Nein, das ist z.B. ein ganz anderes Beispiel als Sarah Kuttner. Und ich hoffe es zwingt unseren Journalismus wieder dazu nicht den Quoten zu folgen und im Sekundentakt Neuigkeiten zu veröffentlichen, sondern wieder zu recherchieren und einen Gang runter zu schalten.
Allerdings sitzen die Verantwortlichen, die du suchst nicht in Twitter, sondern bei den Medien.
Stimmt, dank haarsträubender Netzpolitik Inkl. Vorratsdatenspeicherung (für die Sicherheit) ist das wirklich so.
Das Netz vergißt nichts.
Und auch Du oder ich sind nicht davor gefeit, das irgendwer unser Gesicht auf eine Pornoszene montiert und das im Netz verbreitet. GGf. noch mit Telefonnummer und den Hinweis "heißer Kontakte erwünscht".
Oder auch sonstwie, harmlos.
ICH stelle keinerlei Fotos von mir ins Netz ..... Was den Neffen meines Mannes aber nicht hinderte, Biergartenfotos von uns in sein FB Profil zu posten (KURZ, da gabs nämlich umgehend einen Anschiss).
Erklär mir doch bitte den Unterschied zu der Möglichkeit, damals auf den Markplatz zu gehen und zu behaupten du hättest Ehebruch begangen?
Wie oft passiert das wovor du Angst hast?
Und wie viele hier haben sich wirklich informiert, bevor sie ihren Kids erlaubt haben Facebook zu benutzen?
Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 52
Thema: Bürgerrechte im Internet
-
29.05.2012, 09:17Inaktiver User
AW: Bürgerrechte im Internet
Geändert von Inaktiver User (29.05.2012 um 09:20 Uhr)
-
29.05.2012, 09:47Inaktiver User
-
29.05.2012, 09:58Inaktiver User
AW: Bürgerrechte im Internet
Du kannst im Grunde die Daten entfernen lassen.
Denn deine und meine Ausmaße werden wohl nicht die von Sarah Kuttner erreichen.
Die Relation ist jedoch auch verschoben: je mehr Leute und Information es gibt, desto mehr "Info"- Müll gibt es auch. Der Fall Sarah Kuttner z.B. obwohl eine recht neuer Fall mit dem Shitstorm...erst auf Seite 2 der Google suche erscheint ein Artikel, der den Vorfall erwähnt.
In 5 Jahren erwähnt es Seite 160 auf Google, dass da vor Jahren mal so ein Vorfall war. In der Masse der Informationen wird das beiläufig.
-
29.05.2012, 11:00Inaktiver User
AW: Bürgerrechte im Internet
Der Shitstorm gegen Sarah Kuttner ist nur ein Beispiel.
Der Aufruf zum Lynchmord ist ein zweites Beispiel.
Und ich möchte ein aktuelles weiteres hinzufügen: nämlich die Giftmüllentsorgung aus Bhopal, das einige Leute offensichtlich dazu veranlasst in allen erdenklichen Foren eine Kampagne loszutreten, und zwar ohne sich mit den Gegenargumenten auch nur ansatzweise "aufzuhalten" .
Diese Aussage impliziert, dass bei korrekter Meldung der Lynchaufruf in Ordnung gewesen wäre.Und ich hoffe es zwingt unseren Journalismus wieder dazu nicht den Quoten zu folgen und im Sekundentakt Neuigkeiten zu veröffentlichen, sondern wieder zu recherchieren und einen Gang runter zu schalten.
Allerdings sitzen die Verantwortlichen, die du suchst nicht in Twitter, sondern bei den Medien.
Eine solche Auffassung widerspräche aber jeder Rechtsstaatlichkeit.
Es ist keineswegs der Vorratsdatenspeicherung zu verdanken, dass das Internet "nichts vergisst".Stimmt, dank haarsträubender Netzpolitik Inkl. Vorratsdatenspeicherung (für die Sicherheit) ist das wirklich so.
