Hä? Welche Regierungen im Nahen Osten befinden sich denn im Machtbereich des Westens? Hat ein Erpresster Macht wenn er den Erpresser dafür bezahlen muss, damit der Ruhe hält?
Der Westen hat im ganzen Nahen Osten null Macht. Man verachtet den Westen. Der Westen hat einen gewissen Einfluss, den man sich für viel Geld erkaufen muss. Sobald die Zahlungen aufhören, wäre aller Einfluss dahin. Nennst du das Macht?
Ja logisch. Hat irgend jemand was anderes behauptet? Das ist doch gut so. Auch Iran, Al Qaida, Russland, Islamisten betreiben nur ihre Machtpolitik in Syrien. Da wär der Westen doch bescheuert, wenn er nur zuschauen würde.
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03.07.2012, 20:34
AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik
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04.07.2012, 10:05Inaktiver User
AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik
Saudi-Arabien, Kuweit, Qatar, Vereinigte Arabische Emirate und Israel. (Habe ich etwas vergessen?)
Neu hinzu gekommen sind v.a. Irak, außerdem Libyen und eventuell Tunesien.
Nicht dazu gehören Syrien, Iran und Jemen.
Was müssen wir den Arabern oder dem Irak denn bezahlen, "damit sie Ruhe halten" (was auch immer du darunter verstehen magst) ?Hat ein Erpresster Macht wenn er den Erpresser dafür bezahlen muss, damit der Ruhe hält?
Irgendwie hast du eine schräge Auffassung, die ich kaum nachvollziehen kann.Der Westen hat im ganzen Nahen Osten null Macht. Man verachtet den Westen. Der Westen hat einen gewissen Einfluss, den man sich für viel Geld erkaufen muss. Sobald die Zahlungen aufhören, wäre aller Einfluss dahin. Nennst du das Macht?
Außerdem vermischst du Volk und Regierung.
Die genannten Regierungen sind unter dem Pantoffel der USA. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass die Menschen in diesen Ländern "den Westen" mögen. Aber sie werden nicht gefragt, so wie ja auch in diesen Ländern kaum irgendwo demokratische Regierungen an der Macht sind.
Und ob! Es war doch von "Demokratisierung" die Rede. Und dieser Strang hat zum Inhalt, ob dieses Motiv für sich steht oder als Mittel zum Zweck zu betrachten ist (siehe Strangtitel).Ja logisch. Hat irgend jemand was anderes behauptet?Es geht also vor allem auch um Machtpolitik...
Sieh dir mal bei Gelegenheit eine Weltkarte mit den militärischen Stützpunkten und Einflusssphären von Iran, von Russland und von USA an.Das ist doch gut so. Auch Iran, Al Qaida, Russland, Islamisten betreiben nur ihre Machtpolitik in Syrien. Da wär der Westen doch bescheuert, wenn er nur zuschauen würde.
Dann reden wir weiter.
.Geändert von Inaktiver User (04.07.2012 um 10:26 Uhr)
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04.07.2012, 10:45
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04.07.2012, 11:05
AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik
Offenbar haben wir unterschiedliche Vorstellungen darüber, was "Machtbereich" bedeutet. Offenbar verstehst du darunter, dass die USA für ein Land Überflug- u. ggf. Landerechte hat, Handel betreibt, dort eine Vertretung hat u. evtl. einen Militärstützpunkt.
Die Macht hat allerdings schon dann ein Ende wenn es um Menschenrechte geht, um das Rechtssystem (Scharia), um Behandlung von Minderheiten u. Andersgläubigen und im Falle von Israel um die Siedlungs- und Friedenspolitik. Macht sieht für mich anders aus.
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04.07.2012, 12:18Inaktiver User
AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik
Von Handel und Überflugrechten ist nicht die Rede, wohl aber von Militärstützpunkten, von wirtschaftlicher und politischer Abhängigkeit und von Einflussnahme auf die Politik eines Landes.
