Du hast mich leider völlig fehlverstanden. Ich bin sehr für eigenverantwortlichkeit.
Ich bin auch 100% für Medienkritik.
Die Medien sollen nicht berichten, wenn die Polizei bei hellem Tageslicht einen jungen Mann in Handschellen abführt? Das soll unter einem Deckmäntelchen gehalten werden? Welchem Deckmäntelchen?
Es gab mal einen schönen Test eines Israelisch-Palestinensischen Journalistenpaares eines Zwischenfalls auf einer Kreuzung im Palistinensischen Sperrgebiet.
Beide dokumentierten die Rechercharbeit der Journalisten im Fall eines ermordeten Jungen im Streufeuer. Innerhalb von 15 Minuten waren sämtliche Medien vor Ort und lichteten die nächst beste Interpretation des Falles ab: böses Aufmüpfer/armes Kind. Die Landes- & Internationalesnmedien mussten aufgrund von Zeitdruck und den lieben Quoten innerhalb von Minuten senden, ohne jegliche Zeit zu recherchieren.
In kurzer Zeit hatte sich schon längst die s/w Mähr der Geschichte eingefräst.
Und die Doku der beiden lief zur Nachtzeit im dritten Programm.
Gebt den Journalisten mehr Geld und lest gegen. Das ist alles was ich sage.
Die Sucht nach Echtzeit, macht Dinge nicht wahrer, sondern wird gern mal ausgenutzt um ziemlich viel Fiktion von den Medien produzieren zu lassen.
Du hättest auch Beschwerde beim Betreiber oder Poster einlegen können. Oder?Mich findet man übrigens auch über Facebook - obwohl ich mich dort nie registriert habe. Wollte ich etwas davorn entfernen, müsste ich mich erst einmal registrieren. Super, oder?
Serviceadresse anschreiben über dein übliches Mailprogramm.Lorelei hat es richtig gemacht. Sie hat ihren Neffen gebeten, die Fotos zu entfernen. Was hätte sie tun können, wenn der Neffe sich geweigert hätte? Richtig: sich bei Facebook registrieren.![]()
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Thema: Bürgerrechte im Internet
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31.05.2012, 12:19Inaktiver User
AW: Bürgerrechte im Internet
Geändert von Inaktiver User (31.05.2012 um 20:03 Uhr) Grund: falsch erinnert...
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31.05.2012, 18:39Inaktiver User
AW: Bürgerrechte im Internet
Wenn man Hufe trappeln hört, sollte man zuerst an ein Pferd denken, und nicht an ein Zebra.
Die Geschichte könnte zwar theoretisch wahr sein, aber eine Desinformationskampagne halte ich für weit wahrscheinlicher als ein "aufgesammeltes Straßenkind, das mal kurz ins Streufeuer gehalten wurde".
Außerdem: ein totes Kind ist ein totes Kind. Weshalb sollte es für Schüsse auf ein Kind irgendwie von Belang sein, wer die Eltern sind. Gentests halte ich für eine eher abwegige Recherche-Methode, wenn ein Kind von Schüssen durchsiebt wird.
Zum Fall Emden zurück: es ist eine unnütze Diskussion, ob Journalisten die Pflicht oder wenigstens das Recht haben, über den Fall das zu berichten, was sie von der Polizei erfahren.Gebt den Journalisten mehr Geld und lest gegen. Das ist alles was ich sage.
Die Sucht nach Echtzeit, macht Dinge nicht wahrer, sondern wird gern mal ausgenutzt um ziemlich viel Fiktion von den Medien produzieren zu lassen.
Fakt ist, dass gegen einen Menschen zum Lynchmord aufgerufen wurde. Und da ist es völlig schnurz, ob er wirklich der Mädchenmörder war oder unschuldig ins Visier der Polizei geraten ist.
.Geändert von Inaktiver User (31.05.2012 um 18:45 Uhr)
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31.05.2012, 18:45Inaktiver User
AW: Bürgerrechte im Internet
Ein Vortrag am Institut für Politikwissenschaft eine Desinformationskampagne...
Dafür werden Steuergelder ausgegeben, Frechheit
Nirgendwo steht, dass sie nicht berichten sollen, sie sollen sich nur bitte Zeit für die Recherche nehmen damit solche Fälle nicht aus dem Ruder laufen.
Bitte lies genauer und evtl. auch mit ein bisschen mehr Zeit, bevor du nur das liest, was du denkst, was da steht.
