Nein, das macht mich nicht stutzig, weil ich nicht über jede Aussage von Herrn Grass informiert bin.
Dazu kommt, dass man ja nicht immer und überall alles kommentiert, und einfach irgendwann das Fass überläuft und man sich dann genötigt sieht, sich zu äußern.
Da Herr Grass wohl kaum ein Holocaustleugner ist, gehe ich auch nicht davon aus, dass er in dieser Frage mit Iran einer Meinung ist.
Und davon mal abgesehen: Selbst WENN er den Holocaust leugnen würde, so machte das die aktuelle Politik Israels ja kein Stück besser.
Genau so ist es.
Antworten
Ergebnis 131 bis 140 von 1252
-
07.04.2012, 17:27Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
-
07.04.2012, 17:28
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Nein, ich mein das ja nicht grundsätzlich.
Aber auch die ehemaligen RAF-Terroristen, die einst Polizisten erschossen haben und nun wieder auf freiem Fuß sind, sollten besser keine Bürgerinitiative gründen, die sich gegen den finalen Rettungsschuß bei Geiselnahmen ausspricht.
Aber wenn mein Vater heute wieder mit Begeisterung Wiener Schnitzel isst, obwohl er früher fanatischer Vegetarier war, dann hab ich damit überhaupt kein Problem.
VanDyckEs gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
-
07.04.2012, 17:42Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Genau! Wenn Menschen vom "Bahnhof" nicht mehr zurückkamen, auch nach Monaten oder Jahren nicht, war es für die Nachbarn die größte Selbstverständlichkeit und deshalb ist es auch niemandem sonderlich aufgefallen.

Ein 17-Jähriger ist kein kind mehr, aber er ist weit davon entfernt, erwachsen zu sein.
Und ja, es gibt tausende von Büchern über den Nationalsozialismus. Man kann sich dem Thema aus allen möglichen Blickwinkeln nähern. Aber das interessiert mich jetzt wirklich: Worüber hat Longerich ein Buch geschrieben? Über Jugendliche und die Waffen-SS?
-
07.04.2012, 17:58Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Das ist der Punkt, den ich bei Grass nicht verstehe. Warum hat er soooo lange über seine Waffen-SS-Vergangenheit geschwiegen?! Dass er mit 17 in den Krieg ziehen wollte, hat er mit der "Enge" in seinem Elternhaus erklärt. Er wollte einfach nur weg. Das kann ich noch irgendwie nachvollziehen. Aber dass er so lange darüber nicht reden konnte ... Das verstehe ich nicht. Und ich verstehe auch nicht, warum er dann, nach 60 Jahren, dann doch noch geredet hat.
-
07.04.2012, 18:03
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Ich habe soeben auf Wikipedia die Geschichte des Sechstageskrieges nachgelesen. Und ich muss sagen ,dass ich die Parallelen zur heutigen Situation bedenkenswert finde.
Israel hatte damals zu einem Präventivschlag gegen Ägypten ausgeholt, nachdem es sich von letzterem, insbesondere durch Nassers damalige Politik antiisraelischer Propaganda und einem massiven Aufmarsch von Streitkräften zur israelischen Grenze, hat provozieren lassen.
Ich sehe insofern Parallelen zur heutigen Situation, dass sich Israel, wieder einmal, und vor dem Hintergrund seines nervösen und angstbesetzten Zustandes, der den vorschnellen Griff zur Waffe als erste Handlungsoption bereithält, aufs Neue provozieren lässt und erneut einen Präventivschlag, diesmal gegen Iran als reale Option zur Verteidigung ins Auge fasst.
M.E. beginge Israel einen sehr großen Fehler, wenn es sich gegen Iran tatsächlich zu einem Erstschlag hinreißen ließe.
M.E. provoziert die politische Führungsschicht Irans Israel absichtlich, damit jene die ohnehin angespannten Nerven erneut verlieren und zum Erstschlag ausholen, so dass Iran (plus Verbündete) ein wunderbarer Vorwand geliefert wird, militärisch reagieren zu "MÜSSEN". Was das für Konsequenzen haben wird, darf sich jeder selbst ausmalen.