Unter 'Machtbereich' verstehe ich nicht, dass der Präsident eines Landes auch der Präsident des anderen Landes sein müsse.
Das wäre dann sozusagen der Unterschied zwischen relativer Macht und absolutistischer Macht.Macht sieht für mich anders aus.
Die USA haben große Macht. Sie sind derzeit die einzige Supermacht. Sie haben ihre Machtsphäre nach Ende der Sowjetunion massiv ausgeweitet, bis hinein in ehemalige Sowjetrepubliken. Und sie setzen diese Macht mit allen Mitteln durch, seien es diplomatische, politische, militärische, geheimdienstliche oder sonstige.
Das heißt nicht, dass der Rest der Welt aus Zombies und Sklaven besteht, sondern dass sich ein Präsident verdammt warm anziehen muss, wenn seine Politik den USA missfällt. Siehe Patrice Lumumba (Ermordung), Fidel Castro (Embargo gegen Kuba seit mehr als 50 Jahren), Manuel Noriega (Gerichtsurteil wegen Drogenhandels und Verschwörung), Sadam Hussein (Angriffskrieg), u.v.a.
Nun könnte man sagen: ist doch alles wunderbar; die Freiheitsfackel in New York beschützt uns alle und ist das Symbol einer positiven Einflussnahme.
Leider werden von den USA aber durchaus auch ordnungsgemäß gewählte Regierungen gestürzt und Despoten an die Macht gebracht oder an der Macht gehalten. Leider geht es den USA nicht um Werte, Menschenrechte usw., sondern um die wirtschaftliche und militärische Macht über andere.
Und das hattest du zuvor ja auch zugegeben.
.Geändert von Inaktiver User (04.07.2012 um 15:03 Uhr)
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04.07.2012, 13:23
AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik
Es gibt einige Stimmen die sagen, dass sich dieses Machtgefüge gerade verändert. Der Nordatlantische Raum verliert aktuell enorm an Bedeutung, die von (Südost-)Asien nimmt hingegen zu.
Die Ordnung in der Welt sicherzustellen ist oft eine Gratwanderung und auch nach meinem Geschmack gelingt der USA diese Gratwanderung nicht immer. Aber am Ende des Tags sind die USA ein befreundetes Land mit weitgehend ähnlicher Kultur und Werten. Als Supermacht mir allemal lieber als China, Russland oder eine Vereinigte Islamische Union.
Allein die Tatsache, dass du die USA oder wen du willst hier nach Herzenslust beschimpfen kannst, ist eine großartige Errungenschaft, die längst nicht überall auf der Welt selbstverständlich ist.
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04.07.2012, 13:47Inaktiver User
AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik
Noch mischt sich China im Gegensatz zu USA nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Länder ein.
Das kann sich freilich mit zunehmender Macht auch ändern.
Auf jeden Fall bewerte ich die massive Einmischung der USA in Nahost nicht unter dem Vorzeichen einer etwaigen Machtverschiebung in Richtung China und Indien.
Gewaltenteilung ist der Schlüssel zu Demokratie, Ausgleich von Interessen, Verhinderung von Machtmissbrauch. Immer. Wenn du es mit Demokratie und Freiheit ernst meinst, kannst du es nicht unbedenklich finden, wenn sich Macht dermaßen in einer Hand konzentriert.Die Ordnung in der Welt sicherzustellen ist oft eine Gratwanderung und auch nach meinem Geschmack gelingt der USA diese Gratwanderung nicht immer.
Berücksichtigt man diese vielbeschworenen Werte, dann ist die Wahl zwischen USA und China auch aus meiner Sicht keine Wahl zwischen Pest und Cholera, sondern eine Wahl zwischen Lungenentzündung und Cholera. Aber auch darauf verzichte ich dankend.Aber am Ende des Tags sind die USA ein befreundetes Land mit weitgehend ähnlicher Kultur und Werten. Als Supermacht mir allemal lieber als China, Russland oder eine Vereinigte Islamische Union.
