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  1. Inaktiver User

    AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung

    Zitat Zitat von aubisa Beitrag anzeigen
    Grass stellt einseitig Israel als Kriegstreiber dar. Das ist unzulänglich und billig verkürzt und polemisch.
    Grass nennt Ahmedinedschad einen Maulhelden, nimmt ihn also nur begrenzt ernst. Hingegen nimmt er die öffentlichen Erklärungen israelischer Politiker Iran angreifen zu wollen, durchaus ernst.
    Das ist seine Sicht der Dinge, und seine Sorge vor einem israelischen Angriffskrieg wird z.B. auch vom früheren Mossad-Chef geteilt *klick*.

    Des weiteren will Grass, dass sowohl israelische als auch iranische Atomwaffen (bzw. Atomwaffen-Bestrebungen) unter internationale Kontrolle kommen. Was ist daran einseitig?

    Die Situation in Nahost anders zu sehen als Grass bedeutet noch lange nicht, dass man das Recht hat ihn als "Antisemiten" oder Nazi zu beleidigen und infrage zu stellen, ob er das Recht habe gehört zu werden.

    Was bitte soll das sein: "ausgewogen"? Und wer bestimmt das?
    Die israelische Sicht der Dinge ist jedenfalls nicht ausgewogen. Israel hat nicht die Schiedsrichterfunktion im Nahostkonflikt, sondern ist parteiisch, ist Partei in einem ernsten und langanhaltenden Konflikt.



    Ich habe für mich als Deutsche sehr wohl entschieden, eine Meinung zu haben. Und ich spreche mir das Recht ab, Israel zu verurteilen. Denn die Leiden der Shoa kann ich nicht im Ansatz nachempfinden.
    Und einem Grass steht meiner Meinung nach schon aus seiner eigenen persönlichen Geschichte eine solch einseitige Polemik nicht zu.
    Aus seiner eigenen persönlichen Geschichte ist diese Stellungnahme, die du "einseitige Polemik" nennst, unter Umständen sogar zwingend.

    Wenn ihn die erlebte Verführung und Indoktrinierung in seiner Jugend etwas gelehrt hat, dann, sich der Masse entgegenzustemmen. Für seinen aufrechten Geist achte und schätze ich ihn. Ich mag es, wenn Menschen sich gegen Schafherden stellen, anstatt sich der Einfachheit halber einzureihen.

    Und was heißt da "einseitig"?
    Wer Komödien verfasst, ist "einseitig", da die Welt voller Tragödien ist. Wer Tragödien in Worte fasst, sieht die Welt "einseitig" als Jammertal.

    Außerdem könnte man trefflich streiten, was denn z.B. für einen Broder oder für dich oder für mich ausgewogen ist. Man darf davon ausgehen, dass jeder von uns sich selbst für "ausgewogen" hält, was durchaus stutzig machen sollte.
    Geändert von Inaktiver User (06.04.2012 um 01:13 Uhr)

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    AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung

    Zitat Zitat von bruennette_2 Beitrag anzeigen
    Diese Aussage wurde von dem großen Yeshajahu Leibovitz bereits vor einiger Zeit brillant widerlegt:
    Danke für den Link, Brünnette!

    Eben hat mir eine Freundin das geschrieben:

    ...es ist auch diese internationale israelische Propaganda, vermischt mit dem jahrzehntelangen Aufbau von Netzwerken, die weit über normale Lobbyarbeit hinausgeht, diese brutale Mischung von Bestechung und Drohkulisse, die in Einzelfällen Karrieren und Existenzen vernichtet hat.

    Habe mir vor einigen Wochen im Internet noch einmal den damaligen "Flyer" von Möllemann angesehen, in dem er eigentlich lediglich die Politik Sharon's kritisiert und den Einfluß der deutschen Israellobby . In der Sache war das alles richtig,auch im Ton gemäßigt.

    Bis zum zweiten Libanonkrieg war ich ein unkritischer Fan Israels, habe meine Kinder nach dem Abi dorthin geschickt, damit sie das Land kennenlernen. Erst nachdem ich mich eigenständig informiert habe, wurde mir bewußt
    1. wie wenig mein bisheriges Israelbild mit der Realität übereinstimmt
    2. dass diese Tatsache in einer GEZIELTEN Desinformation durch die Medien begründet ist.

