Antworten
Ergebnis 181 bis 190 von 206
-
27.08.2012, 20:27
AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik
Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
-
27.08.2012, 23:11
AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik
Ich les jetzt nicht alle Posts, die Zeit hab ich nicht.
Der Syrien Konflikt ist nicht made in USA, denn daran können sie kein Interesse haben und wie man sieht halten sie sich recht ordentlich zurück (evtl noch, muss man die Entwicklung im Iran abwarten).
Der Konflikt ist made in Saudi und div. Emiraten, denn die haben ein Interesse daran, erstmal können sie ganz toll von sich ablenken, dann kommt Israel der Erzfeind (BITTE NIE VERGESSEN!) ins Schwitzen sollte Assad gehen müssen und die "Mehrheit" der Sunniten an die Macht kommen. Und, auch die Türkei dürfte ein nicht unerhelbliches interesse daran haben.
Die ganze Demokratieförderung kann nur Erfolg haben, wenn man die Islamisten die in fast allen Ländern an die Macht kommen werden "aushalten" kann. Können wir das? Und können wir garantieren, dass die nächsten Wählen stattfinden werden? Und haben wir genug Macht die Auszählungen als neutrale Bebobachter zu überwachen? Und halten wir islamistische Rückschläge aus???
Das sind die Knackpunkte.
Wenn die Unterstützung nur wieder dazu dient, eine neue Art der Kolonialisierung mit "netten" Oberhäuptern zu etablieren, dann gnade uns Gott, in der Tat!
-
28.08.2012, 10:30
AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik
Bezug USA - Syrien:
Ich habe schon mehrfach gehört, daß die USA sich öffentlich derzeit zurückhalten, weil sie eben in rund 2 Monaten die Präsidentschaftswahlen haben und vorher sozusagen kein neues Faß aufmachen wollen.
Wie das mit den Waffenlieferungen ist, die da über die Türkei kommen, weiß ich nicht genau.
Bezug Syrien - Israel:
Gab es da nicht so eine Art Schiitenachse Iran-syrisch-alawitisches System-libanesische Hizbollah, die den Israelis eher nicht behagen konnte?
Gestern hat ja der französische Präsident Hollande die syrische Opposition aufgefordert, eine Art Gegenregierung zu bilden, die Frankreich dann anerkennen will - das ist ja schon eine ziemlich eindeutige Positionierung.
lg lenita
-
28.08.2012, 11:38
AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik
Sicherlich, aber solange keine zufriedenstellende Nach-Assad-Lösung in Reichweite ist werden sie nichts machen.
Übergangsregierung: USA erteilen Hollandes Syrien-Plan eine Abfuhr - International - Politik - HandelsblattGestern hat ja der französische Präsident Hollande die syrische Opposition aufgefordert, eine Art Gegenregierung zu bilden, die Frankreich dann anerkennen will - das ist ja schon eine ziemlich eindeutige Positionierung.
-
28.08.2012, 12:23
-
28.08.2012, 13:05Inaktiver User
AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik
Ich hab jetzt auch nicht alle Posts gelesen - obwohl ich sie sehr interessant finde.
Meiner Meinung nach werden die Amis in ihren Möglichkeit total überschätzt, aber so was von überschätzt.
Bestes Beispiel ist für mich immer noch: sie konnten damals den Schah nicht halten.
Und, daran wäre ihnen bestimmt was gelegen.
Es steht ja jedem frei seine Feindbilder zu wählen, warum sich das aber immer auf die Amerikaner bezieht ist mir schleicherhaft...
Ein Land, in das fast jeder unserer jungen Wissenschaftler mit Kusshand zum Studieren gehen würde.
Und nicht nur die.
-
11.03.2013, 19:46Inaktiver User
AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik
Neuigkeiten aus Syrien ...
(jedenfalls werden solche Berichte, obwohl wenig überraschend, als "Nachricht" präsentiert)
Zum ersten Mal meldet sich ein syrischer Widerstandskämpfer mit einem Video in deutscher Sprache zu Wort. Darin ruft Hajan M., der lange Zeit in Kassel gelebt hat, Radikale zum Heiligen Krieg auf. Die Behörden sind alarmiert. (...)