Allein die Tatsache, dass du die USA oder wen du willst hier nach Herzenslust beschimpfen kannst, ist eine großartige Errungenschaft, die längst nicht überall auf der Welt selbstverständlich ist.
Zumal diese wunderbaren Werte den USA nicht das Schwarze unter dem Fingernagel wert sind, sofern es Dritte betrifft. Diese Werte sind für sie selber da, nicht für andere. Das haben die Politik des Landes sowie die juristischen Entscheidungen zu Guantanamo, zu Folter (z.B. Waterboarding) und zum Internationalen Strafgerichtshof (American Service-Members' Protection Act) eindrucksvoll bewiesen.
.Geändert von Inaktiver User (04.07.2012 um 14:16 Uhr)
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05.07.2012, 01:28Inaktiver User
AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik
Ich finds hier schwierig die Themen auseinander zu halten.
Soweit ich dich verstehe geht es dir vor allen Dingen übergeordnet, um so etwas wie einen non-interference Pakt bei souveränen Nationalstaaten.
Also eigentlich: keiner sollte sich in die Angelegenheiten anderer souveräner Staaten einmischen.
Das einzige, was ich aus meinem bröseligen Geschichtsgedächnis herauskramen kann ist der Fakt, dass damals GroßBritannien in den zweiten Weltkrieg einsteigen musste, weil Deutschland Polen angegriffen hatte und GB einen Freundschaftspakt mit Polen hatte. (könnte mir noch nicht mal ausmalen, warum Polen für GB so interessant gewesen ist...wahrscheinlich als Drohgebärde Deutschland gegenüber).
Daraus (was ziemlich dünn ist) schließe ich mal, dass es einige solcher Freundschaftspakte gibt...inkl einer UN.
Wer da unten genau mit wem...wüsste ich gern, ich habe nur Ahnungen...
Hat da jemand stichhaltige Infos zu?
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05.07.2012, 07:56
AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik
In Syrien hat quasi jede religiöse Gemeinschaft wie Schiiten, Alawiten, Christen, Kurden eigene, egoistische politische Interessen. Dazu kommen von außen die Interessen von Al Kaida, die Nachbarn wie Iran, Isreal, Türkei sowie die Weltmächte USA und Russland. Jeder versucht den politischen Prozess in Syrien zu seinem Vorteil zu beeinflussen mit den unterschiedlichsten Mitteln wie Bewaffnung von Aufständischen, Unterstützung von Oppositionsgruppen, Unterstützung von Assad, Terror und Mord. Jeder mischt mit so gut wie er nur kann.
BT sieht den schwarzen Peter aber nur bei der USA. Ihre Forderung: die USA sollen sich raushalten. Alle anderen dürfen weiter machen.
Hier kommt leider die Schwäche des Westens wieder einmal hervor: unsere demokratischen Freiheiten wie z.B. eine freie Presse wird gegen uns verwendet. Militärische Studien der USA zu Syrien werden bekannt und veröffentlicht - die Journalisten werden im Westen nicht zum Schweigen gebracht.
Dabei ist es logisch, dass Militärs in anderen Ländern die gleichen Studien durchführen. Natürlich kommen diese aber nie an die Öffentlichkeit - die Unterdrückung der Presse funktioniert in diesen Staaten. Also glaubt BT, diese Länder sind ja gar nicht so böse. Die einzigen Bösen kommen nur aus den USA.
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05.07.2012, 09:08Inaktiver User
AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik
Dass die USA, d.h. "wir" d.h. "der Westen" die Guten sind, das steht ja völlig außer Zweifel.
Wenn "wir" einmal nicht das absolut Gute verkörpern sollten, dann sind "wir" eben "vielleicht auch nicht besser als andere" (maximales Eingeständnis).
Vielleicht ist es trotzdem interessant, zur Abwechslung einmal eine Meinung von da daußen zu lesen, zumal diese auch noch brilliant formuliert ist:
Syria and those 'disgusting' BRICS, Asia Times
.Geändert von Inaktiver User (05.07.2012 um 09:19 Uhr)



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