Wo hast du denn den Unsinn her?
Eltern sind dann zwar nicht mehr die einzigen Bezugspersonen, das bedeutet aber nicht, dass sie nicht fpr das Kind die wichtigsten sind.
Dass das Kind dadurch, dass es den Kindergarten besucht, mehrere Bezugspersonen hat, ist vielmehr eine Chance, kein Verlust. Die Eltern als "einizige" Bezugspersonen ist eine Erfindung der Neuzeit, mehr nicht.
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Thema: Betreuungsgeld
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27.04.2012, 14:34Inaktiver User
AW: Betreuungsgeld
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27.04.2012, 14:54
AW: Betreuungsgeld
Nun, es ist per se absolut nichts Schlimmes daran, arbeiten zu gehen. Habe ich auch nirgendwo behauptet. Im Gegenteil, ich verdiene gerne mein eigenes Geld, auch wenn es wenig ist. Ich beanspruche lediglich von der Allgemeinheit, dass ich mir nach Geburt meines Kindes mindestens 2 Jahre Erziehungszeit nehmen kann, wenn ich das möchte. Das ging jahrelang, ohne dass ein großartiger Aufriss gemacht wurde. Es ist einfach schön, diese Zeit zu Hause und in Ruhe mit den Kleinkindern verbringen zu können, eine Zeit, die nur allzu schnell und unwiederbringlich vorbei ist. Später sind sie selbständiger und wollen gar nicht immer von den Eltern umsorgt werden, da sind Kindergärten, Schulhorte u.s.w. eine tolle Sache.
Nun sieht es aber so aus, dass erwartet wird, dass man nach einem Jahr wieder arbeiten geht, die meisten voll, weil es die Arbeitgeber so wollen (habe den Fall selbst im Kollegenkreis, 2 kleine Kinder, Mama ging jeweils nach einem Jahr wieder arbeiten. Das ist verdammt stressig). Ich selbst bin auch nach einem Jahr wieder arbeiten gegangen und mein LG hat unser Kind ein weiteres Jahr zu Hause betreut. Damals gab es noch die Regelung, dass man 2,5 Jahre lang 307 € mntl. bekam. Heute bekommt man 65% des Nettoentgeldes. Wenn das bei ca. 1.100 € liegt oder darunter, bekommt man also, wenn man es auf die 2,5 Jahre aufteilt also weniger als vorher, nur mal so als Beispiel. Hinzu kommt, dass Kinderkrankentage schon vorhandener Kinder vom Netto abgezogen werden, weil das ja umlagefinanzierte Kassenleistungen sind (U2) die Summen also dann noch niedriger werden. Der Mindestsatz liegt wohl bei 300,00. Das bekommt man dann aber auch nur das eine Jahr, wenn ich richtig informiert bin. Es bleibt einem dann also nichts anderes übrig, wieder arbeiten zu gehen, wenn man ein niedriges Gehalt/Lohn hat und nicht auf HartzIV-Niveau sinken möchte und ich denke, keine der Schreiberinnen hier würde das ernsthaft in Erwägung ziehen. Die Grenzen nach oben liegen übrigens bei 1.800,00 mntl., das ist schon ein anderer Betrag, nicht wahr?"Sie können gerne ihr Toilettenpapier dreimal wenden. Es hilft aber nichts, solange die Inder mehrheitlich in den Bach scheißen." RG
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27.04.2012, 15:03
AW: Betreuungsgeld
Liebe Jofi, ich spürte den Unsinn am eigenen Leib. Für mein Kind war ich Nebensache, als ich nach einem Jahr wieder arbeiten ging und mein LG es weiter zu Hause betreute. Dem Kind tat das keinen Schaden, aber mir. Ich habe jeden abend geheult, weil ich meinem Kind einfach nicht wichtig war. Vätern geht es aber im umgekehrten Fall sicher ebenso. Ich kenne auch Eltern, die am Wochenende heulende Kinder zu Hause sitzen habe, weil die lieber in den Kindergarten möchten. Kann man alles sehen, wie man will. Ich möchte ein KLeines Kind, ich betone das nochmal ausdrücklich - ich rede hier nicht von 3,4 oder 5jährigen - lieber zu Hause betreuen wollen und auch die Möglichkeit haben und die Akzeptanz dafür beanspruchen. Jeder, der das anders handhaben möchte, kann das gerne tun.
