Das man auch mit der absurdesten Argumentation eine ansonsten strafbare Handlung per Definition einen Gesetzesraum schaffen kann ist ja bekannt.
Es ist aber schon noch ein Unterschied ob etwas irreversibles gemacht wird am Körper.
Und Alaska spricht mit seiner Argumentation im Endeffekt Gendergesetze an, die jetzt plötzlich keinerlei Bewandnis mehr haben, wobei die Argumentation so auch nicht geführt werden kann, wie kubus es bereits ausgesprochen hat.
Und ich finde diese unsägliche Definiererei von Juristen gradezu als herzlos. Jeder der ein Kind zu Hause hat und mit angesehen hat, dass ein Baby Schmerzen empfindet, der weiss, dass sich ein Kind wehrt oder wegläuft, der muss schon sehr abgestumpft sein wenn er verdrängt, dass bei der Beschneidung der Säugling oder das Kind festgehalten werden muss und somit der natürliche Fluchtreflex gnadenlos unterdrückt wird.
Und kein Mann würde, wenn er es nicht aus medizinischen oder freien Stücken heraus macht, sich niemals einer Beschneidung unterziehen.
Der Punkt ist, dass der Säugling in einer sehr empfindlichen Phase der Entwicklung, genauso wie das Kind mit Todesangst konfrontiert wird, der er nichts entgegenzusetzen hat und durch das festhalten der Anwesenden eine Ohnmachtssituation erfährt, die bei ähnlichen Triggern im Leben zu den scheinbar unerklärlichsten Reaktionen führen kann.
Beide lernen, dass diejenigen, die sie eigentlich beschützen müssten ihnen Gewalt antun.
Bei Mißbrauchsopfern ist bekannt, dass die Tat sehr schlimm ist, aber dass sich ein Elternteil aus der Situation zieht und quasi damit duldet, dass da jemand misshandelt wird ist noch viel schlimmer.
Der natürliche Beschützerinstinkt, beispielsweise der Mutter, wie im Film gezeigt wird aufgehoben indem man sie aus dem Raum entfernt.
Und das ganze wird mit einem Gottesopfer verargumentiert.
Und am schlimmsten empfinde ich Menschen, die sich die Wahrheiten so zurechtlegen, dass ja der Eingriff nicht mehr ist wie eine Masernimpfung - Aua!
Was ich hie wieder mal lerne, dass im Zeichen einer fehlgeleiteten interpretierten Religion alles mögliche verargumentiert werden kann und ausgeführt werden darf.
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05.08.2012, 13:08Inaktiver User
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
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05.08.2012, 13:17Inaktiver User
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05.08.2012, 13:20
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05.08.2012, 13:27
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Danke für die Bumen.
Was hier meiner Meinung nach in weiten Teilen nicht gerafft wird, ist, dass dieses "manchmal" nicht mit "immer" und "ständig" verwechselt wird und dass darauf zu achten ist, sich dabei nicht ins eigene Knie zu schießen. Und dass zwischen "manchmal" und "manchmal" auch noch etwas anderes kommen muss um in der eigenen Sache weiterzukommen.
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05.08.2012, 13:37
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Bitte sag mir das Du diesen Satz nicht ernst meinst
.
Die Eltern können gern eine vorläufige Religion für das Kind aussuchen. Aber eine Körperverletzung?
Ich hörte von (kleinen) Religionsgemeinschaften in denen es Sitte ist, das in der Nacht vor einer Hochzeit der Vater die Tochter entjungfert und damit sie quasi reif für die Sexualität in der Ehe macht.
Nun gibt es in D aber das Verbot von Inzest. Sozialadäquat dürfte dieses Verbot in dem Fall nicht wirken. Die Eltern haben ja entschieden, das ihre Tochter entschieden hat, "es so zu wollen".
Oder einfacher... was ist wenn Eltern ihr Baby ständig sexuell missbrauchen. Können sie dann argumentieren, es war die Entscheidung des Kindes, ausgeübt durch die Eltern?
Wohl kaum. Es dann bei "ritueller Körperverletzung" anders zu sehen, finde ich heftig. Sind Rechtsleute echt nur in Rhetorik und Phrasendrescherei bewandert, nicht aber in Empathie und wahrnehmen mit gesundem Menschenverstand?Sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz, mit Oberflächlichkeit und Arroganz...
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Schau auf deine Haut und lies
Such wo meine Zunge war
Such mein Lied in deinem Haar
Willst Du mein Gefühl verstehen
Mußt Du Dich in Dir ansehen
Schließ die Augen und Du siehst ich bin in Dir
(c) ASP
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05.08.2012, 13:38Inaktiver User
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Und wie kommt man in der eigenen Sache weiter? Indem man mantraartig dieselben Dinge wiederholt, die man schon auf Seite fünf bis 50 gesagt hat? In einem langen Thread ergeben sich nun mal auch Nebendiskussionen.
Wenn dir irgendwelche Argumente hier zu kurz kommen, kannst du sie ja anbringen. Es bringt nur nicht viel, wenn man sie an die falschen Personen richtet (die, die sowieso schon dieselbe Meinung haben).
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05.08.2012, 13:39
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz, mit Oberflächlichkeit und Arroganz...
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Such wo meine Zunge war
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Willst Du mein Gefühl verstehen
Mußt Du Dich in Dir ansehen
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(c) ASP
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05.08.2012, 13:44
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05.08.2012, 13:48
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Eben nicht. Er zeigt nur auf, das es verdammt in die Hosen gehen kann, wenn man bei genitaler Körperverletzung nach Geschlecht unterscheidet. Eben grade WEIL das eine Tür öffnet für auch weibliche Beschneidung. Denn die Argumentationsmuster unterscheiden sich nicht per Geschlecht.
Und das will niemand. Auch Alaska nicht.Sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz, mit Oberflächlichkeit und Arroganz...
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Willst Du mein Gefühl verstehen
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05.08.2012, 14:08
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
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...Und es ist gar nicht Großmut zu verzeihn,
Dass andere ganz anders als wir glauben...(Ringelnatz)



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