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22.07.2012, 16:19
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
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22.07.2012, 16:22
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22.07.2012, 16:43
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
@ Lukulla
Nun will ich nochmal näher auf dein Posting eingehen.
Du zitiertest ja folgenden Satz von mir:
Ausgerechnet das Land, dass hunderttausende jüdische Kinder umgebracht hat, soll nun daherkommen und sich angeblich um das Wohl von jüdischen Kindern sorgen? Lächerlich!
Daraufhin hast du geschrieben:
Zu allen vier Fragen/Absätzen kann ich sagen: Nein, das heißt es nicht.
Im Grunde ist mir auch nicht klar, wie man das alles in meine obige Bemerkung reininterpretieren könnte.
Gleichwohl wollte ich mit meiner Bemerkung ausdrücken, dass es in dieser ganzen Thematik definitiv einen objektiven historischen Zusammenhang gibt mit der deutschen Geschichte, den man nicht vom Tisch wischen kann.
Angela Merkel hat es sehr flapsig ausgedrückt mit ihrer Bemerkung, Deutschland würde sich zur Komikernation in der Welt machen, wenn man hier als erstes Land in der Welt die Beschneidung von Kindern der Moslems, aber eben auch Juden, verbieten würde.
Ich bin der Auffassung: die Staaten und Gesellschaften der Welt, insb. in Europa würden sich fragen, ob die Deutschen noch ganz richtig sind im Kopf, wenn ausgerechnet sie - mglw. als erstes Land in der Welt - eben auch den Juden das offenkundig wichtigste Ritual ihrer Religion verbieten wollen.
Meine obige Bemerkung ist also sozusagen ein ZUSÄTZLICHER Blickwinkel innerhalb dieser ganzen Diskussion, gleichwohl ein sehr bedeutsamer. Zugleich tangiert dieser Blickwinkel keinesfalls die ernstzunehmenden Argumente, die gegen eine Beschneidung von männlichen Kindern und Baby sprechen - diese Argumente bleiben ja unabhängig von diesem Blickwinkel bestehen, das ist doch klar.
Körperverletzung bleibt Körperverletzung, völlig egal, was vor 70 oder 700 Jahren passiert ist.
Ob diese spezielle Körperverletzung in Abwägung aller Aspekte von unserem Rechtssystem toleriert wird, das wird man dann sehen.
Doch ein Aspekt in dieser ganzen Debatte ist eben auch der historische, und er ist ein wichtiger aus meiner Sicht. Und im Gegensatz zu manch Anderem, bin ich der Überzeugung, dass dieser historische Aspekt unausweichlich in die Entscheidungsfindung derer einfließen wird, die eine Entscheidung in dieser ganzen Frage der Beschneidung zu treffen haben.
VanDyckGeändert von VanDyck (22.07.2012 um 16:46 Uhr)
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
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Daniel Kahneman
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22.07.2012, 17:27
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Ich verstehe immer noch nicht den Zusammenhang zwischen dem Schutz von Kindern und der deutschen Geschichte. In Europa habe ich auch noch von keiner Seite gelesen, dass wir deshalb eine Komikernation wären- merkwürdiges Bild überhaupt in dem Zusammenhang mit Blick auf den in den darauf angespielten Teil deutscher Verantwortung.
Aus dem zitierten offenem Brief:
Als Kinder der Aufklärung müssen wir endlich die Augen aufmachen: Man tut Kindern nicht weh!Geändert von plixiro (22.07.2012 um 17:32 Uhr)
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22.07.2012, 17:35
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
VanDyck, Deine Konnotation war eine eindeutige, ich zitiere auszugsweise:
Ausgerechnet das Land, [...] soll nun daherkommen und sich angeblich um das Wohl von jüdischen Kindern sorgen? Lächerlich!
Jede Bemühung unseres Landes eine Verbesserung der jetzigen Beschneidungspraxis herbei zu führen ist "angeblich" "dahergekommen" und "lächerlich".
Du sprichst damit allen Menschen, die sich darum bemühen, die Ernsthaftigkeit und die Fähigkeit ab, dies zu tun.
