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  1. Inaktiver User

    AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen

    Zitat Zitat von Sonderzeichen Beitrag anzeigen
    Nicht "jetzt ändern wir die Regeln", sondern "wir kriegen massive Probleme, wenn wir die Regeln nicht ändern".
    Klingt gut. Und wenn auch Memet Kilic sich sehr diplomatisch ausdrückt: Vermutlich wünscht er sich genau das.

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    AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen

    Zitat Zitat von Dani Beitrag anzeigen
    Worin liegt eigentlich das Problem, die Beschneidung auf ein späteres Lebensalter zu verschieben? Wenn ein Jude oder ein Moslem das will, kann er es doch auch später tun.

    Obwohl ich mir nicht so ohne weiteres vorstellen kann, dass ein Erwachsener das freiwillig macht...

    Vielleicht liegt auf der Ebene das eigentliche Problem. Ein wehrloses Baby muss es über sich ergehen lassen. Bei Erwachsenen haben die religiösen Eiferer weniger Einfluss drauf.
    Genauso sehe ich das auch. Ich habe zwar nicht alle Beiträge gelesen, aber es ist für mich einfach unsinnig, einen religiösen Ritus an einem wehrlosen Menschen (Baby) zu vollziehen, welcher diesen Menschen körperlich schädigt.

    Ich bin evangelisch. Ich habe meinen Sohn als Baby taufen lassen, das hat ihm außer einem kleinen Schreck ob des kalten Wassers, mit welchem ihm drei Kreuze auf die Stirn "gemalt" wurden, absolut keinen Schaden hinzugefügt. Als er 14 war, habe ich ihm vollkommen freigestellt, ob er sich konfirmieren lässt oder nicht. Damit habe ich zwar auch über seinen Kopf hinweg entschieden, aber ohne körperliche oder seelische Folgen für ihn.

    Allerdings habe ich den Ritus einer jüdischen Beschneidung per Video gesehen und fand es grauselich. Ich war zu Besuch bei jüdischen Bekannten, welche uns mit großer Freude dieses Video zeigten; der Mann war "Taufpate" (ich weiß nicht ob es dort genauso heißt) des kleinen 8 Tage alten Jungen. Es geschah in der Kölner Synagoge. Der "Beschneider" war ein Gemeindemitglied, welches diesen Ritus schon jahrzehntelang vollführte, ohne im medizinischen Bereich tätig zu sein. Der Junge wurde entkleidet, die Vorhaut mit den Fingern über die Eichel langgezogen und mit einer scharfen Klinge abgetrennt. Der Alte trug keine Handschuhe, die Klinge entnahm er einem Kästchen, ob sie sterilisiert war, konnte man nicht erkennen. Ich konnte nicht hinsehen. Man hörte das Kind brüllen wie am Spieß, die Kamera schwenkte über die Gesichter der Eltern. Die Mutter weinte lautlos, der Vater guckte stolz wie sonstwas. Schwenk zurück... der "Beschneider" saugte das austretende Blut am Penis mit seinem Mund ab
    In dem Moment musste ich dann ins Bad und habe mich übergeben. Abgesehen von der insgesamt nicht wirklich sterilen medizinischen Umgebung, mag man sich gar nicht vorstellen, wieviele Bakterien in dem Mund des alten Mannes waren

    Mein Bekannter meinte noch grinsend, so hätte er seinen ersten Blowjob auch bekommen

    Spätestens seit diesem Erlebnis bin ich gegen die rituelle, religiöse Beschneidung von wehrlosen Kindern!

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    AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen

    Zitat Zitat von Sintonia Beitrag anzeigen
    Der Junge wurde entkleidet, die Vorhaut mit den Fingern über die Eichel langgezogen und mit einer scharfen Klinge abgetrennt. Der Alte trug keine Handschuhe, die Klinge entnahm er einem Kästchen, ob sie sterilisiert war, konnte man nicht erkennen. Ich konnte nicht hinsehen. Man hörte das Kind brüllen wie am Spieß, die Kamera schwenkte über die Gesichter der Eltern. Die Mutter weinte lautlos, der Vater guckte stolz wie sonstwas. Schwenk zurück... der "Beschneider" saugte das austretende Blut am Penis mit seinem Mund ab
    In dem Moment musste ich dann ins Bad und habe mich übergeben.
    Zirkumzision

    Hier gibt es ein paar Fotos über den Vorgang der Beschneidung (Achtung, Blut!), wobei dies unter hygienisch und medizinisch einwandfreien Bedingungen stattzufinden scheint.

