Dass die, die für das Betreuungsgeld sind, gegen die Kitas wettern und bestimmte Vorgehensweisen für ungut halten, kann ich verstehen, ist aber im Bezug auf das Betreuungsgeld irrelevant.
Für mich ist es eine Tatsache, dass das Betreuungsgeld (Koalitionsvertrag hin oder her) strukturelle Gewalt gegen Frauen ist.
Durch die geringe Summe wird sich das Betreuungsgeld nur für die gut situierten Frauen ein Bonbon sein.
Eltern, die HartzIV berechtig sind fallen nun raus. Wieso eigentlich? Was macht diese Menschen weniger Wert, dass sie kein Anrecht auf Betreuungsgeld ohne Einkommenseinbuße haben? (Betreuungsgeld soll als Einkommen, wie das Kindergeld auf HartzIV angerechnet werden. Damit kann im Bereich ergänzende Leistungen, die Statistik der HartzIV Bezieher geschönt werden).
Ich glaube es gibt kaum einen Mann, der das Betreuungsgeld für sich als Anlass nimmt zuhause zu bleiben, wo schon die zwei Monate Elternzeit so wenig genutzt werden.
Im Unterhaltsrecht hat sich seit einigen Jahren was verändert: der Ehegattenunterhalt, wie er früher üblich war, fällt weg. Das heißt, dass Frauen - und die sind es ja, die hauptsächlich zuhause bleiben - benachteiligt sind. Denn obwohl sie die ganze Zeit die so hochgelobte Hausarbeit und Kindererziehung geleistet haben, werden sie im Bereich Ehegattenunterhalt hier nicht wertgeschätzt. Sondern werden dann sich selbst und HartzIV überlassen. Die Chance auf einen Job, im Falle einer Trennung, mit dem Frau dann sich ernähren kann und ggfs. die Kinder, sind je länger sie dem Arbeitsmarkt fernbleiben geringer.
Ich weiß es gibt Ausnahmen. Bei diesen Einzelfällen kann ich nur sagen: Glück gehabt - mit dem Arbeitgeber, der die Fähigkeiten zu schätzen weiß und mit dem Umstand Alleinerziehende umgehen kann.
Doch die gesellschaftliche Struktur ist nicht flexibel genug, um auf die Bedürfnisse dieser Frauen einzugehen. Die Gesellschaft ist auch nicht flexibel genug, um auf die Bedürfnisse von Familien einzugehen. Ich habe drei Freundinnen, die aufgrund ihrer Ausbildung im oberen Management tätig waren. Durch ihre Schwangerschaften, der Elternzeit und dem Wunsch nach Teilzeit sind alle die Karriereleiter nach unten gerutscht. Was hier ärgert, ist der Grund dafür: Familiengründung.
Und das ist etwas, dass darf so heute einfach nicht mehr sein. Deshalb muss da was geändert werden und nicht dafür gesorgt werden, dass Frauen zurück an den Herd geschickt werden.
Auch wenn ich jetzt von Frauen gesprochen habe, will ich die Männer die Familienarbeit leisten nicht ausschließen, die sollen sich einfach auch angesprochen fühlen.
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Thema: Betreuungsgeld
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02.05.2012, 09:09
AW: Betreuungsgeld
Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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02.05.2012, 09:21Inaktiver User
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02.05.2012, 10:15
AW: Betreuungsgeld
Nunja, wie ich ja schon schrieb - auch eine Weile her - wurde noch vor wenigen Jahren klaglos für 2,5 Jahre Erziehungsgeld gezahlt. Jetzt echauffiert man sich wegen 100 € und ein paar Zerquetschten. Die Lebensplanung der anderen Seite wird ja ebenso akteptiert und von der Allgemeinheit finanziert, wie so vieles andere auch.
Davon abgesehen, hat man ja in dem Strang gelesen, welche Akzeptanz das Betreuen von Kindern zu Hause hat. Wohl bemerkt, es geht mir um Kinder bis max. 3 Jahre. Da habe ich von "vor dem Fernseher parken" und Einiges mehr gelesen.
Es geht mir noch nicht mal so sehr darum, ob das Betreuungsgeld nun tatsächlich gezahlt wird oder nicht, ich hätte nichts dagegen, obwohl ich es ja selbst auch mit finanziere, da ich seit mittlerweile 9 Jahren wieder in Vollzeit (40 Stunden) arbeite ...