Auch Facebook bemüht sich z.B. nichts zu vergessen und speichert Inhalte noch nach Austreten seiner "Mitglieder".
Vier Unterschiede:Erklär mir doch bitte den Unterschied zu der Möglichkeit, damals auf den Markplatz zu gehen und zu behaupten du hättest Ehebruch begangen?
Erstens wurde Kuttner nicht Ehebruch vorgeworfen (strafrechtlich nicht relevant, gilt heutzutage nicht einmal als moralisch verwerflich), sondern Rassismus (strafbar, verwerflich). Zweitens wurde Kuttner nicht etwa ein sachlicher Vorwurf gemacht, sondern sie wurde beleidigt. Dennoch hat sie drittens keine Möglichkeit dagegen juristisch vorzugehen - was im Falle des Marktschreiers der Fall wäre, und das sogar, obwohl viertens der Marktschreier von einer wesentlich geringeren Anzahl an Personen gehört würde, also weniger Schaden anrichten kann als Multiplikatoren im Internet es vermögen und (siehe Giftmüll Bhopal) sogar ausdrücklich anstreben..
.Geändert von Inaktiver User (29.05.2012 um 15:20 Uhr)
-
29.05.2012, 11:49Inaktiver User
AW: Bürgerrechte im Internet
Du meinst, die Twitterer sind nicht verantwortlich für das, was sie schreiben? Die Facebook-Poster sind nicht verantwortlich für ihre Äußerungen?
Die Medien sollen nicht berichten, wenn die Polizei bei hellem Tageslicht einen jungen Mann in Handschellen abführt? Das soll unter einem Deckmäntelchen gehalten werden? Welchem Deckmäntelchen?
Mich findet man übrigens auch über Facebook - obwohl ich mich dort nie registriert habe. Wollte ich etwas davorn entfernen, müsste ich mich erst einmal registrieren. Super, oder?
Lorelei hat es richtig gemacht. Sie hat ihren Neffen gebeten, die Fotos zu entfernen. Was hätte sie tun können, wenn der Neffe sich geweigert hätte? Richtig: sich bei Facebook registrieren.
-
29.05.2012, 11:59
AW: Bürgerrechte im Internet
Die Frage wäre doch jetzt, was man aus dieser banalen Erkenntnis macht. Man wird das Rad kaum zurückdrehen können und bestimmte Leute wird man auch nicht davon abhalten, irgendwelchen Schwachsinn zu verbreiten. Und strafbare Äußerungen oder Handlungen sind auch im Netz verboten und werden verfolgt. Wie man ja an dem Lynchaufruf gut sehen konnte.
-
29.05.2012, 12:06Inaktiver User
AW: Bürgerrechte im Internet
An dieser Erkenntnis ist noch lange nichts banal.
Leider.
Vielmehr sind wir offenbar noch immer an dem Punkt an die Internetnutzer und Vor-Apple-Shops-Schlangestehern appellieren zu müssen sich Rechenschaft darüber abzulegen, was das ist, was sie so bereitwillig mitmachen, und was für eine schizophrene Einstellung sie haben, wenn sie all das (Datensammlung durch Unternehmen, Internet-Kampagnen) in Ordnung finden, aber glauben, den Staat (auch den demokratischen Rechtstaat) ent-machten zu müssen.
.Geändert von Inaktiver User (29.05.2012 um 12:11 Uhr)
-
29.05.2012, 12:20
-
29.05.2012, 12:20Inaktiver User
AW: Bürgerrechte im Internet
Also, zum einen ist "Rassismus" zwar verwerflich, aber nicht per se strafbar, da müsstest du schon ein wenig genauer werden.
Und warum hat sie keine Möglichkeit, dagegen juristisch vorzugehen? ... Ach ja, weil die Behörden keinen Zugriff auf die Daten der anonymen Schreihälse haben. Na, das wäre doch mal wieder ein Argument für mehr Überwachung im Netz
-
29.05.2012, 12:26



).
Zitieren