Und hatten wir nicht schon einmal die Situation, dass Waffen dort vermutet wurden, wo es gar keine gab....
Nö, Menschen lernen nicht aus der Geschichte....
Vor diesem Hintergrund finde ich den Inhalt von GG's Gedicht zu kurzsichtig und unvollständig (auch wenn ich nach wie vor der Meinung bin, dass es gute Gedanken enthält, wenn auch von der falschen Person ausgesprochen), da es - wieder einmal- zwei in ihrer Aggressivität ebenbürtige Länder/Regierungen (wenngleich auch durch unterschiedliche Gründe aggressiv) gegeneinander ausspielt, indem er die Rolle des Hauptaggressators fälschlicherweise in Israel erkennen möchte.
Wie "schön", dass sich nun alle über GG erhitzen (wie "kann" er nur, dieser" senile alte" Mann..) und keine Sau braucht sich mehr die Mühe machen, darüber nachzudenken, 1. wie man Israel dazu bringen könnte, weniger nervös zu reagieren und 2. die Region tatsächlich befriedet werden könnte. Aber es ist ja immer einfacher, mit dem Finger auf das Gegenüber zu zeigen....
-
07.04.2012, 18:24
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
tilbage
Du sprachst doch davon, dass er lernfähig sei. Dann sollte er doch gerade so etwas kommentieren, oder sich mal überlegen, was es heißt, dass jemand, den er mit seinem Gedicht schützt, behauptet, den Juden sei nie so etwas wie der Holocaust widerfahren.
Tut mir leid, von einem Denker erwarte ich, dass er genau hinschaut, wen er da der Kriegstreiberei beschuldigt.
Israel ist von zwanzig Staaten umgeben, die sich als Ziel die Ausrottung und Zerstörung des israelischen Staates und der Juden gesetzt haben.
Wäre ich Israeli, würde ich bei einem Staat wie dem Iran, der eine Atombombe will auch mehr als nervös.
-
07.04.2012, 18:27
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Was mich stört in der ganzen Angelegenheit ist die einseitige Hetzkampagne gegen Grass durch die Medien, die meiner Meinung nach absolut nicht die Meinung der Bevölkerung widerspiegelt (die meisten in meinem Umfeld können sich mit dem Gedicht nämlich durchaus identifizieren. Man sieht es auch an den entsprechenden Kommentaren die man im Internet unter den Artikeln lesen kann). Zwischen Israel und Iran wird einfach mit zweierlei Maß gemessen. Nicht dass ich ein Iran-Symphatisant wäre....ich seh dort durchaus die Gefahr und mir ist nicht wohl bei dem Gedanken, dass sie evtl. Atomwaffen besitzen...aber da wird ein riesen Tamtam drum gemacht und in Israel interessiert es niemanden. Aber sobald man in Richtung Israel was sagt wird einem Antisemitismus vorgeworfen.... man merkt ja auch hier, dass die Meinungen geteilt sind, aber von der Presse bekommen wir nur einseitige Berichterstattung ... das find ich absolut manipulativ und ich frag mich ob das bewußt so geschieht?
-
07.04.2012, 18:29Inaktiver User
-
07.04.2012, 18:31
-
07.04.2012, 18:49
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Ich find die Berichterstattung sehr einseitig. Nur Überschriften wie "Günter Grass empört Deutschland", "der ewige Störenfried....." " die polemische Bosheit des Grass" usw usw....die Meinung der Bevölkerung ist meiner Meinung nach aber nicht so einseitig und drum würd ich mir von der Press einfach auch mal im Vorfeld eine etwas objektivere Berichterstattung wünschen, die beide Seiten beleuchtet, anstatt dass sofort mit der Antisemitismus-Keule zugeschlagen wird und schon wieder ein Aufschrei durch die Zeitungen geht. In dem Gedicht stehen ja durchaus etliche Dinge, die einfach Fakt sind.



Zitieren