Sehr verbunden
Farmelli
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31.05.2012, 18:49Inaktiver User
AW: Bürgerrechte im Internet
Sagst du

Danke für den letzten Satz. Er war sehr lustig.Nirgendwo steht, dass sie nicht berichten sollen, sie sollen sich nur bitte Zeit für die Recherche nehmen damit solche Fälle nicht aus dem Ruder laufen.
Bitte lies genauer.
Denn wieder bist du nicht auf die Kernaussage eingegangen:
Es ist völlig irrelevant, ob die Meldung bezüglich jenes Jugendlichen in Emden eine Falschmeldung war oder nicht. Es geht um den Internet-Aufruf zu einem Lynchmord.
Auch ein Lynchmord ist ein Mord, und zwar ganz unabhängig davon, was jener Gelynchte verbrochen oder nicht verbrochen hat, folglich egal, ob die Journalisten richtig oder falsch berichtet hatten.
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31.05.2012, 20:01Inaktiver User
AW: Bürgerrechte im Internet
Du kannst auch gerne Herrn Professor Gabriel Weimann, Direktor des Instituts für Kommunikationswissenschaften an der Universität Haifa fragen.
Oder «Communicating Unreality» lesen.
"Mohammed al-Dura" kannst du gerne selber googlen und danach schauen, ob das hier....
Es ist völlig irrelevant, ob die Meldung bezüglich jenes Jugendlichen in Emden eine Falschmeldung war oder nicht. Es geht um den Internet-Aufruf zu einem Lynchmord.
Auch ein Lynchmord ist ein Mord, und zwar ganz unabhängig davon, was jener Gelynchte verbrochen oder nicht verbrochen hat, folglich egal, ob die Journalisten richtig oder falsch berichtet hatten.
Wirklich nichts mit dem von mir genannten Fall, des Mohammed al-Dura zu tun hat.
Ich habe mich allerdings im Detail geirrt, denn es war kein Gentest, den sie gemacht haben...sondern es waren die Einschusslöcher...Geändert von Inaktiver User (31.05.2012 um 20:04 Uhr)
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01.06.2012, 08:06Inaktiver User
AW: Bürgerrechte im Internet
Natürlich darf man Medien kritisieren. Aber Dein Beispiel aus Israel spielt sich ja wohl in einem vollkommen anderen Kontext ab als der Vorfall in Emden. Letzterer hatte weder mit Politik noch mit gezielter Desinformation zu tun. Fakt ist, dass die Polizei einen sehr jungen Verdächtgen sehr auffällig in Handschellen abführte. Ein Teil der Verantwortung liegt daher in meinen Augen bei der Polizei. Die Medien berichteten (logisch, die Leute hattens ja auch gesehen!) dass man den jungen Mann als Tatverdächtigen festgenommen habe. So what? Da ist keine politisch motivierte Desinformation im Spiel.
Die social networks haben dann für die ganz eigene Dynamik des darauf folgenden Geschehens gesorgt.
Nein, ich stehe da unter dem gleichen Zwang wie Satyr und Du (auch wenn es in Deinem Fall um Google geht).
Dass es so tatsächlich funktioniert, glaube ich erst, wenn mir jemand erzählt, dass es geklappt hat.
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02.06.2012, 08:35
AW: Bürgerrechte im Internet
Es geht nicht um entweder-oder. Es geht um sowohl-als auch.
Facebook, Apple, Google, das Internet, das sind nun mal Realitäten, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen. Ich zweifle auch daran, dass die meisten sie rückgängig machen wollten, weil das Internet bringt so viele tolle und nützliche Sachen.
Gleichzeitig muss einen das nicht hindern, die problematischen Aspekte zu kritisieren und das eigene Verhalten entsprechend anzupassen, bewusst zu wählen, welche Plattformen nutze ich und welche nicht, welche Risiken gehe ich ein und welche nicht.
DAS meine ich mit "sich arrangieren"
Genau das nenne ich "sich arrangieren": damit leben. eine Wahl treffen. sich informieren.Dass auch ich gezwungen bin so manches im Internet hinzunehmen, bedeutet jedenfalls noch lange nicht, dass ich es billige. Ganz im Gegenteil.