Nachtrag: Im Übrigen möchte ich noch erwähnen, dass mein Kind, obwohl bis zu 2,5 Jahren zu Hause betreut, heute in der Grundschule immer wieder und ganz besonders ob seiner sozialen Kompetenz und Empathie bewundert und gelobt wird. Er wäre in dieser Beziehung seinen Klassenkameraden weit voraus. Ich möchte das gar nicht als unsere "Erziehungsleistung" hervor tun. Er ist einfach so. Man sieht also, dass Studien eben nicht einfach über alle stülpbar sind, zum Glück haben wir (noch) nicht alle eine Einheitsgröße.Geändert von knallprijcen (27.04.2012 um 15:24 Uhr)
"Sie können gerne ihr Toilettenpapier dreimal wenden. Es hilft aber nichts, solange die Inder mehrheitlich in den Bach scheißen." RG
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27.04.2012, 15:22Inaktiver User
AW: Betreuungsgeld
Bei einem Einkommen von 1100 € sind 65% = 715 €, davon die Hälfte (also für zwei Jahre gerechnet) 357,5 €. Das ist immer noch mehr als 307 €.
Also um was geht es dir denn jetzt:Für mein Kind war ich Nebensache, als ich nach einem Jahr wieder arbeiten ging und mein LG es weiter zu Hause betreute. Dem Kind tat das keinen Schaden, aber mir.
-um dich
-um dein Kind
-um das, was andere sagen?
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27.04.2012, 15:30
AW: Betreuungsgeld
Man bekam das Geld bei der vorherigen Regelung für 2,5 Jahre.
Es geht mir darum, dass individuelle Lebensplanungen akzeptiert und nicht verteufelt werden.
Eigentlich kanns mir auch wurscht sein, was andere sagen, mein Kind ist ja eh aus dem Alter raus, deshalb wird es mir jetzt auch zu müßig.
Ich würde mir unter den heutigen Bedingungen kein Kind mehr wünschen und vielen anderen geht es genauso.
Wenn man das nicht erkennen will, kann ich das auch nicht ändern."Sie können gerne ihr Toilettenpapier dreimal wenden. Es hilft aber nichts, solange die Inder mehrheitlich in den Bach scheißen." RG
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28.04.2012, 11:41Inaktiver User
AW: Betreuungsgeld
Das ist doch der springende Punkt: warum soll die Mutter(!) mit Betreuungsgeld ein Kleinkind in Vollzeit erziehen, der Vater geht Vollzeit außer Haus arbeiten ? Ich finde es bezeichnend, dass in der Diskussion um das Betreuungsgeld fast immer von den Müttern die Rede ist ! Das kann es wohl nicht sein.
Es ist höchste Zeit, Anreize zu schaffen, dass sich beide Elternteile um ein Kind kümmern können, dass zeitweise Teilzeit-Arbeit für Männer(!) und Frauen normal wird: Eltern betreuen beide ihr Kind und lassen sich teilweise helfen durch externe Betreuung. Eine Gutschrift erfolgt über Boni bei der Rentenrechnung bei Vater und Mutter.
Ich verstehe die Argumentation nicht, dass Frauen in die pöse Arbeitswelt "geschickt" werden sollen (den Männern mutet die Gesellschaft das dann offensichtlich zu oder wie ?). Ich bin gerne außer Haus berufstätig, es verschafft mir Anregungen, Freude und Bestätigung.
Wir werden zukünftig Transferleistungen in jeder Form nicht mehr in der bisherigen Höhe bereitstellen können. Da ist es unabdingbar, dass jede Person sich auch(!) außerhalb der eigenen Familie einbringt. Unser Sozialsystem arbeitet momentan nach dem Prinzip "Kumulierung von Ansprüchen". Das wird sich so nicht mehr lange halten können, wir sind verschuldet bis zur Halskrause, das vererben wir unseren Kindern.
