Mir geht das Thema i.M. auch ziemlich nah.
Vor allem der Versuch eines Bezugs des Umgangs zum Thema mit dem alten Nazi Sprruch (soll D. Genesen!).
Danke,Opelius!für Deinen polemischen Beitrag.
Hier noch ein evtl interessanter Link:
https://epetitionen.bundestag.de/pet...ion_26078.html
Antworten
Ergebnis 3.171 bis 3.180 von 3687
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04.10.2012, 17:46Inaktiver User
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Geändert von Inaktiver User (04.10.2012 um 18:06 Uhr)
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04.10.2012, 21:11Inaktiver User
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Bei dem Spruch liegt der Gedanke an Kaiser Wilhelm II., Boxer- und Herero-Aufstände und Emanuel Geibel näher.
(Projekt Gutenberg-DE - SPIEGEL ONLINE)
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04.10.2012, 21:34
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05.10.2012, 08:41
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
In Österreich beispielsweise gilt:
In eine Verstümmelung oder sonstige Verletzung der Genitalien, die geeignet ist, eine nachhaltige Beeinträchtigung des sexuellen Empfindens herbeizuführen, kann nicht eingewilligt werden.
Und zwar gilt das geschlechts- und sogar altersunabhängig. Wenn man nun diese Studie zugrunde legen würde, derzufolge eine nachhaltige Beeinträchtigung des sexuellen Empfindens durch eine Beschneidung deutlich wahrscheinlicher als eine nachaltige Verbesserung des sexuellen Empfindens ist:
Masturbatory pleasure decreased after circumcision in 48% of the respondents, while 8% reported increased pleasure. Masturbatory difficulty increased after circumcision in 63% of the respondents but was easier in 37%. About 6% answered that their sex lives improved, while 20% reported a worse sex life after circumcision.
... dann dürftest Du Dich in Österreich wohl selbst als Erwachsener nicht mehr auf eigenen Wunsch beschneiden lassen, es sei denn, ein Arzt attestiert Dir das Vorliegen guter gesundheitlicher Gründe dafür."...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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05.10.2012, 10:17Inaktiver User
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Schon der Umstand, dass das sexuelle körperliche Empfinden eines körperlich gesunden Menschen verändert wird!
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05.10.2012, 10:31
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Hauptsache, das Kindeswohl wird dadurch nicht beeinträchtigt:
Absatz 1 des neuen Paragrafen lautet wie folgt: "Die Personensorge umfasst auch das Recht, in eine medizinisch nicht erforderliche Beschneidung des nicht einsichts- und urteilsfähigen Kindes einzuwilligen, wenn diese nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt wird. Dies gilt nicht, wenn durch die Beschneidung auch unter Berücksichtigung ihres Zwecks das Kindeswohl gefährdet wird".
Was immer das bedeuten soll. Anscheinend kann ein medizinisch nicht erforderlicher Eingriff, der geeignet ist, eine nachhaltige Beeinträchtigung des sexuellen Empfindens herbeizuführen, bei Jungen gut mit dem Kindeswohl vereinbart werden, also nichts mit beispielsweise: In dubio pro praeputio. Mädchen dagegen dürfen sich nicht mal tätowieren lassen, geschweige denn ungefragt tätowiert werden:
Das Amtsgericht München hat kürzlich sogar die Einwilligung einer 17-Jährigen in ein Tattoo für unbeachtlich erklärt - wegen der Schwere des Eingriffs."...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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06.10.2012, 00:34
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
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06.10.2012, 00:36
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Nun ist der Gesetzentwurf geschrieben und wird zur Abstimmung kommen.
Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
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It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
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Kari Bremnes
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08.10.2012, 08:53Inaktiver User
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Für mich ist das Thema weitgehend erledigt.
