts damit zu tun hätte, ohne mal die Augen auf zu machen und klar zu benennen, warum das im Spannungsfeld Religionsfreiheit und des schlicht auf deutschem Grund und Boden allgemeingültigem Grundgesetz eigentlich so anders bewertet werden soll.
Und da hilft es Dir auch nichts weniger oberflächlich und eindimensional zu wirken zu wollen wenn Du Dich an den Glauben klammerst, die parlamenatrische Mehrheitsmeinung sei automatisch: schlau, ein Abbild der gesellschaftlichen Meinung, nach übergordneten moralischen Massstäben richtig, oder gar automatisch Verfassungskonform. Aber die Lächerlichkeit solch "tiefsinniger" Aussagen zu begreifen ist vermutlich zu eindimensional für Dich.
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13.07.2012, 21:38
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13.07.2012, 22:25
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13.07.2012, 22:32
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Ich würde auch dicken, Schnauzbartträgern oder sonst wem empfehlen das Wohnland zu wechseln, wenn ihm die Gesetze (z.B. Artikel im GG) nicht passt...
Denn verstößt er gegen diese Gesetze, wird er bestraft. Egal ob blond, dick, dünn, Christ oder Anhänger des Spaghetti-Monsters. Aber Juden sollen nicht bestraft werden?
Ich mag die Rassismuskeule nicht. Aber hier würde sie nicht weniger passen, oder?Sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz, mit Oberflächlichkeit und Arroganz...
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13.07.2012, 22:40
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Also die Lufthoheit über Stammtische ist dir schon mal sicher. Aber das hast du doch gar nicht nötig.
Ich bin mir sicher das eine so einfache Denkweise nicht wirklich deine ist.
Keine Frage. Und auch genau so geschieht es auch.Denn verstößt er gegen diese Gesetze, wird er bestraft. Egal ob blond, dick, dünn, Christ oder Anhänger des Spaghetti-Monsters. Aber Juden sollen nicht bestraft werden?
Bislang wurde noch niemand freigesprochen nur weil er Jude, Moslem, Ire, Blond oder was auch immer war.
Wer Straftaten begeht, wird hier auch verurteilt.
Nur hier steht noch lange nicht fest ob es sich überhaupt um Straftaten handelt.
Bislang war das nie ein Thema in Deutschland. Und nun muß und wird es geklärt werden.
Es ist, ich schrieb es schon öfter, kein Problem für beide Ansichten sehr gute Argument zu finden.
Daher ist es auch keine leichte Sache vor der Politik und Justiz jetzt stehen.
Ich vermag noch nicht abzusehen wie es ausgeht, auch wenn ich eine gewisse Ahnung habe.
Die Rassismuskeule hat in dieser Diskussion mit Sicherheit nichts zu suchen.Ich mag die Rassismuskeule nicht. Aber hier würde sie nicht weniger passen, oder?
Dafür ist das Thema viel zu ernst und zu wichtig.
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13.07.2012, 22:44
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen

Das ist ja nun wirklich nichts neues.
Das gibt mir immer zu denken.Es sollte jedem zu denken geben, wenn (wahrscheinlich) parteiübergreifend große Mehrheiten in bestimmten Fragen zustande kommen.
Och, das kann man nicht immer ausschließen.Die Frage lautet: glaubt man wirklich, schlauer zu sein, als die große parteiübergreifende Mehrheit im deutschen Bundestag?
Und auch schlauer zu sein (wenn es denn so kommt) als die Mehrheiten in CSU, CDU, FDP, SPD und Grünen?
VanDyck
Nee, ich weiß was du meinst.
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