Was glaubst du denn, dass das Internet je wieder abgeschafft werden wird? daran zweifle ich massiv.Vor allem will ich eine politische Lösung, die solchen Datenkraken die nicht vorhandenen Hälse umdreht, und stelle mich nicht wie andere User auf den Standpunkt, man könne die Uhr nicht zurückdrehen.
aber ja, es braucht politische Lösungen, und genau aus diesem Grund wurde ja die Piratenpartei gegründet, weil die bisherigen Parteien eben keine auch nur halbwegs vernünftigen Lösungen zustandebrachten, bzw. weil die bisherigen Parteien ausser "mehr Zensur, mehr Überwachung" nichts vorgeschlagen hatten.
Wenn man's zuspitzen will, ja. Es könnte durchaus passieren, dass ich Opfer eines online-shitstorms werde, auch wenn ich selbst noch nicht mal einen Computer besitze - wenn ich nur das Pech hatte, mal zur falschen Zeit am falschen Ort ein falsches oder ungeschicktes Wort zu sagen, dabei gefilmt wurde (Überwachungskameras und Touris mit Kameras etc gibts ja mehr als genug), und das trifft grad den Nerv des Zeitgeists und führt zu Warhols Viertelstunde Ruhm. Dies zu 100% zu vermeiden geht tatsächlich nur auf der einsamen Insel. Und auch dort nur unter dem Strohdach meiner Hütte, weil es könnte ja ein Satellit über mir Luftaufnahmen machen.Mit Datenkrake oder ohne Strom zu leben - das sind die einzigen Alternativen, die du siehst?
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also bleibt nichts übrig, als mich mit Datenkraken, Überwachungskameras, elektronischen Abonnements und Tickets, Ortung des Handys, Bank- und Kundenkarten und deren Datensammlungen etc zu arrangieren. das heisst damit zu leben. das heisst, eine Wahl zu treffen, wem gebe ich welche Daten von mir, wem nicht? Wie/wo bewahre ich meine eigenen Daten auf? social media sind da nur ein Problem von vielen, und meiner Auffassung nach nicht unbedingt das drängendste.
nein, ich sehe kein Zwischending zwischen "einsamer Insel" und "sich arrangieren". alle, die in Europa leben und das nicht grad in einer Höhle im Wald, müssen sich arrangieren, weil diese ganzen digitalen Datensammlungen eben real und vorhanden sind und auch nicht weggehen werden. Die Uhr lässt sich nicht zurück drehen.
grüsse, barbara
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02.06.2012, 11:20Inaktiver User
AW: Bürgerrechte im Internet
Der Piratenpartei gebührt der Verdienst auf gewisse Themen und Problematiken aufmerksam gemacht zu haben. Zur Lösung wird sie aber wenig beitragen, denn die Interessen der Piraten gehen m.E. häufig in die falsche Richtung.
Während sie angeblich internetkritisch sind, werfen sie sich zugleich mit großer Begeisterung in die sozialen Netzwerke und machen sie zum Basisinstrument ihrer Partei. Den Piraten traue ich daher nicht zu datensensitive und datenschutzsensitive Politik zu machen.
Aus Piratenkreisen heißt es sogar, man wolle dahin kommen Abstimmungen und Wahlen per Internet durchführen zu lassen. Wegen der unendlichen Manipulationsmöglichkeiten gibt es m.E. wenig, was noch dümmer wäre.
Das ist teils Quatsch, teils reiner Opportunismus.Wenn man's zuspitzen will, ja. (...) nein, ich sehe kein Zwischending zwischen "einsamer Insel" und "sich arrangieren". alle, die in Europa leben und das nicht grad in einer Höhle im Wald, müssen sich arrangieren(...)Geändert von Inaktiver User (02.06.2012 um 11:28 Uhr)
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02.06.2012, 14:33
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02.06.2012, 17:24
AW: Bürgerrechte im Internet
nein, sind sie nicht.
die Piraten haben eigene Hardware und auch viel eigene Software. und das gerade aus Gründen der Sicherheit.
Ich nehme an, du machst also kein Onlinebanking?Aus Piratenkreisen heißt es sogar, man wolle dahin kommen Abstimmungen und Wahlen per Internet durchführen zu lassen. Wegen der unendlichen Manipulationsmöglichkeiten gibt es m.E. wenig, was noch dümmer wäre.
allerdings gehe ich davon aus, dass es durchaus möglich ist, auch per Internet eine Manipulationssicherheit zu schaffen, die jener von Papierabstimmungen gleichkommt.
grüsse, barbara



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