Noch zu Zeiten meiner Eltern hat keiner in Vollzeit "erzogen": Hausarbeit war ein Knochenjob ohne Wasch-/Spülmaschine und Mikrowelle, ohne Fertiggerichte, Babynahrung im Glas, Pampers und Konservendosen. Frauen arbeiteten in der Landwirtschaft mit, Städterinnnen hatten oft irgendwo einen kleinen Garten, der zur Nahrungsmittelproduktion diente. Hausarbeit war eine Vollzeit-Beschäftigung. Die Kinder liefen mit, wurden "betreut" von Großeltern, älteren Geschwistern oder Verwandten/Nachbarn. Sind wir alle gestörte Persönlichkeiten ?
Gruß, ElliGeändert von Inaktiver User (28.04.2012 um 11:45 Uhr)
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28.04.2012, 13:40Inaktiver User
AW: Betreuungsgeld
Zu den Zeiten meiner Eltern waren viele Frauen alleinerziehend, weil die Männer im Krieg umgekommen waren. Die Witwenrente hat keineswegs allen gereicht, viele haben es vorgezogen berufstätig zu sein. Die Kinder wurden, wie Elli schreibt, z.B. von den Großeltern erzogen.
Ich habe übrigens nachgedacht, ob ich mich bei meinen Kindern "an zweiter Stelle sah". Ich bin sicher, das war nie der Fall - einfach deswegen nicht, weil das nicht zu meinen Denkkategorien gehörte.
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28.04.2012, 18:58Inaktiver User
AW: Betreuungsgeld
Was mich an der Diskussion stört ist: es geht nur noch um die Eltern.
Mal abgesehen davon, dass für 0-3jährige Kinder eine Fremdbetreuung Stress darstellt, ist es absolut intelligenzfördernd wenn es eben hauptsächlich von wenigen und immer gleichen Personen betreut wird.
Jeder weiß doch, wie anhänglich selbst Grundschulkinder noch sind .
Sie müssen ihre Lehrerin mögen können, sie wollen auch nicht andauernd eine andere.
Mal wieder zurück zu den ganz Kleinen. Die Fremdelphase ist eher was Gesundes, das Ausbleiben oder nicht statt finden ist ungesund.
Außerdem gibt es Kinder die so was wie "kindergartenunfähig" sind.
Gab es selbst zu DDR-Zeiten.
Die sind entweder permanent krank oder verkraften es einfach nicht den ganzen Tag in einer Gruppe mit vielen Kindern zu verbringen.
War eins meiner Kinder. Die ist weder ne Memme noch ein Schulversager geworden.
Mehrere Bezugspersonen muss auch nicht Hinz & Kunz bedeuten.
Mir kommt bei den ganzen Diskussionen das Wohl der Kinder, die gute Betreuung einfach zu kurz.
Gute Betreuung heißt in erster Linie: ganz kleiner Betreuungsschlüssel.
Der wird in der Regel beim Ausbau neuer Betreuungsplätze eher hoch geschraubt.
Gilt es nicht eher darum zu kämpfen?
Last but not least ist es ja doch für die meisten Mütter ein Bedürfnis erst mal ne Zeit mit ihrem Kind verbringen zu wollen - und zu dürfen.
Sogar ohne pädagogisch wertvoll sein zu müssen bzw. das so begründen zu müssen.
25 % der Väter nehmen von der Möglichkeit Gebrauch Elternzeit zu nehmen.
Soll man jetzt ne Quote einführen? Oder Männer unter Druck setzen?
Das erinnert mich an die Zeit als es fast zwingend war, dass die Väter im Kreißsaal dabei sind.
Einmal und nie wieder war meine Erfahrung. Und zwar deshalb weil es sehr anstrengend sein kann passiv stundenlang nur daneben zu stehen. Weil ich mich vom Personal besser betreut fühlte - und auch mehr gehen lassen konnte.
Es sollte das Wohl Aller im Mittelpunkt stehen - und nicht das Zelebrieren trendgemässer Elternschaft.
Außerdem war das Betreuungsgeld sowieso Vertragsbestandteil 2007. Anders hätte v.d.Leyen nicht den Ausbau der Kinderbetreuung und die Einführung des Elterngeldes durchbekommen.