Etwas anderes kann ich aus Deinen Worten nicht heraus lesen.
Was mir auch immer auffällt, dass Du ständig den Begriff verwendest: Beschneidung von Kindern der Moslems und Juden verbieten.
Niemand will etwas verbieten! Ich mit Sicherheit nicht.
Sie sollen weiter beschneiden können, aber mit einer Reform. Über deren einzelne Punkte zu reden sein wird. Aber nicht via Hauruckbeschluss der Politiker, wo vorab schon der Freifahrtschein in der Begründung festgelegt ist, bevor eine sachlcihe Disksusion überhaupt begonnen hat und bevor alle Fachleute und bevor Betroffene angehört wurden.Geändert von Lukulla (22.07.2012 um 17:54 Uhr)
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22.07.2012, 17:37Inaktiver User
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22.07.2012, 18:08Inaktiver User
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Weil Neurologen ganz besonders viel von Verletzungen des Nervensystems und von Schmerzen verstehen. Bei den Beschneidungen entstehen bekanntlich erhebliche Nervenverletzungen und Schmerzen und deshalb finde ich, dass dem Plädoyer der Neurologen gegen die Beschneidung von Säuglingen und Kindern ein ganz besonderes Gewicht zukommt.
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22.07.2012, 18:13
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Nun ja - die Beschneidungen passieren seit Jahr und Tag in Deutschland und nun ganz plötzlich sind jede Menge Leute ganz aufgeregt und sehr besorgt um den Schutz der Kinder; das finde ich schon sehr seltsam.
Ich bin da ein bißchen skeptisch - es entsteht ja der Eindruck, als gäbe es in Deutschland nichts wichtigeres für den Schutz der Kinder, als die Beschneidung zu verbieten.
Und wie ich schon schrieb: ausgerechnet in dem Land ist die Aufregung besonders groß, wo die Geburtenrate am niedrigsten ist in allen 27 EU-Ländern. Ist das wirklich Zufall?
Na, da hab ich in diesem Strang jedenfalls aber einen anderen Eindruck - es geht schon ganz klar darum, Beschneidungen zu verbieten.Was mir auch immer auffällt, dass Du ständig den Begriff verwendest: Beschneidung von Kindern der Moslems und Juden verbieten.
Niemand will etwas verbieten! Ich mit Sicherheit nicht.
Aber nun gut - da mag ich mich ja täuschen.
Da bin ich ja skeptisch hinsichtlich einer 'Reform'.Sie sollen weiter beschneiden können, aber mit einer Reform. Über deren einzelne Punkte zu reden sein wird. Aber nicht via Hauruckbeschluss der Politiker, wo vorab schon der Freifahrtschein in der Begründung festgelegt ist, bevor eine sachlcihe Disksusion überhaupt begonnen hat und bevor alle Fachleute und bevor Betroffene angehört wurden.
Ich weiß wirklich nicht, wie das bei der jüdischen Religion funktionieren soll, wenn die sagen, dass ist fundamental und konstitutiv ... am achten Tag muss es passieren.
Bei den Moslems siehts vielleicht anders aus ein wenig.
Im Grunde kommt mir die ganze Debatte ein gutes Stück weit schräg vor - Sturm im Wasserglas hab ich es ja schon genannt, aber das trifft es auch nicht ganz ... hängt damit zusammen, dass aus meiner Sicht so einige Diskurse in die Debatte mit eingeführt werden, die herzlich wenig mit dem Kindeswohl zu tun haben ...
VanDyckEs gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
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Daniel Kahneman
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22.07.2012, 18:15Inaktiver User
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22.07.2012, 18:25Inaktiver User
AW: Kölner Urteil zu Beschneidungen
Jetzt verstehe ich gar nichts mehr: Was hat die Geburtenrate damit zu tun?
Und dass in Deutschland so eine Aufregung herrscht, liegt schlicht und ergreifend daran, dass ein Arzt wegen einer vermeintlich fehlerhaften Beschneidung angeklagt worden ist. Also musste sich das Gericht damit befassen und kam zum Schluss, dass gemäß GG diese Beschneidung niemals hätte stattfinden dürfen.



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