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    AW: Betreuungsgeld

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    (Noch ein) Vorschlag für "mehr Verteilungsgerechtigkeit":

    Für diejenigen, die Bücher lesen wollen, gibt es öffentliche Bibliotheken, die von der Allgemeinheit finanziert werden und die für alle Bürger zu minimalen Gebühren zugänglich sind.

    Wer aber keine öffentliche Bibliothek nutzen möchte, weil er mit Büchern nichts anfangen kann, sollte von der Stadt finanzierte Gutscheine für den Besuch von Freizeitparks und Kinos bekommen.

    Die Finanzierung ist trotz angespannter öffentlicher Haushaltslage auch kein Problem: die hierfür nötigen Gelder ziehen wir einfach vom Budget der Bibliotheken ab.

    *ironie*
    .
    Nun ja, während Lesen, was ich ja selbst auch sehr gerne tue, ein zugegebenermaßen enorm bildendes Freizeitvergnügen sein kann, ebenso wie Freizeitparks zu besuchen ;-) , ist Kindererziehung schon was anderes, da sind wir uns doch sicher einig? Der Vergleich hinkt also ein wenig, meinst Du nicht auch?

    Achso: *gacker* *gacker* hatte ich noch vergessen ...
    "Sie können gerne ihr Toilettenpapier dreimal wenden. Es hilft aber nichts, solange die Inder mehrheitlich in den Bach scheißen." RG

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    AW: Betreuungsgeld

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber der CSU geht die Freiheit der Eltern offenbar über die Chancen der Kinder. Finde ich eine ungute Entwicklung.
    Ich möchte nochmal auf den Absatz eingehen.

    Was schlägst Du denn vor? Zwangsbetreuung ab einem Jahr, ab einem halben Jahr? Das hielte ich für eine ungute Entwicklung. Mag auch daran liegen, dass ich in der DDR aufgewachsen bin. Wer nicht eine Großmutter hatte, die einen betreute oder man in der glücklichen Lage war, einen Heimarbeitsplatz zu ergattern, für den hieß es nach 12 Wochen ab in die Krippe. Und die Eltern waren darüber keineswegs glücklich, wenn man sie heute fragt, war es Stress pur, den man auf sich nahm, weil man das Geld benötigte, nicht etwa, weil es für die Frauen ein Bedürfnis war zu arbeiten, wie es nach außen hin gerne dargestellt wurde. Ich kann mich noch gut an die Kleinen erinnern, die morgens um 05:30 kreischend oder ningelnd mit Bussen zur Krippe transportiert wurden. Amüsiert sahen da weder die Eltern noch die Kinder aus.

    Es gab ja auch Wochenkrippen. Da konnte man sein Kind Montag Morgen abgeben und Freitag Abend wieder abholen. Wäre doch auch eine Maßnahem für die Fernsehparker-Eltern, was?
    "Sie können gerne ihr Toilettenpapier dreimal wenden. Es hilft aber nichts, solange die Inder mehrheitlich in den Bach scheißen." RG

  3. Inaktiver User

    AW: Betreuungsgeld

    Für Dich, Streuner!


  4. Inaktiver User

    AW: Betreuungsgeld

    Zitat Zitat von knallprijcen Beitrag anzeigen
    Nun ja, während Lesen, was ich ja selbst auch sehr gerne tue, ein zugegebenermaßen enorm bildendes Freizeitvergnügen sein kann, ebenso wie Freizeitparks zu besuchen ;-) , ist Kindererziehung schon was anderes, da sind wir uns doch sicher einig? Der Vergleich hinkt also ein wenig, meinst Du nicht auch?
    FInde ich nicht. Eigentlich ist es genau das gleiche:
    Es geht darum, ob Bürger dafür bezahlt werden sollen Leistungen nicht in Anspruch zu nehmen, seien es nun Kinderkrippen oder öffentliche Bibliotheken.