Und an Verträge soll man sich halten finde ich.Geändert von Inaktiver User (28.04.2012 um 19:04 Uhr)
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28.04.2012, 21:21Inaktiver User
AW: Betreuungsgeld
Erstens stellt Fremdbetreuung nicht per se Stress dar und die zweite Behauptung ist (Intelligenzförderung) entbehrt jeder theoretisch plausiblen Grundlage - von empirischen Belegen ganz zu schweigen.Was-immer-es-gibt;16640216]
Mal abgesehen davon, dass für 0-3jährige Kinder eine Fremdbetreuung Stress darstellt, ist es absolut intelligenzfördernd wenn es eben hauptsächlich von wenigen und immer gleichen Personen betreut wird.
Natürlich brauchen Kinder stabile Bezugspersonen. Fremdbetreuung bedeutet nur, dass das Kind mit der ERzieherin eine weitere stabile Bezugsperson neben den Eltern erhält. Wenn eine Kita das nicht gewährleistet, würde ich mein Kind dort nicht anmelden.Sie müssen ihre Lehrerin mögen können, sie wollen auch nicht andauernd eine andere.
Das Fremdeln ist eine Phase in der sozialen Entwicklung, die durch die institutionelle Betreuung auch nicht verhindert wird.Die Fremdelphase ist eher was Gesundes, das Ausbleiben oder nicht statt finden ist ungesund.
Natürlich ist die Qualität der Betreuung sehr wichtig - und da sind die Kitas absolut nicht alle auf dem gleichen Stand. Und ja, darum sollte man kämpfen. Aber das hat nichts mit der Tatsache zu tun, dass ein Betreuungsgeld gezahlt wird. Im Gegenteil: Das Geld sollte lieber in eine qualitative Verbesserung der Kitas investiert werden.Mir kommt bei den ganzen Diskussionen das Wohl der Kinder, die gute Betreuung einfach zu kurz.
Gute Betreuung heißt in erster Linie: ganz kleiner Betreuungsschlüssel.
Der wird in der Regel beim Ausbau neuer Betreuungsplätze eher hoch geschraubt.
Gilt es nicht eher darum zu kämpfen?
Das können sie ja gern tun.Last but not least ist es ja doch für die meisten Mütter ein Bedürfnis erst mal ne Zeit mit ihrem Kind verbringen zu wollen - und zu dürfen.
Wo steht das, dass es 2007 ein verpflichtendes Junktim gab? Und selbst wenn: Politische Entscheidungen können auch rückgängig gemacht werden....Außerdem war das Betreuungsgeld sowieso Vertragsbestandteil 2007. Anders hätte v.d.Leyen nicht den Ausbau der Kinderbetreuung und die Einführung des Elterngeldes durchbekommen.
Und an Verträge soll man sich halten finde ich.
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28.04.2012, 23:31Inaktiver User
AW: Betreuungsgeld
Dieses gebetsmühlenartige "Kindern tut es gut, in die Kita zu gehen" geht mir wirklich auf den Wecker. Ich habe das auch immer gedacht, weil es ja immer alle gesagt haben, aber meinem Sohn hat es überhaupt nicht gut getan. Da brauche ich keine Studien für. Das habe ich gesehen. Er hat z. B. mit Krankheit reagiert. Da machst du nix dran - ein krankes Kind kann man nun mal nicht in der Kita abgeben. Damit war es für mich unmöglich, längere Zeit Vollzeit zu arbeiten. Ich hätte mir eine flexiblere Arbeitswelt gewünscht, in der es möglich ist, dass beide Eltern weniger arbeiten und das Kind nur stundenweise fremdbetreut wird. Oder eben soviel, wie es gut aushält.
Aber in den meisten Bereichen geht das nicht so einfach. So war ich jahrelang beruflich abgehängt und fand das furchtbar.
Andererseits wünschte ich, ich hätte das etwas gelassener gesehen. Inzwischen sind die Kinder größer und ich bin wieder voll ins Arbeitsleben integriert.
Die Logik, dass man nicht jedem, der eine Leistung nicht in Anspruch nimmt, einen Ausgleich zahlen kann, finde ich einleuchtend. Und das Betreuungsgeld entspricht gerade mal einem Drittel Minijob, das ist doch lächerlich. Ich finde nur das Geschrei, dass damit die Frauen an den Herd gedrängt werden sollen, unerträglich. Als sei es eine Strafe, ein Kind zu betreuen - und überhaupt: Warum die Frauen?



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