    Persönlichkeiten mit hohem Bekanntheitsgrad können Kritik an Israel nur dann äußern, wenn sie völlig unabhängig sind und/oder ihnen eine weitere Karriere nicht mehr wichtig ist.
    Wenn unbekannte Journalisten etc. sich derart äußern, dann "hört" es keiner wirklich und man kann sicher sein, auch von diesen Journalisten DANACH nie wieder etwas zu hören. Prominente haben etwas zu verlieren, und da zeigt sich dann in der Tat, wer Charakter und Mut hat und wer nur ein devotes Würstchen ist...

  3. Inaktiver User

    AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung

    GG thematisiert einen Aggressor:

    Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
    der das von einem Maulhelden unterjochte
    und zum organisierten Jubel gelenkte
    iranische Volk auslöschen könnte,
    weil in dessen Machtbereich der Bau
    einer Atombombe vermutet wird.
    den die internationale Staatengemeinschaft gewähren lässt

    ...
    ein wachsend nukleares Potential verfügbar
    aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung
    zugänglich ist?
    aus Anlass der willfährigen Lieferung eines U-Bootes

    mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert,
    ein weiteres U-Boot nach Israel
    geliefert werden soll, dessen Spezialität
    darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe
    dorthin lenken zu können, wo die Existenz
    einer einzigen Atombombe unbewiesen ist,
    Und GG stellt die Realität auf den Kopf

    Die Atommacht Israel gefährdet
    den ohnehin brüchigen Weltfrieden?
    In diesen Voraussetzungen irrt GG!

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    AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung

    Ich versteh die Aufregung nicht
    es ist nur ein schlechtes Gedicht
    von einem alten armen Wicht

    Bazinga









  5. Inaktiver User

    AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung

    Zitat Zitat von Kampfkobold729 Beitrag anzeigen

    Zu lesen in einem erfrischenden Kommentar von Thomas Nehls
    Aus obigen Kommentar entommen:

    Eher mehr Preise für Grass als weniger

    Zur deutschen Staatsräson gehört es (nicht nur verständlicher-, sondern auch glücklicherweise) Israels Existenz sichern zu helfen. Das Prosagedicht von Günter Grass soll und kann dazu beitragen, dieser Verpflichtung zu entsprechen. Man muss es freilich richtig lesen. Und nicht als Vorlage für bösartige Unterstellungen missbrauchen wollen.

    Unter dem Strich könnte für den Literaturnobelpreisträger die Ausweitung auf den Friedensnobelpreis in Erwägung gezogen werden. Wehe dem, der das offiziell vorschlägt. Er dürfte in Deutschland medial und politisch schneller zur Strecke gebracht werden, als es selbst die ärgsten Verfechter doppelter Standards für möglich halten.


    Genau das ist es was mich aufregt, das eben nicht auf den Inhalt eingegangen wird, sondern bösartige Unterstellungen folgen.
    Es sollte uns zu denken geben was hier abläuft....
    Geändert von Inaktiver User (06.04.2012 um 13:27 Uhr)

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    AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung

    Zitat Zitat von space Beitrag anzeigen
    Ich versteh die Aufregung nicht
    es ist nur ein schlechtes Gedicht
    von einem alten armen Wicht
    So sieht es Israel auch. Aber die Deutschen dürfen das nicht so sehen. Sie sind moralisch verpflichtet sich zu empören und für die Welt öffentlich aufzuheulen. Und in dieser historisch verhafteten Verhaltensweise verlieren sich Sachlichkeit und Realitätssinn.

    @ Tom, jeder Staat, der für sich Kriegs- und Aggressionsrechte reklamiert, ist eine Gefahr für den Weltfrieden. Da mag die Ursache noch so verständlich sein, es ändert nichts an der Gefahr, die durch so ein Land ausgeht.
    Abgesehen davon - du hast Cherrypicking betrieben mit der Auswahl deiner Textpassagen. Aus dem Zusammenhang gerisssene Fragemente sind aus meiner Sicht keine nützlichen Argumente. Damit bedindest du dich aber in guter Gesellschaft. Auch unsere Presse schreit einseitig auf und interessant ist ja, dass man wirklich suchen muss, um das Gedicht vollständig abgedruckt zu finden. Die meisten Zeitungen schimpfen, ohne dem Leser die Möglichkeit zu geben, selbst zu urteilen.

