Ja - dann hätte keiner sich drum geschert.
Himmel - negatives Gesschrei über Israel ist doch wirklich an der Tagesordnung. Allein in diesem Forum gibt es fast allmonatlich einen Strang diesbezüglich.
Insofern ist es an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten, sich als Held zu stylisieren, wenn man so nen altbekannten Stuss abläßt.
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09.04.2012, 09:00Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
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09.04.2012, 09:41
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Zwischen möglicherweise berechtigter Kritik und negativem Geschrei gibt es noch graduelle Unterschiede. Und das Verhalten des Staates Israel kann man durchaus auch kritisieren, ohne dabei "Stuss" abzulassen.
Das Aufjaulen vieler zeigt doch, dass hier noch einiges im Argen liegt.
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09.04.2012, 10:42Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Der gleiche Autor hat im gleichen Interview nur zwei Sätze vorher etwas gesagt, was die nahezu gegenteilige Auffassung dessen beinhaltet, was du hier vertrittst:
SPIEGEL: Ist Grass nun durch sein Gedicht zu Israel und Iran ein Antisemit?
Segev: Natürlich nicht. Im Grunde hat Grass nur das gesagt, was auch der ehemalige Mossad-Chef Meïr Dagan beinahe jeden Tag erklärt. Dagan warnt vor einem israelischen Angriff auf Iran. In Israel wird über dieses Thema sehr rege diskutiert - es ist kein Tabu.
SPIEGEL: Grass sprach aber von der Gefahr der Auslöschung des iranischen Volkes, sollte Israel angreifen.
Segev: Das war sehr dumm von ihm. Grass hat überhaupt keine Ahnung von Iran. (...)
So, im Zusammenhang, klingt das deutlich anders als so, wie du es zitierst.
Zumal das einzige, was Grass relativiert hat, die Gleichsetzung "Israel" und "israelische Regierung" war - eine Gleichsetzung also, die wir in fast jedem unserer eigenen Postings selber praktizieren.
Es ist bezeichnend, wie manche sich sogar innerhalb eines relativ kurzen Textes genau das herauspicken, was den eigenen Standpunkt stützt, und sorgfältig alles ausblenden, was nicht passt, um unschließend - und jetzt wird's interessant - den gesamten Text scheinbar für sich und seine eigene Position zu vereinnahmen.
.Geändert von Inaktiver User (09.04.2012 um 11:06 Uhr)
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09.04.2012, 10:51Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
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09.04.2012, 11:00Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Schreck lass nach!
Jetzt wird auch noch in GG's Werk nach Hinwiesen für seinen vermeintlichen Antisemitismus gesucht. Und das Jahrzehnte nach dem Erscheinen der Blechtrommel!
Was das Idiom von Markus betrifft: so ähnlich habe ich es auch schon in Büchern von jüdischen Autoren gefunden. Wollten die auch Juden der Verachtung preisgeben?
Aus meiner Sicht mehren sich langsam die Hinwiese, dass sich jeder so gut lächerlich macht wie er kann.
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09.04.2012, 11:12Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Wieso Gegenteil?
Kein Mensch in diesem Strang hat die Kriegsgefahr kleingeredet, die von Israel ausgeht. GG warnt zurecht davor, aber aus den falschen Gründen.
Eben. Alles, was GG über den Iran schreibt, ist totaler Bullshit. Daraus resultiert auch seine einseitige, unzutreffende Schuldzuweisung. Wie schon gesagt behauptet er: "Kampfhund frisst Schoßhündchen" und nicht, wie es korrekt gewesen wäre "Kampfhunde gehen aufeinander los". Daraus ergibt sich eine grundsätzlich andere Bewertung der implizierten Länder. Ich weiß nicht, ob du das verstehst, aber ich hoffe es.
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09.04.2012, 11:18Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Ja, nicht wahr. Und dafür sucht man sich ausgerechnet das Werk aus, für das Grass den Nobelpreis erhalten hat.
