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08.07.2012, 16:21Inaktiver User
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
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08.07.2012, 21:16
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Genauso sehe ich das auch. Ich habe zwar nicht alle Beiträge gelesen, aber es ist für mich einfach unsinnig, einen religiösen Ritus an einem wehrlosen Menschen (Baby) zu vollziehen, welcher diesen Menschen körperlich schädigt.
Ich bin evangelisch. Ich habe meinen Sohn als Baby taufen lassen, das hat ihm außer einem kleinen Schreck ob des kalten Wassers, mit welchem ihm drei Kreuze auf die Stirn "gemalt" wurden, absolut keinen Schaden hinzugefügt. Als er 14 war, habe ich ihm vollkommen freigestellt, ob er sich konfirmieren lässt oder nicht. Damit habe ich zwar auch über seinen Kopf hinweg entschieden, aber ohne körperliche oder seelische Folgen für ihn.
Allerdings habe ich den Ritus einer jüdischen Beschneidung per Video gesehen und fand es grauselich. Ich war zu Besuch bei jüdischen Bekannten, welche uns mit großer Freude dieses Video zeigten; der Mann war "Taufpate" (ich weiß nicht ob es dort genauso heißt) des kleinen 8 Tage alten Jungen. Es geschah in der Kölner Synagoge. Der "Beschneider" war ein Gemeindemitglied, welches diesen Ritus schon jahrzehntelang vollführte, ohne im medizinischen Bereich tätig zu sein. Der Junge wurde entkleidet, die Vorhaut mit den Fingern über die Eichel langgezogen und mit einer scharfen Klinge abgetrennt. Der Alte trug keine Handschuhe, die Klinge entnahm er einem Kästchen, ob sie sterilisiert war, konnte man nicht erkennen. Ich konnte nicht hinsehen. Man hörte das Kind brüllen wie am Spieß, die Kamera schwenkte über die Gesichter der Eltern. Die Mutter weinte lautlos, der Vater guckte stolz wie sonstwas. Schwenk zurück... der "Beschneider" saugte das austretende Blut am Penis mit seinem Mund ab
In dem Moment musste ich dann ins Bad und habe mich übergeben. Abgesehen von der insgesamt nicht wirklich sterilen medizinischen Umgebung, mag man sich gar nicht vorstellen, wieviele Bakterien in dem Mund des alten Mannes waren
Mein Bekannter meinte noch grinsend, so hätte er seinen ersten Blowjob auch bekommen
Spätestens seit diesem Erlebnis bin ich gegen die rituelle, religiöse Beschneidung von wehrlosen Kindern!
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08.07.2012, 22:59
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Zirkumzision
Hier gibt es ein paar Fotos über den Vorgang der Beschneidung (Achtung, Blut!), wobei dies unter hygienisch und medizinisch einwandfreien Bedingungen stattzufinden scheint.
Wie das erst aussieht, wenn sich irgendwelche Religionsvorsteher daran zu schaffen machen, möchte ich mir gar nicht ausmalen.
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09.07.2012, 11:45Inaktiver User
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Die Kinderhilfe stellt das Kindeswohl in den Mittelpunkt - und um die Kinder geht es hier schließlich. Auch sie äußert sich moderat.
Zitat:
Die Tatsache, dass ein die körperliche Integrität von Kindern erheblich verletzendes Ritual eine jahrtausendalte Tradition ist, rechtfertigt nicht deren Beibehaltung. Das Recht von Kindern auf eine unbeschadete Kindheit sollte als Grundkonsens über allen Religionsgemeinschaften und Wertvorstellungen stehen. Die Verschiebung der Beschneidung in das Erwachsenenalter könnte ein Weg dahin sein.
Quelle
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09.07.2012, 14:15Inaktiver User
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
UN-Kinderrechtskonvention, Artikel 24, Abs. 3:
Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen.
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09.07.2012, 14:39
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09.07.2012, 14:55Inaktiver User
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Nüja, wenn man nur das Urteil des Landgerichts und die paar Schreiberlinge bei Bri im Blick hat, könnte man zu diesem Eindruck kommen
:dass es nur die Richter bzw. diesen (in der Tat recht kleinen) Bri-Personenkreis stört....
Mal sehen, vielleicht ist das Thema auch recht schnell wieder verraucht. Wie es ein Leserbriefschreiber der StZ beschrieben hat: für den letzten Juchtenkäfer im Schlossgarten gehen die Stuttgarter zu Tausenden auf die Straße, wenn es aber drum geht, beispielsweise vor Geschäften sich aufzustellen, die "Beschneidungsuniformen" ausstellen/verkaufen, dann wird sich da höchstwahrscheinlich keiner finden......
Gruß, ElliGeändert von Inaktiver User (09.07.2012 um 14:59 Uhr)
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09.07.2012, 15:29Inaktiver User
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Definiere schädlich.
Medizinisch nicht notwendige Eingriffe sind riskant. Einem Kind nicht zu schaden heißt auch, unnötige Risiken von ihm fernzuhalten.
Im Übrigen war ein "Schaden" der Anlass zu diesem Urteil - den haben sich weder BriCom noch Richter ausgedacht, da ist ein Kind fast gestorben.
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09.07.2012, 15:34
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09.07.2012, 16:41
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Ich weiß nicht ob es hier schon besprochen wurde, aber ein entscheidender Punkt bei dem Urteil, ist ja die Tatsache, dass das Gericht die Beschneidung nur als einfache Körperverletzung eingestuft hat. Damit kann eine Staatsanwaltschaft bei einer Beschneidung nicht von sich aus ermitteln, sondern nur auf Antrag des Geschädigten, also des Kindes oder der Eltern. Und von denen hat logischerweise niemand ein Interesse an einer strafrechtlichen Verfolgung des Arztes.



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