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26.07.2012, 20:53
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
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26.07.2012, 20:54Inaktiver User
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26.07.2012, 20:57Inaktiver User
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Vor allem geht es darum, welche Konsequenz ein Verstoß gegen die allgemeinen Persönlichkeitsrechte von Artikel 2 GG zugunsten einer (möglicherweise künftig) schrankenlosen Religionsausübung für uns alle hätte.
Wie will man die Frage des Vorrangs der Grundrechte über die Scharia, der Schulpflicht für muslimische Schülerinnen, des Verhältnisses von Mann und Frau gemäß Grundgesetz / gemäß Heiliger Bücher patriarchalischer Religionen sowie andere elementare gesellschaftspolitische Fragen in Zukunft beantworten, wenn man allen Ernstes zulässt, dass in der Frage der Beschneidung die Religionsfreiheit alle anderen Grundrechte dominiert?
Ich kann nur davor warnen, das Primat unserer Grundrechte zugunsten von Religiösen aller Couleur zur Disposition zu stellen. Die Geister, die man damit riefe, würde man nicht mehr so schnell los werden.
Das ist doch nur Bluff und Polemik.Jüdische Familien könnten, und werden wohl auch, wenn das Verbot kommt, sich gezwungen fühlen zu gehen.
(...) aber wer unter den gegebenen Bedingungen sagt: Ich bin für ein sofortiges Verbot - der nähme einen Exodus in Kauf. In welchem Ausmaß, das vermag ich nicht zu beurteilen.
Ein solches Verhalten widerspräche dem gesunden Menschenverstand.
Nicht dass Religion viel mit gesundem Menschenverstand zu tun hätte, aber ich bezweifle sehr, dass Menschen, die in Deutschland ein auskömmliches Leben haben und respektiert werden, plötzlich alle Zelte abbrechen, weil sie zur rituellen Kindesmisshandlung, von der sie partout nicht ablassen wollen, blöderweise nach Polen reisen müssten und das nicht in Köln erledigen könnten.
.Geändert von Inaktiver User (26.07.2012 um 21:06 Uhr)
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26.07.2012, 21:00Inaktiver User
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26.07.2012, 21:01
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Aber man wird es diesen Frauen und ihren Männern überlassen müssen, ob sie an dem Ritual festhalten. Ein Teil würde es sicher trotz Verbots. Und wenn es der letzte Tribut an die grausige Vergangenheit in Deutschland ist, dann sollte das künftige Gesetz im Sinn der Kinder und Babys so gestaltet sein, dass das Ritual zwar erlaubt bleibt, aber nur unter klinischen Bedingungen ausgeübt werden darf.
Es ist doch unfassbar, dass überhaupt wieder Juden in unserem Land leben möchten. Für mich nicht auszudenken, wenn sie es erneut nicht mehr könnten. Aber diesen Schritt in Richtung "medizinischer Fortschritt" müssten sie tun. Die Gemäßtigten und Reformbereiten sollten ihre Fundis dahingehend bearbeiten. Ein Volk, das so viel überlebt hat, wird das doch auch noch hinkriegen.
Das heißt ja nicht, dass religiöser Vorstellung egal welcher Art Tür und Tor geöffnet ist. Im Sinne von, wenn die das dürfen, dürfen wir was anderes auch. Für so klug halte ich die Verfassungsrichter schon, dass sie den Sonderstatus und das besondere Verhältnis von Deutschen und Deutschen jüdischen Glaubens in ihrem Urteil juristisch nicht angreifbar oder dehnbar gestalten.*
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26.07.2012, 21:03
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Ich habe kein Problem damit, zuzugeben, wenn ich mich geirrt oder getäuscht habe.Ich meine: wer wie du (und auch andere) so auf das Grundgesetz pocht, der müsste dann ja am Ende, sofern die Beschneidung weiter erlaubt wird, sagen, dass er sich getäuscht hat mit der eigenen Rechtsauffassung.
Dass ein subjektives Rechtsempfinden nicht zwangsläufig mit dem gesprochenen Recht konform geht, dürfte auch jeder schon mal erlebt haben.
Bis zur Entscheidung verharre ich somit stur in dem Glauben, dass in Deutschland gleiches Recht für alle gilt und Kindesmißhandlung eben Kindesmißhandlung ist, egal, mit welchem Motiv sie stattfindet.Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)
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26.07.2012, 21:04
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Gut, okay.
Heißt das dann nicht in der Konsequenz aus dem 'juristischen Blickwinkel' betrachtet: heute ist so und morgen ist es vielleicht wieder anders?
Salopp ausgedrückt unter dem Motto: anders geht es aber auch nicht, weil man sich ja zwischenzeitlich an irgendwas halten muss - ist das so im Grunde genommen?
VanDyckEs gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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26.07.2012, 21:05
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
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26.07.2012, 21:07
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26.07.2012, 21:11Inaktiver User
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Wenn das Bundesverfassungsgericht (abgekürzt: BVerfG) erklären würde, dass die Religionsfreiheit über allen anderen Grundrechten stehe, dann wüsste ich, dass die Verfassungsrichter sich dem politischen Druck gebeugt haben.
Das würde nicht meine Meinung über die Säuglingsbeschneidung ändern, auch nicht meine Meinung über das Grundgesetz, wohl aber meine Meinung über das BVerfG.



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