    Wie das erst aussieht, wenn sich irgendwelche Religionsvorsteher daran zu schaffen machen, möchte ich mir gar nicht ausmalen.

  4. Inaktiver User

    AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen

    Die Kinderhilfe stellt das Kindeswohl in den Mittelpunkt - und um die Kinder geht es hier schließlich. Auch sie äußert sich moderat.

    Zitat:

    Die Tatsache, dass ein die körperliche Integrität von Kindern erheblich verletzendes Ritual eine jahrtausendalte Tradition ist, rechtfertigt nicht deren Beibehaltung. Das Recht von Kindern auf eine unbeschadete Kindheit sollte als Grundkonsens über allen Religionsgemeinschaften und Wertvorstellungen stehen. Die Verschiebung der Beschneidung in das Erwachsenenalter könnte ein Weg dahin sein.

    Quelle

  5. Inaktiver User

    AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen

    UN-Kinderrechtskonvention, Artikel 24, Abs. 3:

    Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen.

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    AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    UN-Kinderrechtskonvention, Artikel 24, Abs. 3:

    Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen.
    Bisher hat aber nur das Kölner Landgericht und die Mehrheit der Bricom-User festgestellt, dass Beschneidungen schädlich sind.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  7. Inaktiver User

    AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Bisher hat aber nur das Kölner Landgericht und die Mehrheit der Bricom-User festgestellt, dass Beschneidungen schädlich sind.
    Nüja, wenn man nur das Urteil des Landgerichts und die paar Schreiberlinge bei Bri im Blick hat, könnte man zu diesem Eindruck kommen :dass es nur die Richter bzw. diesen (in der Tat recht kleinen) Bri-Personenkreis stört....

    Mal sehen, vielleicht ist das Thema auch recht schnell wieder verraucht. Wie es ein Leserbriefschreiber der StZ beschrieben hat: für den letzten Juchtenkäfer im Schlossgarten gehen die Stuttgarter zu Tausenden auf die Straße, wenn es aber drum geht, beispielsweise vor Geschäften sich aufzustellen, die "Beschneidungsuniformen" ausstellen/verkaufen, dann wird sich da höchstwahrscheinlich keiner finden......

    Gruß, Elli
    Geändert von Inaktiver User (09.07.2012 um 14:59 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Bisher hat aber nur das Kölner Landgericht und die Mehrheit der Bricom-User festgestellt, dass Beschneidungen schädlich sind.
    Definiere schädlich.

    Medizinisch nicht notwendige Eingriffe sind riskant. Einem Kind nicht zu schaden heißt auch, unnötige Risiken von ihm fernzuhalten.

    Im Übrigen war ein "Schaden" der Anlass zu diesem Urteil - den haben sich weder BriCom noch Richter ausgedacht, da ist ein Kind fast gestorben.

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    AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Im Übrigen war ein "Schaden" der Anlass zu diesem Urteil - den haben sich weder BriCom noch Richter ausgedacht, da ist ein Kind fast gestorben.
    Oh, das ist mir neu, ich habe bisher nur gelesen, dass der Junge Nachblutungen hatte. Das er fast gestorben wäre habe ich nirgendwo gelesen.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  10. User Info Menu

    AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Bisher hat aber nur das Kölner Landgericht und die Mehrheit der Bricom-User festgestellt, dass Beschneidungen schädlich sind.
    Ich weiß nicht ob es hier schon besprochen wurde, aber ein entscheidender Punkt bei dem Urteil, ist ja die Tatsache, dass das Gericht die Beschneidung nur als einfache Körperverletzung eingestuft hat. Damit kann eine Staatsanwaltschaft bei einer Beschneidung nicht von sich aus ermitteln, sondern nur auf Antrag des Geschädigten, also des Kindes oder der Eltern. Und von denen hat logischerweise niemand ein Interesse an einer strafrechtlichen Verfolgung des Arztes.

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