Inhaltlich ist der Artikel außerordentlich schwach. Der Autor verwendet ein Wort aus einem Kommentar von Klaus Schirrmacher (zwar ohne ihn zu erläutern und vielleicht auch ohne ihn zu verstehen, aber wohl in der Hoffnung, dass von dessen Esprit etwas auf diesen Artikel abfärbt) und bedient ansonsten die eigene Klientel.
Tja. Das ist wohl als eilfertige Hilfe für den israelischen Außenminister Avigdor Lieberman zu verstehen, der die Diskussion um das Einreiseverbot damit bereicherte, die Aberkennung des Nobelpreises zu fordern.Was das Idiom von Markus betrifft: so ähnlich habe ich es auch schon in Büchern von jüdischen Autoren gefunden. Wollten die auch Juden der Verachtung preisgeben?
Aus meiner Sicht mehren sich langsam die Hinwiese, dass sich jeder so gut lächerlich macht wie er kann.
Aus der Stellungnahme von Moshe Zuckermann bezüglich GG-Gedicht:
Günter Grass ist kein Antisemit (auch nicht „objektiv“ oder „sekundär“, wie es im armseligen deutschen akademischen Diskurs in den letzten Jahren zu diesem Begriff heißt). Man mag vieles an Grass aussetzen, nicht zuletzt auch eine Selbstgefälligkeit, die nicht davor zurückschreckt, von „letzter Tinte” zu reden. Aber ein Antisemit ist er nicht – es sei denn in den Augen der Broders, Graumanns, Giordanos und Wolffsohns, denen das Wohl Israels so am Herzen liegt, dass sie Israel – aus angemessener Entfernung! – emphatisch „in Schutz“ nehmen, um sich für sein Wohl umso effektiver blind machen zu können.
Wer nicht zwischen Antisemitismus und berechtigter Israelkritik zu unterscheiden vermag, sollte zumindest bescheidener auftreten, wenn er selbstgewisse Verdikte ausspricht: das Jahrzehnte alte Okkupationsregime Israels (und andere Erscheinungen im israelischen Alltag, die hier unerörtert bleiben mögen) straft die schablonenhafte Larmoyanz dieser „Israel-Solidarität“ Lügen.
Die in Deutschland lebende „jüdische Intelligenz“ ist die letzte, die den Anspruch erheben könnte, sich um Israel realiter Sorgen zu machen: zu sehr reagiert sie komplementär zum befindlichkeitsschwangeren Diskurs der nichtjüdischen „Deutschen“. Grass seine jugendliche SS-Vergangenheit anzulasten, ist eine Sache; eine ganz andere, ihn zum Antisemiten zu machen, um ein menschenrechtsverletzendes Israel zu verteidigen.
Quelle
Und jetzt auch noch das: Diffamierung des nobelpreiswürdigen Werkes von Günter Grass durch einen Faschisten und dessen willige Helfer in Deutschland.
.Geändert von Inaktiver User (09.04.2012 um 11:36 Uhr)
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09.04.2012, 11:24Inaktiver User
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09.04.2012, 11:30Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Man muß diese Personen nicht alle mögen, aber sie in einen Sack zu stecken und drauf zu hauen, ist lächerlich.
Auch wenn es in gewissen Kreisen in Israel üblich ist, allen im Ausland lebenden Juden zu grollen.
Wolffsohn ist im übrigen geborener Israeli und hat seinen Wehrdienst in der israelischen Armee abgeleistet.
Und selbst Broder hat durchaus israelkritische Bücher geschrieben, z.B. "Die Irren von Zion".
(Übrigens das einzige Buch, was ich von ihm habe - ich schätze seinen Stil ansonsten nicht).
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09.04.2012, 11:35Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Mag sein, dass ich da feine Unterschiede nicht heraushöre. Kennst du dich da aus?
Dennoch halte ich es für einen Witz, auf die Schnelle in einem zusammengeschusterten Artikel zu versuchen, GG mit Hilfe einer Werkanalyse Antisemitismus nachzuweisen.
Glücklicherweise gibt es auch Menschen, die auf das Gedicht differenziert reagieren. Neben den bereits hier Zitierten gehört dazu auch Avi Primor, der sich gestern Abend in den Tagesthemen äußerte.



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