Nach Erkenntnissen der Behörden haben sich inzwischen zahlreiche Salafisten aufgemacht, um das Regime von Baschar al-Assad gewaltsam zu stürzen, darunter sollen weite Teile der hierzulande verbotenen Gruppe Millatu Ibrahim sein. Die Dienste gehen davon aus, dass sich etwa ein Dutzend sogenannter Grenzgänger zwischen der Türkei und Syrien bewegen, um immer wieder in den Bürgerkrieg einzugreifen.
Quelle
Der blutige Bürgerkrieg in Syrien war als demokratische Revolution verklärt worden. Wo sind sie eigentlich geblieben, die begeisterten Demokratieförderer und Befürworter des syrischen Bürgerkriegs, in Medien und Internetforen?
Wann hat dem durchschnittlichen Internetuser, dem durchschnittlichen Journalisten in Zeitung und TV eigentlich gedämmert, wie sehr er auf dem Holzweg war?
Man hat sich leise, fast unmerklich, von der eigenen Fehleinschätzung distanziert, ohne sie wirklich zu korrigieren. Nichts reflektiert, nichts gelernt.
Einstein hatte Recht.
.Geändert von Inaktiver User (12.03.2013 um 09:48 Uhr)
-
12.03.2013, 10:03Inaktiver User
AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik
Dass dir das schleierhaft ist, liegt daran, dass du Innen und Außen fälschlicherweise gleich setzt.
Demokratie und Rechtstaatlichkeit ist für US-Amerikaner reserviert
(soweit man angesichts des Home Defence Act und angesichts der Rechtsbeugung in Sachen Guantanamo & US-Verfassung, etc. noch davon sprechen kann).
Für andere Länder hingegen stehen die USA auf folgendem Standpunkt:
was den USA nützt, wird gefördert - völlig egal, ob Diktatur oder Demokratie,
und was den US-Interessen schadet, wird bekämpft - völlig egal, ob Diktatur oder Demokratie.
Hierfür ist jedes Mittel recht: wirtschaftliche Erpressung, Folter, Mord, Krieg oder Anzetteln und/oder Bewaffnung eines Bürgerkriegs.
Aber auch die Propagierung von demokratischen Idealen ist hier zu nennen, wenn sie ausgerechnet durch Leute organisiert wird, die dem Pentagon unter George W. Bush angehörten oder nahe standen, wie Donald Rumsfeld, Condoleeza Rice, Paul Wolfowitz (siehe Wolfowitz-Doktrin) und Richard Perle - siehe Eröffnungsposting.
Oberstes Prinzip jeder US-Außenpolitik: America first.
Diesem Prinzip hat sich ALLES unterzuordnen, einschließlich Demokratie und Menschenrechte.
Und das ist keine "Meinung" oder gar ein dämliches "Feindbild", sondern Fakt.
Fakt unter Richard Nixon und John F. Kennedy, Fakt unter George W. Bush und Barack Obama.
Es ist nicht gerade ein Ausdruck von Weitsicht und Werteorientierung, aufgrund der internen Freiheit und Demokratie der USA unkritisch hinzunehmen, dass die USA anderswo zu Terror, Mord, Folter und Zerstörung greifen bzw. diese tatkräftig und mit allen Mitteln fördern.
Wer an den Armen aufgehängt und geprügelt wird, mit ausgefeilten Techniken immer wieder in den Todeskampf getaucht wird, wem das Haus zerschossen, die Familie ermordet oder das Heimatland oder die Ernährungsgrundlage zerstört wird, ..
.. der wird es herzlich uninteressant finden, ob junge Wissenschaftler gern in USA arbeiten.
.Geändert von Inaktiver User (12.03.2013 um 15:19 Uhr)
-
12.03.2013, 13:34Inaktiver User
AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik
Während der US-Besatzung zwischen März 2003 und Dezember 2011 benutzte die irakische Polizei brutale Verhörmethoden, um zu Geständnissen und Informationen zu kommen. In Geheimgefängnissen folterte sie Tausende von Menschen. (...)
Offenbar wurden die irakischen Foltereinheiten von zwei US-Veteranen geleitet: Colonel James Steele und Colonel James H. Coffman.
Sie sollen das Folter-Netzwerk, bestehend aus immer gleich aufgebauten Zentren, überwacht haben – mit dem Wissen des damaligen US-Generals David Petraeus und des Verteidigungsministers Donald Rumsfeld. Dieser hatte James Steele selbst für den Job nominiert.