    Es ist Sache jeder einzelnen Familie, wie sie Kindeserziehung und -betreuung organisiert. Entweder zu Hause oder in einer öffentlichen Einrichtung oder mit Hilfe von au-pair und Tagesmutter. Ich mag mich da gar nicht einmischen.

    Die Forderung, für die Nichtinanspruchnahme einer staatlichen Leistung finanziell entschädigt zu werden, finde ich aber grundsätzlich absurd.
    Wenn damit noch nicht einmal Auflagen verbunden sind, dann wird offensichtlich, dass es sich um nichts anderes als um ein Wahlgeschenk für bayerische CSU-Wähler handelt.
    Seehofer wehrt sich ja sogar dagegen, dass das Betreuungsgeld an die Pflicht gekoppelt sein soll das Kind regelmäßig zum Arzt zu bringen. Die Sorge um das Kindeswohl trieft ihm also nicht gerade aus den Knopflöchern.
    Geändert von Inaktiver User (02.05.2012 um 14:50 Uhr)

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    AW: Betreuungsgeld

    Zitat Zitat von knallprijcen Beitrag anzeigen
    Dann hatte ich oder viel mehr wir das Glück, wenig genug zu verdienen und in einem Bundesland zu wohnen, welches das EZ bis 2,5 Jahren gezahlt hat. Auch schön.
    Das "Glück" bezog sich einzig und allein auf das Bundesland, nicht auf den geringen Verdienst. Mir ging es nur darum aufzuzeigen, dass auch früher es weiß Gott für den größten Teil der Familien nicht selbstverständlich war, 2,5 Jahre Geld zu beziehen. Auch heute kann man das Elterngeld auf 24 Monate splitten lassen, wenn der Verdienst vorher einigermaßen in Ordnung war (dafür muss man kein Großverdiener sein), dann steht die Familie nicht schlechter als mit dem Erziehungsgeld. Landeserziehungsgeld gibt auch immer noch. Ob die Situation einer Familie tatsächlich heute besser oder schlechter ist als zu Zeiten der Erziehungsgeldregelung, kommt also immer auf den individuellen Fall an. Pauschal kann man jedenfalls nicht sagen, dass früher die finanzielle Unterstützung besser und einfacher zu haben war.
    Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan

    Und wenn der Wind mal von vorne kommt - leicht nach vorne beugen und einfach weitergehen - S.B.

  6. Inaktiver User

    AW: Betreuungsgeld

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich betreibe keine Wortklauberei, Test und Beobachtung sind völlig unterschiedliche Verfahren und ihre Aussagekraft ist auch total unterschiedlich.
    Und was die Beobachtung betrifft: Natürlich ist sie immer dann subjektiv,wenn sie wertend eingesetzt wird.
    Und wenn du der Dokumentation nicht zustimmst, dann wird sie eben nicht gemacht. Erspart der Erzieherin vermutlich eine Menge Arbeit.
    Wenns man so wäre.
    Ich hab den Eindruck, die beochachten sehr gerne.

    Ist doch wichtig, zeugt von Kompetenz.
    Ringelreihe ist den Erziehern zu langweilig, den Kindern nie. Kinder mögen Wiederholungen, Gruppenerlebnisse und Matsch und Eierpampe.

    Mal im Ernst, diese neuen Bildungsdokumentationspraktiken verändern für meinen Geschmack das Klima.

    Im Kita-Vertrag steht bestimmt unter Kleingedrucktes was zu Dokumentationen.
    Und wer das nicht will muss ausdrücklich widersprechen.

    Wahrscheinlich sind diese Eltern dann so bildungsfern ein tolles Angebot weder wahrzunehmen noch zu schätzen...