Aber nicht deshalb, weil es nun einen Gesetzentwurf gibt, sondern weil einerseits alle Argumente auf dem Tisch liegen und weil mich andererseits die opportunistische Haltung der Politiker und der Winkeladvokaten nur noch anwidert.
Was bleibt?
Erstens die Abscheu vor Eltern, die auch noch im 21. Jahrhundert aus religiösen Gründen an den Geschlechtsteilen ihrer Kinder herumschneiden und einen Teil deren sexuellen Empfindungsfähigkeit amputieren lassen.
Zweitens die Erkenntnis, dass nicht nur die Muslime, sondern auch die Juden mehrheitlich dem religiösen Fundamentalismus näher stehen als einer aufgeklärten Religiosität.
Und drittens das neu erwachte gesellschaftliche Bewusstsein dafür, dass so etwas in der angeblich zivilisierten Welt Tag für Tag geschieht. Jeden Tag ein weiteres, neu legalisiertes Verbrechen.
Es ist mir egal, mit welchen juristischen Winkelzügen begründet wird, dass
- das elterliche Sorgerecht auch körperliche Gewalt (sic!) bzw. irreversible und weitreichende Eingriffe in die körperliche Integrität der Kinder erlauben soll und
- die persönliche Religionsfreiheit einen massiven Eingriff in die Religionsfreiheit Dritter (nämlich der Kinder) beinhalten soll.
Das Kölner Urteil ist gewissermaßen der Geist, den kein Zentralrat wieder in die Flasche zurückbringt:
Es wird nicht mehr belächelt, wenn die Genitalbeschneidung an Mädchen und Jungen von den Unermüdlichen gleichermaßen bekämpft wird. Wie auch immer man dazu stehen mag (".. Holocaust") - zumindest fällt nun gleißendes Licht auf diesen bisher blinden Fleck.
Auch wenn das Justizministerium die Opferorganisationen bei den gesetzlichen Beratungen wohlweislich ausgeschlossen hat - das Tabu ist gebrochen: es kann öffentlich über die Leiden gesprochen werden, und statt belächelt zu werden finden die Opfer dieser Rituale viel Mitgefühl.
.Geändert von Inaktiver User (09.10.2012 um 10:06 Uhr)
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09.10.2012, 01:32
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen

Wenn ich an meine (nicht wenigen) OP's der letzen Jahre zurück denke. Manche davon waren eigentlich eine kleine Sache. Trotzdem musste ich vorher einen haufen von Papieren unterschreiben, in denen recht anschaulich die Risiken erklärt wurden.
Wenn ich zurückdenke was ich da so alles las, dann wird mir schlecht, wenn man das als mit dem Kindeswohl vereinbar sieht.
Respekt vor Religionen habe ich, nicht aber vor grundlosen Körperverletzungen an Kindern - und vor Politikern die dies legalisieren.
Ich nenne es grundlos weil ich dazu ein recht intensives Gespräch mit meinem früheren Fahrschullehrer - ein Jude - hatte. Er sagte mir, das die wenigsten ihm bekannten jüdischen Eltern ihr Kind am 8 Tag beschneiden lassen, sondern absichtlich versuchen irgendwas am Baby so aufzubauschen, das es als gesundheitliches Risiko gelten könnte und verschoben wird.
Er hat einen erwachsenen Sohn. Der nicht nachträglich beschnitten wurde. Es wurde mit der Zeit schlicht vergessen, das da ja noch "etwas ansteht".
Soviel zur wichtigkeit des Ganzen.
Die Zentralräte prüfen nur wieviel Macht sie noch haben und die Politik zeigt ihnen so schnell wie möglich, das es beeindruckend viel ist.Sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz, mit Oberflächlichkeit und Arroganz...
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Schau auf deine Haut und lies
Such wo meine Zunge war
Such mein Lied in deinem Haar
Willst Du mein Gefühl verstehen
Mußt Du Dich in Dir ansehen
Schließ die Augen und Du siehst ich bin in Dir
(c) ASP
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