(...)
Die USA behauptete stets, Fälle von US-Folter, wie etwa im Militärgefängnis Abu Ghraib, seien auf das Fehlverhalten einzelner Sicherheitskräfte zurückzuführen. (...) Der «Guardian» zitiert den irakischen General Muntadher al-Samari, der ein Jahr lang zusammen mit Steele und Coffman an der Entwicklung der berüchtigten Verhör-Zentren gearbeitet hat: «Sie wussten genau, was hier passierte. Folter, die schlimmste Art von Folter.» (...)
Das irakische Foltersystem erinnert stark an die gut dokumentierten Menschenrechtsverletzungen der rebellischen Militär-Junta in San Salvador – das dürfte kein Zufall sein. Die paramilitärischen Einheiten wurden in einem mehrjährigen Konflikt in den Achtzigerjahren von den USA unterstützt. Verantwortlich für die Ausbildung der folternden Einheiten war James Steele.
Quelle
.Geändert von Inaktiver User (12.03.2013 um 13:40 Uhr)
-
12.03.2013, 14:45Inaktiver User
AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik
Der israelische Staatspräsident Schimon Peres hat eine militärische Intervention der Arabischen Liga in Syrien gefordert. (...)
Die freie Welt dürfe nicht dabei zusehen, wie der syrische Präsident Baschar al Assad Massaker an seinem eigenen Volk verübe, mahnte Peres. „Dies bricht unser aller Herzen.“
Ist er nicht putzig: Peres fordert, dass die Arabische Liga, also z.B. Saudi-Arabien, Qatar, Ägypten, Jemen ... Truppen nach Syrien schicken und dorthin die Demokratie und Rechtstaatlichkeit ihrer eigenen Länder exportieren.
Und zwar, weil es dem israelischen Staatspräsidenten anscheinend "das Herz bricht", dass alle bisherigen Lieferungen an Waffen und Logistik die syrische Regierung immer noch nicht zu Fall gebracht haben.
(Sieht so aus, als wäre ein ziemlich großer Teil der syrischen Bevölkerung auf Seiten Assads ..)
Aber es kommt noch besser:
Assad habe heimlich eine nukleare Anlage und ein Arsenal von chemischen Waffen bauen lassen.
Peres warnt also vor syrischen Weapons of Mass Destruction.
Er geht anscheinend unverzagt von einer kollektiven Verblödung seiner Zuhörer aus.
Diese „schreckliche Gefahr“ bedrohe das syrische Volk, die gesamte Region und sogar Europa.
Yepp. In 45 Minuten können diese WoMD Europa erreichen. Wissen wir seit genau 10 Jahren. 2003 gab es die gleiche Behauptung schon mal. Damals sagte es Tony Blair, heute sagt es Simon Peres; und die Namen der zu stürzenden Staatschefs wurden ausgetauscht. Ansonsten sind die Lügen die gleichen.
Peres äußerte sich zugleich optimistisch zu einem Friedensprozess mit den Palästinensern. „Ich glaube, dass Frieden in relativ kurzer Zeit erreicht werden kann“
Unbedingt! Ein guter Anfang war es schon mal, dass im Januar in Israel die gleichen rechtsnationalen, ultraorthodoxen und faschistischen Politiker wiedergewählt wurden, die schon zuvor dafür gesorgt haben, dass Tausende jüdischer Siedlungen auf Palästinenserland gebaut worden sind und wegen zweier, angeblich entführter, israelischer Soldaten der Süden des Libanon bombardiert und 1.500 Libanesen, hauptsächlich Zivilisten, getötet wurden.
EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) begrüßte Peres als einen Mann „mit visionärem Mut“.
Hatte ich hier im Forum eigentlich schon mal erwähnt, was ich von Martin Schulz halte?
Hier zeigt sich wieder einmal in eindrucksvoller Weise, was für eine Intelligenzbestie er ist.
Wenn in den Brüsseler Instutionen Leute wie er zum Häuptling gewählt werden, muss man sich über nichts wundern.
Quelle der blau markierten Zitate:
"Rede vor EU-Parlament: Peres fordert Militär-Intervention der Arabischen Liga in Syrien", FAZ
.Geändert von Inaktiver User (12.03.2013 um 15:55 Uhr)



Zitieren