  7. Moderation

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    AW: Betreuungsgeld

    Zitat Zitat von knallprijcen Beitrag anzeigen
    Und die Eltern waren darüber keineswegs glücklich, wenn man sie heute fragt, war es Stress pur, den man auf sich nahm, weil man das Geld benötigte, nicht etwa, weil es für die Frauen ein Bedürfnis war zu arbeiten, wie es nach außen hin gerne dargestellt wurde.
    Und glaubst du ernsthaft, dass die 100 EUR oder 150 EUR die leere Haushaltskasse so füllen, dass diejenige, die arbeiten geht, weil sie das Geld braucht, deshalb zu Hause bleiben kann?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Seehofer wehrt sich ja sogar dagegen, dass das Betreuungsgeld an die Pflicht gekoppelt sein soll das Kind regelmäßig zum Arzt zu bringen. Die Sorge um das Kindeswohl trieft ihm also nicht gerade aus den Knopflöchern.
    Und das obwohl das Landeserziehungsgeld bzw. die Auszahlung sehr wohl an diese Verpflichtung gekoppelt war.
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
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  8. Inaktiver User

    AW: Betreuungsgeld

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Dass die, die für das Betreuungsgeld sind, gegen die Kitas wettern und bestimmte Vorgehensweisen für ungut halten, kann ich verstehen, ist aber im Bezug auf das Betreuungsgeld irrelevant.

    Für mich ist es eine Tatsache, dass das Betreuungsgeld (Koalitionsvertrag hin oder her) strukturelle Gewalt gegen Frauen ist.

    Durch die geringe Summe wird sich das Betreuungsgeld nur für die gut situierten Frauen ein Bonbon sein.

    Eltern, die HartzIV berechtig sind fallen nun raus. Wieso eigentlich? Was macht diese Menschen weniger Wert, dass sie kein Anrecht auf Betreuungsgeld ohne Einkommenseinbuße haben? (Betreuungsgeld soll als Einkommen, wie das Kindergeld auf HartzIV angerechnet werden. Damit kann im Bereich ergänzende Leistungen, die Statistik der HartzIV Bezieher geschönt werden).

    Ich glaube es gibt kaum einen Mann, der das Betreuungsgeld für sich als Anlass nimmt zuhause zu bleiben, wo schon die zwei Monate Elternzeit so wenig genutzt werden.

    Im Unterhaltsrecht hat sich seit einigen Jahren was verändert: der Ehegattenunterhalt, wie er früher üblich war, fällt weg. Das heißt, dass Frauen - und die sind es ja, die hauptsächlich zuhause bleiben - benachteiligt sind. Denn obwohl sie die ganze Zeit die so hochgelobte Hausarbeit und Kindererziehung geleistet haben, werden sie im Bereich Ehegattenunterhalt hier nicht wertgeschätzt. Sondern werden dann sich selbst und HartzIV überlassen. Die Chance auf einen Job, im Falle einer Trennung, mit dem Frau dann sich ernähren kann und ggfs. die Kinder, sind je länger sie dem Arbeitsmarkt fernbleiben geringer.
    Ich weiß es gibt Ausnahmen. Bei diesen Einzelfällen kann ich nur sagen: Glück gehabt - mit dem Arbeitgeber, der die Fähigkeiten zu schätzen weiß und mit dem Umstand Alleinerziehende umgehen kann.


    Doch die gesellschaftliche Struktur ist nicht flexibel genug, um auf die Bedürfnisse dieser Frauen einzugehen. Die Gesellschaft ist auch nicht flexibel genug, um auf die Bedürfnisse von Familien einzugehen. Ich habe drei Freundinnen, die aufgrund ihrer Ausbildung im oberen Management tätig waren. Durch ihre Schwangerschaften, der Elternzeit und dem Wunsch nach Teilzeit sind alle die Karriereleiter nach unten gerutscht. Was hier ärgert, ist der Grund dafür: Familiengründung.
    Und das ist etwas, dass darf so heute einfach nicht mehr sein. Deshalb muss da was geändert werden und nicht dafür gesorgt werden, dass Frauen zurück an den Herd geschickt werden.


    Auch wenn ich jetzt von Frauen gesprochen habe, will ich die Männer die Familienarbeit leisten nicht ausschließen, die sollen sich einfach auch angesprochen fühlen.
    Wenn du dich da mal nicht irrst Xanidae.

    Ich bin weiß gott kein glühender Verfechter der Herdprämie - aber eine für gute Unterbringung von Kindern.
    Schon immer gewesen.