    Den Gesamtkontext des "Gedichtes" sollte man ansehen, und der findet seine Zusammenfassung m. E. am Ende:

    Und zugegeben: ich schweige nicht mehr,
    weil ich der Heuchelei des Westens
    überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen,
    es mögen sich viele vom Schweigen befreien,
    den Verursacher der erkennbaren Gefahr
    zum Verzicht auf Gewalt auffordern und
    gleichfalls darauf bestehen,
    dass eine unbehinderte und permanente Kontrolle
    des israelischen atomaren Potentials
    und der iranischen Atomanlagen
    durch eine internationale Instanz
    von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.

    Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern,
    mehr noch, allen Menschen, die in dieser
    vom Wahn okkupierten Region
    dicht bei dicht verfeindet leben
    und letztlich auch uns zu helfen.

    Der Sinn des Lebens ist das Glück.
    Und wenn das Glück dich verlässt, lauf hinterher.

    Kranich-Frain-Schlamperl-Sternensammlerin-Lebensliebe+Sonnenkranich-?

  7. Inaktiver User

    AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung

    Ein substanzlos gewordener Dichter haut auf die Kacke und vermengt verschiedene Sachverhalte in unredlicher Weise.

    Vielleicht bringt er bald ein neues Buch heraus und braucht ein wenig Propaganda?

    Auch um den Preis, die Rechten ein klein wenig salonfähiger zu machen?

    Ich fürchte, dieser unsägliche Erguss war nicht seine letzte Tinte, auch wenn ich mir das sehr, sehr wünschen würde.

  8. Inaktiver User

    AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung

    Meint GG

    den Verursacher der erkennbaren Gefahr
    zum Verzicht auf Gewalt auffordern und
    gleichfalls darauf bestehen, ...
    damit den Iran?

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    AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung

    Zitat Zitat von aubisa Beitrag anzeigen
    Es geht nicht darum, Worte zu gebrauchen oder nicht zu gebrauchen, deren Etymologie oder missbräuchliche Verwendung dem normal Gebildeten unbekannt sind.
    Vielmehr gebraucht Grass Begrifflichkeiten, die bekanntermaßen für jeden in Deutschland zur Schule Gegangenen dem Nationalsozialismus zuzuordnen sind. Und Grass weiß das und verwendet die Worte bewusst.

    Umso verwerflicher, dass sie ihm aus seiner persönlichen Geschichte bekannt sind und er sie in diesem Zusammenhang spricht.
    aubisa, das stört Dich an dem Gedicht?

    Du Glückliche bist in der Lage auszublenden, welche verheerenden Folgen ein Atomkrieg haben kann. Jahrelang verseuchtes Gewässer und verstrahlte Feldfrüchte. Menschen die unsäglich leiden auf beiden Seiten.

    Dem Präsident Ahmadinedschad muss klar sein, wenn er wirklich Israel angreift, würde das weder er noch sein Volk überleben, weil er damit auch den Westen angreift. Ist er wirklich soooo irre?

    Bedrohlicher wirken auf mich die Aussagen des Premierministers Netanjahu, der mit 300 Toten bei einem Angriff rechnet. Allerdings hat er wenigsten einen Angriff lt. Wiener Zeitung auf 2013 verschoben.

    Für mich sind das erschreckende Szenarien.

    Aber gut, unterhalten wir uns wieder über Begriffe, die man nicht verwendet ...
    Gruß dingsda

    Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
    Der bedeutendste Mensch ist immer der, der Dir gegenübersteht.

  10. Inaktiver User

    AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung

    Zitat Zitat von Anne_dingsda Beitrag anzeigen
    Dem Präsident Ahmadinedschad muss klar sein, wenn er wirklich Israel angreift, würde das weder er noch sein Volk überleben, weil er damit auch den Westen angreift. Ist er wirklich soooo irre?
    Hm. Ähnlich hat man damals auch über Hitler gemutmaßt. Und dann gemeint, er wäre nicht so irre.
    Das Ergebnis ist bekannt.

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