, es geht mir einfach darum, dass hier ein Bild propagiert wird, dass der sofortige Wiederantritt der Arbeitsstelle (spätestens nach einem Jahr nach Geburt des Kindes) das non plus ultra wäre, obwohl es das, wenn man die Realität betrachtet eben nicht ist.
Wer sich einbildet, man holt ein KLeinkind täglich um 17:00 Uhr aus der Kita und verbringt dann noch quietschvergnügt eine Stunde Qualitätszeit, bevor das Kind dann schon wieder ins Bett muss, der hat sich geschnitten. Ab und an mag das klappen, aber meistens sind dann Mutter und/oder Vater und Kind quengelig, weil alle einen anstrengenden Tag hinter sich haben, die Eltern, die mit lauter Lust und Freude nach einem erfüllten Arbeitstag nach Hause schweben und deren Kinder immer pädagogisch wertvoll in der Kita betreut werden, wo auch die Erzieher immer die gleichen sind und nicht etwa alle 3 Stunden die Schicht wechselt und so weiter, klammere ich natürlich aus.Geändert von knallprijcen (02.05.2012 um 10:39 Uhr)
"Sie können gerne ihr Toilettenpapier dreimal wenden. Es hilft aber nichts, solange die Inder mehrheitlich in den Bach scheißen." RG
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02.05.2012, 10:19Inaktiver User
AW: Betreuungsgeld
Es ist nun mal ein echtes Problem, dass sehr viele Kinder "geparkt" werden und keine anständige Erziehung bekommen. Aus diesem Grund wird ja immer wieder eine "Fremdbetreuungspflicht" angedacht, damit auch diese Kinder eine Chance im Leben haben. Es nutzt ja nichts, so zu tun, als wäre das nur Propaganda.
Aber der CSU geht die Freiheit der Eltern offenbar über die Chancen der Kinder. Finde ich eine ungute Entwicklung.
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02.05.2012, 10:58Inaktiver User
AW: Betreuungsgeld
(Noch ein) Vorschlag für "mehr Verteilungsgerechtigkeit":
Für diejenigen, die Bücher lesen wollen, gibt es öffentliche Bibliotheken, die von der Allgemeinheit finanziert werden und die für alle Bürger zu minimalen Gebühren zugänglich sind.
Wer aber keine öffentliche Bibliothek nutzen möchte, weil er mit Büchern nichts anfangen kann, sollte von der Stadt finanzierte Gutscheine für den Besuch von Freizeitparks und Kinos bekommen.
Die Finanzierung ist trotz angespannter öffentlicher Haushaltslage auch kein Problem: die hierfür nötigen Gelder ziehen wir einfach vom Budget der Bibliotheken ab.
*ironie*
.Geändert von Inaktiver User (02.05.2012 um 11:10 Uhr)
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02.05.2012, 11:07Inaktiver User
AW: Betreuungsgeld
*gacker*
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02.05.2012, 12:35Inaktiver User
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02.05.2012, 12:56
AW: Betreuungsgeld
Das ist ja so auch nicht ganz richtig. Das Erziehungsgeld war an Einkommensgrenzen gebunden, die nach den ersten sechs Monaten Bezugszeitraum so niedrig waren, dass selbst Normalverdiener dies nicht mehr bekamen. Meines Wissens (und auch lt. Wikipedia) gab es das Erziehungsgeld auch nur für einen Zeitraum von maximal 24 Monaten, es sei denn, man hatte das Glück, in einem Bundesland zu leben, das im Anschluss noch Landeserziehungsgeld zahlte.
Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan
Und wenn der Wind mal von vorne kommt - leicht nach vorne beugen und einfach weitergehen - S.B.
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02.05.2012, 13:45
AW: Betreuungsgeld
"Sie können gerne ihr Toilettenpapier dreimal wenden. Es hilft aber nichts, solange die Inder mehrheitlich in den Bach scheißen." RG
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02.05.2012, 13:49
AW: Betreuungsgeld
Nun, ich schrieb ja schon, dass ich absolut nicht gegen eine Kindergartenpflicht ab 3 Jahren einzuwenden habe. Ab einem Jahr fände ich das fatal.
Dass es Problemfamilien gibt, steht außer Frage. Dass dies meistens die HartzIV-Empfänger sind, die das Betreuungsgeld eh auf ihren Bezug angerechnet bekämen auch. Sie hätten also nichts davon."Sie können gerne ihr Toilettenpapier dreimal wenden. Es hilft aber nichts, solange die Inder mehrheitlich in den Bach scheißen." RG


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