    Wegen der Herdprämie müssen nun weiß Gott nicht die Frauen an den Herd, es hat auch keine Signalwirkung.
    So blöd ist wirklich keiner.

    Familie wird immer was in Richtung Risiko und Unplanbarkeit sein.

    Eine unterbrochene Karriere ist nicht unbedingt eine auf alle Zeit gescheiterte.

  9. VIP

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    AW: Betreuungsgeld

    Wegen der Herdprämie müssen nun weiß Gott nicht die Frauen an den Herd, es hat auch keine Signalwirkung.
    So blöd ist wirklich keiner.

    Wenn du dich da mal nicht irrst:
    Die Ministerin bemüht sich, den Streit in der Union um das Betreuungsgeld für Mütter, die ihre Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr nicht in eine Kita geben, zu entschärfen.
    Quelle

    Wie hoch ist wohl die Signalwirkung für Männer? Die fühlen sich doch dabei gar nicht angesprochen.



    Familie wird immer was in Richtung Risiko und Unplanbarkeit sein.
    Das ist richtig. Es dauerte ein Jahr, bis unser Antrag auf Erziehungsgeld bearbeitet wurde. Gut, dass wir dieses Geld nicht eingeplant hatten. Sondern uns für Eigenfinanzierung entschieden haben.

    Hier Auszüge aus einem Artikel, der mir aus der Seele spricht:
    All das mag rechtlich begründbar sein. Aber es ist eine Investition an falscher Stelle und ein armseliges Signal: Es geht der Familienpolitik offensichtlich nicht grundsätzlich darum, Paare zur Familiengründung zu ermuntern, Eltern zu unterstützen und so die Gesellschaft am Leben zu erhalten. Sondern es geht ihr vorrangig um die Förderung der Gut- und Besserverdiener. Die sind ja auch die Einzigen, die freiwillig auf die Idee kommen können, dass ein Elternteil bei den Kindern zu Hause bleibt. Allein ihnen winkt nun das Betreuungsgeld. Denn die Geringverdiener, etwa die Verkäuferin und der Fliesenleger, haben nicht die Wahl, ob sie für 150 Euro daheim bleiben oder nicht. Sie müssen beide arbeiten, weil sie auf keinen Euro verzichten können; sie müssen froh sein, wenn sie ihren Arbeitsplatz behalten; sie müssen zwei Jobs und Familienleben vereinbaren.
    Der Erfolg der deutschen Wirtschaft baut zunehmend auf Kreativität, Innovationen und jene Überstunden, welche gerade die Qualifizierten leisten. An diesem Dilemma kann auch der Kita-Ausbau nur wenig ändern. Jedenfalls legen das die Beispiele Schweden oder Frankreich nahe: Dort funktioniert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf angeblich so viel besser als in Deutschland, aber dort sind Wochenarbeitszeit und Produktivität pro Kopf geringer.
    Gebt uns Zeit, nicht Geld

    Wer sagt denn, dass das Betreuungsgeld nicht einen Überstundenanstieg bei den arbeitenden Ehepartnern verursacht oder die Annahme eines Zweitjobs, weil das Geld fehlt?
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

  10. Inaktiver User

    AW: Betreuungsgeld

    Xanidae,
    meine Güte.
    Es gibt soo viele Menschen die ganz anders rechnen als du hier beschreibst.

    Oder auch mal auf was verzichten.

    Im Laufe meines Ehe-Familienlebens sind mir so viele Frauen begegnet die mir ungefragt um die Ohren hauten, dass sie auf keinen Fall so leben könnten oder oder wollten wie ich.
    Weil sie sich nicht einschränken wollen.

    Das haben die aber tunlichst vergessen wenn sie später jammern, keine Kinder oder manchmal noch nicht mal ne Beziehung zu haben.

    Wer kriegt schon für oder wegen der Familienpolitik ein Kind?
    Das sind vorgeschobene Gründe von Menschen die eh keine Kinder wollen.

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